Nachrichten Post vom Hessenschach 2012 Nr. 16 Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
16.07.2012 - Schach und Doping ist seit geraumer Zeit ein leidiges Thema - besonders, weil es eigentlich gar keines ist! Doch wenn der Vorsitzende des Hessischen Schachverbandes - seines Zeichens Arzt - ihm anvertraute Adressen dafür nutzt, nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche anzuschreiben, ob sie nicht für eine Studie gegen einen Computer Schach spielen und dabei ein paar Pillen einwerfen möchten, dann sieht Hans-Dieter Post in seinem jüngsten Newsletter rot und haut kräftig in die Tasten. Dabei gibt es doch auch so schöne Nachrichten wie der Turniersieg von GM Aleksandr Karpatchev beim XV. Karl-Mala-Gedenkturnier und von FM Igor Zuyev beim Darmstädter Heinerfest Turnier zu vermelden. Und das ganz ohne Doping!
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Newsletter Hessenschach Nr. 16/2012
Das neue Meldegesetz und sein größter Fan
Kaum einer hat die Farce um die Abstimmung über das neue Meldegesetz vor wenigen Tagen im Bundestag nicht mitbekommen. Schließlich bestimmten da einige wenige Volksvertreter, etwa 10% der gewählten verfügbaren Masse, darüber ab, ob wiederum einige wenige große Kassen machen können. Der Rest der kritischen Masse war durch die Fußball-Europameisterschaft gut abgelenkt.
Ein Volksvertreter, zwar nicht im Bundestag, aber dafür Offenbacher Stadtverordneter und Mitglied des städtischen Sozialausschuss, und nicht zuletzt auch Vorsitzender des Hessischen Schachverbandes, weiß auch darum, wie leicht sich wenige Vereinsvertreter beim Schachkongress oder Bezirksvertreter bei den Vorstandssitzungen steuern lassen. Na gut, besonders schlau muss man nicht sein, um das zu erfahren.
Als besonders rührig lernen die hessischen Schachsportler ihren Frontmann kennen, wenn es um sein Lieblingsthema "Schach und Doping" geht. Die Ziele lagen für viele nur etwas im Dunkeln. Zumal umso mehr, wenn es, wie man in der Online Ausgabe des Rhein-Main-Extra-Tipp erfährt, ein lohnendes Geschäft werden kann: "Wenn die Pharmaindustrie Substanzen herstellen könnte, die sie frei verkaufen kann, wäre das ein riesiger Markt, vergleichbar mit Viagra". Und an diesem "Traum vieler Menschen", wobei: "Arbeiten wie eine Maschine" ist eines dieser schönen Traumbilder, "forscht auch Harald Balló". Hört sich doch eher schon wie ein Stadtverordneter aus Fritze Langs Metropolis an!
Dumm nur, dass man für Medikamente, zumal wenn sie neu in den Markt kommen sollen, lästige Studien braucht. Auch vor dem Offenbacher Arzt kennt da der Gesetzgeber kein Pardon. Doch Tiere spielen bekanntlich weniger Schach, also fragen wir doch mal den Menschen selbst, gibt ja genug davon, ob er nicht für ein paar Euro, äh, sorry, der "Aufwand wird angemessen entschädigt", ein paar Pillen einwirft und nebenbei auch noch Schach spielt. Die Namen der Substanzen, die man einnehmen könnte, und das Verfahren selbst kann man nicht auf Anhieb fehlerfrei rezitieren, aber es wird schon gut gehen.
Großformatige Anzeigen in Schachzeitungen, in allen möglichen Schachblogs und natürlich auch auf der Verbands-Webseite schafften es bisher seit vielen, vielen Monaten nicht, genügend abenteuerlustige und gesunde Probanden zusammenzubekommen. Warum wohl?! Na, dann gibt es ja noch den großen Joker, die Adressen der in Hessen beim Verband gemeldeten Schachspieler. Direkt-Marketing, wie schön! Doch wie kommt man an die ran? Der hessische Schachverband als Soziales Netzwerk, da fehlt nur noch der Börsengang! Aber das wäre ein anderes Hessen-vorn-Thema.
Und dann liegt Sie dieser Tage plötzlich auch schon im virtuellen Briefkasten, die Mail an die Schachspieler aus der Region Rhein-Main-Neckar, wo man wieder mit dem Thema Schach und Doping berieselt wird und zur Pillendose neben dem Brett gebettelt wird.
Absender war offensichtlich die Uniklinik Mainz, die aber auf Anfrage mitteilt, das der Versand der Mainzer Depesche durch den "Hessischen Schachverband" erfolgte. Dieser teilte dann auf Anfrage durch seinen Verbandsvorsitzenden selbst mit, dass er "privat" die Briefe versendet und auch die Portokosten getragen habe.
Seltsam nur, dass auch Kinder, Jugendliche, Frauen und Spieler ohne weitere Zuordnung zu einer Spielstärke angeschrieben wurden, wo doch die Zielgruppe klar definiert ist: "Gesunde, männliche Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren".
Aber wie schön, dass da auch ein wenig Eigenleistung eingebunden ist, wenn einem schon das Briefpapier gestellt wird, und auch die Herkunft der Adressen scheint doch sehr merkwürdig zu sein. Wo können schon Adressen von Menschen herkommen, die nur eines verbindet: das Schachspiel?
Bestimmt hat auch noch jemand im Dienste der Wissenschaft beim Ablecken der Briefmarken geholfen. Apropos:
Wollen wir doch mal sehen, wie sich der "Treue Eckhard", anscheinend oberster moralischer Wächter im Verband und immerhin langjähriger, wegbegleitender Vizepräsident, zu diesem Thema stellt. Bei bloßem Verdacht auf Computer- oder Datenspionage werden da schon mal Aktenordner akribisch gefüllt und bei der Staatsanwaltschaft auf den Tisch gelegt; wenn es der Sache dient, müssen eben Einzelschicksale hinten anstehen!
Übrigens interessiert sich mittlererweile auch der Hessische Beauftragte für den Datenschutz für dieses Thema, denn es liegen Beschwerden zu dieser Art des Spammens vor. Wer noch eine Adresse sucht, um sich in diese Schlange einzureihen, bitte sehr: poststelle@datenschutz.hessen.de
GM Aleksandr Karpatchev souveräner Sieger bei Hessens größtem Open
Während das eigentliche Thema beim Verband doch etwas zu kurz zu kommen scheint, nämlich das Spielen des Schach, bringen die Vereine in den Bezirken immer wieder beachtliche Schachturniere zustande.
230 Spieler, fast doppelt soviele wie der diesjährigen Hessischen Einzelmeisterschaft in Offenbach, spielten im Frankfurter Saalbau Bürgerhaus in Griesheim um den Turniersieg im Karl-Mala-Open.
Gleichzeitig war das Turnier auch als Einzelmeisterschaft des Bezirks Main-Taunus ausgeschrieben, und diese Kombination scheint sich zu bewähren.
Gewonnen hat der russische Großmeister Aleksandr Karpatchev, der in der Schlussrunde noch den bis dahin führenden IM Hagen Poetsch vom Wiesbadener SV überholen konnte und auf 6,5 Punkte aus 7 Partien kam.
Hessenmeister Poetsch teilte sich den zweiten Platz mit den Großmeistern Vitaly Kunin vom FB Mörlenbach und dem Schachreisenden Henrik Teske, hatte aber die beste Zweitwertung.
Der ehemalige Frankfurter Stadtmeister und Fidemeister, Oliver Uwira, landete auf Rang 6 und wurde damit Meister seines Bezirks. Nach dem grandiosen Aufspielen beim Frankfurter Meisterschaftturnier, das vor wenigen Wochen zu Ende ging, eine weitere starke Leistung des Spitzenspielers vom SC König Nied!
Läßt man den Blick durch die Top 20 streifen, fällt sofort die starke Leistung der weiteren Jugendlichen auf: Jan-Christian Schröder vom SV Hofheim oder Christian Göbel waren auf Grund ihrer ausgewiesenen Spielstärke auf den vorderen Plätzen durchaus zu erwarten. Erneut auffällig geworden ist nach dem Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaft seiner Spielklasse und jetzt Platz 21 und dem Gewinn der U-14 Wertung beim KMG der Jugendliche Tim Niklas Bingert vom SK Langen. Er hat in den letzten zwei Jahren enorm an Spielstärke hinzugewonnen, und die anwesenden Landestrainer Uwe Kersten (mitspielend) und Jürgen Haakert (beobachtend betreuend) werden das Spiel zur Kenntnis genommen haben.
Auf der etwas eigenwilligen Webseite zum Turnier ist mittlererweile ein vollständiger Bericht mit vielen Bildern und Hintergrundberichten vom rasenden Chess Tigers Berichterstatter Mike Rosa erschienen. Und es gibt doch eine Menge Zahlen und Fakten zum Nachlesen.
FM Zuyev siegt beim Darmstädter Heinerfest Turnier
Nein, ein Wetten auf den Turniersieg beim Schnellschach, wenn in Hessen ein Igor Zuyev teilnimmt, lohnt nicht wirklich. Die Quoten können nicht wirklich hoch sein!
Ein Co-Sieg mit Constantin Göbel vom SC Ladja Roßdorf, den er aber als Einziger schlagen konnte, bescherte im dank besserer Wertung den Platz an der Spitze. Zwei Remis gab er in neun Runden ab und blieb als Einziger unter 126 Teilnehmern ungeschlagen!
Zwei Tage am Wochende Anfang Juli wurde von einigen Teilnehmern genutzt, um sich für das Karl-Mala-Open einzuspielen; nicht ohne Erfolg!
Auf der Turnierseite findet man einen ausführlichen Bericht und wie sich das für ein bei den Spielern gut angenommenes Turnier gehört, jede Menge Zahlen und Fakten.
Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.
Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.
Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie den neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.