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Some like it hot
26.06.2026 - Die Wetter-App hatte tropische Temperaturen angekündigt. Schachspieler sahen sich bereits schweißgebadet auf den Königsflügeln dahinschmelzen. Doch die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: Sowohl die 230 Teilnehmer der Youth Classic am 20.06.2026 als auch die 127 Spieler der Deutschen Chess960-Schnellschachmeisterschaft konnten sich über angenehm temperierte Spielsäle freuen. Gespielt wurde heiß – die Räume blieben cool.

Der Chronist und etatmäßige Turnierleiter musste sich wegen schulischer Verpflichtungen vertreten lassen. Christian Gießelbach übernahm das Zepter und leitete beide Turniere souverän.

Die Youth Classic

Das Jugendturnier am Samstag wurde in 3 Altersklassen ausgetragen. Viele Schüler aus den Schach-Arbeitsgemeinschaften der Rhein-Main-Region sammelten erste Turniererfahrungen – vielleicht ein Anstoß, einen der vielen Vereine der Region beizutreten.

Dass auch die „Kleinen“ schon beachtliche Ratings vorweisen können, zeigt ein Blick auf das Teilnehmerfeld U10: 3 Spieler mit einem Rating über 1700. Die Förderung im Verein spiegelte sich auch im Endstand wider:

1. Prahasith Reddy Chaganti Mönchengladbacher SV
2. Georg Derr VSG 1880 Offenbach
3. Tommy Nguyen SC Aschaffenburg e.V.
4. Artem Pushkarov Sfr Stiller Zug Wiesbaden
5. Johan Henrik Fechner Vorwärts Orient Mainz
6. Joseph Stephan Shtogrin SAbt TuS Makkabi Ffm
7. Zarema Sydykova SK 1858 Gießen
8. Muhe Wang SC Eschborn 1974


Der Endstand in der U14:

1. Peter Steinbrenner SK Kaiserslautern 1905
2. Dakxwin Sutharjan SF Brackel 1930 e. V.
3. Theo Draude SF Korbach
4. Melchior Fleißner SC 1952 Obertshausen
5. Lenn Schomann SK Langen
6. Savelii Osipov SVG Eppstein 1932
7. Illia Shneider Schachforum Darmstadt 1994
8. Joochan Kim SC Steinbach


In der Juniors-Klasse (U18) siegten

1. FM Timur Kocharin OSG Baden-Baden
2. IM Christian Glöckler Wiesbadener SV 1885
3. FM Bayastan Sydykov SC Viernheim 1934 e.V.
4. Mansur Mukazhanov TSV Schott Mainz
5. Maximilian Steigleder Sfr.1932 Kelkheim
6. Ivan Mastiuk SK 1858 Gießen
7. Tymur Musiienko Wiesbadener SV 1885
8. Platon Musiienko Wiesbadener SV 1885

Sieger der U18: Timur Kocharin


Zu gewinnen gab es in den Klassen U10 und U14 wertvolle Sachpreise der Firma Chessbase und in der U18 ansehnliche Geldpreise, Herzlichen Glückwunsch allen Siegern und Dank an die Sponsoren!

Die 11. Deutschen Schnellschach-Meisterschaften im Chess960

Das Teilnehmerfeld der inzwischen 11. Deutschen Chess960-Meisterschaft konnte sich sehen lassen: Fünf Großmeister, fünf Internationale Meister und dreizehn FIDE-Meister wagten den Sprung ins Abenteuer der zufällig ausgelosten Anfangsstellung. Angeführt wurde das Feld von den Publikumslieblingen Daniel Fridman und Christian Glöckler – ein deutliches Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Frankfurter Turnier in der Schachszene genießt.

An der Tabellenspitze herrschte reger Betrieb. Nach vier Runden waren nur noch Christian Glöckler, Malek Koniahli und Andrey Orlov ohne Punktverlust unterwegs. Doch dann schlug die verflixte fünfte Runde zu: Malek Koniahli und Andrey Orlov mussten Federn lassen, Christian Glöckler stand plötzlich allein ganz oben. Lange hielt die Freude allerdings nicht. Im Wiesbadener Vereinsduell setzte sich Daniel Elias Ochs gegen den Jungstar durch und sprang selbst an die Spitze.

Doch Chess960 wäre nicht Chess960, wenn die letzte Runde nicht noch einmal alles auf den Kopf stellen würde. Daniel Elias Ochs traf auf GM Igor Glek, verlor die Partie – und machte damit den Weg frei für Malek Koniahli vom Hamburger SK, der sich mit sechs Punkten den Titel des Deutschen Chess960-Meisters 2026 sicherte. Herzlichen Glückwunsch!

Endstand:

Platz Spieler Punkte
1 Malek Koniahli 6,0
2 Daniel Fridman 6,0
3 Christian Glöckler 6,0
4 Igor Glek 6,0
5 Daniel Elias Ochs 5,5
6 Bayastan Sydokov 5,5
7 Andrey Orlov 5,5
8 Matthias Dann 5,5

 

Sieger 2026: Malek Koniahli

Mannschaftswertung

Den Mannschaftstitel sicherte sich das starke Team aus Wiesbaden mit Christian Glöckler, Daniel Elias Ochs sowie Platon und Tymur Musiienko. In genau dieser Besetzung vertreten sie bereits am kommenden Wochenende die hessischen Farben bei der Deutschen Blitz-Mannschaftsmeisterschaft in Ettlingen. Wenn dort genauso viele Punkte gesammelt werden wie hier, dürfte sich die Konkurrenz warm anziehen. Viel Erfolg!

Platz zwei ging an den SV Oberursel vor dem SC Flörsheim.

Ratingpreise

U2200
• Tim Lehmann (Limburg)
• Platon Musiienko (Wiesbaden)
• Marius Lauer (Kaiserslautern)

U1900
• Sindy Kail (Großwallstadt)
• Günter Weber (Flörsheim)
• Lev Cherniavskii (Groß-Zimmern)

U1600
• Axel Biesdorf-Pencenat (Hofheim)
• Thomas Kretschmer (Karlsruhe)
• Zarema Sydykova (Gießen)

Den Jugendpreis gewann Timur Kocharin (Baden-Baden). Als bester Senior wurde Stefan Solonar (Offenbach) ausgezeichnet, den Preis für die beste Spielerin erhielt Gulsana Barpiyeva (Hofheim). Gratulation allen Preisträgern!

Und zum Schluss ...

Bleibt noch die Frage: Wer darf eigentlich Deutsche Meister küren?

In den vergangenen Jahren lag diese Aufgabe zuverlässig in den Händen des Chess Tigers Fördervereins. Inzwischen hat auch der Deutsche Schachbund den Chess960-Zug nicht nur gehört, sondern möchte offenbar selbst aufspringen. Dabei wurde zwischenzeitlich sogar die Rechtmäßigkeit der bisherigen Ausrichtung hinterfragt.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, die Beteiligten sind sich nähergekommen und die Hoffnung lebt, dass es 2027 in Frankfurt eine Neuauflage der Deutschen Chess960-Schnellschach-Meisterschaft geben wird – idealerweise gemeinsam mit dem DSB statt gegeneinander. Schließlich gilt auch im Schach: Zusammenarbeit ist oft stärker als Konkurrenz und nobody is perfect.

Dirk Windhaus

Published by Dirk Windhaus

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