Nachrichten Post vom Hessenschach 2015 Nr. 5 & 6 Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
04.04.2015 - Da ist dem Redakteur der Chess Tigers doch tatsächlich der 5. Newsletter unseres Hans-Dieter Post entgangen... Gemerkt hat er dies, als jüngst Nr. 6 kam, also gibt es heute eine Kombination von beiden, wobei natürlich auf das Veröffentlichen von "abgelaufenen News" verzichtet wird. Wir bzw. unser Autor startet mit der Jugend-Mannschaftsmeisterschaft im Bezirk Frankfurt, welche souverän von TuS Makkabi Frankfurt gewonnen wurde. Es folgen gleich zwei Siege von FM Igor Zuyev. Erst gewann der Heusenstammer in Bad Soden die B9 Chess960 Rally und danach in Frankfurt den Bezirks-Blitz. Wie immer haben wir für Sie alle Tabellen der hessischen Mannschaften von der 2. Bundesliga bis zur Landesklasse übersichtlich aufbereitet. Post bringt sie dabei auf den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Auf- und Abstiege. Über den traditionellen Osterkongress des Hessischen Schachverbandes wird dagegen fast der Mantel des Schweigens gehüllt. Derweil siegten die Sfr. Schöneck bei der hessischen Blitz-Mannschaftsmeisterschaft knapp vor den Hofheimern und schließen damit die Ergebnismeldungen der jüngeren Zeit ab. Wie immer weist Sie Post zum Ende seines Newsletters auf die nächsten Turniere hin, mit welchen Sie die herrliche Frühlingszeit verbringen können.
Jugend-Mannschaftsmeisterschaften im Bezirk Frankfurt
Hat es schon eine Weile nicht mehr gegeben im Bezirk Frankfurt, doch die nachhaltige und auch erfolgreiche Jugendarbeit hat die Einführung einer Jugendliga für Mannschaften unvermeidbar gemacht!
Sechs Teams kamen denn an fünf Samstagen, pro Monat jeweils ein Spieltag, zu Wettkämpfen zusammen, um Hin- und Rückrunde jeweils am gleichen Tag auszuspielen.
Eine erfreulich geringe Quote an kampflosen Brettern, ganze Kämpfe wurden gar nicht abgesagt, zeugen von einem gehobenen Interesse der Jugendlichen an dieser Liga.
Am Schluss den allermeisten Spaß hatten das Team TuS Makkabi Frankfurt, die mit deutlichem Vorsprung die meisten Wettkämpfe gewinnen konnten und auch verdient Meister wurden.
"Strahlende" Sieger eingefangen von Hendrik Raab
Einmal ging ein Wettkampf verloren, gegen Bad Nauheim, und gegen den zweiten der Meisterschaft, Oberursels Team 2, musste man ein Unentschieden hergeben.
Auf Rang drei landete der Frankfurter TV, die nur knapp hinter Oberursel landeten.
Bad Homburg, Oberursels Erste und Bad Nauheim landeten schließlich auf den Plätzen.
Ergebnisse mit Mannschaftsaufstellungen und üblichen Kreuztabellen wurden zeitnah zu den Runden veröffentlicht, jetzt nach Abschluss kamen noch einige Bilder und auch Einzelspielerlisten und Listen nach Vereinen aufgeteilt hinzu.
Die Weiterführung dieses Wettbewerbs ist.....unvermeidlich!
Der wird nicht älter, der wird immer besser! So könnte man die Leistungskurve der letzten 10 Jahre bei Igor Zuyev zusammenfassen.
Bei der offenen Frankfurter Blitzmeisterschaft mit knapp 60 Teilnehmern war er so natürlich auch der Favorit, aber das muss ja oft nicht viel bedeuten.
Vierzehn Siege, vier Unentschieden und dann doch, als das Turnier schon auf die Zielgerade einbog, eine Niederlage brachten ihm 16 Punkte aus 19 Runden Blitzschach, die in 4 Stunden zu absolvieren waren.
Zwei lagen die ganze Zeit dicht hinter Zuyev, wurden dann aber im direkten Vergleich ein wenig abgehängt, und die Konkurrenz war ja schließlich auch noch da.
Christopher Kearns aus Korbach und Patrick Chandler aus Gelnhausen gingen nur durch die Zweitwertung getrennt mit 1,5 Punkten Abstand auf den Sieger ins Ziel, und ließen ihrerseits einen weiteren respektablen Abstand zum restlichen Feld.
Hier kam denn auch Robert Baskin von Makkabi Frankfurt ins rechte Bild gerückt, der nicht nur wie schon im letzten Jahr bester Jugendlicher, sondern auch der beste Blitzer des ganzen Frankfurter Bezirks wurde! Platz 4 und das macht immerhin als Bezirksmeisetr das gleiche Preisgeld wie für den Sieger aus.
Bester der Senioren wurde IM Anatoly Donchenko auf Platz 11.
Die 59 teilnehmenden Spieler sind ein neuer Topwert in der langen Geschichte der Frankfurter Bezirks-Blitzturniere, auch wenn davon die 30 Spieler aus dem Bereich des Bezirks Frankfurt gerade mal so die Hälfte waren.
Bei der Bad Sodener Chess960 Rally siegte ebenfalls FM Igor Zuyev, und das in überlegener Weise!
Dieses Turnier besteht aus insgesamt 12 einzelnen Etappen, die jeweils an aufeinanderfolgenden Montagabenden gespielt werden. Jede Etappe hat 7 Runden nach Schweizer System, und es kommt immer eine andere Stellung aufs Brett. Langweilig wird's so nicht!
Die 5. Rally bedeuten bei Abschluss denn auch insgesamt 60 Etappen, und bisher ist es keinem gelungen, mehr als sechs Etappen hintereinander zu gewinnen.
Außer in diesem Jahr: Zuyev ließ drei Etappen verstreichen, bevor der amtierende Frankfurter Stadtmeister im Chess960 die ersten 7 Runden spielte, und gewann danach jede Etappe. Insgesamt gab er dabei lediglich 12 Remisen ab, und verlor nicht ein einziges Mal. Das ist eine beeindruckende Serie, die so schnell keiner knacken wird, oder?!
Die (anwesenden) Preisträger v.l.n.r.: Hans-Walter Schmitt (Senioren), Leo Deppe (Jugendliche), IM Stefan Reschke (Platz 3), FM Igor Ziuyev (Sieger) & Turnierleiter Hans-Dieter Post (gewann nix)
Zweiter der Rally wurde der Sieger der letzten beiden Jahre, IM Sven Telljohann von den Schönecker Schachfreunden. Dritter, und damit verteidigte er erfolgreich seinen Platz aus dem Vorjahr, wurde IM Stefan Reschke vom SV Oberursel.
Mit 34 Teilnehmern kamen so viele wie nie zuvor in die Gesamtwertung der Rally, die von Januar bis März ausgetragen wurde. Im Schnitt beteiligten sich 15 Spieler pro Abend an den Etappen, und auch eine sechste Rally wird es gegen. Ein wenig mehr als die übliche Statistik gibt es dann hier:
HESSENLIGA
Mit dem schlechtesten DWZ-Schnitt aller Teams sind sie in die Saison gestartet und eine Runde vor Schluss kann nur noch ein Kantersieg des designierten Zweiten, SC Gelnhausen und der eigene Leichtsinn, den Aufstieg verhinden: Der SC 1961 König Nied hat aber schon jetzt eine beeindruckende Saisonleistung gespielt!
Fulda und Offenbach haben im Abstiegskampf und vor der letzten Runde die schlechtesten Karten. Wunderkerzen sind jetzt wieder hoch im Kurs.
VERBANDSLIGEN
Eppstein oder Gießen, oder vielleicht doch Neuberg? Eine Runde vor Schluss ist auch in der Nordgruppe der Verbandsliga noch nichts klar, zumindest an der Spitze. Auf den letzten beiden Plätze bleiben Korbach und Steinbach, und damit in unmittelbarer Abstiegsgefahr.
Schon wesentlich klarer sieht es dagegen im Süden aus, Gernsheim ist der Aufstieg kaum noch zu nehmen. Brett vorm Kopp und der Wiesbadener SV werden wohl in die Landesklasse absteigen müssen.
LANDESKLASSEN
Im Norden ist Vellmar bereits Meister, genauso wie Lorsch im Süden.
Und während in der Westgruppe mit Herborn und Dotzheim zwei in einem echten Endspiel dran sind, entscheidet in der Ostgruppe ein Fernduell zwischen Bad Nauheim und Matt im Park, wobei theoretische Chancen auch für Bad Vilbel und Gründau noch gegeben sind.
2. BUNDESLIGA WEST
In der Westgruppe der 2. Bundesliga heißt es nun zittern für Schöneck, aber von einem Sieg gegen Porz oder einem von Wiesbaden gegen Godesberg konnte man auch nicht ausgehen. Die Landeshauptstädter sind damit auch wieder Oberligist. Schönecks Trumpfkarte für die Schlussrunde ist der jeweils schwere Gegner für Emsdetten bzw Godesberg, sodass auch ein jeweiliges Viervier diese nicht retten muss. Schöneck muss im entscheidenden Kampf gegen Wiesbaden ran, sehr eigenwillige Klasseneinteilung, und die werden doch wohl nicht den ersten Saisonsieg feiern wollen?
2. BUNDESLIGA SÜD
Hofheim, die Schwaben Hessens, sparen sich mal wieder um den Aufstieg und lassen beim zu leicht gewogenen Tabellenletzten Schmiden-Cannstadt einfach ein paar Leistungsträger zu Hause, und spielten lediglich Viervier. Adieu Bundesliga, sage ich da mal vorher, denn warum sollte Griesheim, die sich gegen Mainz keine Blöße gaben, die Württemberger unterschätzen? Bei Mörlenbach ist die Luft raus und auch im südhessischen Duell gegen Viernheim gab man beide Punkte ab. Da in der Schlussrunde der Tabellenführer wartet, war's das schon wieder mit der 2. Liga, und die Oberliga ruft!
OBERLIGA OST - Staffel B
In der Oberliga Ost Staffel B ist Neuberg noch nicht gesichert in der 2. Liga angekommen, aber wer außer denen hätte es denn eigentlich verdient? Nach 9 von 11 Runden stehen beachtliche 2 Mannschafts- und 5 Brettpunkte Vorsprung auf der Habenseite. Okay, Kassel muss man schon noch auf Distanz halten, aber mehr auch nicht. Die Nordhessen zitterten sich mehr zu einem knappen Sieg gegen Sangershausen, oder blufft man nur vor dem D-Day?
Die restlichen Klubs aus Hessen haben es sich Mittelfeld gemütlich gemacht, und lediglich Gießen muss noch um den Klassenerhalt bangen, kann aber aus eigener Kraft alles klar machen.
Mit 28 Mannschaften kamen so viele wie lange nicht mehr zu einem Vierer-Mannschaftsblitz in Hessen zusammen. Umso mehr überrascht das, weil diesmal die Meisterschaften so ziemlich am südlichsten Zipfel des Qualifikationsgebietes stattfanden. Teams, wie die aus Kassel und Kaufungen, hatten denn auch lange Anfahrtswege, kamen aber trotzdem. Sportlich!
Der Bezirk Lahn und Lahn/Eder waren stark unterrepräsentiert, Osthessen und Rhein-Taunus waren gar nicht vertreten, wogegen ein Viertel aller Mannschaften am Start aus dem Bezirk 4 kamen. Und auch mit den Schönecker Schachfreunden den Sieger stellten!
Wenn überhaupt in den letzten Jahren mal einer dem Seriensieger aus Hofheim das Wasser abgraben konnte, dann waren das eben jene Schönecker, wobei man Hungen/Lich, Oberursel, Gießen und auch Steinbach nicht unerwähnt lassen darf. Insofern sind Titelgewinne bei den Hessischen Blitz-Mannschaftsmeisterschaften schon etwas Besonderes.
Hofheim wurde Zweiter, was denen auch nicht immer gelingt. Und aus dem gastgebenden Bezirk schaffte es Mörlenbach/Birkenau auf's Treppchen. Gastgeber Bensheim landete mit seinem Team 1 auf Rang 14.
Schade, dass nur wenig an Zahlen über das Turnier bisher nach außen drang. Die Spieler einzelner Mannschaften, sofern ohne eigenen Teamcaptain angereist, waren zwar ziemlich genervt von der Erfassung aller Brettergebnisse vor Ort, was auch letztlich die Turnierdauer auf etwa 7 bis 8 Stunden ausdehnte, erfuhren aber wenigstens noch am Ort des Geschehens etwas über Brettergebnisse.
Seltsam auch die Methode von allen Mannschaften ein Startgeld einzunehmen, wobei es sich ja in der Hauptsache um vorberechtigte Teams handelt. Zur Ausschüttung kam laut Ausschreibung dann etwa die Hälfte der Einnahmen.
Nicht mehr Kritik als sonst auch wurde laut, und was soll man da noch sagen, vielleicht soviel: ohne Worte!
Die Open-Saison beginnt!
Während aktuell in Deizisau das größte Schachopen Deutschlands läuft, warten in Hessen einige Open auf den Startschuss.
In Hofheim beginnt unmittelbar nach dem Neckar-Open das 3. Frühjahrsopen, und nur wenige der 180 angebotenen Plätze sind noch frei: 3. Hofheimer Frühjahrsopen
Zwei Wochen danach beginnt die letzte Vorrunde zur Deutschen Amateurmeisterschaft in Kassel, und möglicherweise wird der eine oder andere Verein einen Spieler zur letzten Runde der Mannschaftskämpfe vermissen, die am gleichen Wochenende angesetzt wurden. Super Idee! Ramada Cup
Und am letzten Montag im April, fast schon ein geflügeltes Wort, beginnt die Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft in Frankfurt-Höchst: Frankfurter Stadtmeisterschaft
Das Ried-Open macht im April das Licht aus und schafft mit der 10. Auflage den Übergang in den Wonnemonat. Da ist übrigens noch Platz in der Teilnehmerliste: Ried-Open
Na denn, frohe Ostern!
Euer
Hans D. Post
Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.
Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.
Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie die neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.