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Post vom Hessenschach 2015 Nr. 4
Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
20.02.2015 - Viele Themen sind es dieses Mal nicht, die Schach-in-Hessen-Reporter Hans-Dieter Post in seinem jüngsten Newsletter zu verarbeiten hatte. Den Anfang machen die Zwischenstände aus den hessischen Ligen. Allen voran schickt sich der SC 1961 König Nied an, die Grenzen Hessens zu überschreiten und sensationell in die Oberliga aufzusteigen. Doch noch hält man den Ball bei den Königlichen flach - drei Runden stehen schließlich noch aus. Aus den beiden Verbandsligen recken im Augenblick die Zweite von Gießen und die Erste von Gernsheim die Nase hoch gen Hessenliga. Aber noch ist - wie in den Landesklassen auch - keiner endgültig auf- oder abgestiegen. Zum Abschluss berichtet unser Autor von einem hessischen Traditionsturnier, welchem vielleicht besser der Gnadenschuss verpasst werden sollte. Die Rede ist vom einst mal wirklich "Goldenen Springer" - dem Pokalturnier des Hessischen Schachverbandes. Dem Sieger darf und muss man mit Recht gratulieren, aber vielleicht wird sich auch IM Hagen Poetsch beim nächsten Mal zu schade für diese Farce sein. Was Bruce Willis und Samuel L. Jackson damit am Hut haben, erfahren Sie im weiteren Text.

Homepage "Schach in Hessen"

Am 01. November 2014 hat ein neuer Jahrgang der Chess Tigers Universität mit 3 neuen Kursen begonnen!

Kostenlose Probelektionen und weitere Informationen:
Chess Tigers Universität - Jahrgang 2014



Hessische Mannschaftskämpfe, 6. Runde

Schluss mit lustig! Ist nicht nur der Slogan am Aschermittwoch, sondern auch nach zwei Dritteln der zu absolvierenden Runden in den hessischen Spielklassen:

HESSENLIGA
Na, ob es das schon gewesen war? Mit dem Aufstieg in die Oberliga für den SC 1961 König Nied?! Drei Punkte Vorsprung das bessere Brettpunktepolster sind ein schweres Pfund für die Frankfurter. Und die direkten Gegner, Gelnhausen und Griesheim, spielen schon in der nächsten Runde gegeneinander.

Am Tabellenende ist es ungleich spannender, bei vier punktgleichen Mannschaften, und selbst davor noch zwei, die nur einen Punkt weg sind.

Hessenliga


VERBANDSLIGEN
Gießen 2 hat sich Verbandsliga Nord wohl von der Niederlage aus der letzten Runde erholt und teilt wieder wie zu Beginn der Saison kräftig aus, wohingegen Eppstein einen herben Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze der Nordgruppe hinnehmen musste. Am Tabellenende scheint wohl nur für die noch immer punktlosen Steinbacher die Saison bereits beendet zu sein.

Verbandsliga Nord


So richtig gefallen ist noch keine Entscheidung in der Südgruppe. Gernsheim führt mit einem Punkt, aber einem schlechten Score an den Brettern. Da ist die Lage für bzw. gegen Brett vorm Kopp und Wiesbaden im Rotlichtfünftel schon deutlich klarer.

Verbandsliga Süd


LANDESKLASSEN
Nord: Was kann denn Vellmar dafür, dass die anderen Punkte abgeben und zwangsläufig nicht folgen können? Auf geht's in die Verbandsliga! Für Lauterbach, Kaufungen oder Arolsen scheint es dagegen eher, in die andere Richtung zu gehen.

Landesklasse Nord

Landesklasse Nord


Ost: Bis zu den Brettpunkten gleich führen Matt im Park und Gründau die Tabelle an, und am 1.März geht's dann im direkten Vergleich um den Aufstieg; oder Bad Nauheim kommt noch mal ran. Auch der Abstieg ist hier noch völlig offen, wobei Makkabi und Dietzenbach es am Schwersten haben werden.

Landesklasse Ost


Süd: Bye, bye, Lorsch! Oder wer meint, den Aufstieg noch verhindern zu können? Mörlenbach hat's versucht, aber so ist der Vorsprung von 2 auf 4 Punkte angewachsen. Da hier drei Mannschaften latent vom Abstieg bedroht sind, muss noch immer die halbe Liga zittern.

Landesklasse Süd


West: An die Schachjugend Herborn wird man sich ab der kommenden Saison wohl in der Verbandsliga gewöhnen müssen, nachdem man immer schön weiter punktet, und die Konkurrenz einfach abschaltet. Braunfels, mit dem schwereren Restprogramm, sowie Diez und Limburg bilden wohl das Abstiegstrio, dem sich Erbach nicht anschließen wird.

Landesklasse West


IM Hagen Poetsch erneut Hessischer Pokalsieger

"Unzerbrechlich!" In diesem faszinierenden Hollywood- Streifen geht es um die Theorie eines kranken Geistes, der an einer Knochenkrankheit leidet, die diese bei geringer Belastung immer wieder brechen lässt, und der somit davon ausgeht, dass es dazu ein unzerbrechliches Gegenstück geben muss. Fasziniert von Comic Helden begibt er sich auf die perverse Suche nach diesem Superhelden, lässt dabei Züge entgleisen und verursacht andere Katastrophen, die normalerweise niemand überleben kann, und sucht bei den Überlebenden nach seinem Gegenpol.

Wenn es so viele Schachidealisten gibt, die sich immer und immer wieder, Jahr für Jahr, eine Unmenge an Mühe geben, um aus "ihrem" Schachturnier immer wieder etwas mehr herauszuholen, dann muss es doch auch dazu ein passendes Gegenstück geben. Und ich glaube, seit dem vergangenen Wochenende bin ich fündig geworden!

Was nix kost', taugt nix! Ok, machen wir ein Turnier ohne Startgeld. Kein Preisgeld zu gewinnen, dann kommt auch keiner. OK, gemacht. Irgendwo im Nirgendwo veranstalten?! Ja, könnte beim Abschrecken hilfreich sein. Wer nicht wirbt, der stirbt. Jau, passt auch! Also: Psssst! Um ganz sicher zu gehen, macht man's noch wie in der großen Politik: Die unangenehmen Abstimmungen immer während der Fußball-Weltmeisterschaft, damit maximale Ablenkung gegeben ist. Da war dann schnell der 14./15. Februar als idealer Termin gefunden: Faschingssonntag, das Pfalzopen (eines der größten Open-Turniere Deutschlands), der hessische Leistungskader und die hessische Schachzukunft hatte hier sein Übungswochenende, die Senioren spielten ihre Schnellschachmeisterschaft, in Bad Soden trainierte ein anerkannter Spitzentrainer vor ausverkauftem Haus (und keineswegs umsonst!) alles zu 1.d4, Hanau bot ein Faschingsopen und der DSB noch seine Amateurmeisterschaft an.

Und als maximale Abwehrkraft packen wir noch Ignoranz mit ins Paket, also sollte sich doch jemand anmelden, dann erst mal nicht reagieren.

Und fertig war das kleinste Teilnehmerfeld im Goldenen Springer, dem Hessischen Pokalturnier seit 1946.

Nun Spione und Verräter gibt es überall, und so ließen sich 12 Teilnehmer absolut nicht vermeiden, einer davon war dann ja auch ein IM. Aber man hat immerhin die selbst gesteckte Obergrenze von 16 Teilnehmern nicht erreicht. Aber diese zwölf Unzerbrechlichen.... wo da wohl noch ein Systemfehler im Pokal liegt?

Tja, dann darf man eben nicht einen Qualifikationsplatz zu einer nationalen Meisterschaft hinausposaunen, was der Goldene Springer seit jeher war. Na gut, vielleicht kann man das fürs nächste Jahr noch optimieren. Oder soll man das Turnier nicht doch lieber gleich abschaffen? Schließlich will ja keiner mehr teilnehmen, oder?!

Nicht verhindern soll diese organisatorische Glanzleistung allerdings die Glückwünsche an Hagen Poetsch (Bild), der den Hessenpokal nun schon zum dritten Mal gewann und damit nur noch den Bensheimer Mäanzer Albert Bockius vor sich hat, der als einziger vier Mal erfolgreich war. Der Schönecker Internationale Meister setzte sich im Finale gegen Thomas Leiter aus Breuberg erst in der Schnellpartie durch, schlug aber zuvor im Halbfinale den Titelverteidiger FM Maximilian Müller; was wiederum eine Sonderaufgabe von Papa Poetsch war, der im letzten Jahr dem Juristen aus Landau unterlegen war.

Letzterer brachte zur 1. Runde auch seine Angetraute mit, in der irrigen Meinung, dass man - aus dem gleichen Verein kommend - nicht wird aufeinander treffen würde. Tja, Narhallamarsch, wärste lieber mal rüber nach Neustadt gefahren! :-) War ja auch nicht die einzige Paarung, wo zwei aus dem gleichen Verein sich gegenüber saßen...

Was wohl passiert wäre, wenn er in der zweiten Runde auch wieder auf seine Frau getroffen wäre? Oder zwangsweise in einem Finale?! Als Rechtsanwalt hätte er dazu sicher eine Meinung gehabt, andere zu den Durchführungsbestimmungen eines K.O.-Turniers, so wie die Turnierordnung das immerhin vorschreibt, sicher auch. Aber recyceln ist ja grundsätzlich nichts Schlimmes, und so durfte auch der Verbandspräsident nochmal eine Ehrenrunde drehen. Wohl dem, der Beziehungen hat!


Gruß

Euer
Hans D. Post


Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.

Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.

Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie die neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.

Homepage "Schach in Hessen"

Interview mit Hans-Dieter Post vom 20.01.2011



Hans-Dieter Post

Published by Mike Rosa

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