19.01.2006 - Wäre er Fussballer, Hockeyspieler oder gar Eisschnelläufer, seine Popularität in den Niederlanden wäre fast nicht mehr zu steigern. Doch da er "nur" Schachspieler ist, sind dem sympathischen Europa-Mannschaftsmeister des Jahres 2005 Grenzen gesetzt. Zwar ist seine Popularität immer noch wesentlich höher als die höchsten Dünen in Wijk aan Zee, doch beim diesjährigen Corus-Chess Turnier ist sein Höhenflug, der bei den Europa-Mannschaftsmeisterschaften 2005 begann, unsanft gebremst worden - wie es auch Ikarus in der griechischen Mythologie bitter erfahren musste. Ein anderer Überflieger aus Bulgarien, Weltmeister Vesselin Topalov, bremste ihn gekonnt aus. Doch bei allem Schmerz über die Niederlage bleibt am Ende des Tages die Freude über eine wirklich sehenswerte Partie.
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>>>Hier ist die sehenswerte Partie zum Nachspielen >>>
TopTurniere Black is okay! Weltmeister Topalov zieht gleich mit Anand
17.01.2006 - Was geschieht in diesen Tagen im sonst so beschaulichen Wijk aan Zee in der Gemeinde Beverwijk? Die heutige 4. Runde des A-Turniers beim Corus Chess Tournament brachte zwar nicht unbedingt die überraschendsten Einzel-Ergebnisse, aber mit den Farben scheint etwas nicht zu stimmen. Das Verhältnis von Schwarz-Siegen zu Weiß-Siegen spricht eine deutliche Sprache: "Black is okay!" Kein Sieg sollte den Anziehenden an diesem Tag gelingen. Bester Beweis dafür, dass man mit Schwarz durchaus etwas reißen kann, sind Vishy Anand und Vassily Ivanchuk, die jeweils schon zwei Siege mit den schwarzen Steinen für sich verbuchen können. Mit 7:7 ist die Bilanz nach vier Runden ausgeglichen, aber noch so eine Runde und es würde schon anders aussehen. mehr zum Corus
Chess Turnier
17.01.2006 - Der überdimensionale winterliche Vollmond schob sich langsam über den Horizont und leuchtete in orangenfarbenem Licht, der Farbe der Oranier und der ukrainischen Samt-Revolutionäre. Es war kurz nach 19:00 Uhr, als das Skype-Telefon des Webmaster klingelte und eine sympathische Frauenstimme sagte "Hier ist das Hotel Het Hoge Duin in Wijk aan Zee - ich verbinde Sie mit Herrn Michael Roth". Ein Knacken in der Leitung und schon räusperte sich der Chess Tigers Berichterstatter vor Ort. mehr Die "Partie des Tages" zum Nachspielen
16.01.2006 - Zehn der vierzehn Helden im A-Turnier des Corus Chess Tournaments konnten die Chess Tigers bereits im Laufe der Chess Classic-Geschichte begrüssen und bei vielen ist diese Veranstaltung bereits ein fester Bestandteil des Turnierkalenders. Ein Zeichen dafür, dass Schnellschach und traditionelle Bedenkzeiten sich nicht ausschließen. Die Besten der Besten müssen heute beide Arten des Schachspiels beherrschen, denn das Rapid Chess gewinnt zusehends an Fans. Doch in diesen Tagen misst sich ein Großteil der Weltelite im "langsamen" Schach im niederländischen Wijk aan Zee und zeigt sich erfreulich streitlustig. Wieder endeten nur drei der sieben Partien mit einem Remis. Was will das Schachherz mehr? mehr zum Corus
Chess Turnier
15.01.2006 - Eigentlich kennt die Sportwelt die Dramaturgie eines Massenstarts von den spektakulären Rennen: Das Autorennen in Le Mans ist mit dem Fahrersprint zu den wartenden Autos zum Inbegriff des Massenstarts geworden, Großveranstaltungen wie beim 5km-Langstrecken-Schwimmen der Thriatlon-Wettkämpfe oder beim Marathon-Lauf sind die optischen Höhepunkte eines jeden Sportfotografen. mehr
Adams - Topalov zum Nachspielen >>>hier
15.01.2006 - Sie verabscheuen Kurzremisen und möchten viel lieber spannende Partien sehen, in denen die besten Spieler der Welt auch mal etwas riskieren? Dann bedient sie Wijk aan Zee mit seinem Corus Chess Tournament bis jetzt mit beinahe ungewohnter Großzügigkeit. Nach zwei gespielten Runden liegt die Remisquote bei schlanken 50% und viele Unentschieden entstanden erst nach ausgiebigem Kampf. Lediglich Peter Leko droht wieder in alte Muster zu verfallen und scheut noch das allerletzte Risiko. Will er ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden, wird er sich noch steigern müssen. Allen anderen Teilnehmern sei ein gesundes Maß an Aggressivität beschienen, was uns den nächsten Partien entgegenfiebern lässt. Doch zuvor wollen wir den heutigen Tag im Detail Revue passieren lassen. mehr zum Corus
Chess Turnier
TopTurniere Tagebuch aus Wijk aan Zee: "Ich bin schon da" oder das Wettrennen um einen Golddukaten.
14.01.2006 - Recht haben sie schon, die Gebrüder Grimm mit ihrem Kindermärchen vom Hase und Igel und dem Wettrennen in der Buxtehuder Heide, als der Klügere der beiden den vermeintlich Schnelleren einfach täuschte. Und so ging es auch in der Erstrunden-Partie zwischen Sergej Karjakin und Vishy Anand um die Geschwindigkeit und die Täuschung. Beide Spieler hatten in ihrer Najdorf-Sveshnikov-Partie heterogen rochiert und wie im Märchen wetteten die beiden Kontrahenten, wer denn des Gegners Königstellung als erster mit seinem Bauernsturm erreicht und zum erfolgreichen Mattangriff ansetzt. Die Chess Tigers haben diese Partie zur "Partie des Tages" ausgewählt. zum Nachspielen der
Partie Karjakin - Anand >>>hier
TopTurniere Anand's immortal game Beide ELO-Favoriten mit überzeugenden Siegen in Wijk aan Zee
14.01.2006 - Gäbe es nicht immer zu Beginn eines Jahres dieses gigantische Schachturnier in der niederländischen Ortschaft Wijk aan Zee, hätten es die knapp 2.400 einheimischen Seelen auch im Januar recht ruhig und beschaulich. Sonst nur unter Kennern wegen seiner beeindruckenden Küstenlandschaft bekannt, regiert rund 20km von Amsterdam entfernt zu dieser Jahreszeit nicht das übliche Orange sondern eher Schwarz und Weiß. Hunderte von Schachspielern und Fans wohnen dann einem der grössten Schachturniere weltweit bei. Gesponsert von der Firma Corus - einem Stahl- und Aluminiumkonzern mit Sitz in London - trifft sich dort beinahe die versammelte Weltspitze, um miteinander die Kräfte auf den 64 Feldern zu messen Bei einem ELO-Schnitt von 2716 dürfen wir uns auf ein spannendes Corus Chess Tournament 2006 freuen. Heute wurde die 1. Runde gespielt und besonders Vishy Anand sorgte dabei für staunende Gesichter, als er den Youngster im Turnier quasi vom Brett fegte. mehr zum Corus
Chess Turnier
14.01.2006 - Das winterliche Wijk aan Zee erlebt die alljährliche Wanderung der Profi- und Amateur-Schachspieler. Den Veranstaltern ist es gelungen, ein hochkarätiges Spitzenturnier zusammenzustellen, in den Amateur-Gruppen musste die Anmeldung aufgrund des hohen Teilnehmerandrangs gestoppt werden - ein Wunschtraum der Organisatoren. mehr
10.01.2006 - Der Gewinner des Dortmunder Sparkassen-Turniers und zurzeit bestplatzierter Deutscher in der FIDE-Weltrangliste GM Arkadij Naiditsch rückt beim Corus-Schachturnier in Wijk aan Zee nach. Er ersetzt den aus privaten Gründen nicht teilnehmenden Niederländer Friso Nijboer. Nijboer hatte sich zum Rückzug aus dem Turnier aufgrund eines familiären Trauerfalls entschieden. mehr
08.01.2006 - Schnell machte die Nachricht von Wladimir Kramniks krankheitsbedingtem Verzicht auf die Teilnahme am CORUS Chess Turnier 2006 in Wijk aan Zee die Runde - und ebenso schnell zauberten die Veranstalter um Dolf Vos und Jeroen van den Berg einen Ersatzmann aus dem Hut. Doch der 20-jährige Jugendweltmeister Shakhrivar Mamedyarov dürfte mehr als nur ein Lückenbüßer sein. mehr zum Corus
Chess Turnier
05.01.2006 - In wenigen Tagen beginnt eines der größten und renommiertesten Schachturniere in Wijk aan Zee, das Corus Chess Turnier. Es wird der Schauplatz eines Wiedersehens der Weltelite sein, denn in dieser Konstellation kommen die Super-GMs nur selten zusammen. Zuletzt war dies im argentinischen San Luis der Fall, als die FIDE ein selten gelungenes Spektakel veranstaltete, das Turnier um die Weltmeisterschaft. Der Bulgare Vesselin Topalov war in bestechender Form und gewann das Turnier, der indische Superstar Vishy Anand blieb zwar gegen den späteren Weltmeister ohne Niederlage, in der Schlusstabelle kam er jedoch "nur" auf Rang 2. Jetzt treffen die beiden Spitzenspieler der Weltrangliste - getrennt nur durch die minimale Marge von 9 ELO-Punkten - wieder aufeinander. Für Spieler und Publikum geht es um die Frage, ob Topalov seinen Sieg in San Luis bestätigen kann, oder ob Anand noch eine Rechnung gegen den Bulgaren offen hat. Beide Spieler wollen es beweisen und stehen unter Zugzwang.
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16.10.2005 - Wesselin Topalow hat sich vorzeitig die WM-Krone des Schach-Weltverbandes FIDE aufgesetzt. Der Bulgare remisierte im argentinischen San Luis gegen den usbekischen Titelverteidiger Rustam Kasimdschanow und war vor seinem letzten Duell in der vergangenen Nacht gegen Judit Polgar (Ungarn) mit 9,5:3,5 Punkten nicht mehr einzuholen. Seine schärfsten Rivalen, der indische Weltranglistenerste Viswanathan Anand und Peter Swidler, blieben mit 1,5 Zählern Rückstand auf Distanz. Der Russe kam in der 13. der 14 Runden gegen Polgar nicht über ein Unentschieden hinaus. Anand lieferte sich mit Alexander Morosewitsch nochmals einen offenen Schlagabtausch, aber nach einem spektakulären Läufer- und Damenopfer musste sich der „Tiger von Madras“ mit einem Dauerschach und ebenfalls einem halben Punkt bescheiden.
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15.10.2005 - Das Schaulaufen der besten Schachspieler der Welt fand heute ein harmonisches Ende, ähnlich wie bei der Tour de France wurde am letzten Tag nicht mehr voll zur Sache gegangen. Das Tabu wurde nur von dem weit unter Form spielenden Ungar Peter Leko gebrochen, denn er wollte doch unbedingt noch etwas für seine Elo-Zahl tun. Und so schlug er in einer sehr interessanten Partie den Libyen-Sieger Rustam Kasimdzhanov.
Friedlich endete auch der Kampf um Platz 2 zwischen Peter Svidler und Vishy Anand, obwohl die Differenz zwischen den Plätzen zwei und drei 60.000,- US$ Preisgeld ausmacht. Auch Topalov erlaubte dem Tabellen-Schlußlicht Judit Polgar ein kurzes Remis. Die Partie Morozevich gegen Adams endete nach gut fünf Stunden Spielzeit und "blankem" Brett remis. mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM
14.10.2005 - Es ist vollbracht, die Schachwelt hat einen neuen Weltmeister im traditionellen Schach. Topalov musste heute gegen seinen Gegner Rustam Kasimdzhanov aus Uzbekistan lange kämpfen, bis er mit einem Qualitätopfer das Remis und damit den Titel endgültig sicherstellte. Er hatte noch einmal in diesem Turnier die Berliner Verteidigung in der Spanischen Partie gewählt, mit der Vladimir Kramnik im WM-Kampf 2000 seinen Gegner Kasparov zur schieren Verzweiflung trieb - Rustam Kasimdzhanov schien es heute nicht anders zu gehen. Da die Baden-Badener Bundesligastars Svidler und Anand gegen Polgar und Morozevich nicht über ein Remis hinauskamen, blieb es beim uneinholbarem Vorsprung von 1,5 Punkte vor der letzten Runde.. mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM
12.10.2005 - Der Bulgare Veselin Topalov riskiert nichts und macht gegen seinen direkten Verfolger Peter Svidler in 21 Zügen remis. Der wilde Auftritt des Fide-Weltmeisters in Spé in der Vorrunde wird in der Rückrunde ersetzt durch den kühlen Pragmatiker und fünf Remisen in Folge. Anands aufsteigende Form kommt wohl zu spät, aber es geht ja auch noch um Elo-Punkte. Svidler und Anand liegen 1,5 Punkte hinter dem führenden Topalov - das hat nur noch theoretische Bedeutung für die Tabelle. Mit zwei Remisen gegen Kasimdzhanov und Judit Polgar hat der Bulgare es jetzt selbst in der Hand. mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM
11.10.2005 - Der Brite Michael Adams legte sich mächtig ins Zeug, ja er probierte es sogar mit der Brechstange - sorry Sizilianisch - Spitzenreiter Veselin Topalov zu schlagen, doch nach 45 Zügen war das Remis unausweichlich. Der Inder Anand "zertrümmerte" die schwarze Stellung von Rustam Kasimdzhanov sizilanisch sehenswert. Friedlich war heute Judit Polgar gestimmt und wartete mit einer Abtauschvariante in der Caro Kann Verteidigung gegen ihren Landsman Peter Leko auf - das Remis war im 25 Zug vorprogrammiert. In der Begegnung zwischen dem Russen Svidler und Morozevich kam es zu einer hochinteressanten Russischen Partie, die nach hartem Kampf und subtilen filigranen Manövern zum hochverdienten Arbeitssieg von "Peter dem Großen" aus Sankt Petersburg führte. mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM
TopTurniere Veselin Topalov fast am Ziel Judit Polgar riskiert wieder alles, verliert unglücklich und hat die rote Laterne
10.10.2005 - Aufregender geht's nimmer. Veselin Topalov und Alexander Morozevich liefern sich eine Megaschlacht über 61 Züge - das ist Schach pur!. Am Ende wird der Punkt nach Irrungen und Wirrungen gerecht geteilt. Judit Polgar verliert wieder trotz großem Kämpferherz gegen den cool agierenden Rustam Kasimdzhanov. Leko gegen Svidler und Adams gegen Anand machen unspektakulär nach 25 und 36 Zügen remis - das kommt einem ein bisschen Spanisch vor. mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM
09.10.2005 - Im Tigerfreigehege war nochmal höchste Spannung aufgekommen, denn sollte in der direkten Begegnung zwischen ihrem Königstiger Anand und dem designierten FIDE-Weltmeister Topalov ein Sieg herausspringen, dann könnte noch einmal ein bisschen Spannung aufkommen. Aber es kam leider anders. Dem profunden Kenner der Spanischen Partie, Vishy Anand, misslang die Eröffnung mit Weiß und er mußte zähneknirschend die dreimalige Stellungswiederholung forcieren. Oder war es ein Akt der Anerkennung der unmittelbaren Konkurrenten um den Schachthron, Leko und Anand, den willensstarken "Starfighter" Veselin Topalov als ihren "Besten" hier in San Luis mit zwei "leichten" Remis in Runde 8 und 9 von 14 und angesichts des großen Vorsprungs in der Tabelle friedfertig zum Titel zu begleiten? mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM
07.10.2005 - Der mit großem Abstand führende Veselin Topalov schaltete heute einen Gang zurück. Gegen die solide Damenindische Verteidigung des Ungarn Peter Leko bot er in völlig ausgeglichener Stellung im 24. Zug das Remis an. Peter Leko nahm es gegen den San Luis "Überspieler" sicher gerne an. Parallel begann Anand Judit Polgar mit kleinsten Finessen auszuspielen, bis ihr dann zwei Bauern in einer hoffnungslosen Stellung abhanden kamen und sie später dem Druck des Tigers von Madras nichts mehr entgegensetzen konnte. Die Partie Adams gegen Svidler endete völlig ausgekämpft remis. Kasimdzhanov wurde von Morozevich hart bearbeitet, was dann nach dem 53.Zug zum vollen Punkt führte - Moro ist wieder da! mehr zur offiziellen Turnierseite San Luis.WM