Chess960 Spannendes Finale: Leonid Milov (Nürnberg) gewinnt 1. Main-Taunus-Cup im Chess960
03.10.2005 - Am Ende kam es so wie es sich schon in den Spielrunden zuvor angedeutet hatte: Kein Spieler konnte sich entscheidend von den Mit-Konkurrenten absetzen, das Spitzen-Rudel war immer ganz eng zusammen. Und so musste am Ende der siebten und letzten Runde beim innovativen Chess960 Turnier in Bad Soden die Chip-Rechen-Technologie entscheiden: Mit etwas Glück bei der Auslosung, aber auch einer gehörigen Portion Können hatte am Ende GM Leonid Milov die Nase dank besserer Feinwertung vorne, punktgleich vor IM Yuri Boidman vom SC 1850 Remagen und GM Viesturs Meijers vom ESV Nickelhütte Aue, alle mit 6 Punkten aus 7 Partien.
Organisatoren, Sponsoren, Gewinner:
Sonderpreise für die Gewinner
Die Sonderpreise gewannen Julia Schlein vom SC
Steinbach als beste bei den Frauen und Ferdinand Niebling vom SC
Frankfurt-West als bester Senior.
GM Zigurds Lanka (TSV Schott
Mainz) gewann die Alterskategorie der Über 40, Martin Peter vom SC 1975
Paimar bei den Über 20-jährigen und Tobias Makilla vom
Nachbarschaftsverein Kelkheim gewann die U20-Kategorie. Erfreulich für
den ausrichtenden Verein Schachclub Bad Soden: Julien Leach gewann die
U14-Preiswertung.
Apropos Paimar: Man muss nicht PISA-geschädigt sein,
wenn man nicht auf Anhieb weiß, wo denn genau Paimar liegt. Für alle,
die etwas Geographie-Nachhilfe brauchen: Paimar ist in die Stadt
Grünsfeld eingemeindet und liegt in der Nähe von
Tauberbischofsheim, also im Main-Tauber-Kreis im nördlichen
Baden-Württemberg an der Grenze zu Hessen. Der dortige Schachverein (
http://www.scpaimar.de/ ) spielt
in der Landesliga, Bereichs- bzw. Bezirksklasse Heidelberg / Odenwald.
37 registrierte Spieler zählt der Verein, darunter sind nahezu alle
Altersklassen vertreten.
Das punktgleiche Trio der Sieger:
Leonid
"Big M" Milov (oben), IM Yuri Boidman (links) GM Viesturs Meijers (rechts)
Geheimfavorit GM Viesturs Meijers musste sich
mit einem undankbaren dritten Platz zufrieden geben, punktgleich mit
Turniersieger Milov und nur getrennt durch eine Winzigkeit in der
Feinwertung. "Ich war ein bißchen Müde von der langen Autofahrt von
Österreich nach Bad Soden - da hat mir vielleicht die Spritzigkeit und
die Energie gefehlt", erläuterte der für Eisenhütte Aue spielende
Großmeister. Auch seine beiden Remis-Partien haben nicht geholfen, um
sich in der Turnierwertung entscheidend abzusetzen. Allerdings konnte er
den Mainzer Lokalmatador FM Tillmann Vogler, der in der
Turniergesamtwertung auf Platz 6 kam, entscheidend auf Distanz halten
und sicherte sich somit den Gesamtsieg im German Grand Prix 2005.
Daniel Pohlke
(Schachclub Bad Soden)
auf dem Weg zu seinem Rating-Sonderpreis.
Mit dem German Grand Prix 2005 in Chess960
schloss der Förderverein Frankfurt Chess Tigers erstmalig eine
Turnierserie in dieser innovativen Spielart in Deutschland erfolgreich
ab.
Über 550 Teilnehmer spielten in den
German-Grand-Prix Turnieren in Berlin, Offenbach, Deizisau, Mainz
(FiNet Open) und Bad Soden.
Die Resonanz der Teilnehmer ist überwältigend
und ein Beweis für die Akzeptanz von Chess960. Aber es ist nicht nur das
Spiel am Brett "ohne die Fesseln der Eröffnungstheorie", sondern auch
andere Faktoren spielen eine Rolle.
Eine spielerfreundliche und zuschauer-gerechte
Zeitregel (z.B. 60 Minuten pro Spieler pro Partie plus 30 Sekunden
Zeitgutschrift für jeden ausgeführten Zug) ermöglichen ein hohes
Spielniveau auch in der sonst beim traditionellen Schach üblichen
hektischen Zeitnotphase.
Ein mehrstufiges Sponsoren-Konzept mit
nationalen und regionalen Sponsoren ermöglichen es, dynamische
Preisfonds aus Sponsoren-Beiträgen und Teilnehmer-Beiträgen in
beträchtlicher Höhe auszuschütten. Und letztlich sorgt eine Zusammenarbeit der
Organisatoren für eine nahezu reibungslose Abwicklung der
Chess960-Turniere: Die lokalen Vereine mit ihren initiativen Vorständen
und Mitgliedern werden unterstützt durch die erfahrenen Mitarbeiter der
Chess Tigers.
Zufriedene Mienen:
Professor Dr. Eckhard Freise (links) und Dr. Matthias Kribben,
Präsident des Berliner Schachverbands (rechts)
Zwei Sieger:
GM Leonid Milov (links) und Julian Leach (rechts)
Bei der letzten Veranstaltung dieser Reihe
gab es beim 1. Main-Taunus-Cup ein Novum: Drei kooperierende lokale
Vereine, die Chess960 besonders fördern, arbeiteten Hand in Hand und
garantieren damit auch für zukünftige Veranstaltungen ein Optimum in der
Turnier-Organisationsqualität. Aus dem Rhein-Main-Bezirk waren es die
Vereine Frankfurt-West, Hattersheim und der ausrichtende Schachclub Bad
Soden, die tatkräftig für den reibungslosen Ablauf sorgten. Und wenn
dann noch mit Bürgermeister Norbert Altenkamp ein schachbegeisterter
Schirmherr der Veranstaltung gewonnen werden kann, ist die Einbindung in
die Aktivitäten einer Kommune gesichert.
Und so konnten bei dieser Gelegenheit auch die
innovativen jungen Vereinsvorstände, Roland Bettenbühl (Bad Soden),
Markus Busche (Frankfurt-West) und Rainer Rauschenbach (Hattersheim)
einen inoffiziellen Wettbewerb, also quasi den "Chairmen's Chess960 Cup"
untereinander ausspielen. Ob dabei Roland Bettenbühl, Ausrichter und
Tausendsassa der Organisation zwischen Bewirtungstheke,
Turniersaal, Turnierleiter-Büro und Pressevertretern hin und her
pendelnd, ein Stress-Handicap
gegenüber seinen Vorstandskollegen aus Frankfurt-West und Hattersheim
beanspruchte, ist nicht bekannt.
Gruppenbild mit Dame:
Christa Krawczyk von der Taunus Sparkasse im
Gespräch mit den
Organisatoren Roland Bettenbühl (links) und Hans-Walter-Schmitt (Mitte)
Als Christa Krawczyk, die Vertreterin des
Sponsors Taunus Sparkasse zur abschliessenden Siegerehrung auf die Bühne
schritt, hatte sie die Gewissheit, dass das Sponsoren-Konzept der
Taunus Sparkasse erfolgreich umgesetzt wird. Zuvor hatte sie im Gespräch
mit den Organisatoren die Pläne der Sparkasse für die Region erläutert:
"Früher hatte unsere Sparkasse bei sehr vielen Veranstaltungen die
verschiedensten Vereine unterstützt. Mal mit Plakaten oder
Kugelschreiber oder anderen Dingen. Doch wir haben unser
Sponsoren-Konzept neu durchdacht und uns entschieden, weniger Vereine
intensiver zu unterstützten".
Ähnlich sehen es auch die anderen Sponsoren, wie
z.B. der andere Haupt-Sponsor, Mainova, oder die anderen lokalen
mittelständischen Unternehmen aus der Stadt: Restaurant Altes Wirtshaus,
Café BonJour, Hotel Rohrwiesen und Ristorante La Cucina trugen alle zu
einem auch finanziell abgesicherten Turnier bei.
Begrüssung: Rainer Rauschenbach (Schachclub Hattersheim), Markus
Busche (Schachclub Frankfurt-West), Hans-Walter Schmitt (Frankfurt
Chess Tigers) und Roland Bettenbühl (Schachclub Bad Soden) bei der
Eröffnung (von links)
Ratingpreis-Gewinner: Tobias Makilla,
Peter Martin, Julian Leach, Zsigurds Lanka, Julia Schlein, Rainer
Raschenbach, Christa Krawczyk (Taunus Sparkasse) Ferdinand Niebling,
Marcus Busche (SC Frankfurt-West) Roland Bettenbühl (Schachclub Bad
Soden) Hans-Walter Schmitt (Chess Tigers) Jürgen Wienecke (ChessTigers)
Gewinner des Top-Scorer-Preises: Kurt
Gutzeit, Viesturs Meijers, Jens Kipper, Michail Ivanov, Tillmann Vogler,
Leonid Milov, Ryhor Isserman (von links)
Ein weiterer Erfolgsfaktor für die Akzeptanz von
Chess960 zeigte sich auch in der Leistungsbreite und Altersstruktur der
Teilnehmer. So vereinte der 1. Main-Taunus-Cup Spitzenspieler auf
Großmeister-Niveau mit Novizen, die teilweise noch ihrer ersten
Wertungszahl entgegensahen. Und das unterschiedliche Lebensalter der
Teilnehmer spiegelte sich in einer Altersbandbreite von den Senioren
Hermann Leipe oder Ferdinand Niebling mit über 70 Jahren bis hin zu den
jüngsten Teilnehmern Gabriela Vukusic oder Matthias Tauber mit gerade
einmal 7 Jahren.
Bürgermeister und Schirmherr des 1.
Main-Taunus-Cup Norbert Altenkamp
Seniorenpreis für Ferdinand Niebling
(Frankfurt-West)
Valentina Bello
(Schachclub Bad Soden)
Kurt Rätsch (links) spielte in der ersten Runde gegen Gabriela
Vukusic (rechts)
Frankfurter Würstchen:
Hans-Walter Schmitt (rechts) zeigt Turnierleiter Hans-Dieter Post
zum wiederholten Mal eine Analyse seiner Partie gegen Claus Henrici.
Julia Schlein vom Nachbarverein SC Steinbach
gewann den Rating-Sonderpreis der Frauen
Unter besonderer Beobachtung:
GM Zigurds Lanka in seiner Partie gegen FM Ryhor Issermann
Tobias Makilla (Schachfreunde Kelkheim) gewann den
Ü20-Sonderpreis
Kurt Fredershausen (Schachclub Bad Soden)
Kuchenspender: Christian Hannemann und Frau als
Bäckerpaar
Beugehaltung der Kuchenesser: für alle Generationen etwas
Leckeres
FM Tillmann Vogler
Notationspflicht für Alle
Bürgermeister Altenkamp
Foto: Sebastian Lukas
Philipp Herzberger
(Main-Taunus-Schachbezirk)
Foto: Sebastian Lukas