TopTurniere Aronian siegt in Bilbao & Svidler zum 7. Mal russischer Meister Tata Steel wird schlanker
15.10.2013 - Gleich drei wichtige News aus der Welt des Spitzenschachs gibt es zu vermelden, welche wir in der Folge in einen Bericht zusammengefasst haben. Den Anfang macht der Turniersieg von Levon Aronian beim Chess Masters Final 2013 in Bilbao. Ohne sein bestes Schach zeigen zu müssen, verwies der Armenier seine drei Konkurrenten Michael Adams, Maxime Vachier-Lagrave und Shakhriyar Mamedyarov (allesamt Nr. 1 ihres Lanndes) auf die Plätze. Bei der 66. Russischen Landesmeisterschaft gingen World Cup-Sieger Vladimir Kramnik und Sergey Karjakin als Favoriten an den Start, doch Peter Svidler schlug ihnen und den übrigen Meistern nicht zum ersten sondern zum siebten Mal ein Schnippchen. Der St. Petersburger musste zwar in die Verlängerung, doch diese gewann er gegen Ian Nepomniachtchi souverän. Mäßig erfreuliche Meldungen erreichen uns hingegen aus Wijk aan Zee. Das Tata Steel Chess Tournament 2014 (10. bis 26. Januar) muss mit weniger Geld auskomnmen und daher gravierende Änderungen vornehmen. Wie diese aussehen, erfahren Sie im Text.
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Levon Aronian ist wieder zurück im derzeit extrem kleinen "Kreis" der 2800er. Vom 07. bis 12. Oktober fand in Bilbao das 6. Chess Masters Final statt, welches der Armenier gewann. Am Start waren neben ihm der wieder erblühte Brite Michael Adams, Frankreichs Nr. 1 (jetzt Nr. 2) Maxime Vachier-Lagrave, und Aserbaidschans Nr. 1 Shakhriyar Mamedyarov.
Gespielt wurde jeweils ein doppelrundiges Rundenturnier mit der Bedenkzeit 90 Minuten für 40 Züge plus 60 Minuten für den Rest der Partie. Zusätzlich gab es ab dem 41. Zug einen Bonus von 10 Sekunden pro Zug.
Mit zwei Siegen und vier Remisen blieb nur Aronian ungeschlagen und siegte völlig verdient. Dennoch war die (jetzt wieder) Nummer 2 der Weltrangliste nicht gänzlich zufrieden: "Ich glaube nicht, dass ich gut gespielt habe und muss noch viel verbessern." Nahezu jeder Schachspieler würde gerne so gut spielen wie ein schlechter Aronian, aber selbiger möchte natürlich irgendwann mal Weltmeister werden, was diese Selbstkritik erklärt.
Das Ziel fest im Blick - Levon Aronian
Ein gutes Turnier gespielt hat auch Michael Adams. Der Brite zeigte zuletzt stark aufsteigende Tendenzen und schickt sich an, wieder in die Top 10 der Welt vorzustoßen. In Bilbao wurde er Zweiter, vor allem weil er gegen Maxime Vachier-Lagrave gleich doppelt punktete. Der Franzose wurde letztlich Wertungsdritter, weil es 3 Punkte für einen Sieg und 1 für ein Remis gab. Nach klassischer Zählweise wäre Shakhriyar Mamedyarov vor ihm gewesen, doch der Aseri gewann keine Partie und musste mit dem letzten Platz leben.
Deutlich kann man Sieger und Besiegte an der Mimik unterscheiden: Michael Adams (2.), Levon Aronian (1.), Shakhriyar Mamedyarov (4.) & Maxime Vachier-Lagrave (3.)
Peter Svidler und Valentina Gunina sind das neue Spitzenpaar im russischen Schach. Vom 5. bis 14. Oktober fanden in Nizhny Novgorod die russischen Landesmeisterschaften der Männer und Frauen statt, und die Genannten setzten sich jeweils durch.
Gespielt wurde jeweils ein Rundenturnier mit 10 Teilnehmern, die Bedenkzeit betrug 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten für den Rest der Partie. Zusätzlich gab es ab dem 1. Zug einen Bonus von 30 Sekunden pro Zug.
Sowohl Svidler als auch Gunina gelang das Kunststück, ungeschlagen zu bleiben, dennoch setzte sich nur die Dame in der "regulären" Spielzeit durch. Sie erzielte aus ihren 9 Partien beeindruckende 7 Punkte und verwies Alexandra Kosteniuk mit 6,5 Punkten auf Rang 2. Dritte wurde mit 5,5 Punkten Natalija Pogonina. Für Gunina war es nach 2011 der zweite Triumph im eigenen Land.
Alexandra Kosteniuk (2.), Valentina Gunina (1.) & Natalija Pogonina (3.)
Svidler hingegen musste für seinen siebten Titel in den Tiebreak. In der Schlussrunde schien das Remis gegen Sergey Karjakin der Garant zum alleinigen Sieg, aber Ian Nepomniachtchi gewann ein schlechtes Endspiel gegen Vladimir Kramnik, welcher bei einem Sieg seinerseits noch Turniersieger hätte werden können, und kam damit ebenfalls auf 6,5 Punkte. Somit musste ein Schnellschach-Tiebreak über den Ausgang der 66. Landesmeisterschaft entscheiden.
Gegen Vladimir Kramnik kam Ian Nepomniachtchi noch zu einem glücklichen Sieg...
...doch im Tiebreak gegen Peter Svidler sah er dann kein Land mehr
Gespielt wurden 2 Partien mit 30 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug. Die erste Partie gewann Svidler als Weißer souverän, und auch die zweite hätte er für sich entschieden, wenn Nepo in klarer Verluststellung nicht das Remis angeboten hätte.
Den größten Nutzen aus Kramniks unglücklicher Niederlage konnte Nikita Vitiugov ziehen. Nach Punkten gleich mit dem 14. Weltmeister hatte der die bessere Wertung und wurde Dritter.
Peter Svidler (1.), Ian Nepomniachtchi (2.) & Nikita Vitiugov (3.)
Für viele Schachfans ist das Tata Steel Chess Tournament in Wijk aan Zee DER Schachevent schlechthin - gerne auch mal als das "Mekka des Schachs" bezeichnet. Weltweit einmalig konnte man sich bisher im Optimalfall von der C- bis in die A-Gruppe der Supergroßmeister hochspielen - das berühmteste Beispiel ist Magnus Carlsen. Doch genau an dieser Stelle müssen die Veranstalter in der nächsten Auflage 2014 den gehassten Rotstift ansetzen. Hauptsponsor Tata Steel ist von der Finanzkrise ebenalls nicht verschont geblieben und sieht sich gezwungen, das Budget für das niederländische Schachfestival zu senken. Als Konsequenz musste Turnierdirektor Jeroen van den Berg und sein Team für 2014 die C-Gruppe komplett streichen und das Feld der A-Gruppe von 14 auf 12 senken. Lediglich die B-Gruppe soll wie gewohnt mit 14 Spielern ausgetragen werden.
Statt sich dem Jammern zu ergeben, macht man in Wijk aan Zee das Beste aus der Lage und kommt gleich mit einer interessanten Neuerung um die Ecke. Zwei der nunmehr nur noch elf Runden der A-Gruppe werden außerhalb - genauer gesagt im Rijksmuseum Amsterdam (Runde 4) und High Tech Campus Eindhoven (Runde 9) - gespielt.
Elf der zwölf Teilnehmer der A-Gruppe stehen bereits fest. Als Sieger der B-Gruppe 2013 ist auch Arkadij Naiditsch mit von der Partie:
ELO-Zahlen Stand Oktober 2013
Das Tata Steel Chess Tournament 2014 findet vom 10. bis 26. Januar statt. Alle nötigen Informationen finden sich auf der offiziellen Turnierseite.