26.09.2011 - Heute hat die erste Hälfte des Chess Masters Finals 2011 (früher mal Grand Slam Final) mit Viswanathan Anand, Magnus Carlsen, Levon Aronian, Vassily Ivanchuk, Hikaru Nakamura und Francisco Vallejo Pons in São Paulo begonnen. Gleich zum Auftakt trafen der amtierende Weltmeister und der Führende der Weltrangliste zum ersten Mal in diesem Turnier aufeinander, doch wirklich spannend wurde es mit Carlsens Berliner Mauer nicht. Beide Seiten hatten keine sensationelle Verbesserung parat und so war nach 28 Zügen bereits Schluss. Zwischen Nakamura und Ivanchuk sah es von Beginn an so aus, als wollten beide lieber Chess960 als traditionelles Schach spielen. Kein Wunder, ist der Amerikaner doch der amtierende Weltmeister in dieser Disziplin. Jedenfalls war bereits mit dem 7. Zug von Schwarz eine Stellung auf dem Brett, welche die Theorie und auch die Praxis bisher so gut wie gar nicht kannte. Es nützte nichts, nach einigen Abtauschoperationen hatte man ein totremises Turmendspiel produziert und sich friedlich getrennt. In der Begegnung Aronian gegen Vallejo herrschte zu Beginn einige Zeit Verwirrung, denn ersterer war nicht da! Mit über 10 Minuten Verspätung rauschte Aronian dann heran und lieferte eine Spitzenleistung ab. Aus der Eröffnung dominierte der Armenier die Partie und verschaffte sich im Königsangriff den entscheidenden Vorteil fürs Endspiel. Dort hatte er zwar einen Läufer weniger, dafür aber gleich vier Bauern mehr. Dagegen konnte Vallejo nichts mehr erfinden und verlor alsbald. Ergebnisse, Tabellen & Partien... Offizielle Veranstaltungsseite
19.09.2011 - In einer sehr interessanten vierten Finalpartie beim FIDE World Cup zwischen Peter Svidler und Alexander Grischuk musste letzterer unbedingt gewinnen, um den Tiebreak zu erreichen. Doch Grischuk verpasste die Gelegenheit, aus einer Igelstellung die Initiative zu übernehmen und wurde stattdessen von Svidler mittels eines Springeropfers attackiert. Um nicht zu verlieren, sah sich Grischuk gezwungen, die Stellung stark vereinfachen und erkannte nach 38. Zügen keinen Sinn mehr, weiter auf Sieg zu spielen. Damit ist Peter Svidler ohne Verlustpartie der Gewinner des World Cups und neben Grischuk für das WM-Kandidatenturnier 2012 qualifiziert. Dazu gibt es 96.000,- US-Dollar netto, während seinem unterlegenen Gegner noch immer 64.000,- bleiben. Nun musste nur noch geklärt werden, wer denn den dritten Platz für den nächsten WM-Zyklus ergattern würde. Ruslan Ponomariov musste gegen Vassily Ivanchuk siegen, um einen Tiebreak zu erzwingen. Dazu setzte er auf seine bekannten Endspielfähigkeiten und wickelte früh in ein selbiges ab. Tatsächlich konnte er etwas Vorteil erzielen, doch Ivanchuk behielt die Übersicht und die Nerven und konnte letztlich das Remis forcieren. Alle Ergebnisse, Partien & Bilder.. Offizielle Veranstaltungsseite
18.09.2011 - Die dritte Partie im Finale des World Cups brachte keine Vorentscheidung, aber nach dem erneuten Remis bleibt die Erkenntnis, dass Alexander Grischuk sowohl wörtlich als auch bildlich die Zeit weg läuft. Erstens muss er morgen unbedingt mit Schwarz gegen Peter Svidler gewinnen und zweitens besser mit seiner Bedenkzeit umgehen als zuletzt! Auch heute geriet Grischuk schon aus der Eröffnung in schreckliche Zeitnot und lebte spätestens ab dem 25. Zug nur noch von den 30 Sekunden Bonus pro Zug. Im Bronzeduell trennten sich Vassily Ivanchuk und Ruslan Ponomariov nach spannendem Verlauf ebenfalls unentschieden. Dabei kam Letzterer dem Ausgleich ziemlich nahe, aber Ivanchuk konnte letztlich das Endspiel mit Minusbauer in den Remishafen schleppen. Somit fällt in beiden Duellen die Entscheidung in der 4. Partie oder eben erst am Dienstag im Tiebreak. Alle bisherigen Ergebnisse, Partien & Bilder.. Offizielle Veranstaltungsseite
17.09.2011 - Der erneute Sizilianer zwischen Peter Svidler und Alexander Grischuk ließ in der zweiten Finalpartie des FIDE World Cups wieder auf Blutvergießen hoffen, aber bereits nach 16 Zügen stellten die Kontrahenten die Uhr ab. Grischuk hatte als Schwarzer Remis geboten und Svidler nahm es an. Möglicherweise wollte Ersterer alle Kraft für die morgige Weißpartie aufsparen. Länger und spannenderer wurde die zweite Partien im Duell um den dritten Platz im nächsten WM-Zyklus. In der Wiener Variante des Damengambits wählte Ruslan Ponomariov als Weißer gegen Vassily Ivanchuk ein fragwürdiges Abspiel und landete in einem schlechten Endspiel. Mit einem Bauernopfer versuchte Ersterer, die Stellung in den Griff zu bekommen, doch nach einem kapitalen Schnitzer kurz vor der Zeitkontrolle, kippte die Partie endgültig zu Gunsten Ivanchuks. Die dritte Finalrunde findet morgen ab 11 Uhr statt. Ab ca. 12 Uhr ist dann GM Klaus Bischoff wieder Live on Air aus dem Chess Tigers Training Center auf dem Fritzserver von ChessBase. Alle bisherigen Ergebnisse, Partien & Bilder.. Offizielle Veranstaltungsseite
16.09.2011 - Heute starteten die beiden Finals des FIDE World Cup 2011 in Khanty-Mansiysk. Während das ukrainische Duell um den Bronzerang zwischen Vassily Ivanchuk und Ruslan Ponomariov friedlich endete, floss im russischen Duell um den Turniersieg schon zum Auftakt Blut. In der Sizilianischen Paulsen-Variante erspielte sich Grischuk als Weißer eine aussichtsreiche Stellung, aber dieses Mal ließ er sich schlicht zu viel Zeit für seine Züge und brachte sich in horrender Zeitnot schließlich selbst um. Wirklich glücklich wirkte Svidler bei der anschließenden Pressekonferenz nicht: "Gegen einen engen Freund zu spielen, ist sehr schwierig..." Morgen steht die zweite Partie beider Matches an. GM Klaus Bischoff kommentiert live diese aus dem Chess Tigers Training Center in Bad Soden auf dem Fritzserver von ChessBase. Alle bisherigen Ergebnisse, Partien & Bilder.. Offizielle Veranstaltungsseite
14.09.2011 - Russland gegen Ukraine, so lautete das Motto der beiden Halbfinals beim FIDE World Cup 2011 in Khanty-Mansiysk. Während Peter Svidler in den regulären Partien mit 1,5 zu 0,5 gegen Ruslan Ponomariov den Tiebreak vermeiden konnte, mussten heute Alexander Grischuk und Vassily Ivanchuk nach zwei Unentschieden ins Stechen. Es sollte ein packendes Duell mit allerlei Irrungen werden, in welchem Grischuk erneut Fortuna auf seiner Seite hatte und seinen Gegner - nach eigener Aussage - im Polgar-Stil besiegte. Man kann auch sagen, dass Ivanchuk nicht zum ersten Mal in seiner Karriere die Nerven einen Streich spielten. In der ersten Tiebreak-Partie verlor der Ukrainer ein schlechtes, aber haltbares Turmendspiel, um dann in der zweiten Partie erfolgreich zurückzuschlagen. In der dritten Partie übersah er dann in beiderseitiger Zeitnot, dass Grischuk das Feld c1 mit seinem Läufer gedeckt hielt und stellte in zwei Zügen erst einen Springer und dann auch noch seinen Turm ein. Ohne die nötige Zeit, dieses Malheur zu verdauen, tat Chucky in der vierten Partien sein Möglichstes und opferte für einen Angriff auf des Gegners König eine Figur. Doch Grischuk verteidigte sich umsichtig und erzwang schließlich das Remis. Nun muss Ivanchuk im Spiel um Platz 3 gegen seinen Landsmann Ponomariov auf den dritten Platz hoffen, welcher ebenfalls zur Teilnahme am nächsten Kandidatenturnier berechtigt. Morgen dürfen sich die Spieler endlich mal ausruhen, bevor ab Freitag die beiden Finals beginnen, bei welchen nun vier statt zwei Partien gespielt werden. Alle bisherigen Ergebnisse, Partien & Bilder.. Offizielle Veranstaltungsseite
10.09.2011 - Peter Svidler und Ruslan Ponomariov dürfen sich nach dem zweiten Tag des Viertelfinales beim FIDE World Cup 2011 in Khanty-Mansiysk gleich doppelt freuen. Ersterer konnte Judit Polgar besiegen und Zweiterer tat es ihm gegen Vugar Gashimov mit virtuoser Endspielkunst gleich. Somit stehen beide im Halbfinale und wissen bereits, gegen wen sie spielen - nämlich gegeneinander! In den morgigen Tiebreak müssen dagegen die Duelle Vassily Ivanchuk gegen Teimour Radjabov und Alexander Grischuk gegen David Navara über das zweite Halbfinale entscheiden. Ivanchuk hatte gestern die Führung übernommen, doch Radjabov konnte heute zurückschlagen. Derweil trennten sich Grischuk und Navara beide Male unentschieden, wobei der Tscheche heute mit Mehrbauer eine gute Chance auf den direkten Einzug ins Halbfinale verstreichen ließ. Alle bisherigen Ergebnisse, Partien & Bilder.. Offizielle Veranstaltungsseite
02.09.2011 - Heute und morgen findet in Russlands Hauptstadt eines von mehreren Turnieren zum Gedenken an den 6. Schachweltmeister der Geschichte, Mikhail Botvinnik, statt. 100 wäre er am 17. August 2011 geworden und zu seinen Ehren spielen die aktuell vier stärksten Spieler ein doppelrundiges Rundenturnier im klassischen Schnellschach (25'+10''). Der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand, Magnus Carlsen, Levon Aronian und Vladimir Kramnik ergeben zusammen einen ELO-Schnitt von 2809 und die Turnierkategorie 23! Nach der heutigen Hinrunde führt Anand die Tabelle mit 2/3 an, denn er konnte den einzigen Sieg bisher landen - und zwar gegen Levon Aronian. Parallel findet an gleicher Stätte im gleichen Format ein Frauenturnier statt. Humpy Koneru, Tatiana Kosintseva, Viktorija Cmilyte und Elina Danielian sind am Start. Hier führt Cmilyte nach dem ersten Tag ebenfalls mit 2/3. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Partien zu einem bestimmten Moment angehalten werden und die Spieler dann erzählen, was sie über die Stellung denken. Natürlich wird dabei der jeweilige Gegner per Kopfhörer mit Musik beschallt, damit er nicht mithören kann! Wenn morgen die Schnellschachpartien beendet sind, werden die Pärchen Anand/Koneru, Carlsen/Cmilyte, Aronian/Danielian und Kramnik/Kosintseva gebildet und gemeinsam ein Blitzturnier gespielt. Ergebnisse, Tabellen, Partien & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
TopTurniere World Cup 2011 - 13 Tiebreaks in Runde 2 Shirov und Almasi scheiden aus, doch Bacrot und Vallejo schlagen zurück Polgar wirft Movsesian raus und Kamsky besiegt Kasimdzhanov
01.09.2011 - 19 der insgesamt 32 Duelle der zweiten Runde des FIDE World Cup 2011 wurden heute entschieden, was natürlich im Umkehrschluss bedeutet, dass der morgige Tiebreak-Tag wieder jede Menge Action verspricht. Während beispielsweise Vassily Ivanchuk, Teimour Radjabov, Vugar Gashimov oder auch Alexander Morozevich bisher sicher agieren und souverän die dritte Runde erreichten, wurde in vielen Matches verbissen um das Weiterkommen gekämpft. Mit dem Rücken zur Wand konnten sich Etienne Bacrot und Francisco Vallejo Pons mit Siegen im Endspiel bei ihren jeweiligen Gegner für die zuvor erlittenen Niederlagen revanchieren und den Tiebreak erreichen. Weniger Erfolg hatte Alexei Shirov, welcher nochmals gegen Europameister Vladimir Potkin verlor, und auch Zoltan Almasi konnte gegen Mircea-Emilian Parligras nicht mehr ausgleichen. Seine hervorragenden Match-Qualitäten konnte Gata Kamsky mal wieder nachweisen, indem er Rustam Kasimdzhanov schlug. Und auch Judit Polgar ist noch richtig dick im Geschäft, nachdem sie in einer spannenden Partie Sergei Movsesian ausspielte. Bangen um sein Weiterkommen muss beispielsweise Shakhriyar Mamedyarov, denn Gegner Daniel Fridman aus Deutschland konnte auch die zweite Partie ausgeglichen gestalten. Die Tiebreaks beginnen morgen um 11 Uhr und werden ebenfalls live übertragen und von GM Klaus Bischoff auf dem Fritzserver von ChessBase kommentiert. Alle Ergebnisse, Partien und Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
31.08.2011 - Nachdem in der ersten Runde des seit Sonntag laufenden FIDE World Cup 2011 einige Ergebnisse überraschend schienen, kann man spätestens ab der heute begonnenen zweiten Runde behaupten, dass in jedem der 32 Matches alles möglich ist. Die Weltklasse ist breiter denn je und es befinden sich ausschließlich absolute Topspieler unter den letzten 64 im Spielsaal der Ugra Chess Academy. Die prominentesten Früh-Aussteiger sind Peter Leko gegen Samuel Shankland, Wang Yue gegen Alexander Fier, Vladimir Malakhov gegen Ruben Falgaer und Pavel Eljanov gegen Yaroslav Zherebukh. Nach dem Auftakt der zweiten Runde müssen weitere gehandelte Favoriten um ihr Weiterkommen bangen. Alexei Shirov unterlag Vladimir Potkin, Etienne Bacrot widerfuhr das Gleiche gegen Anton Filippov und auch Zoltan Almasi verlor gegen Mircea-Emilian Parligras. Prima läuft es bisher für den einzigen Deutschen beim World Cup, Daniel Fridman. Gegen den Rumänen Constantin Lupulescu siegte er ungefährdet und heute entkam er gegen Shakhriyar Mamedyarov aus brenzliger Lage ins Remis. Es folgen alle bisherigen Ergebnisse, Partien und zahlreiche Bilder. Hier geht's lang... Offizielle Veranstaltungsseite
15.08.2011 - Obwohl er zum Abschluss des 64. Russischen Superfinales doch noch eine Partie verlor, wird Peter Svidler heute der glücklichste Schachspieler Russlands sein. Bereits eine Runde vor dem Ende hatte er nach 1994, 1995, 1997, 2003 und 2008 zum sechsten Mal in seiner Karriere als alleiniger Sieger der stärksten Landesmeisterschaft der Welt festgestanden und durfte die heutige Partie gegen Alexander Morozevich locker angehen, was er dann auch tat. Vielleicht konnte er auch nicht mehr die nötige Konzentration aufbringen, jedenfalls ließ er sich von Moro ohne rechte Gegenwehr zusammenschieben und so darf sich dieser über den ungeteilten zweiten Platz und weitere ELO-Zugewinne freuen. Ein Glanzstück gelang zum Ende Vladimir Kramnik. Von Alexander Galkin früh auf selten gespieltes Terrain gelockt, riskierte der 14. Weltmeister mit einem frühen Figurenopfer erneut viel und gewann sehenswert. Die beiden anderen Begegnungen des letzten Tages endeten ohne Sieger. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
11.08.2011 - Aus Sicht der Fans kann ein Schachturnier gar nicht blutig genug sein - beinahe jedes Remis wird (oftmals zu Unrecht) negativ kommentiert. Jedoch keinen Grund zur Klage hatten die zahlreichen Kiebitze bei der heutigen vierten Runde des 64. Russischen Superfinales in Moskau. Keine der vier Partien endete unentschieden. Den Anfang machte Alexander Morozevich gegen Artyom Timofeev. Kurz vor der Zeitkontrolle hatte Moro noch einen Großteil seines Vorteils verspielt, aber sein Gegner schaffte den 40. Zug nicht und verlor einen Zug vor dem Ziel auf Zeit. Den nächsten Sieg heimste Peter Svidler ein. Er schlug sehr souverän Alexander Galkin und führt nun gemeinsam mit Morozevich die Tabelle an. Der nächste Sieger lautete Vladimir Kramnik. Der 14. Weltmeister besiegte Ian Nepomniachtchi und durchläuft derzeit ein wahres Auf und Ab. Zwei Siegen stehen nämlich auch schon zwei Niederlagen gegenüber. Und last but not least musste heute Sergey Karjakin seine erste Niederlage im Turnier hinnehmen. Die russische Nummer 1 unterlag Alexander Grischuk. Morgen dürfen sich die Spieler erholen, bevor es am Samstag mit der fünften Runde weiter geht. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
10.08.2011 - Sergey Karjakin möchte nicht nur auf dem Papier der stärkste Russe sein und in der dritten Runde des 64. Russischen Superfinales trat er den deutlichsten Beweis an, den man dafür liefern kann. Er schlug Vladimir Kramnik in dessen Leib- und Magenvariante und zerstörte damit vermutlich nicht nur die Titeltansprüche seines Gegners, sondern meldete zugleich eigene an. Weil alle anderen Partien friedlich endeten, führt Karjakin nun gemeinsam mit Peter Svidler und Alexander Morozevich die Tabelle an, während Kramnik nach seiner zweiten Niederlage das Ende der Tabelle ziert. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
09.08.2011 - Zwei entschiedene Partien gibt es von der zweiten Runde des 64. Russische Superfinales zu berichten. Alexander Morozevich und Alexander Grischuk lieferten sich eine spannende Schlacht mit vielen taktischen Momenten, in denen Moro in beiderseitiger Zeitnot den besseren Überblick behielt. Erst musste Grischuk die Dame und bald danach auch den vollen Punkt abgeben. Den zweiten Sieg des Tages landete Vladimir Kramnik. Der 14. Weltmeister kam mit Vorteilen gegen Artyom Timofeev aus der Eröffnung, musste aber noch auf einen klaren Fehler seines Gegners warten. Dieser folgte prompt im 30. Zug und ruckzuck hatte Kramnik seine gestrige Niederlage gegen Svidler egalisiert. Dieser wiederum erreichte heute in seiner zweiten Weißpartie in Serie gegen Sergey Karjakin nichts Zählbares und remisierte gerecht nach 40 Zügen. Damit wird er sicherlich zufrieden sein, was vermutlich nicht auf Ian Nepomniachtchi zutrifft. Dieser musste gegen den Underdog des Turniers, Alexander Galkin, spielen und versuchte natürlich, den ganzen Punkt zu erhaschen. Doch Galkin verteidigte sein schlechteres Endspiel ausgezeichnet und hatte am Ende das Remis redlich verdient. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
08.08.2011 - Ab heute läuft in Moskau das 64. Russische Superfinale um den Titel des stärksten Russen. Top-Favorit ist Vladimir Kramnik, der mit einem souveränen Sieg und entsprechend breitem Kreuz vom Chess-Meeting in Dortmund kommt. Dieses Selbstvertrauen dürfte nach dem heutigen Auftakt allerdings einen Knacks erhalten haben, denn Peter Svidler mimte mit seinem Sieg gegen "Big Vlad" den Spielverderber und meldete damit eigene Ansprüche auf den Titel an. Die anderen drei Auftaktpartien endeten remis, so dass der Sankt Petersburger die Tabelle anführt. Morgen trifft er erneut mit Weiß auf den Ersten der Setzliste, Sergey Karjakin. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
31.07.2011 - Schaut man auf die Endtabelle der letztjährigen Auflage des Sparkassen Chess-Meeting, findet man auf den ersten drei Rängen die gleichen Spieler, die auch in diesem Jahr vorne sind. Allerdings mit einem feinen Unterschied: Der Sieger lautet dieses Mal Vladimir Kramnik und nicht Ruslan Ponomariov. Letzterer muss sich heuer mit dem dritten Platz hinter Liem Quang Le begnügen, dem die Dortmunder Luft offenbar sehr gut bekommt. Zum Abschluss der tollen Schachtage erlaubte sich Kramnik den Luxus, gegen Hikaru Nakamura mit vollem Risiko auf Gewinn zu spielen, überreizte im Opferrausch seine Stellung und kassierte doch noch seine einzige Niederlage. Dennoch, ihm ist es zu verdanken, dass die Schlussrunde nicht mit drei Remisen, sondern einer fesselnden Partie mit vielen taktischen Motiven endete. Und für seinen gebeutelten Gegner wird der Sieg Balsam gewesen sein, wenngleich Naka letztlich mit dem vorletzten Rang sicherlich nicht zufrieden sein wird und darf. Die Begegnungen Liem Quang Le gegen Anish Giri und Georg Meier gegen Ruslan Ponomariov endeten ausgekämpft, aber nicht sonderlich aufregend, im Remishafen. Damit wurde die deutsche Nummer 2 Letzter und wird aus seinem ersten echten Weltklasseturnier einige Schlüsse ziehen müssen. Jetzt geht es für Meier aber erstmal ab nach Amiland zum BWL-Studium. Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
30.07.2011 - In der neunten Runde des Sparkassen Chess-Meeting ließ Vladimir Kramnik nichts mehr anbrennen. Um seinen zehnten Titel in Dortmund zu sichern, benötigte der 14. Weltmeister lediglich ein Remis gegen Anish Giri und dieser dachte gar nicht daran, den Spielverderber zu mimen. Als ihm Kramnik die Möglichkeit bot, eine dreimalige Stellungswiederholung zu erzwingen, ließ sich der junge Niederländer nicht lange bitten und machte seinen Gegner so zum mehr als verdienten Turniersieger. Zumindest ein kleines Lächeln dürfte auch Hikaru Nakamura heute über das Gesicht gehuscht sein, denn er konnte Georg Meier besiegen. Obwohl der Deutsche erneut eine gute Partie spielte, sein immenser Zeitverbrauch brach ihm letztlich und ebenfalls erneut das Genick. Weitaus friedlicher gestaltete sich das Duell zwischen Ruslan Ponomariov und Liem Quang Le. Beide mühten sich zwar 49 Züge lang redlich, aber der Gegner wollte einfach nicht patzen und so musste der Punkt geteilt werden. Somit hat der Vietnamese weiterhin den zweiten Platz inner, aber noch können ihn Giri (im direkten Duell) und Ponomariov (gegen Meier) abfangen. Die letzte Runde beginnt morgen übrigens schon um 13 Uhr - die "Live"-Übertragung entsprechend um 13:15 Uhr. Am Ende dieses Berichtes finden Sie noch ein Video aus der Schmiede der DeepChess!!!-Crew mit Anish Giri, Georg Meier und Klaus Bischoff im Interview. Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
29.07.2011 - Es kam dem Tanz auf der Rasierklinge gleich, doch letztlich überstand Vladimir Kramnik in der achten Runde des Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund seine schlechte Stellung gegen Liem Quang Le ohne Schnittwunden. Dennoch hätte er sich nicht beklagen können, wenn er auf der Zielgeraden zu seinem zehnten Titel in Pott gegen den jungen Vietnamesen gestrauchelt wäre. Erneut gestrauchelt, aber ebenfalls nicht gefallen ist heute Georg Meier. Die ganze Partie über musste der Deutsche einen Minusbauer gegen Anish Giri verwalten, aber das tat er im Großen und Ganzen gut und verdiente sich so den halben Punkt gegen den niederländischen Meister. Mit einem Remis hätte auch Hikaru Nakamura zumindest halbwegs leben können, aber wie schon in der Hinrunde hatte Ruslan Ponomariov auch heute andere Pläne. Der Ukrainer setzte den Amerikaner früh unter Druck und erntete im Endspiel die Früchte seiner Bemühungen. Während Kramnik weiterhin komfortabel mit zwei Punkten vor Quang Le führt, teilen sich Meier und Nakamura die rote Laterne. Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
29.07.2011 - Sicherlich ist es etwas ungewöhnlich, den Turniersieger nicht in der obersten Titelzeile zu erwähnen, aber erstens gehen mir langsam die Carlsen-Überschriften aus, zweitens wurde er gestern schon gewürdigt und drittens ist die Leistung von Alexander Morozevich beim diesjährigen ACCENTUS-Grandmaster Tournament in Biel nicht minder beachtlich wie der doch zu erwartende Triumph von Magnus Carlsen! Nach seinem kürzlichen Sieg in der Russian Higher League bewies Moro auch in der Schweiz, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Zum Abschluss siegte er gegen Yannick Pelletier und unterstrich damit, dass er und Carlsen in Biel in ihrer eigenen Liga spielten. Während Carlsen durch seine hohe ELO nur einen kleinen Zugewinn erwarten darf, wird sich Morozevich wieder deutlich über die 2700 bugsieren und zumindest an der Top 20 kratzen. Die beiden anderen Partien des letzten Tages endeten übrigens recht unaufgeregt im Remishafen. Carlsen erreichte als Schwarzer gegen einen solide spielenden Fabiano Caruana keinen verwertbaren Vorteil und Maxime Vachier-Lagrave und Alexei Shirov versuchten gar nicht erst, den Gegenüber zu besiegen und trennten sich sehr zeitig friedlich. Endstand, Partien & Bilder... Offizielle Festivalseite
28.07.2011 - Allmählich wird es schwer, für den derzeitigen Vladimir Kramnik immer neue Superlativen zu erfinden. Kurzum, in der heutigen siebten Runde des 39. Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund lieferte die russische Nummer 1 erneut eine starke Leistung gegen einen ihm offensichtlich nicht gewachsenen Georg Meier ab. Ohne Gnade nutzte Kramnik im Mittelspiel jede Ungenauigkeit des Deutschen und verbesserte seine Stellung sukzessive zum verdienten Sieg - seinem nunmehr schon fünften im laufenden Turnier. Dieses Tempo kann die Konkurrenz nicht mitgehen und verliert weiter an Boden, weshalb selbst größte Pessimisten nicht mehr an dem zehnten Chess-Meeting-Titel des 14. Weltmeisters zweifeln dürften. Den zweiten Sieg des Dortmunder Schachtages landete Jungstar Anish Giri gegen Ruslan Ponomariov und bewies dabei, dass doch nicht alle Turmendspiele remis sind. Den Gegenbeweis lieferten wiederum Hikaru Nakamura und Liem Quang Le, wobei deren Turmendspiel nun wirklich für keine Seite gewinnbar war. So haben wir ein seltenes Tabellenbild, denn es gibt aktuell keine punktgleichen Spieler! Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite