TopTurniere Bulgare Veselin Topalov ist neuer Fide-Weltmeister Alle vier Spiele heute nach interessanten Auseinandersetzungen remis
14.10.2005 - Es ist vollbracht, die Schachwelt hat einen neuen Weltmeister im traditionellen Schach. Topalov musste heute gegen seinen Gegner Rustam Kasimdzhanov aus Uzbekistan lange kämpfen, bis er mit einem Qualitätopfer das Remis und damit den Titel endgültig sicherstellte. Er hatte noch einmal in diesem Turnier die Berliner Verteidigung in der Spanischen Partie gewählt, mit der Vladimir Kramnik im WM-Kampf 2000 seinen Gegner Kasparov zur schieren Verzweiflung trieb - Rustam Kasimdzhanov schien es heute nicht anders zu gehen. Da die Baden-Badener Bundesligastars Svidler und Anand gegen Polgar und Morozevich nicht über ein Remis hinauskamen, blieb es beim uneinholbarem Vorsprung von 1,5 Punkte vor der letzten Runde..
Die Ergebnisse der 13. Runde wurden ausgekämpft alle remis.
Anand gegen Morozevich - Ein scharfer Franzose wird aufs Brett gezaubert oder doch nur gezaudert, lieber Tiger? Nach präziser Verteidigung von Alexander Morozevich ist der Remisausgang nicht zu verhindern.
Polgar gegen Svidler - Theoretisches Duell im Marshall Gambit der Spanischen Verteidigung perfekt vorgetragen und mit dem logischen Ergebnis.
Adams gegen Leko - Eine etwas selten gesehene Verteidigungswahl von Peter Leko, aber durchaus effektiv. In einer nicht ausgekämpften Partie reichten sich die Protagonisten im 25.Zug die Hände, es ging ja um nichts mehr außer der Ehre und der Elo-Punkte.
Kasimdzhanov gegen Topalov - Eine staubtrocken vorgetragene Berliner Verteidigung im Spanier. Die Partie hatte Lehrbuchcharakter, weil der neue Weltmeister eine besondere Entwicklungsmethode für den schwarzen Königs- und Damenturm vorführte: a- und h-Bauer vorpeitschen nach a4 bzw. nach h4, um dann die Türme über a5 und h5 zu entwickeln - eine selten gesehene künstlerische Darbietung.
Anand (links) und Topalev (rechts): Als ELO-Favoriten bei der WM
gestartet - am Ende hatte Topalov die Nase vorn
Morgen erwarten wir jetzt nur noch das Schaulaufen der Meister in San Luis, Argentinien, hoffentlich mit einer Rückbesinnung auf die traditionellen Werte des Turnierschachs.
Hoffentlich erfahren die Weltmeisterschaften wieder eine Regelmässigkeit - kalkulierbare WM-Zyklen und Zeiträume wären dann in der Zukunft zu erwarten. Der Anfang ist jetzt gemacht.
Ob die Turniere dann immer ausgetragen werden müssen am "Ar..." der Welt ist nicht so entscheidend, Hauptsache der Rubel rollt wieder. Oder werden die Manager von Veselin Topalov, Silvio Danailov und von Vladimir Kramnik, Carsten Hensel, das ganze Durcheinander der letzten Jahre wieder mit der "Privataustragung der WM" anzetteln. Man darf getrost gespannt sein auf das was jetzt kommen wird.
Das nächste große Turnier ist in Khanty-Mansiysk in Sibirien für diesen Dezember angesagt, der sogenannte World Chess Cup mit 1,5 Mio Dollar Preisgeld, früher mal KO-Weltmeisterschaft genannt.
Topalov
Anand
Svidler
Morozevich
Leko
Kasimdzhanov
Adams
Polgar
Wie sieht die Tabelle nach der 13. Runde nun aus?
Die
aktuelle Tabelle nach Runde 13:
Rang
Name
Elo-Performance
Punkte
1
Topalov
2905
9,5
2-3
Anand
2815
8,0
2-3
Svidler
2819
8,0
4
Morozevich
2745
6,5
5-6
Leko
2685
5,5
5-6
Kasimdzhanov
2692
5,5
7
Adams
2650
5,0
8
Polgar
2590
4,0
Der
Spielplan und alle bisherigen Ergebnisse auf einen Blick