04.08.2005 - Der Hilton-Küchenchef hat wieder gezaubert und für den Gourmet-Club anläßlich der Chess Classic Mainz eine Menüfolge zusammengestellt, die nicht ohne Grund hervorragend zum Thema Schach paßt. Ab 18:00 Uhr findet von Donnerstag bis Sonntag der Gourmet-Club in den Restaurant-Räumlichkeiten des Hilton Hotels statt. Und dabei gibt es drei Leckerbissen: Die abendlichen Spitzenduelle zwischen Anand und Grischuk sowie Peter Svidler und Zoltan Almasi werden aus dem großen Saal der Rheingoldhalle direkt in den Gourmet-Club übertragen. Dort erleben Sie, wie Experten-Kommentatoren GM Vlastimil Hort, GM Eric Lobron, GM Artur Jussupow oder GM Rustem Dautov die Partien kommentieren und damit die Feinheiten der Brett-Positionen und der Varianten näher erläutern. Dazu genießen die eingeladenen Gäste der Chess Classic Sponsoren eine Speise-Folge, die speziell auf das Thema Schach zusammengestellt wurde.
Sizilien
Carpaccio
frisch aufgeschnitten mit Ruccola
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Picorino Sardowürfel mit grünen
Oliven
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Taubenbrust auf Risotto
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Gegrillter Fenchel mit
Rotbarbenfilet
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Kaninchenrücken im Speckmantel
(Lardons vom Kaninchenrücken)
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Frische Feigen gebacken
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Orangenfilettörtchen
Die Sizilianische Verteidigung ist aus der
Schachtheorie nicht mehr wegzudenken und zahllose Varianten und
Untervarianten beweisen die Beliebtheit dieser modernen
Verteidigung. Die Eröffnung ist etwa 400 bis 500 Jahre alt und
wurde zuerst in Italien gespielt.
Diese Eröffnung führt oft zu einem
"scharfen Kampf". In der Turnierpraxis erfreut sich der
"Sizilianer" sowohl auf Klubspieler- als auch auf
Großmeister-Niveau großer Beliebtheit. Eine sehr große Zahl an
Großmeistern setzt die Sizilianische Verteidigung mit den
schwarzen Steinen regelmäßig ein, die berühmtesten
Sizilianischspieler sind allerdings Garri Kasparow und Bobby
Fischer, die an stetigen Erneuerungen und Verbesserungen der alten
Verteidigung maßgeblich beteiligt waren.
Die Namensgebung
der Spanischen Partie geht auf den spanischen Priester Ruy Lopez
de Segura zurück, der im Jahre 1561 ein detailliertes Buch über
sein Studium dieser Schacheröffnung präsentierte. Nach ihm wird
das Spiel auch gelegentlich Ruy-Lopez-Eröffnung genannt.
Die Idee hinter
der Spanischen Partie ist ein indirekter Angriff auf den Bauern
e5, durch den Angriff auf seinen Verteidiger, den Damenspringer
auf c6.
Die Spanische
Partie beginnt mit den Zügen 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6
3.Lf1-b5. Sie entwickelt sich aus dem Königsspringerspiel.
Spanien
Spieße von der
geräucherten Entenbrust mit Mango
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Mit Frischkäse gefüllte
Pepperoni
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Gegrillte Zwiebeln
Gehobelter Hartkäse
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Backpflaumen im Speckmantel
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Manchego
Käsewürfel mit Salzmandeln
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In Rotwein geschmorte
Kalbshaxenscheiben
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Fritierte Sardinen
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Crème „Katalan“
Russland -
Россия
Borschtsch mit
Schinkenstreifen
Борщ с полосой ветчины
Rose vom geräucherten Stör Dillsahne
Роза копченого осетра Диллзане
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Piroggen mit Rindfleisch und
Roter Beete
Piroggen с говядиной и Красных грядок
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Quarknocken mit Backpflaumen
Творожные кулаки с сушеными сливами
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Gefüllte Kartoffelknödel auf
Rahmkraut
Наполненные фрикадельки картофеля на траве сливок
Russischer Abend -
Русский вечер
Die Russische Verteidigung wurde
nach den beiden russischen Schachmeistern Petrov und
Jaenisch benannt. Diese haben als erste eine genaue Untersuchung
dieser Eröffnung durchgeführt. Die Eröffnung gilt als äußerst
wagemutig, da hier ein Angriff durchgeführt wird, obwohl Schwarz
nicht das Tempo des Spiels hat. Hinzu kommt, daß der eigene
Königsbauer sträflich vernachlässigt wird, was dem aktuellen Stand
der Entwicklungslehre
widerspricht. Dem Schwarz Spielenden kann nur angeraten werden,
diese Verteidigung gegen stärkere Spieler zu
vermeiden. Gleichwohl gilt die Russische Verteidigung von jeher
als solide. Kommentator GM Artur Jussupow gilt als ausgewiesener
Experte dieser Eröffnung, zeichnet er doch als Autor des
Standard-Werks "Die Russische Verteidigung" (Edition Olms 1999)
verantwortlich.
Der Rheinische Abend steht ganz im Zeichen der Stadt Mainz. Seit
geraumer Zeit hat Mainz eine wichtige Rolle als Innovationszentrum
gespielt. So wurde im Mittelalter die Revolution im Buchdruck
eingeläutet, als Johannes Gutenberg eine Technologie entwickelte,
die den Einsatz variabler Druck-Typen erlaubte. Fortan war es ein
leichtes, Bücher zu ökonomisch akzeptablen Bedingungen zu drucken
und zu vertreiben. Eine zweite Innovation erlebte die Stadt Mainz
im Jahre 1793. Die Ideen der Aufklärung führten in Frankreich zur
Revolution. Nachdem Frankreich in den Koalitionskriegen 1792 die linksrheinischen Gebiete des Reiches einschließlich
Mainz erobert hatte, fanden auf Veranlassung der Besatzungsmacht
1793 die ersten freien Wahlen statt. Diese Mainzer Republik gilt als erste Demokratie auf deutschen
Boden.
Die dritte Innovation in Mainz bezieht sich auf das
alljährlich stattfindende weltweit grösste Chess960 Open-Turnier
und das Chess960-Weltmeister-Match.
Im Chess960 werden die Ausgangsstellungen der
Figuren erst unmittelbar vor Partiebeginn ausgelost, deshalb gilt
diese Spielvariante als ein Spiel „ohne die Fesseln der
Eröffnungstheorie.“ Die für Mainz wichtigste Grundstellung ist
die Startaufstellung 05, weil dies die magische Zahl für
Karnevalisten („fünfte Jahreszeit“) und Sportfans
(1. FSV Mainz 05) ist. Zahlenfanatiker haben bereits ausgerechnet, dass die Startaufstellung 05 während der Chess
Classic Mainz 2005 mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:32 ausgelost
wird. Falls es in der Tat zu einer Chess960- Partie mit der
ausgelosten Startaufstellung 05 kommt, wird diese Grundstellung
sicherlich in die Annalen der Chess960-Geschichte als „Mainzer
Position“ eingehen.