Nachrichten Post vom Hessenschach 2012 Nr. 21 Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
29.10.2012 - Auch im Oktober wurde in Hessen wieder tüchtig Schach gespielt, und unser Hans-Dieter Post war teils hautnah am Geschehen. Zunächst berichtet unser Autor in seinem jüngsten Newsletter vom Bundesliga-Wochenende in Darmstadt, bei welchem die Aufsteiger Griesheim und Wiesbaden mal mehr und mal weniger erfolgreich aufspielten. Es folgt der Bericht zum Auftakt der Deutschen Amateurmeisterschaft in Bad Soden, bei welcher die Hessen sehr erfolgreich um die vordersten Plätze spielten. Derweil siegte GM Misa Pap beim 4. Korbacher eLogic Open vor rund 200 Teilnehmern. Für alle, die sich nicht vor neuen Herausforderungen fürchten und gerne mal ohne die gängige Eröffnungstheorie Schach spielen möchten, ist die am kommenden Montag in Bad Soden beginnende 3.Offene Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft ein absolutes Muss!
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Newsletter Hessenschach Nr. 21/2012
Bundesligaauftakt in Griesheim mit Reisepartner Wiesbaden
Für die Gastgeber des SV Griesheim war es natürlich nicht der gelungene Auftakt, den man sich hätte wünschen können, aber die Siege der beiden Gastmannschaften von Werder Bremen am Samstag und Turm Emsdetten am Sonntag waren durch die Überlegenheit der ELO an den Brettern von zwei Ausnahmen abgesehen vorhersehbar. Sicherlich haben sich diese beiden Teams an die Starkenburger erinnert, als man vor zwei Jahren im Premierenjahr den beiden Teams aus dem Norden einen durchaus starken Widerstand entgegenbrachte und immerhin einen Punkt holen konnte.
Die Griesheimer
Nun, diesmal setzte es leider die zwei berechenbaren Niederlagen: immerhin gelangen an den vorderen Brettern zwei Remis, achtern sogar drei. Dabei konnte man an Brett 8 im Kampf der beiden Fidemeister Arnd Janoska (ehemals Steinbach) und Stefan Buchal (lange Jahre ehemals SV Hofheim) ein hessisches Generationenduell beobachten.
Gegen Emsdetten schließlich gab es für die Starkenburger nur drei Remis zu holen, wobei sich damit die beiden für Griesheim startenden GMs Miroslaw Grabarczyk und Peter Horvath als unschlagbar für diese Doppelrunde etablierten.
Der Spielort in Darmstadt
Weitaus erfolgreicher stellte sich das Ganze für den Bundesliga-Neuling SV Wiesbaden dar, der das hessische Ergebnis an diesem Wochende nach Teampunkten ausgeglichen gestaltete und beide Duelle gegen Emsdetten und Bremen mit 5-3 gewann.
So gehörte denn auch der Score von 75% , also ein Sieg ein Remis, zur Standardausbeute der Landeshauptstädter. Lediglich Hessenmeister Hagen Poetsch wird ein wenig mit seinem einzigen Remis aus diesem Wochenende hadern.
Das neue Wiesbadener Spitzenbrett Evgeny Alekseev fügte sich mit 1,5/2 gleich prima ein
GM Igor Khenkin (Wiesbaden) gegen GM Dariusz Swiercz (Emsdetten)
Gäbe es nicht diesen vermeintlichen Betrugsverdacht in Mülheim, so müsste das Wiesbadener Abschneiden des Newcomers als Aufhänger für diverse Stories herhalten. Aber es kann auch von Vorteil sein, wenn man noch "unerkannt" bleibt.
Die nächste Doppelrunde bringt mit der SG Solingen und dem SV Wattenscheid zwei durchaus schwergewichtige Gegner. Erneut wird in Hessen gespielt.
Nach dem Schlosspark Open wird das Jeanne-Schütz-Haus in Wiesbaden-Biebrich daher ein weiteres Schachspektakel in diesem Jahr erleben.
Und es wäre mehr als angebracht und wünschenswert, wenn sich mehr als eine Handvoll Zuschauer auf den Weg zur nächsten Doppelrunde machen würden. Es wäre in Griesheim keine Schande gewesen, und wird es auch in Wiesbaden nicht sein, wenn man den engagiertesten Vereinen in Hessen einen Besuch abstattet, wenn diese sich mit Deutschlands Spitzenteams um Punkte streiten.
Mit 268 Teilnehmern, verteilt auf 6 Gruppen, konnte nicht nur das dritte Jahr in Folge eine schöne Steigerung in der Beteiligung nachgewiesen werden, sondern auch eine alte Bestmarke aus der Saison 2005/06 überboten werden.
Und mit 4 Gruppensiegern stellten hessische Spieler eine Rekordmarke aus dem Jahr 2009 ein, wo man ebenso erfolgreich agierte.
Mal wieder seine Gruppe gewinnen konnte FM Michael Stockmann von den Schönecker Schachfreunden, dem das auch vor drei Jahren schon gelang. Fehlt eigentlich nur noch der Sieg im Finale!
FM Michael Stockmann
In Gruppe B gewann erstmalig Dominik Will vom SC Bad Nauheim, und auch für Oliver Posniak vom SV 1997 Nauheim (bei Rüsselsheim) ist es der erste Gruppensieg (hier in Staffel E) bei der DAM.
Sven Kauzmann von den Erbacher Schachfreunden gewann wie schon vor zwei Jahren an gleicher Stätte die Gruppe F.
Blick in der Turniersaal
In Gruppe C schaffte Andreas Rönsch von der SU Mühlheim/Main nicht ganz den Sprung an die Spitzenposition, da er nach Wertung Zweiter wurde.
Gruppe D schließlich ist der wunde Punkt in der diesjährigen Erfolgsstatistik der hessischen Teilnehmer, da keiner zumindest die Platzierung unter die ersten Sechs schaffte und somit die Qualifikation für das Finale, das in diesem Jahr in End Mai in Kassel ausgetragen werden wird, verpasste
Neben dem Start der 1. Bundesliga und der DAM gab es eine weitere überregionale und parallele Schachveranstaltung auf hessischen Boden. Nach einer Auszeit von drei Jahren startet man in Korbach einen neuen Versuch, ein größeres Open im herbstlichen Kalender und im Norden Hessens zu etablieren.
Angeboten wurden 7 Runden nach Schweizer System für Teilnehmer, die sich ihrer eigenen Spielstärke angemessen in einer von drei Gruppen anmelden konnten.
Geldpreise in einer Gesamthöhe von ca 4.300 Euro gab es für die Gruppen A und B, wo auch Startgelder von durchschnittlich etwa 40 Euro erhoben wurden. Gruppe C, die hauptächlich für Einsteiger, Schüler und Hobbyspieler vorbehalten war, wurde vom Startgeld befreit. Hier wurden Pokale und Sachpreise ausgelobt.
Wie üblich wurden Ratingpreise vergeben, sowie Sonderpreise für Frauen und Senioren. Auffällig ist dabei, das es keine Kategorie für Jugendliche gab.
Die noch kurz vor Turnierbeginn in den Listen veröffentlichten 260 Teilnehmer reduzierten sich zu Turnierbeginn auf etwa 200 Teilnehmer, so dass also insgesamt betrachtet ein Turnier mittlerer Größe an den Start ging.
Gewonnen hat das 111 Spieler starke A-Turnier, und damit auch das Open insgesamt, der serbische Großmeister Misa Pap, der sich mit 5 Siegen und 2 Remis nach Wertung vor seine GM Kollegen Aleksandr Karpatchev und Attila Czebe platzieren konnte. Letzterer steht denn auch als Lokalmatador für eine neue Entwicklung im Spitzenschach, die bei den Schachfreunden in Korbach eingesetzt hat. Ein neuer Bundesligist?
Das B-Turnier gewann bei 60 Teilnehmern der für den Hamburger SK startende Gerd Joppen mit 6,5 Punkten, vor Leszek Bajorski vom SV 1920 Hofheim (6 Punkte) und Alexej Sharikow vom SK Baunatal (5 Punkte).
Das sechsrundige C- Turnier schließlich gewann Leander Lehnert vom SK Langen mit 5,5 Punkten, vor Leon Arne Engländer und Finnegan Pralle, beide von den Biebertaler Schachfreunden, und weiteren 27 Teilnehmern.
Wer noch die Präsentationen der bisherigen 3 Korbacher Open im Internet kennt, wird von der Navigation der neuen Webseite begeistert sein. Hier wurde stark verbessert. Allerdings fehlen neben Partienotationen oder vielleicht sogar Live-Übertagungen auch Fotos von der Veranstaltung. Ein Rätsel bleibt allerdings, warum man die bisherigen Ergebnisse der drei Vorläufer nicht mehr im Internet finden kann.
Während sich Open an 4 Tagen in 7 Runden an einem Mittwoch oder Donnerstag beginnend und am Sonntag endend landauf, landab durchgesetzt haben, wird in Frankfurt die Stadtmeisterschaft an sieben Montagabenden ausgetragen. Während sich die über 110 Jahre alte Meisterschaft im klassischen Schach seit Jahrzehnten in den Monaten Mai und Juni in den Kalender festgesetzt hat, wird die gleiche Meisterschaft im Chess960 in den Monaten November und Dezember ausgetragen.
Man mag von Bobby Fischer die skurilsten Geschichten abseits vom eigentlichen Thema Schach gehört oder gelesen haben, aber wenn es um den Kern der Sache ging, wurde er stets als Sportsmann und Gentleman am Brett beurteilt.
Die Verbesserung der Spielbedingungen und Verdienstmöglichkeiten von Schachprofis waren für ihn sicher auch ein eigener persönlicher Vorteil, doch die elektronische Zeitnahme mit additiver Bedenkzeit und nicht zuletzt das Fischer Random Chess sind seine Innovationen im Schach.
Die Anpassung seiner Spielidee und das Veredeln hin zu Chess960 hat Einzug in die Regeln des Weltschachbundes, und auch in die Turnierordnungen gefunden.
Zum dritten Male wird daher schon im Bezirk Frankfurt der Stadt- und Bezirkmeister in einem offenen Turnier in Langpartien ermittelt.
Chess960 tut nicht weh, es müssen keine neuen Züge gelernt werden, oder seltsame Schrittfolgen neuer Figuren beachtet werden. Es gibt 64 Felder, abwechselnd hell und dunkel, das rechte Eckfeld ist weiß, die Figuren stehen auf der Grundreihe, die Bauern davor, usw usw. Nichts, was man nicht schon kennen könnte.
Beste Spielbedingungen im Chess Tigers Training Center
Für diejenigen, die Schacheröffnungen gerne pauken und daraus ihre Vorteile ziehen, ist Chess960 in der Tat weniger geeignet: es gibt keine Eröffnungstheorie!
Wer mit den Prinzipien des Spiels vertraut ist, der wird sich daran erfreuen, das er hier eben nicht auf Gegner trifft, die einem vorschwärmen, das man in eine vorbereitete Variante gelaufen ist.
Wer schon mal in einer Schachzeitung oder Schachspalte einer Tageszeitung um eine Stellungsbeurteilung gebeten wurde, und sich darum bemüht hat den besten Zug zu finden, der weiß, wie Chess960 tickt. Nur: Während in dem studienhaften Schach doch eher die Ungleichgewichte verteilt sind, fängt man beim Chess960 mit einer von 960 möglichen symmetrischen Grundstellungen an.
Hat schon mal jemand eine Partie gespielt, in der König und Dame vertauscht waren, oder Springer und Läufer? Ändert sich dadurch grundsätzlich die Spielregel im Schach? Kann man das nicht einfach weiterspielen? Man kann! Und ausprobieren kann man es hier:
Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.
Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.
Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie den neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.