Nachrichten GM Aleksandr Karpatchev souveräner Sieger (UPDATE) 230 Teilnehmer beim XV. Karl-Mala-Gedenkturnier UPDATE: Jetzt ausführlicher Bericht mit sehr vielen Bildern!
12.07.2012 - Vom 05. bis 08. Juli fand im Bürgerhaus des Frankfurter Stadtteils Griesheim bereits zum 15. Mal das traditionelle Karl-Mala-Gedenkturnier statt. Die wie immer ausgezeichneten Spielbedingungen gepaart mit einem ansprechenden Preisfonds lockten wieder zahlreiche Schachfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet herbei und sorgten für eine gelungene Veranstaltung. Fünf Großmeister, vier internationale Meister und vier Fidemeister bildeten die Favoritengruppe im Kampf um den mit 1.200,- Euro dotierten Turniersieg. Das beste Schach spielte Großmeister Aleksandr Karpatchev mit 6,5 von 7 möglichen Punkten. Lediglich gegen den letztlich Zweitplatzierten IM Hagen Poetsch erlaubte sich der Sieger in der sechsten Runde ein Kurzremis. Dritter wurde GM Vitaly Kunin hauchdünn vor GM Henrik Teske. Das Open gilt zugleich als offizielle Meisterschaft des Main-Taunus-Kreises, und diese sicherte sich FM Oliver Uwira als Tabellensechster.
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Runde 1 - Souveräne Favoriten
Die Zusammenfassung der ersten Runde eines Opens fällt eigentlich stets gleich aus: Keine besonderen Vorkommnisse! Die Favoriten gaben sich keine Blöße und gewannen großteils schnell und sicher. Das eine oder andere Überraschungs-Remis gab es zwar, aber das betraf nahezu keinen der Spieler, welcher um die Hauptpreise mitspielen würde. Springen wir also gleich zu Runde 2, denn dort sah es bereits anders aus.
Der Spielort - das Bürgerhaus Griesheim
Das begehrteste Brett im Spielsaal
Wer mitspielen wollte, musste sich zuerst bei diesen beiden jungen Herren melden
FSR Thomas Rondio leitete das Turnier
NSR Wolfgang Hettler war der Herr der Uhren und erste Instanz im Protestfall
Mancher übte noch bis zur allerletzten Sekunde
Nach der obligatorischen Einführung durch die Schiris...
...gingen die 230 Teilnehmer an den Start
Keiner der Favoriten gab frühzeitig den Löffel ab, aber wem gehörten dann diese beiden?
Zu eng gestellte Top-Bretter wurden rasch noch verschoben
Titelverteidiger und ELO-Favorit GM Vyacheslav Ikonnikov gegen Martin Bigott
Wolfgang Rausch bekam es mit GM Henrik Teske zu tun
GM Vitaly Kunin gegen Robin Fornoff
Larissa Schwarz gegen IM Hagen Poetsch
GM Aleksandr Karpatchev gegen Robert Niedenthal
Elias Polak gegen GM Zigurds Lanka
IM Alexander Donchenko gegen Martin Launert
Ulrich Koellner gegen IM Klaus Klundt
FM Uwe Kersten gegen Thomas Koch
FM Sebastian Gramlich fürchtet sich nicht vor der 13!
Hendrik Zimmermann gegen Michael Yankelevich oder Sehr groß gegen ziemlich klein
Runde 2 – Erste Überraschungen
Gleich am zweiten Brett gab es den ersten kleinen Paukenschlag, als Vladislav Kolker (ELO 2044) mit Schwarz gegen GM Henrik Teske ein verdientes Remis erzielte – gut möglich, dass sogar noch mehr drin gewesen wäre. Aber auch andere Titelträger mussten Federn lassen. IM Anatoly Donchenko, IM Klaus Klundt und FM Uwe Kersten mussten ihren nominell klar unterlegenen Gegnern einen halben Zähler überlassen und FM Sebastian Gramlich wurde von Jugendspieler Andras Bonk (ELO 1980) gar völlig überspielt. „Ich habe gar nicht so schlecht gespielt, hatte aber trotzdem das Gefühl, keine Chance zu haben!“, gab der Geschlagene voller Respekt hinterher zu.
Marc Richters bekam an Brett 1 eine GM-Lektion
Senior Vladislav Kolker setzte dem GM schwer zu
Das wollten natürlich zahlreiche Kiebitze sehen
Mario Rutsatz wurde von seinem starken Gegner erst im Endspiel überspielt
IM Hagen Poetsch mit Rossolimo gegen Matthias Muth erfolgreich auf den Spuren des Weltmeisters
Marcus Lahr ohne Chance gegen den GM
Auch Lanka blieb gegen Gerhard Kuhn souverän
Der junge Peter Nies knöpfte IM Donchenko ein Remis ab
Auch IM Klundt kam gegen Daniel Ruehrmund nicht über ein Remis hinaus
Wolf-Dietrich Guth spielte gut gegen FM Uwe Kersten
Die beiden Fidemeister vom SC König Nied, Oliver Uwira und Sebastian Gramlich
Nicht nur nominell der beste Jugendliche vor Ort - FM Jan Christian Schröder (deutscher U14-Meister)
Runde 3 – Der erste IM wird skalpiert
Der gefeierte Spieler der dritten Runde war der Griesheimer Thomas Zobel (ELO 2082). Er schlug Urgestein IM Klaus Klundt, welcher seine Stellung im unbedingten Bestreben, den Amateur zu besiegen, gnadenlos überzog und schließlich einen Turm einstellte. Zwischenzeitlich soll Klundt seinem Gegner mit den Worten „Das will ich nicht mehr gewinnen…“ Remis geboten haben, doch Zobel konnte da bereits nicht mehr anders, als seinerseits auf Gewinn zu spielen. Beinahe war es dem Sieger – völlig zu Unrecht – peinlich, von seinen Freunden und Kollegen gefeiert zu werden. „Ich konnte ja gar nicht anders, er hat sich doch selbst umgebracht!“ Dennoch dürfte das erste Bierchen nach der Partie besonders köstlich gewesen sein. Auch FM Uwe Kersten musste man vor Turnierbeginn unbedingt zu den möglichen Kandidaten auf einen der vordersten Plätze sehen, doch nach seinem Remis gegen Peter Nies (2006) dürfte er die Hoffnungen auf den ganz großen Wurf ebenfalls beerdigt haben. Und Nies seinerseits sollte auch in der vierten Runde gegen den nächsten Titelträger keine schlechte Figur machen…
IM Klundt hatte in Runde 3 nichts zu lachen
Erich Zweschper lieferte Ikonnikov ein aufregendes Taktik-Duell
Vielleicht war für den Kelsterbacher sogar ein halber Punkt drin
Es gab jedenfalls schon sicherere Könige...
Kunin hielt sich derweil an Rolf Ernst schadlos
Christian Langer unterlag IM Poetsch
GM Karpatchev schlug Oliver Schreyer
FM Uwira besiegte Pascal Barzen
Sven Perlitz und Mark Kusnetzov teilten den Punkt
Ralph Blum (Turnierleiter KMG), Walter Gräbner (König Nied) und Michael Schimmer (Schatzmeister KMG)
Runde 4 – Nur noch vier weiße Westen
Die Top-Favoriten GM Vyacheslav Ikonnikov, GM Vitaly Kunin, IM Hagen Poetsch und GM Aleksandr Karpatchev gaben sich trotz bereits starker Gegnerschaft keine Blöße und punkteten voll. Ikonnikov schlug das hessische Talent Jan-Christian Schröder, Kunin hielt sich an Lukas Winterberg schadlos, Poetsch behielt nach spannendem Verlauf gegen FM Oliver Uwira die Oberhand und Karpatchev setzte sich gegen den erfahrenen Parwis Nabavi durch. Den ersten Fleck auf seiner Weste musste dagegen GM Zigurds Lanka bei seinem Remis gegen Johannes Dorst (ELO 2195) hinnehmen. Noch leichter hatte es Hendrik Zimmermann (ELO 2105) mit Weiß gegen IM Anatoly Donchenko, welcher wohl Kraft für die Nachmittagsrunde sparen wollte und früh der Punktteilung zustimmte. Und wie bereits angedeutet erbeutete Peter Nies gegen den nächsten Titelträger einen halben Punkt – dieses Mal gegen FM Sebastian Gramlich.
Auch FM Schröder konnte Ikonnikov nicht bremsen
Lukas Winterberg unterlag Kunin
Poetsch blieb gegen Uwiras Sveshnikov siegreich
Parwis Nabavi verlor gegen Karpatchev
Lanka kam gegen Johannes Dorst nur zu einem Remis
Teske behielt gegen Dieter Weiler die Oberhand
Leichtes Remis für Hendrik Zimmermann gegen Donchenko
Wladislaw Galkin unterlag im Jugendduell Constantin Göbel
Während in der letzten Partie der Runde noch hart gekämpft wurde...
...erholte sich Mancher bereits von den Strapazen
Andere frönten der Freiluft-Analyse
Runde 5 – Jogginghose rules
Vier Spieler mit vier Punkten nach vier Runden – das kann nur packende Duelle an den beiden Spitzenbrettern bedeuten, wenn, ja wenn nicht geschoben wird… Die vielen Kiebitze wurden jedoch nicht enttäuscht. GM Vitaly Kunin und GM Aleksandr Karpatchev spielten eine spannende Partie mit dem besseren Ende für letzteren, aber das Duell stand etwas im Schatten des wilden Hauen und Stechens am Spitzenbrett zwischen GM Vyacheslav Ikonnikov und dem hessischen IM Hagen Poetsch. Die Partie hatte alles, was der blutrünstige Schachfan sehen will: unzählige taktische Verwicklungen, Spiel und Gegenspiel und natürlich Zeitnot! Kaum jemand aus der dichten Zuschauertraube vermochte, den Ausgang der Partie sicher vorherzusagen, standen beide Könige doch augenscheinlich unter dem Dauerfeuer der gegnerischen Kräfte. Mehrfach schaffte Ikonnikov seinen Zug erst in buchstäblich letzter Sekunde und lebte bis zur Zeitkontrolle nur noch von seinem 30 Sekunden-Bonus, den es für jeden Zug gab. Letztlich schaffte er zwar den 40. Zug, aber da stand er gegen den Jüngling in blauer Jogginghose bereits auf Verlust und gab sich wenig später sichtlich entnervt geschlagen. „Beat GM Ikonnikov … Jogginghose rules“ postete der glückliche Sieger wenig später bei Facebook und ließ sich dafür von seiner Fan-Gemeinde (u. a. GM Gerald Hertneck) feiern.
Start der 5. Runde
Der Titelverteidiger unterlag am Spitzenbrett in einer mitreißenden Partie Poetsch
Keine Partie erhielt im Turnierverlauf mehr Aufmerksamkeit
Dabei war auch das Duell Kunin gegen Karpatchev sehr spannend
Johannes Dorst verlor gegen Teske
Wie auch Matthias Nuding gegen Lanka
Constantin Göbel ohne Furcht vor Candidate Master (CM) Volker Gries
Remis zwischen Frank Rosenberger und Mark Kusnetsov
Patrick Chandler unterlag Markus Hahn
Remis zwischen Lev Yankelevich und Jan-Christian Schröder
Runde 6 – Ängstliche Leader
Natürlich lautete die Spitzenpaarung der sechsten Runde GM Aleksandr Karpatchev gegen IM Hagen Poetsch, doch dieses Mal wurden die Kiebitze, welche auf einen weiteres Feuerwerk gehofft hatten, enttäuscht. Zwar versuchte Ersterer wohl, ein vermeintliches Theorie-Loch bei seinem Gegner zu nutzen, musste aber feststellen, dass dieser selbiges in Heimanalyse bereits ausreichend gestopft hatte und bot daher nach nur 14 Zügen das Remis an, welches angenommen wurde. Das gab den Verfolgern die Chance, aufzuschließen, was besonders GM Henrik Teske, GM Vyacheslav Ikonnikov, GM Vitaly Kunin und auch FM Oliver Uwira mit ihren Siegen nutzten. Aus der Reihe tanzte lediglich GM Zigurds Lanka, indem er überraschend Markus Hahn (ELO 2146) unterlag. Somit führten vor der Schlussrunde Karpatchev, Poetsch, Teske und Hahn mit 5,5 Punkten das Feld an, einer von ihnen würde der Sieger beim XV. Karl-Mala-Gedenkturnier sein.
Nach nur 14 Zügen war der Zauber zwischen Karpatchev und Poetsch vorbei
Teske stoppte Göbels Serie
Lanka unterlag überraschend Markus Hahn
Andre Kienitz hatte gegen Kunin das Nachsehen
Feldtmann gegen Yankelevich endete unentschieden
Lorenz Busch musste sich Uwira beugen
Mark Kusnetsov musste den Punkt mit Tim Niklas Bingert teilen
Runde 7 – Karpatchev!
Turnierfotograf Mike Rosa hatte gerade noch Zeit, die Spitzenpaarung IM Hagen Poetsch gegen GM Henrik Teske zu knipsen, da war der Zauber auch schon vorbei. Mit den schwarzen Steinen fühlte sich der Großmeister offenbar nicht in der Lage, seinen jungen Gegner zu schlagen, und sicherte lieber das Preisgeld mit einem siebenzügigen Remis ab. Man könnte aber auch sagen, dass sich Poetsch mit Weiß trotz Jogginghose nicht traute, aufs Ganze sprich den Turniersieg zu spielen. Denn er musste natürlich damit rechnen, dass GM Aleksandr Karpatchev gegen Markus Hahn seiner Favoritenrolle gerecht werden und siegen würde. Genauso kam es dann auch, und so war „Karpa“ schließlich der einzige Spieler mit 6,5 Punkten und völlig verdient der alleinige Turniersieger und Gewinner der stattlichen Siegprämie. Poetsch hatte aufgrund der besten Buchholz aller 6-Punktler den zweiten Platz sicher vor Kunin und Teske. Vorjahressieger Vyacheslav Ikonnikov wurde Fünfter, weil er trotz der weißen Steine gegen einen sehr solide aufspielenden FM Oliver Uwira nicht über ein Remis hinauskam. Letzterer wurde dadurch denkbar knapp nach Sonneborn-Berger-Wertung Sechster hinter dem GM und darf sich als Spieler des SC 1961 König Nied nun für ein Jahr Meister des Main-Taunus-Kreises nennen.
Die Top 10: Thomas Feldtmann (9.), IM Hagen Poetsch (2.), GM Aleksandr Karpatchev (1.), GM Henrik Teske (4.), FM Oliver Uwira (6.), GM Vitaly Kunin (3.), IM Anatoly Donchenko (10.), GM Vyacheslav Ikonnikov (5.) & Markus Hahn (7.) - Es fehlt GM Zigurds Lanka (8.) wegen eiliger Abreise
GM Aleksandr Karpatchev - Platz 1
"Mister Jogginghose" IM Hagen Poetsch - Platz 2
GM Vitaly Kunin - Platz 3
GM Henrik Teske - Platz 4
GM Vyacheslav Ikonnikov - Platz 5
FM Oliver Uwira - Platz 6
Markus Hahn - Platz 7
GM Zigurds Lanka - Platz 8
Thomas Feldtmann - Platz 9
Anatoly Donchenko - Platz 10
Die Damenwertung sicherte sich mit 4 Punkten Julia Krasnopeyeva (rechts) vom TSV Schott Mainz vor der punktgleichen Astrid Fröhlich-Dill (Mitte) vom SV 1920 Hofheim. Dritte wurde die DSB-Kaderspielerin Larissa Schwarz – ebenfalls vom TSV Schott Mainz.
Weil IM Anatoly Donchenko noch die Hauptpreise erreichte, gewann IM Klaus Klundt (SC Heusenstamm) die Seniorenwertung vor IM Dimo Werner (Vorwärts Orient Mainz) und Arno Feicht (Sfr. Anderssen Wetzlar).
Die Klasse U14 gewann Tim Niklas Bingert (SK Langen) vor Philipp Roehlich (SG Trier) und Alexej Paulsen (TuS Makkabi Frankfurt). Bei den U18ern siegte ganz knapp Jan-Christian Schröder (SV 1920 Hofheim) vor den punktgleichen Pascal Barzen (SG Reil-Kinheim) und Constantin Goebel (SC Ladja Roßdorf).
Da Markus Hahn einen Hauptpreis gewann, durfte sich Dr. Matthias Nuding (SC Noris-Tarrasch Nürnberg) über den Sieg in der Ratingklasse 1 (1950-2150) freuen. Zweiter wurde Andras Bonk (SV Mendig-Mayen) vor Berthold Engel (SG Heidelberg-Kirchheim).
Fazit
Wenn man an einem schwülen Sommertag die Halle des Griesheimer Bürgerhauses betritt, bekommt man sofort Lust auf Schach. Dies beginnt mit der Tatsache, dass der Spielort bestens klimatisiert ist und man nur beim Anblick der eigenen Stellung ins Schwitzen geraten wird. Jedes Brett hat seinen eigenen Tisch, ausgestattet mit einer modernen Digitaluhr und größtenteils auch mit einem Holzbrett. Das edle Spielmaterial wird vom Chess Tigers Training Center zur Verfügung gestellt und trägt seinen Teil dazu bei, warum dieses Turnier so beliebt ist. Dazu kommt mit Fide-Schiedsrichter Thomas Rondio und dem nationalen Schiedsrichter Wolfgang Hettler ein erfahrenes Duo, welches ohne Hektik und mit perfekter Regelkunde geduldig jede Frage klärt beziehungsweise kaum eine aufkommen lässt.
Wenn man einen Kritikpunkt finden MUSS, dann ist es sicherlich die Tatsache, dass es außer Kaffee und Tee keinerlei Verpflegung vor Ort für die Teilnehmer gab. Dies ist jedoch glasklar der Tatsache geschuldet, dass das Gros der Schachspieler ein schlechter Konsument ist. Egal, ob es eine (kostengünstige) Bewirtung gibt oder nicht, man bringt sich nach wie vor sein Essen und besonders das Trinken selbst mit und macht sich dabei nicht klar, dass man dem Veranstalter damit schadet. Verbote haben in der Vergangenheit lediglich dazu geführt, dass mehr oder weniger heimlich die Fläschchen im Rucksack blieben und dann blitzschnell zwischendurch ein Schluck genommen wurde. Also mussten die Veranstalter dieses Mal auf ein Catering verzichten. Glücklicherweise gibt es jedoch in unmittelbarer Nähe zum Spielort mehr als ausreichende Geschäfte, Imbisse und Gaststätten, um sich mit fester und flüssiger Nahrung einzudecken.
Unter dem berühmten Strich steht aus rein schachlicher Sicht ein sehr spannendes XV. Karl-Mala-Gedenkturnier, welches dem Namensgeber sicherlich mit Stolz erfüllen würde. Karl Mala (1907-1995) zählt zu den Gründungsmitgliedern des Schachverein 1934, Frankfurt/Main – Griesheim und war zu Lebzeiten ein unermüdlicher Förderer des königlichen Spiels und natürliches „seines“ Vereins. Mittlerweile wird das Open aus organisatorischen Gründen von der extra dafür gegründeten Schachgesellschaft Griesheim von 2001 e. V. ausgetragen, welche alljährlich und ohne erwähnenswertem Fremd-Sponsoring dafür sorgt, dass Frankfurt neben der beliebten Stadtmeisterschaft über ein großes Schachturnier verfügt. Kaum auszudenken, was geschehen würde, könnte man den einen oder anderen Sponsor gewinnen, aber das ist bekanntlich in diesen Tagen alles andere als einfach.
Umso größer ist die Leistung des Griesheimer Vorstandes zu bewerten, welcher besonders in der Persona Ralph Blum und Michael Schimmer Zeit, Kraft und auch Geld investiert, damit das Karl-Mala-Gedenkturnier Jahr für Jahr mit attraktiven Preisen und beispielhaften Spielbedingungen glänzen kann. Besonders beliebt ist das Turnier bei der Jugend und lockt immer mehr auch den starken DSB-Nachwuchs an. Das bringt ab und an den gemeinen Amateur zur Verzweiflung, denn die Mädels und Jungs kommen teils mit Ratingzahlen ums Eck, welche schon längst 150-200 Punkte unter der tatsächlichen Spielstärke liegen. „Mal eben einen unerfahrenen Jugendspieler auf die Matte legen“, funktioniert in Griesheim kaum noch, denn wir sprechen oftmals von Kader-Spielern, welche den Spieß nicht selten kurzerhand umdrehen und mit starkem und schnellem Spiel keinerlei Furcht vor den eigentlich erfahrenen Turnierspielern zeigen.
Auch 2013 soll es wieder ein Karl-Mala-Gedenkturnier geben – dann vielleicht zum ersten Mal mit einem B-Turnier.
Griesheimer Allerlei
Ryszard Dyga trug einst entscheidend dazu bei, dass es überhaupt ein Karl-Mala-Gedenkturnier gibt - Danke schön!
Gerald Braunberger von der Frankfurter Rundschau
Sven Perlitz - Der Retter sämtlicher durstigen Kehlen
Die allerletzte Partie des XV. Karl-Mala-Gedenkturniers
Ioannis Papadopoulos trainiert, wie man unschwer am Shirt erkennen kann, seit einiger Zeit im Chess Tigers Training Center in Bad Soden. Er erzielte zwei hervorragende Punkte und erzielte damit ein Plus von 72 DWZ-Punkten!
Vergeben Sie mir in der Folge, dass ich nicht jeden Jugendspieler kenne, aber die Bilder möchte ich Ihnen dennoch präsentieren, denn viele von ihnen spielten ausgezeichnet und haben es verdient, ebenfalls in diesem Bericht zu erscheinen. Los geht's: