Universität Keine Entscheidungen in Dortmund 4x Remis beim Chess-Meeting
30.07.2006 - Ausser dem Herausforderer des Chess960 Weltmeister bei den kommenden Chess Classic, Levon Aronian und dem Sieger von Dortmund 2005, Arkadij Naiditsch, verspürte heute keiner der Superstars der Schachszene beim Sparkassen Chess-Meeting ein besonderes Verlangen, das zu tun, was man sich als Fan wünscht - nämlich Schach zu spielen. In zwei der vier Begegnungen wurden ein paar Theoriezüge und höchstens noch ein paar nette Worte ausgetauscht, aber mehr war heute wohl nicht drin. Damit liegt die Remisquote nach zwei Runden bei beängstigenden 75% und wir werfen einen neidischen Blick hinüber ins schweizerische Biel...
Levon Aronian ist eindeutig der aktivste und risikofreudigste
Vertreter in diesem Spitzenfeld der Extraklasse, doch dafür überraschte
ihn sein heutiger Gegner Vladimir Kramnik vermutlich, als dieser das
Angenommene Damengambit als Waffe wählte. Und so kam es, dass die
Stellung sehr schnell einen remislichen Charakter trug. Und dennoch
sollte es die längste Partie des Tages werden, denn Aronian nutzte jede
kleine Chance, um kompliziert zu spielen. Doch es half alles nichts und
nach 43 Zügen gab es schlicht keinen Grund mehr, sich und den Gegner
noch weiter zu schinden..
Arkadij Naiditsch - Boris Gelfand 1/2
Ein recht hohes Risiko ging Arkadij Naiditsch gegen Boris Gelfand
ein, als er im Najdorf-Sizi ein bekanntes Figurenopfer auf b5 brachte.
Den Israeli russischer Herkunft konnte er damit jedoch nicht wirklich
beeindrucken und so war bald klar, dass Arkadij auf ein Remis würde
gehen müssen. Mit einer Figur weniger aber dafür etwas Initiative gen
dem gegnerischen Monarchen brachte er schließlich Gelfand dazu, der
Teilung des Punktes zuzustimmen. Nach der gestrigen Niederlage wird das
dem deutschen Vorjahressieger hoffentlich etwas mehr Sicherheit für die
nächste Runde geben.
Peter Svidler - Peter Leko 1/2
Nachdem die erste Runde sowohl für Peter Svidler als auch für Peter
Leko perfekt gelaufen war, verspürten beide heute keine gesteigerte
Lust, sich gegenseitig zu quälen. Nach 23 Zügen in einer hinlänglich
bekannten Najdorf-Variante im Sizilianer, teilte man den Punkt gerecht
aber unspektakulär auf.
Michael Adams - Baadur Jobava 1/2
Gegen Baadur Jobavas Caro-Kann versuchte sich Michael Adams mit dem
Panow-Angriff, doch etwas Zählbares konnte er nicht erreichen. Im
richtigen Moment forcierte der Georgier gegen den Briten einen
Generalabtausch in ein völlig ausgeglichenes Endspiel. Nach 23 Zügen war
der Spuk dann auch schon vorbei und die erste Partie des Tages friedlich
beendet.