Chess960 Albert Einstein hätte seine Freude gehabt...
27.01.2005 - Albert E. hätte vor genau 100 Jahren seine Freude gehabt - wenn schon
in jenen erfindungsträchtigen Jahren auch die Schachwelt die Relativität
der Materie und der Zeit erkannt hätte.
Als der junge Albert Einstein
1905 gerade mit intellektueller Leichtigkeit ohne gleichen seine
bahnbrechenden Erfindungen beendete, begeisterte sich die Schachwelt
noch am Romantik-Stil der Spieler wie Anderssen, Murphy.
Später kamen die Dogmatiker wie Steinitz, Lasker und Tarrasch, ehe die Klassiker Capablanca und Aljechin folgten.
Mit Steinitz, Lasker, Capablanca und Aljechin entwickelte sich das moderne Schach weiter. Es
blieb jedoch dem genialen und gleichermassen exzentrischen Spieler
Bobby Fischer vorbehalten, die nächste Stufe des Schachspiels
vorzugeben.
Die zufallsbedingte spiegelbildliche Auslosung der Figuren sollte die
unendlichen Verästelungen der Eröffnungs-Theorie - ähnliche wie in den
mathematischen Mandelbrot-Fraktal-Modellen visualisiert - vermeiden.
Benoit Mandelbrot, in Warschau geborener Mathematiker, gilt als
Wegbereiter der Fraktal-Mathematik, die insbesondere in leistungsfähigen
Computer-Graphik-Systemen beeindruckende optische Vielfalt und
Verästelungen darstellt - wie just die immer mehr verfeinerte und
verästelte Schachtheorie der heutigen Super-Großmeister.
Fischer Random Chess (FRC) oder Chess960 wie es heute genannt wird, wurde ins
Leben gerufen. Auch bei der Bedenkzeit wurden neue Wege eröffnet. Mit
drei standardisierten Bedenkzeiten können nun alle Wenigzeitinhaber -
losgelöst von den Fesseln der Theorie - ihre Wunschgeschwindigkeit
realisieren. Die Bedenkzeiten in Chess960 sind einfach:
Normal: 60 Minuten + 30 Sekunden pro ausgeführtem Zug
Schnell: 20 Minuten + 5 Sekunden pro ausgeführtem Zug
Blitz: 4 Minuten + 2 Sekunden pro ausgeführtem Zug.
Mit diesen Zeitklassen kann sichergestellt werden, daß unterschiedliche
Geschwindigkeiten gespielt werden und es wird zudem mit einer
Zeitgutschrift pro ausgeführtem Zug vermieden, daß der Gegner "über die
Zeitgrenze" gehoben wird. Auch diese Neuerung wurde zuerst von Robert James "Bobby" Fischer konzipiert und mit den heutigen modernen digitalisierten
Schachuhren von DGT Projects sind die Hindernisse einer flexiblen Zeitregel überwunden.
Nun stehen die Grundwerte des Schachs wieder im Mittelpunkt des
Spiels: Material, Tempo, Position bekommen wieder ihren ursprünglichen
Stellenwert zurück, genau so wie Einstein die Welt der Physik und
Mathematik mit seinem Theorem zur Relativität der Zeit, des Raums und
der Gravität beeinflusst hat.