29.11.2006 - Nach dem Debakel in der zweiten Partie war man allenthalben gespannt, wie Vladimir Kramnik dieses verkraftet haben würde. Doch was blieb dem Weltmeister anderes übrig, als das einzügige Matt abzuhaken und heute auf eine neuerliche Chance, den künstlichen Gegner zu besiegen, zu spielen? Wie in der ersten Partie kam wieder die Katalanische Eröffnung aufs Brett, doch wohl in Befürchtung einer schwarzen Verbesserung wich Kramnik in eine andere Variante ab. Früh stieg die Spannung an, und als Deep Fritz dann ein positionelles Bauernopfer entkorkte, waren sogar die kommentierenden Meister voll des Lobes für ihn. Zum Sieg gegen Kramnik reichte es zwar nicht, denn dieser fand den Remisweg per Qualitätsopfer, aber dennoch bleibt festzuhalten, dass Deep Fritz zum ersten Mal in diesem Match eine Partie dominiert hat und der Weltmeister zur Verteidigung gezwungen war. Die Partie können Sie sich ausführlich kommentiert wahlweise als PGN oder CBV herunterladen. mehr
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28.11.2006 - „Da hat sich jemand einen dummen Scherz erlaubt!“ war der erste Kommentar, der in der RAG Lounge in der Bundeskunsthalle in Bonn zu hören war, als der Bildschirm die Züge 34...De3 und 35.Dh7 anzeigt. „Das ist ein Übertragungsfehler!“ meint ein anwesender Großmeister, gerade von der Live-Kommentierung der Partie zurück. „Das kann nicht stimmen!“ Innerhalb von wenigen Sekunden ist die VIP Lounge leer, da alle in den Saal drängen, um festzustellen, was auf der Bühne wirklich passiert ist. Wenn die Stellung auf den Schirmen mit der Live-Übertragung wirklich korrekt ist, warum zeigen die Schirme den 35. Zug von Fritz als „Dh7“ und nicht als „Dh7#“ an? mehr
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27.11.2006 - Gerade beschrieb Artur Jussupow in seinem LIVE-Kommentar zur zweiten Partie noch die Gefahren, die ein Springer in Königsnähe mit sich bringt, da entfährt es ihm: "Matt in 1! Kramnik hat Matt in 1 übersehen!" Und wirklich, Weltmeister Kramnik hatte Deep Fritz nach einer Partie auf einem ungeheuer hohen Niveau ein einzügiges Matt erlaubt und versetzte damit die Schachwelt in helle Aufregung. Keine Glanzpartie der Engine, keine lange Kombination sondern ein totaler Blackout von Vladimir Kramnik bringt dem Computer bei der World Chess Challenge in Bonn die Führung. mehr
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25.11.2006 - Im Rahmen der gestrigen Eröffnungsfeier in der Bonner Bundeskunsthalle zur World Chess Challenge 2006 wurden auch die Farben für die erste Partie ausgelost und Vladimir Kramnik erwischte die weißen Steine. Aus menschlicher Sicht ein kleiner Vorteil für ihn, denn so hatte er heute die Möglichkeit, sich mit einer sicheren Eröffnungswahl in einer durchaus ansprechenden ersten Partie gegen Deep Fritz erstmal warm zu spielen. Er wählte die Katalanische Eröffnung und erstickte jegliche aktiven Versuche der Engine im Keime, sobald es ging. Figur um Figur tauschte sich ab und nach gut 4 Stunden und 47 Zügen waren Fritz und sein Team sowie Kramnik mit einem Remis einverstanden und ernteten berechtigten Szeneapplaus. mehr
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24.11.2006 - Um es gleich ganz klar zu sagen: Ja, es muss sein! Spätestens an der Resonanz in sämtlichen Medien lässt sieht man deutlich, dass nicht zuletzt die Schachwelt auf ein neuerliches Duell zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz gewartet hat. Nach der vernichtenden Niederlage von Top-GM Michael Adams gegen die neunköpfige Hydra im Sommer 2005 sehnen nicht nur wir Schachspieler den Tag herbei, an dem sich der beste Spieler der Welt persönlich diesem leidigen Problem annimmt. Was bietet sich da besser an, als gleich nach einer Weltmeisterschaft den quasi noch warmen Sieger direkt wieder zu Tisch zu bitten, auf dass er die Ehre der Menschheit zurückgewinne? mehr Offizielle Turnierseite
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20.11.2006 - Seit geraumer Zeit existiert bereits eine Internetseite zur
FIDE-WM 2007 in Mexiko (11. Oktober - 01. September 2007), dennoch schien es nach der letzten WM in Elista fraglich, ob das Turnier auch wirklich so ausgetragen werden würde. Doch jüngst kündigt die FIDE auf ihrer Homepage den Termin (26. Mai - 14. Juni 2007) für die Kandidaten-Matches zur Qualifikation für die WM an. Eigentlich hatten diese bereits im September/Oktober diesen Jahres ausgetragen werden sollen, doch die FIDE bewies erneut, dass mit ihr nicht gut Verträge zu schliessen sind, die dann auch noch eingehalten werden. Da sich zudem bzw. aus diesem Grund scheinbar weder Ausrichter noch Sponsoren für diese Matches gefunden haben, richtet der Weltschachverband diese gleich selbst wieder in Elista aus und stellt auch die finanziellen Mittel (40.000 Dollar pro Match) selbst zur Verfügung. mehr
Ankündigung bei der FIDE (engl.)
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20.11.2006 - Die Organisation des Tal Memorials hatte sich zum Abschluss des Events noch ein besonderes Bonbon ausgedacht, indem sie sämtliche Teilnehmer (ausser Alexei Shirov) des vorangegangenen Hauptturniers, 6 Qualifikanten und per Sondereinladung Vishy Anand, Judit Polgar und Anatoly Karpov zu einem Blitzturnier der Premiumklasse über zwei Tage ans Brett brachte. Mit einem Schnitt von 2700+ hätte theoretisch jeder der Spieler den Event gewinnen können, wenn da nicht einer immer etwas schneller und besser als die Übrigen gewesen wäre. Chess Tiger Vishy Anand wurde eindrucksvoll seinem Ruf gerecht und distanzierte den Zweitplatzierten Levon Aronian um zwei Punkte. mehr
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16.11.2006 - Auf ein spannendes Finale und ein zähes Ringen um den ersten Platz beim Tal Memorial hatten sich zahlreiche Schachfans eingerichtet und sie wurden herb enttäuscht. Vier der fünf Partien endeten bereits zwischen dem 14. und 20. Zug mit einem Remis! Die einzige Partie, die etwas länger dauerte (26 Züge) - aber auch kein anderes Ergebnis brachte - war das Kellerduell zwischen Alexander Morozevich und Alexei Shirov. Kein Kampf, kein Aufbäumen und nicht den Funken Spannung in den Spitzenpaarungen. Somit läuft das Trio Peter Leko (Wertungssieger), Levon Aronian und Ruslan Ponomariov mit einer ansehnlichen ELO-Performance im Gleichschritt ein, wozu jedem einzeln herzlich gratuliert sei, aber dennoch wurde heute die Schachwelt und nicht zuletzt der große Mikhail Tal selbst um ein einer Kategorie 20 angemessenes Finale gebracht. mehr
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15.11.2006 - Nur eine Partie der 8. Runde des Tal Memorial in Moskau brachte einen Sieger hervor. Peter Svidler konnte nach langen 80 Zügen Alexander Morozevich in einer Kampfpartie niederringen. Während sich Peter Leko gegen Shakhriyar Mamedyarov eine aussichtsreiche Stellung erspielte, diese aber nicht zum Sieg führen konnte, begnügten sich Levon Aronian gegen Alexander Grischuk mit 16 und Alexei Shirov gegen Boris Gelfand mit 24 Zügen, um dann das Remis zu vereinbaren. Damit ist die Entscheidung über den Turniersieg auf die morgige letzte Runde vertagt und für Hochspannung ausreichend gesorgt. mehr
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15.11.2006 - Nach der gestrigen 7. Runde hat sich an der Tabellenspitze in Moskau wenig getan. Levon Aronian und Ruslan Ponomariov begnügten sich in der Partie gegeneinander mit einem Remis und Peter Leko vermochte auch nicht, mehr aus Magnus Carlsen herauszupressen. Die Verfolger des Trios gaben sich jedoch redlich Mühe, den Anschluß nicht zu verlieren. Besonders Boris Gelfand stach dabei hervor, indem er Peter Svidler schlug und damit bis auf einen halben Zähler an den Dreien da oben dran ist. Aber auch Alexander Grischuk pirscht sich nach und nach von hinten an und setzte bei seinem Sieg über Alexei Shirov ein deutliches Ausrufezeichen. Alexander Morozevich "vergaß" zwischendurch das Gewinnen gegen Shakhriyar Mamedyarov und wird mit dem Remis sicher nicht zufrieden gewesen sein. mehr
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13.11.2006 - Dass Ruslan Ponomariov in guter Form nach Moskau gekommen ist, hat sich bereits recht früh abgezeichnet, und die Frage war, wer sich ihm als ärgste Konkurrenz um den Turniersieg stellen würde. Nach nunmehr 6 gespielten Runden wissen wir es, es sind Peter Leko und Levon Aronian. Alle drei haben 4 Punkte und distanzieren die nächsten Verfolger um einen satten Zähler. Besonders Leko und Aronian waren die Helden der gestrigen Runde, vor der fast alle Protagonisten scheinbar einen kräftigen Schluck aus der Flasche mit dem Kampfgeist genommen hatten. Ungarns ewige WM-Hoffnung schlug Alexander Morozevich und der Chess960 Weltmeister entzauberte Wunderteenie Magnus Carlsen. Doch auch Alexander Grischuk hatte endlich Grund zur Freude, nachdem er Peter Svidler zur Aufgabe gezwungen hatte. Heute ist Ruhetag und morgen geht es dann zum Endspurt ins letzte Turnierdrittel. mehr
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11.11.2006 - In seltener Einigkeit präsentierten sich heute die Elitespieler in Moskau. Wie abgestimmt wirkten die überaus scharf aussehenden Eröffnungen, die später in das unvermeidliche Remis durch Stellungswiederholungen oder Unergiebigkeit der übriggebliebenen Positionen führten. Keiner kann etwas gegen die 30-zügigen Scharmützel haben, aber ein fader Beigeschmack bleibt, wenn man den Vortag als Maßstab nehmen möchte und es gar schön ist, am freien Samstagnachmittag einmal dem Zuschauen im Internet zu frönen. Zweckdienlichkeit hatte sicher Ponomariov im Sinn und verteidigte die Spitze in der Tabelle mit 3,5 Punkten aus 5 Partien. Es ist gute Halbzeit! mehr
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TopTurniere Tal Memorial 2006 - 4.Runde Morozevich spielte sich wieder ins Turnier - Aronian entzaubert Shirov
10.11.2006 - Heute war Großkampftag in Moskau; nur die Baden-Badener Mannschaftskollegen Svidler und Carlsen ließen es ruhig angehen und enden. Ein feiner Sieg von Alexander Morozevich gegen seinen Moskauer Kollegen Grischuk und unbändiger Kampfeswillen bei Leko gegen Gelfand führte letztendlich zum Sieg und begeisterte die Schachfans. Dagegen musste sich der weißspielende Mamedyarov gegen den Spitzenreiter Ruslan Ponomariov mit einem Remis zufrieden geben. mehr
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08.11.2006 - Der Sieger des Tages ist sicherlich der ukrainische FIDE-Weltmeister von 2002, Ruslan Ponomariov. Er schlug Alexander Morozevich und verbucht damit als einziger bereits den zweiten Sieg beim Tal Memorial in Moskau. Ihm auf den Fersen sind mit einem halben Zähler zurück Boris Gelfand und Peter Svidler. Letzerer nutzte einen Blackout seines Gegners Levon Aronian, der in bedenklicher Lage seine Dame einstellte. Morgen wird der erste Ruhetag sein, bevor es dann am Freitag mit der 4. Runde weitergeht. mehr
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TopTurniere Kasimdzhanov fordert Anand Usbekistans Schachexport schlägt den Tiger von Madras im Schnellschach
08.11.2006 - Noch sind die Würfel, wer denn bei den Chess Classic 2007 in Mainz der Herausforderer des besten Schnellschachspielers der Welt sein soll, nicht gefallen. Sowohl der Weltmeister Vladimir Kramnik als auch Altmeister Garry Kasparov sind im Gespräch, doch neben diesen beiden tut noch ein weiterer Weltklassespieler sein Möglichstes, um zu zeigen, dass er ebenfalls ein angemessener Gegner für Chess Tiger Vishy Anand ist. Rustam Kasimdzhanov gelang es gestern, sich das seltene Hochgefühl eines Sieges über den Inder zu verschaffen. Im Finale des Korsika Masters bezwang er Anand mit 1.5 - 0.5 im Schnellschach und mit Sicherheit wird auch ihm dabei bewusst gewesen sein, damit neuerlich die Aufmerksamkeit der Organisation der Chess Classic auf sich gezogen zu haben. mehr
www.europe-echecs.com
07.11.2006 - Einige hatten keine großen Ambitionen, andere wollten unbedingt kämpfen, doch am Ende stehen alle 10 Spieler nach der heutigen 2.Runde beim Tal Memorial 2006 mit der gleichen Ausbeute - nämlich einem halben Punkt - da. Heute bewies dieses Spitzenfeld, dass es sich neutralisieren kann. Besonders Levon Aronian und Alexander Grischuk trugen dazu bei, dass die fünf Remisen heute halbwegs als umkämpft beschrieben werden können. Morgen wird es dann zum "518er-Duell" zwischen den beiden Chess960-Weltmeistern Aronian und Svidler kommen. mehr
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06.11.2006 - An der Weltranglistenposition und an der Elo-Zahl werdet Ihr sie erkennen. Svidler, Aronian, Morozevich, Leko, Gelfand, Mamedyarov, Shirov, Grischuk, Ponomariov und Carlsen haben sich zum Gedenken an den 8. Weltmeister der Schachgeschichte - den Zauberer aus Riga - Michael Tal - in Moskau versammelt. Mit einem Elo-Schnitt von 2727 erreicht es die selten hohe Kategorie 20, die nicht so ohne Weiteres bei 10 Teilnehmern und ohne die Top 4 der Welt zu erreichen ist. Ein Wiedererwachen der russischen Super-Schachturniere scheint sich Bahn zu brechen und neben der "All-Russian-Championship" ist dieses Turnier etwas ganz Besonderes. mehr
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16.10.2006 - Ungeheuer stark besetzte russische Teams dominierten den Europapokal der Männer in Fügen (Österreich). Mit Tomsk-400, Ladya Kazan und Ural Sverdlovskaya waren drei ungeschlagene Teams punktgleich an der Spitze. Nur das bessere Brettpunktverhältnis ließ am Ende die Waage für Tomsk-400 ausschlagen. Der alles überragende Alexander Morozevich führte das homogene Tomsk-Team an: (5 Punkte aus 6 Partien, Performance Elo 2916), Jakovenko (4,5/7 / Elo 2730), Bologan (4,5/7 / Elo 2676), Tkachiev (3,5/6 / Elo 2600) Inarkiev (4,5/6 / Elo 2681), Smirnov (3,5/5 / Elo 2668 und Nepomniachtchi (4/4 Elo 2715). Könnte der OSC Baden-Baden nächstes Jahr in der Türkei mithalten, wenn sie mit dem allerstärksten Team antreten würden? Anand, Svidler, Shirov, Bacrot, Carlsen, Nisipeanu, Harikrishna, Vallejo Pons, Nielsen, Movsesian, Krasenkov, Dautov, Schlosser und Döttling wären sicher in der Lage ein gewaltiges Wörtchen mitzureden bei der Vergabe des Pokals an den Team-Europameister. mehr Alle Tabellen, alle Ergebnisse, alle Statistiken, hier...
15.10.2006 - Der geschlagene Veselin Topalov ist samt Gepäck und Management im heimischen Sofia angekommen und gab der wartenden Presse ein paar interessante Antworten auf deren Fragen. Und natürlich hatte Silvio Danailov ebenfalls ein paar neue Informationen für die Schachwelt, indem er schonmal vorab eine Änderung im Regelwerk der FIDE ankündigte, welche vorsehe, dass dem entthronten Weltmeister Topalov ein Rematch gegen Kramnik zustehen würde. Einen Termin hatte das gewiefte Duo aus Bulgarien selbstverständlich auch schon parat. Ach ja, ein Büchlein aus der Sicht von Topalov zur zurückliegenden WM soll es auch noch geben. Der Titel: "Toiletgate - das Drama in Elista in 13 Akten" mehr Homepage Veselin Topalov