TopTurniere Qualifikation zur FIDE-WM 2007 16 GMs kämpfen um 4 Startplätze
20.11.2006 - Seit geraumer Zeit existiert bereits eine Internetseite zur
FIDE-WM 2007 in Mexiko (11. Oktober - 01. September 2007), dennoch schien es nach der letzten WM in Elista fraglich, ob das Turnier auch wirklich so ausgetragen werden würde. Doch jüngst kündigt die FIDE auf ihrer Homepage den Termin (26. Mai - 14. Juni 2007) für die Kandidaten-Matches zur Qualifikation für die WM an. Eigentlich hatten diese bereits im September/Oktober diesen Jahres ausgetragen werden sollen, doch die FIDE bewies erneut, dass mit ihr nicht gut Verträge zu schliessen sind, die dann auch noch eingehalten werden. Da sich zudem bzw. aus diesem Grund scheinbar weder Ausrichter noch Sponsoren für diese Matches gefunden haben, richtet der Weltschachverband diese gleich selbst wieder in Elista aus und stellt auch die finanziellen Mittel (40.000 Dollar pro Match) selbst zur Verfügung.
Danach spielt der Sieger aus
Match 1 gegen den Sieger aus Match 2, der Sieger aus Match 3 gegen den
Sieger aus Match 4 usw. Die letzten vier sind dann für die WM in Mexiko
qualifiziert und sollen dort auf den Weltmeister Vladimir Kramnik sowie
Vishy Anand, Alexander Morozevich und Peter Svidler treffen, welche sich
schon vorab für die Teilnahme qualifiziert haben. Gespielt werden in den
Matches jeweils 6 Partien.
Soweit die Theorie, und es
wundert schon etwas, dass keine Rede mehr von Veselin Topalov ist. Kehrt
die FIDE ihrem Lieblingsspieler nach seiner Niederlage gegen Vladimir
Kramnik gar den Rücken oder kommt da noch was? Bis heute fehlt zudem die
Zusage von Weltmeister Vladimir Kramnik, der sich zuletzt nicht gerade
begeistert darüber geäußert hat, seinen Titel in einem Runden-Turnier zu
verteidigen. Es gibt in der Schachwelt nicht wenige Stimmen, die sich im
finalen Kampf um den Titel des besten Schachspielers der Welt das
klassische Matchformat wünschen. Wie die letzte WM und beispielsweise
die Main Events bei den Chess Classic in Mainz gezeigt haben, erregt der
Zweikampf um die Schachkrone in und außerhalb der Schachwelt nach wie
vor die größte Aufmerksamkeit.
Macht und zahlt alles selbst - Kirsan Ilyumzhinov
Besonders traurig ist die
Tatsache, dass die FIDE den Eindruck erweckt, sie wäre die einzige
Organisation, die in der Lage ist, die Kandidaten-Matches auszurichten
und zu finanzieren. Angesichts einer hochkarätigen Paarung wie Aronian
gegen Carlsen beispielsweise mutet es schon grotesk an, dass sich kein
interessierter Sponsor auftreiben lassen soll, mit dem sich dieses Match
beispielsweise in Norwegen, Armenien oder Aronians Wahlheimat Berlin
veranstalten lässt. Für Gelfand gegen Kasimdzhanov oder Polgar gegen
Bareev soll sich außerhalb von Chess City niemand begeistern können,
oder kann es vielleicht sein, dass potentielle Geldgeber angesichts
einer vertraglichen Absprache mit der FIDE und Kirsan Ilyumzhinov
lieber dankend abwinken?