Chess960 Berliner Innovationen: Mannschaftsmeisterschaften in Chess960
05.08.2005 - Gleich mit zwei Innovationen wartet der Berliner Schachverband auf: Am kommenden Wochenende finden die ersten Chess960-Mannschaftsmeisterschaften statt. Diese Innovation geht auf Initiative des Präsidenten des Berliner Verbandes, Dr. Matthias Kribben zurück, der schon als Einzelspieler das besondere Flair des Chess960 unter Turnierbedingungen kennenlernte. Anfang 2005 organisierte er in Berlin das erste von mehreren Chess960-Grand-Prix-Turnieren. Weitere Turniere fanden danach in Offenbach und Deizisau (bei Stuttgart) statt, im Oktober soll mit dem 1. Main-Taunus-Cup ein weiteres Chess960-Turnier stattfinden.
Neben den
Chess960-Mannschaftsmeisterschaften können die Mannschaftsführer der
Chess960-Vereinsmannschaften noch von einer weiteren Innovation dieser
Veranstaltungen profitieren. Die Notwendigkeit, zeitraubende
Mannschaftssitzungen mit spezifischen taktischen Vorbereitungen (Motto:
Dein Gegner am 3. Brett spielt leidenschaftlich gern die Leningrader
Variante der holländischen Verteidigung – hoffentlich hast Du sie vorher
genau analysiert….) kann beim Chess960 eigentlich ersatzlos gestrichen
werden. Das geflügelte Sepp-Herberger-Zitat „Nun geht mal auf den Platz
und gewinnt schön…“ wird in einer schachlichen Analogie umformuliert:
„Nun setzt Euch mal ans Brett – und gewinnt einfach…“
Diesen Leitsatz wollen 14
Berliner Schachvereine sich zu Herzen nehmen, wenn sie am Wochenende in
einem 5-Runden-Schweizer-System-Turnier aufeinander treffen. Der
Ausrichter, BSG Eckbauer, ist zwar der älteste Schachverein
Deutschlands, beweist aber mit dieser Veranstaltung, dass der Verein und
seine Schachspieler nicht der Vergangenheit behaftet sind, sondern mit
dem Zug der Chess960-Zeit reisen. Veranstalter ist der Berliner
Schachverband, unterstützt von Swiss Life.
Vergangenheit
und Zukunft
Als Einstimmung auf das
innovative Chess960-Turnier haben wir für die Leser das "Berliner Quiz"
vorbereitet: Welcher der unten genannten Schachspieler war Mitglied in
der Berliner Schachgesellschaft Eckbauer 1827 e.V.?
1. Jean Dufresne:Autor
„Lehrbuch des Schachspiels“
2. Curt von Bardeleben:
Deutscher Meister 1893. Seine berühmteste Partie war die Niederlage
gegen Wilhelm Steinitz im Turnier zu Hastings 1885. Die Partie ging in
die Schachgeschichte als "die Unsterbliche" ein. Wie das Ende der Partie
verlief, ist hingegen fast nur Schachhistorikern bekannt: von Bardeleben
entfernte sich wortlos aus dem Turniersaal und ließ seine noch
verbleibende Bedenkzeit auslaufen. Am nächsten Tag beauftragte er einen
Boten, die Nachricht von seiner Kapitulation zu übermitteln.
3. Adolf Anderssen:
Weltmeister 1851-1858, 1862-1866
4. Johannes Hermann
Zuckertort: inoffizieller Weltmeister 1883-1886
5. Emil Schallopp:
Meister, nach ihm wurde die Schallopp-Verteidigung benannt
6. Simon Winawer:
Deutscher Meister 1883, nach ihm wurde die Winawer-Variante in der
Französischen Verteidigung benannt
7. Jacques Mieses:
Großmeister, schrieb über 40 Titel zum Schachspiel
8. Richard Teichmann:
Großmeister
9. Horatio Caro:
Großmeister, 1. Berliner Meister 1904, Analyse der
Caro-Kann-Verteidigung