TopTurniere Anand vs Carlsen 10.Partie - Ruhe vor dem Sturm ... Für den Herausforderer Viswanathan Anand lief es in der 9.Partie optimal - leicht erspieltes Remis nach einer Stunde Spielzeit und 20 Zügen und jetzt muss er noch einmal kommen ... der Aufschlag!
20.11.2014 - Gutgelaunt sitzt der Herausforderer Viswanathan Anand auf der Bühne bei der Pressekonferenz, hat er doch einen weiteren Mosaikstein des Weltmeisterschaftskampfes 2014 in Sochi nach der entäuschenden Niederlage in der 6.Partie zum Gesamtbild hier eingefügt. Ein Kampfremis des Willens in der 7.Partie, ein ungefährdetes Remis in der "Kondomvariante" der 8.Partie (die wird Carlsen auf keinen Fall mehr wiederholen) und jetzt ein Remis der totalen Leichtigkeit in der 9.Partie. Morgen werden wir jetzt sehen, welche neuen giftigen Pfeile Vishy noch in seinem Tornister hat und ob seine Sekundanten genug Zeit hatten, die Pfeilspitzen nachzuschleifen, die bereits abgeschossen waren. Der indische Superstar und Sportheld hat auf der Pressekonferenz heute versprochen, dass jetzt die Zeit gekommen ist "stärker" zu pressen. Er wird es tun, weil es keine Alternative gibt oder wie Gary Kasparov heute auf Twitter verkündete: ein Spielstand vor der letzten Partie von 6:5 für Carlsen wäre auch kein großes Unglück für Vishy Anand, sondern eher ein Vorteil für den erfahreneren Wettkämpfer. Wie es ja schon einmal in seinen Match gegen Anatoly Karpov passierte. Er lag 11:12 vor der letzten Partie zurück und konnte seinen jahrelangen Gegner auf allerhöchsten Niveau noch in der letzten Partie besiegen, damit ausgleichen und den Titel sichern. Hier in Sochi würde es einen Tiebreak geben bei 6:6! mehr Informationen und Bilder um das Hotel .. Offizielle WM-Seite
20.11.2014 - Die 9. WM-Partie endete nach nur rund einer Stunde Spielzeit und 20 Zügen mit einer dreimaligen Stellungswiederholung remis. Wie Magnus Carlsen zugab, musste er sehr früh einsehen, dass Viswanathan Anand bestens vorbereitet war und dieses Mal im Berliner Endspiel (oder Mittelspiel ohne Damen?) mühelos ausglich. Offensichtlich scheute der Weltmeister das Risko und nahm lieber den halben Punkt mit, statt wie sonst im Trüben zu fischen. Dass beide Seiten mit diesem Partieverlauf glücklich sind, wäre eine ziemliche Übertreibung, aber sie können gut damit leben. Carlsen hat eine Weißpartie "verschenkt", Vishy dafür den Rückstand nicht aufgeholt, dafür ist der Norweger eine Partie näher an der Titelverteidigung, der Inder hat hingegen 2:1 Weißpartien übrig, um das Blatt noch zu wenden. Mit großer Spannung warten wir nun auf die 10. Partie am Freitag. Schon jetzt ist klar, dass es in Sochi mehr Partien geben wird als in Chennai, und wer weiß, vielleicht gibt es am Ende sogar einen anderen Sieger. Der große Garry Kasparov persönlich twitterte jedenfalls nach der Partie: "Kurzremisen mit Weiß sind Verrat an Caissa, und das mag sie gar nicht!" Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
TopTurniere Wenn´s lichterloh brennt - richtig löschen ... Die große Fähigkeit des Inders Anand, nach empfindlichen Genickschlägen die Kontrolle über das eigene Handeln wiederzugewinnen.
19.11.2014 - Wenn Schachblindheit und Unverständnis, Hilflosigkeit und gar Furcht vor Fehlern der uneingeschränkten Selbstbeschuldigung Raum geben, wenn berechtigte Selbstzweifel einsetzen, die den Mangel an fachlichen Resourcen mit zusätzlichem Pech subsummieren einhergehend mit übertriebenem Glück des Gegners, dann heißt das Gebot der Stunde, die Geschwindigkeit der Talfahrt in positiven Schwung für noch höhere Ziele als vorher gesetzt, wie auf einer Achterbahn zu verwandeln. Das bewirken kann nur ein starkes homogenes Team, welches die Momentaufnahme nach Pressekonferenz und Heimfahrt zum Teamtreffen im Radisson Blu in Sochis erster Hotel-Adresse direkt gelegen am "Schwarzen Meer" in positive Energie umwandelt. "Jetzt erst recht!". Die Auffahrt von der Lobby bis zum 8. Stock müssen genügen, um zu symbolisieren, was geschehen soll. Wer einmal zurückkommen kann wie Anand nach der 2. Partie, dem ist auch zuzutrauen, nach der 6. Partie mit Schwarz zurückzukommen - an Rocky Balboa denken und glauben! Allein schon, dass kein Schachexperte auf der Welt behaupten könnte, dass es ungerecht wäre, wenn nach 6 Partien Anand mit mindestens 3,5:2,5 führen könnte - oder gar bei Optimismus und optimaler Chancenverwertung ein 4:2 möglich gewesen wäre - das sagt doch schon alles! Alle behaupten, dass Carlsen weit unter seinem Niveau spielt, es könnte aber auch sein, dass Anand zu seinem alten 2008er Niveau in Bonn gegen Vladimir Kramnik zurückgekehrt ist. Waren in Bonn die Ergebnisse optimal für Anand in der ersten Hälfte des Matches, so ist es hier in Sochi genau umgekehrt. Eine kleine wahre Geschichte, die das Verständnis der Aufgabenstellung von Viswanathan Anand jetzt symbolisiert, möchte ich erzählen. Sie ist ganz privat und der erste und zweite Schritt wurde mit der siebten und achten Partie bereits erledigt. eine Geschichte die es in sich hat ... Offizielle WM-SeiteProf. Samy Molcho: nonverbale Kommunikation & Körpersprache!
18.11.2014 - In der 8. Partie der Schachweltmeisterschaft zeigte Magnus Carlsen, dass er nach der 3. Partie in Sachen Damengambit mit 5.Lf4 seine Hausaufgaben gemacht hat und demonstrierte dies mit sehr schnellem Spiel. Viswanathan Anand suchte beharrlich nach Möglichkeiten, das Spiel am Laufen zu halten, doch sein Gegner konnte Figur um Figur abtauschen und ein totes Endspiel erreichen. Nun stehen noch vier Partien aus, und ein indischer Sieg muss her.- ohne Wenn und Aber. Wir - die Chess Tigers - glauben an unseren Ehren-Tiger und Freund - auch daran, dass Vishy sehr genau weiß, was er tut und was nicht. Am Ruhetag werden er und sein Team schon für spitze Pfeile im Köcher sorgen und am Donnerstag mit neuem Elan zu Werke gehen. Ein Schwarzsieg wäre doch mal eine nette Abwechslung, oder? Go, Vishy! Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
17.11.2014 - Der Schock der 6. Partie ist bei Viswanathan Anand offensichtlich verdaut, sonst kann man eine fast siebenstündige und 122 Züge lange Schlacht gegen den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen kaum überstehen. Erstmals kam wirklich die Berliner Mauer aufs Brett und sie hielt aus Sicht des Herausforderers. Dafür musste er eine Figur für zwei Bauern opfern und letztlich die Massage mit Turm und Springer gegen Turm aushalten, aber Letzteres war für den mehrfachen Champion aus Indien nicht mehr als eine bessere Fingerübung. Wo Andere in der Vergangenheit gegen Carlsen scheiterten, bewies Vishy, dass er sich noch bestens an seine Jugendzeit erinnerte, in welcher er garantiert schon gelernt hat, wie man dieses Endspiel hält. Für einige Kiebitze war es lehrreich - mancher hörte gar zum ersten Mal, dass diese Materialverteilung auch in norwegischen Wunderhänden keinen Sieg erzwingt. Beim Stand von 3:4 gegen sich wird Anand nun darauf setzen, dass er im Normalfall noch 3:2 Weißpartien hat - die erste gleich am Dienstag ab 13 Uhr. Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
15.11.2014 - Bisher war es nicht schwer, die WM-Partien von Magnus Carlsen und Viswanathan Anand zu erklären, aber die heutige sechste Begegnung warf mehr Fragen auf, als sie beantwortete. Zunächst durfte man sich wundern, warum Vishy zwar Sizilianisch spielte, aber dann eine sehr passive Variante wählte. Ohne Mühe erhielt Carlsen die deutlich aktivere Stellung und früh prophezeiten alle (wirklich alle!) Experten einen harten Tag für Anand. Sie sollten allesamt Recht behalten, aber es hätte auch ganz anders kommen können. Im 26. Zug stellte der Weltmeister nämlich schlicht zwei Bauern ein, aber der Herausforderer nahm sie - zog in nur 12 Sekunden - 26. ... a4 anstatt mit dem Springer zuerst auf e5 und dann auf c4 einen Bauern einzusacken und verlor nach dem Schock fast widerstandslos. Natürlich ist es zur Matchhälfte zu früh, von einer Vorentscheidung zu sprechen, aber heute war auf jeden Fall ein WM-Tag, über den noch lange gefachsimpelt werden wird. Der morgige Ruhetag wird hoffentlich helfen, die Gedanken wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Am Montag darf Carlsen nochmals die weißen Steine führen. Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
TopTurniere 1.Mamedyarov, 2.Grischuk, 3.Gelfand, ... Mikhail Tal Memorial 2014 - Azeri Shakhriyar Mamedyarov verteidigt mit einem halben Punkt seinen Vorsprung von Vortag!
14.11.2014 - Eine faszinierende Aufholjagd mit exzellentem Kampfschach von Alexander Grischuk mit Siegen gegen Mamedyarov, Morozevich und Kramnik hätte fast noch zum Erfolg geführt. Aber Shak Mamedyarov hielt nach seiner Niederlage gegen seinen einzigen ernsthaften Konkurrenten Sacha Grischuk aus Moskau mit einem Remis gegen Gelfand und einem Sieg gegen Karjakin prächtig dagegen und brachte das Ding geradeso nach Hause. Der große Pokal und 20.000,- $ waren sein Lohn für 22 Blitzpartien, Alexander Grischuk sackte den mittleren Pokal und 15.000,- $ ein und der unverwüstliche Boris Gelfand wurde Dritter und holte den kleinen Pokal und 10.000,- $ mit. Es war ein großes Vergnügen für die Zuschauer vor Ort, aber auch für alle die bei der Live-Übertragung dabei waren. Ein Blitzturnier, wo es um einen so riesigen Preisfond ging gibt es ja auch nicht alle Tag und macht den Jungs richtig Spaß. Die einzige Frau im Feld, Alexandra Kosteniuk, hatte natürlich unter Haien, Wölfen und Bären keine große Chancen! Tabelle und viele Bilder mehr ... Offizielle WM-Seite
14.11.2014 - Auch seine dritte Weißpartie eröffnete Viswanathan Anand mit 1.d4, und wieder wählte Magnus Carlsen eine andere Eröffnung. Dieses Mal versuchte er sich an Damenindisch, aber auch damit konnte er den Herausforderer nicht wirklich überraschen. Zügig tauschte sich Klötzchen um Klötzchen, bis der Weltmeister mit 22...Dxb2?! unnötiges Risiko ging. Sein indischer Herausforderer erhielt das bessere Endspiel, wickelte aber in der Folge schnurstracks ins Remis ab. Die letzten 10 Züge wurden quasi im Blitztempo absolviert, und nach nur 2,5 Stunden war die Partie vorüber. Damit steht es 2,5:2,5, und Carlsen darf in den nächsten beiden(!) Partien die weißen Steine führen. Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
TopTurniere Klassik in Moskau - Blitz in Sochi Vom Tigran Petrosian Memorial zum Mikhail Tal Memorial - die russische Schachelite reist von Moskau nach Sochi. Shakhriyar Mamedyarov aus Azerbaijan erspielt sich mit 10,0/11 einen großen Vorsprung am 1.Tag.
13.11.2014 - Die russische Schachprominenz kam mal schnell vom Tigran Petrosian Memorial in der Hauptstadt Moskau - klassisches Schach wurde gespielt mit dem neuen 2800er Alexander Grischuk als Sieger mit 5,5 Punkten aus 7 Partien - zum Mikhail Tal Memorial nach Sochi geflogen, um mit 11 Spielern und einer Spielerin Alexandra Kosteniuk den Sieger doppelrundig zu ermitteln. Heute war der erste Tag mit elf Runden dran und morgen wird der zweite Tag folgen. Mit einer unglaublichen Überlegenheit setzte sich Shakhriyar Mamedyarov mit 10 Punkten aus 11 Partien an die Spitze. Den Löwenanteil der ausgelobten 100.000 Euro werden ihm wohl nicht mehr, in dieser Form spielend, morgen zu nehmen sein. Neben dem führenden Azeri sind aus dem Ausland kommend noch der Israeli Boris Gelfand und der Ungar Peter Leko mit von der Partie. Der "Deputy Prime Minster" Arkardy Dvorkovich kam extra aus Moskau, um im nach ihm benannten Spielsaal "Dvorkovich Residence" morgen die Preise und Pokale zu vergeben. erste Hälfte Tabelle und viele Bilder mehr .. Offizielle WM-Seite
12.11.2014 - Auch in seiner zweiten Weißpartie spielte Magnus Carlsen 1.e4, doch dieses Mal griff Viswanathan Anand nicht zum e- sondern zum c-Bauern. Für eine Millisekunde bangten alle Sizilianisch-Jünger, der Herausforderer würde Caro-Kann spielen, aber dann landete der Bauer auf c5, und die Schlacht konnte beginnen. Na ja, eine echte Schlacht wurde es nicht - dafür war die weltmeisterliche Partieanlage zu harmlos. In der Folge wurde das Gleichgewicht nie ernsthaft gestört - allenfalls einen Mikro-Vorteil durfte man dem Titelverteidiger zugestehen. Im Damenendspiel musste Vishy noch den einen oder anderen Genauen finden, dann wurde nach 47 Zügen Frieden geschlossen - für heute! Beim Zwischenstand von 2:2 nach dem ersten Drittel des Matches dürfen sich die Spieler morgen ausruhen und neue Ideen generieren. Am Freitag um 13 Uhr wird Anand mit Weiß die 5. Partie eröffnen. Wer morgen dennoch nicht auf etwas Spitzenschach verzichten will, kann sich das Tal Memorial Blitz Tournament anschauen, welches am gleichen Ort wie die WM ausgetragen wird. Zwei Tage lang kämpfen bekannte Namen wie beispielsweise Kramnik, Karjakin, Svidler, Grischuk, Morozevich und Gelfand um den $100.000 Preisfonds. Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
TopTurniere Anands Ausgleichstor - eine Schwalbe macht noch keinen Sommer ... ... aber einen vollen Punkt! Meilenstein für Vishy Anand - unmittelbar nach dem Desaster der 2.Partie kann er in seiner 13.WM-Partie den jungen Magnus Carlsen zum ersten Mal flachlegen! Gary Kasparov und Pep Gardiola halten Carlsen für unbesiegbar?
12.11.2014 - Supergeil - der Anfang ist gemacht! Postwendend das Drama aus der 2.Partie korrigiert. Was für eine Willenskraft beim am meisten beschäftigten WM-Kämpfer aller Zeiten. Eigentlich ein stets friedvoller Weltbürger, der oftmals am Brett zum Tier werden kann, nämlich zum Tiger von Madras. Wieviele Wackersteine müssen da Vishy, seinem Team, seinen Freunden, seiner Familie und ganz Indien heute vom Herzen geplumpst sein. Ein gereiftes Schachgenie der höchsten Sonderklasse und seit mehr als 20 Jahren auch ein bescheidener, menschlicher Gigant. Auf der anderen Seite ein ebenso junges Schachgenie aus Norwegen, dessen Zukunft eigentlich schon aus voller Blüte erwacht ist - der Weltmeister aller Klassen im langsamen Schach, Schnell- und Blitzschach. Frisch, fesch, jung, sportiv, medienafin und hemmungslos! Beim genauen Hinschauen eher kein Wolfgang Amadeus Mozart, sondern eher eine Mischung aus James Dean und Deep Blue. Das WM-Match fasziniert und elektrisiert bei diesen Gegensätzen, nur eines scheint gleich zu sein, wie der neue 2800er Elo-Riese Alexander Grischuk konstatiert: "In absoluter Bestform kann jeder der beiden Großmeister gewinnen". Viele Bilder und weitere Informationen... Offizielle WM-Seite Fokus online: Gary & Pep behaupten: Carlsen unbesiegbar! "Die Zeit" online mit Ulrich Stock - immer lesenswert!
11.11.2014 - Heucheln wir nicht lange Objektivität, Viswanathan Anand ist ein Chess Tiger im wahrsten Sinne des Wortes, und heute ist für uns ein Tag zum Jubeln. Aus der Eröffnung heraus überspielte Vishy den amtierenden Weltmeister mit einer offensichtlich vorweg präparierten Variante im Damengambit. Carlsen wich von der ersten Partie ab und verzichtete auf Grünfeldindisch - jetzt wird er es möglicherweise bedauern. Bis zum 20. Zug folgte man der Partie Aronian gegen Adams aus dem Vorjahr, dann packte Anand eine Verbesserung für Weiß aus, mit welcher der Titelverteidiger in Folge gar nicht zurechtkam. Der Herausforderer platzierte einen mächtigen Freibauern auf c7, der Schwarz derart lähmte, dass ihm bald Zeit und Ideen ausgingen. Als Carlsen den Bauern endlich einkassieren konnte, musste er sich dafür entscheidend fesseln lassen. Nach 34 Zügen quittierte er die erste WM-Niederlage seiner noch immer jungen Karriere. Damit steht es 1,5:1,5, und das Match ist wieder offen. Am Mittwoch werden wir sehen, wie der Norweger mit Niederlagen umgehen kann. Die vierte Partie wird auf dem Fritz-Server von ChessBase dieses Mal von GM Klaus Bischoff in deutscher Sprache live kommentiert. Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
TopTurniere The Black Magic Hall - Schwarzer Tag für Anand Das künstlerische Design der Veranstaltung beeindruckt - Motive: Nacht und Gespenster und überall Augen - Schwarz und Weiß pur ...
10.11.2014 - Ein historischer schwarzer Tag: Der zweite Weltkrieg wurde beendet und endlich ist das schwarze Kapitel der Trennung Deutschlands durch den Mauerfall zu Ende gegangen. Nebenbei hat Vishy Anand eine Schwarzpartie bei der Weltmeisterschaft in Sochi am Schwarzen Meer verloren. Nach den Partien 1&2: In der 34.Runde (Zug) ist Anand ins Kiesbett gerauscht und an der Mauer hart angeschlagen, aber körperlich und moralisch ist der "Tiger aus Madras" völlig unverletzt. "Jetzt erst recht" muss die Lösung sein. In der Schach ähnlichen Sportart "Formel 1" gibt es ja auch die Schwarz-Weiß karrierte Charakteristik, besonders, wenn man als erster die Zielflagge sieht. Ob hier in Sochi die Designer eine ähnliche Analogie dem Schach verleihen wollen und ist diese Königsklasse Formel 1 nicht doch ganz nahe am Spiel der Könige dran, dem Hochleistungsschach? Gilt es bei dem Ersteren mit höchster Geschwindigkeit jede der ca. 60 Runden zu absolvieren, ohne dabei ins Kiesbett zu kommen, ein Unfall passiert, ein technischer Defekt oder ein Blackout des Fahrers das Rennen entscheidet, so ist es bei einem Partieverlauf ganz ähnlich. Die richtige Strategie vor der Partie wählen, auf den Gegner reagieren und mit extrem hoher präziser Denkleistung und/oder Erfahrung die Entwicklungsgeschwindigkeit mit gleichzeitiger Königssicherheit zu verbinden ist die hohe Kunst. Kiesbett bedeutet im Schach genau dasselbe wie in der Formel 1 - Niederlage! Bei jedem WM-Kampf (Duell) ist es noch eklatanter als beim WM-Kandidatenturnier - es zählt ohne das ein Dritter eingreifen oder bevorteilt werden könnte. Was hat das alles mit Schwarz und Weiß zu tun, frage ich die Designer? Wir müssten hier schon die Strategen oder Psychologen fragen? Sehen Sie sich die Kontaste an, was macht das Design mit Ihnen und was macht es mit den Spielern. höchste Kontrastpunkte überall und mehr ... Offizielle WM-Seite "Die Zeit" online mit Ulrich Stock - immer lesenswert!
09.11.2014 - Wirklich Sensationelles hat Magnus Carlsen in Sachen Eröffnung scheinbar nicht vorbereitet, er setzt auf seine größte Stärke - das Generieren von Chancen aus einer ausgeglichenen Stellung heraus. Als der Druck auf seinen König für seinen Geschmack zu viel wurde, entschloss sich Anand, in ein klar schlechteres Schwerfigurenendspiel zu gehen und auf seine berüchtigten Verteidigungskünste zu bauen. Tatsächlich gelang es dem Inder, nach und nach etwas von dem weißen Vorteil abzuknabbern, aber dann passierte ihm mit 34...h5?? ein schlimmes Malheur, wonach die Carlschen Schwerfiguren über die 7. Reihe die erste Entscheidung dieser noch jungen Weltmeisterschaft herbeiführten. Frühe Niederlagen haben nur einen Vorteil: Man hat noch genug Zeit bzw. Partien, um das wieder gut zu machen. Am Montag folgt jedoch zunächst der erste Ruhetag, bevor Anand am Dienstag wieder die weißen Steine führen wird. Partien, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
08.11.2014 - Punkt 13 Uhr unserer Zeit hat heute im russischen Sochi (oder auch Sotschi) die World Chess Championship 2014 zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Viswanathan Anand begonnen. Der Inder begann selbstbewusst und schnell, während sein norwegischer Gegner im Grünfeldinder alsbald erste längere Berechnungen durchführen musste. Der Titel dieses Berichtes ist das Zitat eines Users von der Live-Übertragung auf dem Fritz-Server von ChessBase, wo die WM gleich in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch & Spanisch) begleitet wird. Besagter User traf den Kern der ersten Partie. Zugebissen hat der Tiger von Madras zwar nicht, aber etwas gefaucht und seine tödlichen Krallen gezeigt. An der einen oder anderen Stelle hätte Vishy vielleicht aggressiver vorgehen können, doch unter dem Strich steht ein Remis, auf welchem er aufbauen kann. Dass er im Schwerfigurenendspiel unnötig in Bedrängnis geriet, wird ihm bestimmt eine Lehre sein. Gegen diesen Carlsen darf man niemals die Konzentration verlieren! Am Sonntag muss dieser zeigen, welche Pfeile er in seinem Weißköcher hat. Ab 13:00 Uhr können Sie über multiple Wege live am Geschehen teilnehmen. Für deutsche Kommentare empfehlen wir den bereits erwähnten Fritz-Server, wo nach heute GM Thomas Luther morgen GM Karsten Müller und IM Oliver Reeh das Wort haben werden. GM Klaus Bischoff wird erstmals zu Partie 4 für Sie live on air sein. Partie, Bilder & mehr... Offizielle WM-Seite
TopTurniere WM Sochi Partie 1: Anand mit Weiß In Chennai 2013 musste Magnus Carlsen mit Weiß spielen und machte durch Zugwiederholung schnell Remis - was passiert morgen??
07.11.2014 - Um 17:00 Uhr war die Pressekonferenz mit beiden Spielern und allen Offiziellen angesetzt, danach die offizielle Eröffnungsfeier mit der Auslosung der Farben und danach folgte der gemütliche Teil beim gepflegten Essen und Trinken. In der Pressekonferenz nannten die Spieler artig ihre Sekundanten, wobei der routinierte Inder Viswanathan Anand die Polen Radoslaw Wojtaszek (Elo 2744) und Grzegorz Gajewsky (Elo 2643) und seinen Landsmann Krishnan Sasikiran (Elo 2682) bekannt gab. Weltmeister Magnus Carlsen gab sich offener als in Chennei letztes Jahr erlaubte sich aber einen kleine Quizantwort: der Däne und der Hammer! Alle Insider wussten sofort Bescheid, aber die Nachfrage kam prompt. Er meinte den Dänen Peter Heine Nielsen (Elo 2654) und seinen norwegischen Landsmann Jon Ludvig Hammer (Elo 2635). Damit war dieses konkrete Thema schon einmal erledigt und die Fragen konnten gestellt werden, wie immer belangloses Zeug, ohne wirklich was Neues zu erfahren. und ein paar Bilder von der Eröffnung ...
TopTurniere Zwischen Normalität und Unsterblichkeit Die Schachweltmeisterschaft 2014 zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Viswanathan Anand in Sochi am Schwarzen Meer ist geeignet Geschichte zu schreiben
06.11.2014 - Nichts wäre normaler, wie wenn das, mittlerweile erwachsene, norwegische "Wunderkind" Magnus Carlsen den, gereiften weisen, indischen "Schach-Giganten" Viswanathan Anand moderat bezwingen würde. Sagen wir mal, wie alle Experten es voraussagen: 6,5:4,5 nach 11 Partien. Die sterile Normalität, wohl begründet mit mathematischer Wahrscheinlichkeit und historischen Analogien scheinen uns nicht zu reichen, um den Ausgang sicher vorauszusagen. Natürlich ist es nur schwer vorstellbar, aber nicht wirklich unmöglich, wenn durch Geschick, Schicksal oder Glück gepaart mit Können, Cleverness und Erfahrung es nach 11 Partien im WM-Kampf 5,5:5,5 stehen würde und in der letzten regulären Partie Vishy die schwarzen Steine führt, Magnus 1.e4 zieht und Vishy mit der Skandinavischen Verteidigung den entscheidenden Punkt macht (dramaturgischer Traumtänzer). Seien Sie versichert, dass wie in Sofia, ein langgezogenes lautes "Jaaaaaaaaaa" aus der letzten Reihe kommen würde, um Anand auf dem "Stairway to Heaven" (8min Kultsong von Led Zeppelin) zu begleiten. Am 8.November 2014, 15:00 Uhr, MEZ 13:00 Uhr findet die erste Partie statt und am 25.November wird die 12.Partie gespielt werden, ja wenn sie gespielt wird .... siehe oben, aber es könnte alles auch ganz anders kommen! Bitte beantworten Sie sich nur die eine am meisten motivierende Frage: "Wer von Beiden kann mehr gewinnen"? ... ein paar Gedanken und Bilder dazu ... "Die Zeit" online mit Ulrich Stock - lesenswert! "Die Zeit" mit Ulrich Stock - sehr lesenswert!! - gesehen bei ChessBase
20.07.2014 - Viel knapper geht es nicht, aber das wird Fabiano Caruana egal sein. Als erst siebter Mensch hat der Italiener die magische ELO-Barriere von 2800 geknackt, wenn auch nur um einen Punkt. Nicht nur deshalb wird ihm das Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting 2014 in bester Erinnerung bleiben, immerhin machte er bereits gestern den Sack in Sachen Turniersieg zu. Heute musste er zum Erhalt der 2800 "lediglich" eine Niederlage gegen Peter Leko vermeiden, und der friedfertige Ungar erwies sich nicht als Spielverderber und stimmte recht zeitig einer dreimaligen Stellungswiederholung zu. Mehr Action und letztlich auch Siege boten die drei anderen Duelle. Den Anfang machte Michael Adams gegen David Baramidze. Der Brite hievte sich auf 50 Prozent, während der Deutsche bei seiner Chess-Meeting-Premiere den letzten Platz belegt. Böse unter die Räder kam Vladimir Kramnik gegen Ruslan Ponomariov. Sparen wir uns unnötige politische Polemik und stellen lediglich fest, dass die Ukraine Russland dieses Mal überlegen war, aber beide Seiten schwere Verluste hinnehmen mussten. Die von den Ergebnissen kämpferischste Runde des Turniers schloss Georg Meier mit seinem Erfolg über Arkadij Naiditsch. Meiers +1 an Punkten und +14 ELOs wecken Hoffnungen für die Olympiade, während der ehrgeizige(re) Naiditsch mit 50 Prozent noch Steigerungspotential hat. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Turnierseite
19.07.2014 - Nach 6 Runden ist beim Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting der Drops gelutscht. Fabiano Caruana knackte die Berliner Mauer von Vorjahressieger Michael Adams und ist somit vor dem morgigen Abschluss nach 2012 zum zweiten Mal der alleinige Sieger und hat virtuell die ELO-Barriere von 2800 geknackt. Spannend ist daher nur noch die Frage, in welcher Reihenfolge die (niemals wirklich existente) Konkurrenz einlaufen wird. Augenblicklich teilen sich Peter Leko und Arkadij Naiditsch den Silberrang. Gestern noch hatte der Ungar den Deutschen geschlagen, dafür rächte sich letzterer heute an Ruslan Ponomariov. Der Ukrainer und David Baramidze teilen sich die rote Laterne. Die letzte Runde beginnt am Sonntag schon um 13 Uhr. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Turnierseite
16.07.2014 - Die Niederlage von Georg Meier in der vierten Runde des Sparkassen Chess-Meetings allein auf 37...Tcc8?? zu reduzieren, wäre Gegner Fabiano Caruana gegenüber nicht fair, aber dennoch war es schon ein kapitaler Bock, den sich der Deutsche zum Abschluss einer schwachen Partie erlaubte. Dem Italiener wird es recht gewesen sein, sparte er sich so, unnötige Rechenarbeit in einer ohnehin überlegenen Stellung. Und da parallel alle anderen Duelle ohne Sieger endeten, führt Caruana nunmehr mit einem vollen Zähler vor Arkadij Naiditsch auf Rang 2. Am Donnerstag darf sich die Konkurrenz Gedanken machen, wie sie ab Freitag den Rückstand in den verbleibenden drei Runden aufzuholen gedenkt. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Turnierseite