TopTurniere Kramnik gegen Deep Fritz - Remis in Partie 3 Deep Fritz überrascht mit positionellem Bauernopfer - scheitert jedoch an Festung
29.11.2006 - Nach dem Debakel in der zweiten Partie war man allenthalben gespannt, wie Vladimir Kramnik dieses verkraftet haben würde. Doch was blieb dem Weltmeister anderes übrig, als das einzügige Matt abzuhaken und heute auf eine neuerliche Chance, den künstlichen Gegner zu besiegen, zu spielen? Wie in der ersten Partie kam wieder die Katalanische Eröffnung aufs Brett, doch wohl in Befürchtung einer schwarzen Verbesserung wich Kramnik in eine andere Variante ab. Früh stieg die Spannung an, und als Deep Fritz dann ein positionelles Bauernopfer entkorkte, waren sogar die kommentierenden Meister voll des Lobes für ihn. Zum Sieg gegen Kramnik reichte es zwar nicht, denn dieser fand den Remisweg per Qualitätsopfer, aber dennoch bleibt festzuhalten, dass Deep Fritz zum ersten Mal in diesem Match eine Partie dominiert hat und der Weltmeister zur Verteidigung gezwungen war. Die Partie können Sie sich ausführlich kommentiert wahlweise als PGN oder CBV herunterladen.
Materiell ungleiche
Endspielstellungen sind selbst für die modernen Schachprogramme
noch sehr schwierig, und daher verwundert es auch die Experten
nicht, dass Fritz in der Diagrammstellung frohen Mutes war,
gewinnen zu können. Fakt ist jedoch, dass Weiß eine unüberwindbare
Festung aufbauen kann. Glücklicherweise stecken hinter Deep Fritz
genügend menschliche Köpfe, die sich mit Schach so gut auskennen,
dass man nach 44 Zügen einsah, Fritz zum Remis zwingen zu müssen.
Morgen ist der nächste Ruhetag und am Freitag wird Vladimir
Kramnik dann die nächste Gelegenheit erhalten, weitere Schwächen
des künstlichen Gegners aufzudecken. Doch selbst Kritiker müssen
nach der heutigen Partie zugeben, dass sich auf dem Sektor
Computerschach in den letzten Jahren unheimlich viel getan hat und
sich vermutlich auch noch tun wird. Doch noch haben wir die
Hoffnung, dass Vladimir Kramnik das Match gewinnen kann.