Nachrichten Post vom Hessenschach 2012 Nr. 12 Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
17.04.2012 - Fast noch warm ist der jüngste Newsletter von Hans-Dieter Post, welchen wir Ihnen heute präsentieren möchten. Zunächst steht ein ausführlicher Bericht zur 66. Einzelmeisterschaften des Hessischen Schachverbandes in Offenbach an. Aufgrund mangelnder Regularien gibt es in diesem Jahr zwei Sieger, doch lesen Sie am besten selbst, was unser Autor dazu und auch über den anschließend veranstalteten Kongress des hessischen Schachverbandes zu sagen hat! Zum Abschluss werden von Post die hessischen Aufsteiger in die erste Schachbundesliga und in die zweite Liga gewürdigt und auch der eine oder andere Absteiger muss Erwähnung finden.
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Newsletter Hessenschach Nr. 12/2012
Zwei Hessenmeister bei der HEM 2012
IM Hagen Poetsch und IM Marcin Tazbir Stechen ohne Sieger
MEISTERTURNIER
In Abwesenheit des Titelverteidigers bewarben sich zunächst neun und trafen sich schließlich acht Spieler in Offenbach-Rumpenheim, um den einen Qualifikationsplatz auszuspielen, der dem Landesverband für einen Teilnehmer bei der Deutschen Meisterschaft zusteht.
In der Sängerstube des Bürgerhauses konnten sich schließlich die beiden ELO-Favoriten und Internationalen Meister Marcin Tazbir und Hagen Poetsch gegen ihre Mitkonkurenten durchsetzen, und erreichten sowhl Gleichstand in den Punkten, als auch in der Feinwertung nach Sonneborn-Berger; was einen Stichkampf erzwingt.
Dieser endete nach jeweils einem Sieg des Weißspielers, wobei Tazbir vorlegen konnte. Poetsch erwieß sich jedoch als nervernstark und schlug zurück.
Danach fiel den Organisatoren nichts mehr ein, hätte auch vorher kommen müssen, und man erklärte beide zum Hessischen Meister 2012. Begünstigt bzw erleichtert wurde die Entscheidung dadurch, das IM Tazbir als Pole in der FIDE Liste eingetragen ist und somit nicht startberechtigt bei der Deutschen Einzelmeisterschaft ist.
Damit haben sich zwei Spieler durchgesetzt, die eine Woche später über die Saison betrachtet auch maßgeblichen Anteil am Aufstieg ihrer jeweiligen Mannschaft in die 1.Bundesliga hatten.
Platz 3, und damit ein weiterer möglicher Platz für eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, ging an FM Michael Stockmann von den Schönecker Schachfreunden. Meisterturnier
TURNIER A
Unterhalb des Meisterturniers formierte man das Turnier A, das für Spieler ab einer DWZ von 1800 offen war, und nur nach oben hin eine Deckelung aufwies (etwa FM- Stärke). Laut Ausschreibung konnten sich 3 der insgesamt 43 Spieler Hoffnung machen, sich fürs nächste Meisterturnier zu qualifizieren.
Nils Penzel von der SG Rödermark/Eppertshausen konnte dieses Meistervorturnier schließlich mit 6 Punkten aus 7 Partien klar für sich entscheiden.
Überraschend ist dagegen der Zweitplazierte Vladislav Kolker von den Friedberger Schachfreunden, der immerhin zu den ältesten Teilnehmern im Feld gehörte und auch nur am Ende der Startrangliste eingereiht wurde. Und mindestens ebenso überraschend ist der 3. Platz des Turnierfavoriten, Hans Arold vom SC Brett vorm Kopp Frankfurt, der es gerade noch nach Wertung aufs Treppchen schaffte. Turnier A
TURNIER B
Quasi ein Hauptfeld bildete das Turnier B, wo alle Teilnehmer unterhalb einer DWZ von 1850 eingruppiert wurden; also die Majorität der Spieler in den Verbänden.
73 Teilnehmer fanden sich anfangs im Bürgerhaus ein, um damit letztlich auch einen der 4 Aufstiegesplätze in das A- Turnier zu ermitteln.
Die Aufgabe am besten löste der für den südhessischen SK Fürth startende Lucas Schöbel-Kröhn, der sich mit 6 Punkten und der besseren Feinwertung vor dem Frankfurter Florian Barisch durchsetzen konnte. Ihnen folgen ins A-Turnier die Plätze drei und vier: Lars Winter vom SV Maintal und Dr. Axel Wüstehube vom SK Springer Rodenbach. Turnier B
MITTERNACHTSBLITZTURNIER
Hier traf sich früher die Creme de la Creme aus dem hessischen Blitzschach, und teils aus den benachbarten Bundesländern. Es war für viele eine Gelegenheit, wenigstens minimal an der Hessenmeisterschaft teilzunehmen. Nach 8 Teilnehmern im letzten Jahr, immerhin ist ein Platz bei der Hessischen Blitz- Einzelmeisterschaft für den Sieger drin, kamen diesmal knapp 30 Teilnehmer. Das Turnier wurde eine sichere Beute von Hessenmeister Marcin Tazbir.
ZUSAMMENFASSEND...
Positiv wirkt sicherlich nach, das das Meisterturnier mit einem ELO- Schnitt von über 2350 zu den stärkeren gehört.
Aus Sicht der Teilnehmer ist ein Preisfonds von 3.000 Euro sicher auch eine schöne Sache.
Aber zum ersten Mal in der Geschichte des Hessischen Schachverbandes schaffte es also die Turnierleitung nicht, einen eindeutigen Sieger zu ermitteln. In Zeiten des Jammerns um das Schach, das den Remistod zu sterben droht, setzt man als Feinwertung in der Landesmeisterschaft ausgerechnet den direkten Vergleich an.
Und dem Preisfonds stehen nicht einmal die Hälfte an Einnahmen aus Startgeldern gegenüber.
Entlang der Mainlinie mit dem Schwerpunkt Frankfurt sind in den angrenzenden Bezirken etwas mehr als die Hälfte der Mitglieder im Hessischen Schachverband organisiert, davon alleine 20% im Bezirk Main/Vogelsberg. Wirft man einen Blick in die Teilnehmerlisten, fand die Hessenmeisterschaft für mindestens 5 andere Bezirke gar nicht statt.
Wer bei 124 Spielern von einem tollen Anstieg der Teilnehmerzahlen schwärmt, wohlgemerkt: Verglichen mit den 88 aus dem letzten Jahr in Gladenbach, hat schon ein gepflegtes Rosarot aufgesetzt.
Wer kam, wurde insgesamt mit einem ausreichenden Platzangebot den Spielsaal betreffend belohnt. Allerdings ging das auf Kosten der Tischflächen, so dass die Bretttiefe nahezu identisch mit der des Tisches war.
Ein weiterer Kritikpunkt aus dem Spielerkreis betraf die Anfahrtsmöglichkeiten mit dem ÖPNV. Hier wurde wohl genau der Ort gefunden, der am wenigsten infrastrukturell erschlossen war. Nun ja, ein Auto und die Rumpenheimer Mainfähre haben's auch getan.
Noch deutlich eine Woche nach dem Turnier sind noch immer nicht alle Turnierangaben veröffentlicht, Partienotationen sucht man ebenso vergeblich wie eine Berechnung der DWZ und ELO. Dafür kann auch der mittlerweile erschienene Bericht zur HEM nicht hinwegtäuschen.
Einige Vereine nahmen das zum Anlaß, um selbst über das für sie wichtige Drumherum zu berichten.
Da man den Lippenbekenntnissen aus den Kongressen, es nun besser machen zu wollen, nicht trauen kann, bleibt nichts anderes, als diese Verfehlungen aufzufangen so gut es geht. Übrigens: Hessische Schachjugend und auch Deutschlands größtes Open haben bereits ihre Auswertungen veröffentlicht. Das ist vorbildlich!
Ebenfalls mit einer Tradition brechend fand der Kongress des Verbandes diesmal nicht zu Beginn der Meisterschaften statt, sondern erst eine Woche danach.
Weniger als die Hälfte der möglichen Stimmen im Verband fand, das doch alles gar nicht so schlecht gelaufen ist im vergangenen Jahr. Die übliche Angst: "Wer soll es denn sonst machen, wenn wir diesen oder jenen nicht wiederwählen" sollte sich wohl bei den Wahlen zum Vizepräsidenten nicht mehr so einfach schüren lassen. Immerhin wurde mit Simon Martin Claus aus Herborn ein schachliches Kraftpaket in den BGB Vorstand gewählt, der nicht zu den Abnickern gehören wird.
Meines Erachtens ist er eigentlich zu schade für diesen Vorhof, aber im nächsten Jahr steht ja die Wahl des Verbandsvorsitzenden an, und hier läßt sich korrigieren!
Die anerkannt schlechten organisatorischen Leistungen bei den Einzelturnieren der vergangenen Jahre versucht man nun durch eine Ämterrochade zu verbessern. Mit Jürgen Kehr wählte man als neuen Landesspielleiter den ehemaligen Breit- und Freizeitsportreferenten in den geschäftsführenden Vorstand. Noch vor etwa 4 Jahren hat man so ziemlich alles versucht, um das noch zu verhindern.
Auf Kehr wartet eine Bürde von Aufgaben, aber auch die Leichtigkeit, das man es schlechter wohl kaum machen kann. Insofern kann man ihm nur Erfolg wünschen!
Von ihm übernahm Sven Schellen aus Frankfurt das Amt des Breiten- und Freizeitsport-Referenten.
Die vorgebrachte Kritik in der Aussprache, wie Terminansetzungen, Veröffentlichungen oder Repräsentationsaufgaben, und hier zeigt sich die eigentliche Routine und Stärke der Verbandsführung, wurde nahezu ohne weiteren Lösungsansatz weggespült; Lippenbekenntnisse eben!
Griesheim und Wiesbaden steigen auf in Liga 1
Kasseler SK schafft Sprung in 2. Liga
Deutscher Meister 2012 - OSG Baden-Baden
Während von der Bundesliga bis zur Oberliga und über die Verbandsebene hinaus auch einige Bezirke ihren Ligabetrieb abgeschlossen haben, muss man auf den Abschluß der Hessenliga, der Verbandsligen und den Landesklassen noch vier Wochen und 2 Runden warten!
Deutscher Meister ist erwartungsgemäß die SG Baden-Oos geworden.
Die Bundesliga wird im kommenden Jahr um zwei hessische Teams verstärkt(!) werden, denn sowohl Griesheim (weil keiner besser war) als auch Wiesbaden (weil die besseren nicht wollen) steigen in die oberste Spielklasse auf.
Hofheim hat den Klassenerhalt geschafft, und wird in der kommenden Saison durch den Kasseler SK als Aufsteiger aus der Oberliga hessenseitig ergänzt.
Dagegen muss Schöneck in die Oberliga absteigen. Und da auch mit Plauen ein weiterer Vertreter der Oberliga Ost aus der 2.Liga absteigen muss, ist Steinbachs Schicksal mit besiegelt: es geht ab in die Hessenliga. Und somit wird es auch zwei Absteiger aus der Hessenliga geben.
Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.
Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.
Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie den neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.