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Chess960
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Starkes Echo auf erste Computer Weltmeisterschaft im Chess960
Chess960 Computer WM mit über 20 Teilnehmern?
17.04.2005 - „Als wir die Ankündigung der ersten Computer WM im Chess960 Ende Dezember 2004 veröffentlicht haben, war uns nicht klar, wie die Schachprogrammierer die Veranstaltung aufnehmen werden“ erinnert sich Eric van Reem. Aber schon im Januar lagen den Organisatoren zehn feste Anmeldungen vor. Inzwischen gibt es mehr als 20 feste Anmeldungen“; das Event wird also in jedem Fall stattfinden und innovatives und spannendes Chess960 bieten.

„Das Event ist ein wichtiger Bestandteil unseres Konzeptes, denn Chess960 braucht leistungsfähige Engines als Werkzeuge zur Analyse“ sagt Hans-Walter Schmitt, Chef der Chess Tigers e.V., dem Veranstalter der Computer Weltmeisterschaft. „Wir freuen uns über die hohe Resonanz, die unser Event bei den Schachprogrammieren offensichtlich findet und werden alles tun, um ein Turnier zu organisieren, das den hohen Standards entspricht, die wir uns auch beim FiNet und Ordix Open gesetzt haben“.

Mark Uniacke
Picture: Eric van Reem

Als eines der Highlights gibt Eric van Reem bekannt, dass Mark Uniacke, der Autor von Hiarcs, seine Teilnahme bestätigt hat. „Mark war von Anfang an begeistert von der Idee, Hiarcs auf Chess960 zu erweitern. Hiarcs ist eine hervorragende positionelle Engine und gehört meiner Meinung nach in jedem Fall zu den Favoriten. Hiarcs hat in Chess960 Testturnieren immer sehr gut abgeschnitten. “ Eric kennt Hiarcs und Mark Uniacke gut, denn in 2003 organisierte er zusammen mit der Stiftung Chess Events Maastricht ein Match über 4 Partien zwischen dem Weltklassespieler GM Evgeny Bareev und Hiarcs. In diesem Match, das 2:2 unentschieden endete, konnte Hiarcs einmal mehr durch sein Positionsverständnis glänzen und musste sich auch gegen einen so starken Positionsspieler wie Bareev in keiner Partie geschlagen geben.

Zwei weitere Entwickler von Schach-Engines mit kommerziellen Anwendungen werden mit dabei sein: der Belgier Gian-Carlo Pascutto mit Sjeng und das Team um Anaconda, Frank Schneider und Kai Skibbe. Bedeutet das, dass die Amateure zwangsläufig leer ausgehen werden?

„Wir haben den Preisfonds ganz bewusst so aufgeteilt, dass nicht nur die professionellen Programmierer eine Chance haben, Geld mit nach Hause zu nehmen. Wir verteilen den Preisfonds so, dass auch Amateurprogrammierer eine Chance haben, bei der Verteilung mit dabei zu sein“, erklärt Eric van Reem.

Zugesagt hat auch das Team von Spike, Ralf Schäfer und Volker Böhm, eine der Überraschungen des Computerschach Turniers in Paderborn. Dort belegte das Programm am Ende den vierten Platz und war damit das erfolgreichste Amateurprogramm des Turniers.

Am schnellsten gehandelt hat aber ein anderer: Anastasios Milikas aus Griechenland. Der sympathische Grieche teilte den Organisatoren schon im März mit, dass seine Engine AICE schon jetzt auch in einer Chess960 Version verfügbar ist und im Internet zu Download bereit steht.

Richard Pijl
Foto: Thilo Gubler

Selbstverständlich mit dabei ist Richard Pijl, dessen Programm The Baron im Vorfeld der Computer WM ein Exhibition Match im Chess960 gegen den amtierenden Chess960 Weltmeister GM Peter Svidler austragen wird.

Mit dabei sind außerdem Tord Romstad mit Glaurung, Volker Annuss mit Herrmann, Reinhard Scharnagl mit Smirf, Tony van Roon-Werten mit Xinix, Ralf Dörr mit Nexus, Daniel Mehrmann mit Homer, Tom Vijlbrief und Hans Secelle mit Ant, Roland Pfister mit Patzer, Fritz Reul mit List, Jochen Peussner mit Neurologic, Jaime Benito mit Ayito, Eric Tricki mit E.T. Chess, Dimitry Morozov mit Quazar, Thomas Meyer mit Quark, sowie Stefan Knappe mit Matador. Alle Programmierer werden persönlich Ihre Engines bedienen.

Mit mehr als 20 Teilnehmern wäre die Chess960 Computer WM das erfolgreichste Computerschach Event seit Jahren. Zum Vergleich: an der Computer-WM im traditionellen Schach, die im August 2004 in Tel Aviv ausgetragen wurde, nahmen 14 Programmierer teil. Das größte Turnier in Deutschland, das IPCCC in Paderborn, das Ende Februar ausgetragen wurde, konnte 16 Teilnehmer aufweisen.

„Ich war in den letzten Jahren bei allen wichtigen Computerschachturnieren anwesend und ich habe gemerkt, dass es immer schwieriger wird, ein interessantes Teilnehmerfeld zu bekommen. Diese WM ist genau richtig, um das Interesse an Computerschach wieder neu zu entflammen“, sagt van Reem, Chefredakteur der niederländischen Zeitschrift „Computerschaak“.

Vielleicht liegt das auch daran, dass im Chess960 wirklich Programm gegen Programm spielt, und nicht Eröffnungsbuch gegen Eröffnungsbuch. Die Resonanz der Entwickler aus aller Welt zeigt, dass Chess960 eine neue und interessante Herausforderung darstellt. Stefan Knappe, Entwickler des Programms Matador, sagte in Paderborn nach einer verlorenen Partie: „mein Programm ist nicht schlecht, aber ich verliere regelmäßig, weil mein Buch nicht gut genug ist. Die Chess960 WM ist für mich deshalb eine ausgezeichnete Gelegenheit zu zeigen, dass mein Programm richtig gut spielen kann.“

Offen ist momentan die Frage des Hardwaresponsors. „Wir sind im Dialog mit zwei Unternehmen, die sehr gut zu dem Event passen würden. Noch haben wir keine feste Zusage, aber wir werden weiter versuchen, den Teilnehmern vor Ort Hardware zur Verfügung zu stellen“ sagt Eric van Reem.

Mark Vogelgesang

Published by Mark Vogelgesang

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