TopTurniere Anands Ausgleichstor - eine Schwalbe macht noch keinen Sommer ... ... aber einen vollen Punkt! Meilenstein für Vishy Anand - unmittelbar nach dem Desaster der 2.Partie kann er in seiner 13.WM-Partie den jungen Magnus Carlsen zum ersten Mal flachlegen! Gary Kasparov und Pep Gardiola halten Carlsen für unbesiegbar?
12.11.2014 - Supergeil - der Anfang ist gemacht! Postwendend das Drama aus der 2.Partie korrigiert. Was für eine Willenskraft beim am meisten beschäftigten WM-Kämpfer aller Zeiten. Eigentlich ein stets friedvoller Weltbürger, der oftmals am Brett zum Tier werden kann, nämlich zum Tiger von Madras. Wieviele Wackersteine müssen da Vishy, seinem Team, seinen Freunden, seiner Familie und ganz Indien heute vom Herzen geplumpst sein. Ein gereiftes Schachgenie der höchsten Sonderklasse und seit mehr als 20 Jahren auch ein bescheidener, menschlicher Gigant. Auf der anderen Seite ein ebenso junges Schachgenie aus Norwegen, dessen Zukunft eigentlich schon aus voller Blüte erwacht ist - der Weltmeister aller Klassen im langsamen Schach, Schnell- und Blitzschach. Frisch, fesch, jung, sportiv, medienafin und hemmungslos! Beim genauen Hinschauen eher kein Wolfgang Amadeus Mozart, sondern eher eine Mischung aus James Dean und Deep Blue. Das WM-Match fasziniert und elektrisiert bei diesen Gegensätzen, nur eines scheint gleich zu sein, wie der neue 2800er Elo-Riese Alexander Grischuk konstatiert: "In absoluter Bestform kann jeder der beiden Großmeister gewinnen".
Eröffnungen, Varianten und die Vielzahl der Partien!
Heute haben beide Weltklassespieler eine aufregende und sehenswerte Partie im Expo Centrum Sochi aufs Brett gebracht. Beide kennen alle Eröffnungsideen im Damengambit, die Grundideen der Varianten und natürlich alle gespielten Partien der älteren und jüngeren Vergangenheit und trotzdem sind sie nicht befreit von Zweifeln in dem ein oder anderen Abspiel und nutzen ihre Bedenkzeiten um sich zu erinnern, was gut und chancenreich ist und natürlich auch was schlecht und gefährlich ist. Schauen Sie sich nur den kleinen Ausschnitt dieses Bildes an, denken Sie sich einfach "Blau" steht für Damengambit und die Steine, für die nebeneinander liegenden Systeme, Hauptvarianten, Nebenvarianten, Untervarianten von Nebenvarianten, usw., aber es erscheint so viele zu sein, wie Kieselsteine hier am Ostufer des Schwarzen Meeres - denken Sie immer an die Weizenkornlegende und an alle Schachspieler der Welt, wenn sie einmal oder häufiger in einer Partie patzen. Die heutige Partie wird in die Geschichte eingehen, oder?
Oase des lukullischen Friedens in der Geisterstadt Sochi
Vom italienischen Restaurant "Filini" im Radisson Blu zurückkommend in die oberste Etage konnten wir noch eine kurze Weile auf dem Balkon stehen und dem lebhaften Treiben der Illuminationskunst der fast leeren Olympiastadt unsere Aufmerksamkeit schenken. Die ständig wechselnden Farben der fünfgeschossigen Häusergiebel faszinierten und hatten durch ihre Farbregie doch etwas regelmäßiges, sich wiederholendes mit der ganzen Stille von Sochi. Kein lautes Hundegebell, kein eindringliches Katzenmiauen, kein verwirrenden Menschengemurmel, sogar das Rauschen der Brandung des Schwarzen Meers war nicht zu hören, einzig das Geräusch der sporadisch ab- und anfahrenden schweren deutschen Limousinen von Mercedes, BMW und Audi, neben klappernden Ladas und Moscwitschs war zu hören. Unwillkürlich kehrten die Gedanken in den wunderbaren Raum des gemeinsamen Schacherlebens zurück, wo wir alle gemeinsam dem guten Essen frönen konnten. Hier saßen die Protagonisten Anand und Carlsen mit ihrem A- und C-Teams höchsten fünf Meter entfernt angeregt parlierend zusammen, als wenn nachmittags im Expo Centrum nichts geschehen wäre. Mit den Kommentatoren Peter Svidler und Alexandra Kosteniuk und den Journalisten aus der Niederlande Peter Doggers, Jan Dirk ten Geuzendam und dem einzigen aus Deutschland kommenden Ulrich Stock war das Erleben perfekt, um in Mitten der kompletten Organisationsverantwortlichen, Sponsoren und deren Freunden und natürlich der Fide-Verantwortlichen und Honoratioren "Gens una Sumus" zu fühlen. Irgendwie faszinierend diese übersichtlich und doch undurchschaubare kleine Schachwelt!
Die Herberge schlechthin ... !
... das Beste, was wir in Sochi bekommen konnten. Eine lokale Idealsituation für vier Wochen Hochleistungssport.
High Noon - es lag was in der Luft! (1)
... das Schachbrett, gleichzeitig Sportgerät und die Welt ...
High Noon - es lag was in der Luft! (2)
... das Schachbrett mit den schwarzen Stühlen von der riesigen Bühne fotografiert, wo sich nur die Spieler und der Hauptschiedsrichter aufhalten dürfen.
High Noon - es lag was in der Luft! (3)
... dann die abgedunkelte fast mystisch wirkende Turnierhalle: "Black Magic"
Chronologie der Partie Nr.3
Dieses Bild sagt mehr als 1000 Worte. Alles ist sichtbar in dieser magischen Dunkelheit. Indiens einziger Nr.1 Sportler in der alle Nationen umfassenden Sportwelt sagt mehr als 1000 "Tendulkars"!
Triologie der Partie Nr.3 (1)
Der Kampf beginnt langsam spannend zu werden. Beide sind schnell und in bekanntem Fahrwasser. Kommentar aus Baden-Baden: Christan Bossert (war 2010 in Sofia im Team) und GM Arkadij Naiditsch (Deutschlands Spitzenspieler seit Jahren und Bezwinger Carlsens in Tromsö 2014) "Das ist eine sehr gute Eröffnungswahl von Vishy, du spielst mit Weiß auf zwei Ergebnisse. Sieg oder Remis". Aber beim amtierenden Weltmeister Carlsen weiß man nie, er scheint "neun" Leben zu haben, man muss ihn sauber besiegen, genauso wie den Computer Deep Blue! Weches auch dem stärksten Spieler aller Zeiten Gary Kasparov nicht mehr am Schluss gelang!
Triologie der Partie Nr.3 (2)
Der wichtige weiß 17.Zug war quasi die Entscheidung, weil Schwarz seine Contenance für mehr als eine halbe Stunde zu finden suchte, aber nicht mehr fand.
Triologie der Partie Nr.3 (3)
Der 30.Zug von Weiß stellt die unangenehme Fesselung des schwarzen Läufers für immer sicher und meißelt das Ergebnis in die Turnieranalen 1:0! Vishys erster Sieg in der 13.WM Partie gegen diesen jungen unangenehm zu spielenden Wikinger und Kasparov-Schüler, der scheinbar am besten zu behandeln ist, wenn man die Herangehensweise wählt, wie bei einem Computer vorzugehen, nämlich hinter den Horiozant zu spielen und nach Songschreiber Peter Mafay's Ballade: "Hinterm Horizont gehts weiter ..." nach kapitalem Gold zu schürfen.
Die Pressekonferenz gehörte dem Sieger Anand
Pressekonferenz Partie Nr.3 (1)
Der Herausforderer darf sich wieder hinter Schild und Computer verbergen, während der Weltmeister völlig schutzlos der Ahnungslosigkeit und Kompetenzfreiheit seiner fragenden norwegischen Allerweltsjournalie ausgesetzt sah, unseres Erachtens weder kompetent und fair, noch anderswie beeindruckend bei Siegen vor ihrem jungen Nationalheld, und schon gar nicht bei Niederlagen, auch wenn bei Magnus Menschlichkeit und Schachgottnähe sich abwechseln - zu Recht.
Pressekonferenz Partie Nr.3 (2)
Der junge Mann darf so sein, ja er muss soger so sein! Nicht wie Wolfgang Amadeus Mozart, wie ihn manche selbsternannten Schachexperten mit dem Musikkomponisten gleich hoch stilisierten. Uns erscheint ein anderes Bild, welches er viel besser repräsentiert: "James Dean in Kombination mit Deep Blue"! Oder doch nicht?
Pressekonferenz Partie Nr.3 (3)
Vater Henrik Carlsen und Manager Espen Agdestein werden ihm genauso helfen, wie sein Sekundant Peter Heine Nielsen, vormals Freund und Sekundant im Anand-Team.
Schach ist großer Sport, Kultur & viel mehr ...
Impressionen Partie Nr.3 (1)
Gesehen beim Teambuilding und Vorbereitung auf die 3.Partie von Dirk Jan ten Geuzendam (New in Chess). Hier greift der Weltmeister dem "Langen" ins Gesicht. "Was mich nicht umbringt macht mich nur härter" scheint der 2-Meter Mann Dänemarks Spitzenspieler Peter Heine Nielsen zu denken!
Impressionen Partie Nr.3 (2)
Stolz auf den Sohn und Schwiegersohn Anand Viswanathan: die Eltern aus Chennai!
Impressionen Partie Nr.3 (3)
Stolz auf den Sohn und besten Sportler des Subkontinents: 1.2 Milliarden in ganz Indien, aber auch ein paar in Europa ...
Impressionen Partie Nr.3 (4)
Im kleinen Taunusstädtschen in Bad Soden celebrieren die Schüler und Studenten im Training Center der Chess Tigers und in der Geschwister-Scholl-Schule in Schwalbach ihren "Nationalhelden". Egal ob Deutscher, Engländer, Franzose, Bulgare, Russe, Italiener, Türke, Spanier, Grieche oder, oder, oder ... wir sind das "gallische Dorf "Anand".
Dafür verehren wir Anand und brauchen ihn in der Welt
Impressionen Partie Nr.3 (6)
Neun mal Anand ist nicht genug, menschliches Vorbild ohne exentrische Dimension ... Genialität in Normalität ist möglich, liebe Journalisten auch ohne wilde Exzesse in Authismus! (Bilder von Moskau 2012)
Impressionen Partie Nr.3 (6)
Der kleine Mann und das elektronische Schach, Sochi 2014