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Überraschung beim ersten Bad Sodener Freiluft Chess960 Turnier
04.07.2005 - Am Anfang hatten sie alle gut lachen: Bürgermeister Altenkamp war gekommen, um zum Auftakt des 1. Bad Sodener Freiluft Chess960 Turnier den Teilnehmern "Glückauf" zu wünschen und die Eröffnungspartie gegen den Vorsitzenden des Schachclub Bad Soden Roland Bettenbühl zu spielen. Lefti Chatsiathanasiadis freute sich über die starke Teilnehmer-Resonanz und die zahlreichen Zuschauer, die das Geschehen vor seinem Restaurant "Altes Wirtshaus" am Adlerplatz in Bad Soden verfolgten. Organisator Hans-Walter Schmitt freute sich, weil er sich gute Chancen auf einen Turniersieg ausrechnete, denn sein Angstgegner, FM Tilmann Vogler aus Mainz war nicht unter den Turnierteilnehmern. Und Turnierleiter Geir Smith-Meyer freute sich, mit seinem neuen Computer die Turnierergebnisse bequem und schnell auswerten zu können. Doch am Ende freute sich nur Einer: ihm war die Überraschung gelungen, er gab allen Turnierfavoriten das Nachsehen.

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Die ehrenwerte Gesellschaft (von links): Organisator Hans-Walter Schmitt, Bürgermeister Norbert Altenkamp, Wirt Elefterios Chatsiathanasiadis, SC Bad Soden-Vorstand Roland Bettenbühl, Chess Tiger Vorstand Günter Drebes Turnierleiter Geir Smith-Meyer

Gleich in der ersten Runde traf der heimliche Turnierfavorit Andreas Haasler, der mit einer DWZ von 2174 aus Heidesheim (Rheinland-Pfalz) anreiste, auf den Senior des Turniers, Rudi Schäfer vom SC Bad Soden.

Schäfer war nach der Papierform mit 1172 als wesentlich schwächerer Gegner eingestuft.

Doch er zeigte, daß er besonders im Chess960 ohne die Fesseln der Eröffnungstheorie ein gefährlicher Gegner sein kann und brachte Andreas Haasler an den Rand einer Niederlage.

Haasler konnte sich noch durch forcierte Zugwiederholung ins Remis retten - der erste Punktverlust war fällig.

Damon Whyte (links) aus Sydney, Australien gegen Roland Bettenbühl

Auch Roland Bettenbühl vom SC Bad Soden tat, was er die ganze Saison über am häufigsten getan hatte.

Er strapazierte einmal mehr seine freundliche Einstellung zum Spiel, betonte die internationale Gastfreundschaft und trennte sich von Damon Whyte aus Sydney (Australien) mit einem Unentschieden.

In der zweiten Runde musste auch Hans-Walter Schmitt den ersten Dämpfer in seinen Sieg-Ambitionen hinnehmen, Sven Meisgeier nahm ihm einen halben Punkt in der Spitzenbegegnung der zweiten Runde ab.

Roland Bettenbühl remisierte mit Schwarz gegen seinen Vereinskameraden Ulrich Götting, der mit seinem Familien-Fan-Club zur moralischen Unterstützung angereist war.

Daniela Klotz als einzige weibliche Teilnehmerin zeigte in ihrer Partie gegen den jüngsten Teilnehmer, den sechsjährigen Ramin Javaheri zwar ihr freundliches Lächeln, verzichtete aber nicht auf einen vollen Punktsieg gegen den Youngster.

In der dritten Runde kam es an Brett eins zum Aufeinandertreffen zwischen Gerolf Dietz und Günter Drebes von den Schachfreunden Schöneck, sie trennten sich leistungsgerecht unentschieden. Am unteren Ende der Tabelle konnte Daniel Pohlke seinen ersten vollen Punktgewinn gegen den 9jährigen Aarmaan Javaheri verbuchen.

Sven Meisgeier

Die vierte und vorletzte Runde sollte eine Weichenstellung für den späteren Turniersieg bringen.

Andreas Haasler setzte sich gegen den Punktgleichen Sven Meisgeier durch, Gerolf Dietz mit Schwarz verpasste Hans-Walter Schmitt eine unerwartete Niederlage und Günter Drebes kam gegen Geir Smith-Meyer nicht über ein Unentschieden hinaus.

Der Australier Damon Whyte erzielte gegen den Schwaben Daniel Pohlke  einen vollen Punktgewinn.

Die jüngsten Teilnehmer des Turniers, die Brüder Javaheri, kamen im Familienduell auf ihre Kosten als der 6-jährige Ramin seinen älteren Bruder Aarmaan besiegte.

Gerolf Dietz,Bad Soden

Andreas Haasler,Heidesheim

Kurt Gutzeit, Burgsinn

Hans-Walter Schmitt, Bad Soden

Aarmaan Javaheri, Hofheim

Nun ging es also um die Wurst: die fünfte und letzte Runde wurde mit den Punktgleichen Gerolf Dietz und Andreas Haasler an Brett eins sowie Kurt Gutzeit gegen Günter Drebes an Brett zwei bestritten. Auch Daniel Großjohann (mit Schwarz gegen Sven Meisgeier) rechnete sich mit 3 Punkten noch Chancen auf den Turniersieg aus, sollten die anderen Spieler patzen. So kam es zum spannenden und äusserst knappen Endergebnis: Gerolf Dietz und Andreas Haasler einigten sich in einem Turm und Bauern-Endspiel auf ein gerechtes Remis, Kurt Gutzeit vom SV Burgsinn in Unterfranken gewann gegen Günter Drebes und Sven Meisgeier gab Großjohann mit 1:0 das Nachsehen.

Elefterios Chatsiathanasiadis, Andreas Haasler, Gerolf Dietz, Kurt Gutzeit, Geir Smith-Meyer (von links nach rechts)

Mit einem winzigen Vorsprung in der Buchholz-Feinwertung behielt Gerolf Dietz die Nase vorn vor Andreas Haasler (beide 4.0 Punkte aus 5 Runden) - die Überraschung im 1. Bad Sodener Freiluft Chess960 Turnier im "Alten Wirtshaus" war perfekt.

Rang

Name Verein/Ort Punkte Buch-
holz
1 Dietz, Gerolf Bad Soden 4.0 15.0
2 Haasler, Andreas Heidesheim 4.0 14.0
3 Gutzeit, Kurt Burgsinn 4.0 13.0
4 Schmitt, Hans-Walter Bad Soden 3.5 14.5
4 Meisgeier, Sven Bad Soden 3.5 14.5
6 Lampert, Joachim Königstein 3.5 12.5
7 Drebes, Günter Schöneck 3.0 13.5
8 Großjohann, Daniel Bad Soden 3.0 13,0
9 Schiffmann, Herbert Usingen 3.0 11.5
10 Smith-Meyer, Geir Bad Soden 2.5 14.0
11 Schäfer, Rudi Bad Soden 2.5 14.0
12 Resa, Hans Farid Lerchenberg 2.5 13.5
13 Götting, Ulrich Bad Soden 2.5 13.0
14 Reem, Eric van Frankfurt-West 2.0 12.0
15 Bettenbühl, Roland Bad Soden 2.0 12.0
16 Celakov Bad Vilbel 2.0 11.0
17 Hakimi, Sam Walldorf 2.0 9.0
18 Pohlke, Daniel Bad Soden 2.0 9.0
19 Whyte, Damon Sydney, Australien 1.5 13.0
20 Klotz, Daniela Bad Soden 1.0 13.0
21 Javaheri, Ramin Hofheim 1.0 8.5
22 Javaheri, Aarmaan Hofheim 0.0 10.0

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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