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Post vom Hessenschach 2014 Nr. 12, 13 & 14
Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
27.09.2014 - Nach einer ausgiebigen und nötigen Sommerpause haben sich mittlerweile drei Newsletter von unserem Hans-Dieter Post angesammelt, welche wir in der Folge für Sie zusammengefasst haben. Den Anfang macht der Bericht zum diesjährigen Karl-Mala-Gedenkturnier, welches von IM Alexander Donchenko gewonnen wurde. Danach folgt ein nahezu schachfreier Bericht unseres Autors über seinen Trip zur Schach-Olympiade in Tromsö. Einen Co-Sieg gibt es vom Wiesbadener Schlosspark-Open zu vermelden. GM Igor Khenkin und IM Hagen Poetsch teilten punkt- und wertungsgleich den ersten Rang. Neben diversen weiteren Turnierergebnissen, sollten Sie unbedingt das neue Projekt der Chess Tigers beachten. Die 1. Youth Classic für Kinder unter 14 Jahren steht in Kürze an. Eine tolle Gelegenheit für den Nachwuchs, in professioneller Umgebung Erfahrung und DWZ-Punkte zu sammeln. Noch sind wenige Plätze frei! Zum Abschluss sind die Ligen an der Reihe. Die zweite und die Oberliga sind bereits gestartet, für den Rest beginnt die Saison an diesem Sonntag.

Homepage "Schach in Hessen"

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Newsletter Hessenschach Nr. 12, 13 & 14/2014

IM Alexander Donchenko gewinnt Karl-Mala-Gedenkturnier

Endgültig etabliert als Hessens größtes Schachturnier hat sich das Karl-Mala-Open, ein Gedenkturnier zu Ehren eines der Ur-Gesteine in der Rhein-Main-Region und ehemaligem Mitglied der veranstaltenden Schachfreunde aus dem Frankfurter Stadtteil Griesheim.

Die magische Marke von 300 Teilnehmern war im letzten Jahr sehr ambitioniert angepeilt, jedoch noch knapp verfehlt, aber dafür aktuell deutlich übertroffen worden: knapp 330 Teilnehmer bedeuten eine Steigerungsrate von 10%, was sich letztlich auch im Turnierbudget niederschlägt.

Im Vergleich zu 2012 konnten gar 100(!) Spieler mehr in einer der größten Saalbauten Frankfurts begrüßt werden. Seitdem können nicht mehr alle Spieler in einem gemeinsamen Saal untergebracht werden, sondern man muss mehrere der Clubräume im Saalbau Griesheim in Beschlag nehmen.

Das Organisationsteam um Ralph Blum und Ryszard Dyga ist engagiert und lernfähig, und so ist der seit fast 20 Jahren andauernde Erfolg dieses Turniers für Insider kein Geheimnis.

Trotz der hohen Teilnehmerzahl ist das Turnier noch nicht an seine Kapazitätsgrenze gestoßen, allerdings wäre die seit 2012 eingeführte Aufteilung in zwei nach Spielstärke aufgeteilte Open in nunmehr drei Teil-Open eine logische Konsequenz.

Weit über 200 Teilnehmer im A-Open bedeuten für ein siebenrundiges Open ein gewisses Risiko in der Unterscheidung der Plätze an der Spitze, nämlich wenn die Top 10 oder Top 20 in nicht ausreichender Weise gegeneinander antreten können, oder sogar mehrere Spieler mit 7 aus 7 am Ende an der Spitze stehen könnten. Luxusprobleme in einem nicht auf Qualifikationen ausgerichtetem Turnier!

IM Alexander Donchenko, der neuerdings für Hansa Dortmund in der Bundesliga auf Punktejagd geht, führte zwar das Feld zu Beginn in der Startrangliste nicht an, wurde aber, wo er schon einige Turniererfahrung auf dem Buckel hat und auf der Jagd nach dem GM-Titel ist, als nicht ganz so geheimer Favorit gehandelt; und wurde diesem Ruf gerecht.

Mit 5 Siegen und 2 Remis und damit dem identischen Ergebnis wie Platz zwei und drei, aber der deutlich besseren Buchholz-Wertung, gewann der Junginternationale eines der großen Open auf deutschem Boden. Herzlichen Glückwunsch!

Das Schlussrundenduell IM Alexander Donchenko gegen GM Leonid Milov

Platz 2 ging an den ehemaligen hessischen Meister GM Vitaly Kunin aus Mörlenbach, der den Ingolstädter IM Alexander Maier, ebenfalls nach Zweitwertung, auf Rang 3 verdrängen konnte.

Im B-Open, wo weniger als ein Drittel der Spieler des gesamten Events und genauso viele wie im letzten Jahr am Start waren, gelang es Michael Sefeloge vom SV Turm Lahnstein, sich an der Spitze zu behaupten. Ihm dicht auf den Fersen war Markus Reinisch vom Wiesbadener SV, der nur einen halben Punkt in der Zweitwertung von ihm getrennt blieb.

Tja, ja, die Zweitwertung: Buchholz ist zwar spannend quasi bis zur letzten Partie im Turnier, aber ob es wirklich sinnvoll ist, möglicherweise irgendwo im Mittelfeld des Turniers die Entscheidung an der Tabellenspitze zu beeinflussen?

Eine Überdenken dieser Bewertung und auch der etwas seltsam anmutende Aufbau der Startrangliste in einem Nicht-Normenturnier wäre ratsam. So werden zu Beginn alle Teilnehmer mit DWZ, aber noch ohne ELO, hinter die Teilnehmer mit ELO einsortiert. Wissend darum, das die ELO der DWZ um etwa 200 Punkte im Schnitt vorläuft, und so Spieler mit DWZ von knapp 2000 hinter Spieler mit ELO unter 1500 eingruppiert werden, lassen einem die Augenbrauen nach oben gehen. Ist das noch ein Luxusproblem?

Wo definitiv etwas in die falsche, zumindest nicht richtige Richtung läuft, ist die Webseite (Sorry, Ralph, nicht persönlich nehmen!).

Die Navigation ist bei so vielen Teilnehmern sicher nicht einfach, aber dennoch machbar; auch wenn man sich nur einfachster Techniken bedient.

Neue "Like"- und "Share"-Funktionen sind vielleicht hip, aber insgesamt ein Flop, wenn sie eher nerven statt unterstützen. Komplexe Strukturen und Technologien sind kein Garant für eine intelligente Benutzerführung.

Statt solcher Gimmicks sollte man, meiner wenigen Erfahrung gemäß, eher auf die Vollständigkeit von Namen achten, darauf, dass zeitnah über abgeschlossene Runden und neue Paarungen berichtet wird, und man auch am Ende des Turniers auf Vollständigkeit Wert legt (wo sind die Ergebnisse der 6. Runde im A-Turnier?). Warum gibt es eigentlich keine Scorecards? Oder Fortschrittstabellen, Zwischenauswertungen von DWZ und ELO? Dass es im Bereich des Archivs fast nur Links gibt, die ins Daten-Nirvana führen, sollte Jemanden zur Fleißaufgabe verpflichten!

Turnierseite Karl-Mala-Gedenkturnier


Schach-Olympiade in Tromsö/Norwegen

Wer Polarkreis hört, hat meist irgendwie die robusten Kerle in den Funktionsklamotten in Erinnerung, wo man, wenn man denen ins Auge schauen wollte, immer sich selbst in den Sonnenschutzbrillen sieht, und die Gesichtsbehaarung ist selbstverständlich mit kleinen Eiszapfen übersäht. Im Hintergrund, der jeden Weißabgleich der digitalen Kamera fordert, findet sich dann die übliche mitwandernde Behausung in Form eines 0,5-Mann-Zeltes.

Wer also nun von Tromsö (Watt?) hörte, und dann feststellte, dass es irgendwo nördlich dieser "Todeszone" und unweit des Ortes Nordkap lag, der alleine schon durch bloßes Hören die Körpertemperatur um einige Grad sinken lässt, wird sicher nicht die Urlaubspläne in diese Richtung geändert haben.

Mit dem Auto sind es ein bis drei Tagesreisen, je nachdem, wo man in Deutschland startet und wie ambitioniert man es angehen möchte.

Dass man am Ende der Welt keinen internationalen Flughafen erwarten darf, sollte keine Überraschung sein, und auch einen Hochgeschwindigkeitszug schickt man nicht in diese Region.

Tromsö ist aber eine Hafenstadt, und Norwegen hat eine malerische Küste, insbesondere wenn diese in die Fjorde hinein begutachtet, und so könnte eine Schiffsreise das Mittel der Wahl sein.

Der gemeine Norweger und inspirierte Urlauber steigt dann in die durchaus beliebten Schiffe der bekannten Hurtigruten ein, und lässt sich so gen Norden schippern.

Wer nur mal so zum Schauen und Vergleichen der Schach-Olympiaden, also immerhin einem Mannschaftswettbewerb im königlichen Spiel, anreisen möchte, kann nur stilecht ins Königreich der Wikinger mit einem Schiff Ihrer Majestät in den Hafen einlaufen, der Queen Mary 2.

Schade nur, dass der Reiseplan einen Aufenthalt von nur einen Tag in Tromsö vorsah, und das war ausgerechnet der Ruhetag vor der letzten Runde. Dumm gelaufen! Hat aber den Vorteil, dass man nicht so sehr auf ein Heer von Schachspielern fixiert ist, sondern etwas aus der Distanz betrachten kann.

Auf dem Weg von Hamburg in die nördliche Einöde konnte man in drei verschiedenen Häfen sich einen Eindruck davon verschaffen, was man in Norwegen von der viertgrößten Sportveranstaltung der Erde hält. Nun, man hat schon davon gehört. Rein äußerliche Zeichen, also Werbung im klassischen Sinne, war dagegen nicht auszumachen.

In Tromsö selbst änderte sich zwar das Bild, und auch wenn auf diversen Webseiten, die weit im Vorfeld über die Olympiade berichteten und den Eindruck erweckten, hier wird Schach auch nach Außen erkennbar zelebriert, war seeseitig nichts von einer Schach-Hauptstadt zu erkennen.

Im Straßenbild waren dann doch einige Schachikonen zu erkennen. Garry Kasparov etwa verzierte das Stadtbild dieser Hafenstadt mit seinem überlebensgroßen Konterfei, und allgegenwärtig waren Banner, Plakate und andere Drucksachen mit dem Konterfei eines zunächst als norwegischen GM gewähnten grauhaarigen Mitvierzigers, der sich aber bei einer späteren Führung durch die heiligen Hallen als Vorsitzender des hiesigen Schachklubs zu erkennen gab.

Der Veranstaltungsort war genau das, als was er angekündigt wurde: eine ehemalige Lagerhalle, direkt am Hafen gelegen. Mein Problem ist nun, dass ich lediglich Dresden als Vergleich habe. Und da hat es Tromsö und die ehemaligen Mack-Bier-Hallen schwer, mitzuhalten.

Drinnen ging es schachlich funktional zu, und mir sind keine besonderen auf Zuschauer ausgerichteten Funktionen aufgefallen. Das Internet war hier sicherlich der richtige Tribünenplatz.

Der VIP-Bereich, durch den ein geöffnetes Rolltor an der Seite der Halle führte, hatte den klassischen Charme eines IKEA Möbelaustellungsbereiches.

Für den eigentlichen Zuschauerstrom wurde eine Holztreppe ("Gib dem Norweger ein Messer und ein Stück Holz, und er baut Dir ein Haus") in eine LKW Laderampe integriert und wirkte auch etwas arg rustikal.

Die Tageszeitungen, die man am Tag nach der Vorschlussrunde am Ruhetag in Tromsö erwerben konnten, beschäftigte nach den etwas unkonzentrierten Auftritten des norwegischen Schachweltmeisters denn auch mehr das immer noch vorhandene Millionenloch im Etat und eine Anhörung oder Prozess, der dazu bereits im Gange war; ach ja, und Panzer-Erna spielte in mehreren Ausgaben einer sich mir nicht erschließenden wichtigen Rolle im Tagesgeschehen.

Die Dienstleister auf der Straße, also Taxifahrer, Kellner, Verkäufer, ließen so gar kein gutes Haar an der Veranstaltung, da man das mit der viertgrößten Sportveranstaltung auf Zuschauer projiziert hatte, und die Massen schon strömen sah.

Was in deren Augen dann wirklich kam, waren massenhaft Schachspieler, die finanziell durch den norwegischen Wechselkurs an den Rand des Ruins getrieben, nach Einsparungspotentialen suchten. Taxis, Restaurantbesuche, Museen, und alles sonst, wofür der Tourist sein Geld rausschmeißt, waren da nicht enthalten. Und da alle Übernachtungsmöglichkeiten durch "verarmte" Schachspieler belegt waren, fehlten auch die regulären Touristen.

Nun, da Norwegen als eine der reichsten Nationen der Erde zählt, zumindest soll das Pro-Kopf-Einkommen das suggerieren, wird man es verkraften können.

Kaum zu verkraften waren für die Spieler, die näher am Äquator als am Polarkreis beheimatet sind, die langen tage, wo die Sonne sich nur kurz schlafen legt. Wer es gewohnt ist bei offenem Fenster zu schlafen, und dass es abends dunkel und erst irgendwann des Morgens wieder hell wird, hat so seine Probleme. Ältere mehr als Jüngere. Ein Spieler des Teams Gambia brachte es auf den Punkt: "Schlechter Wechselkurs, OK, ich esse und trinke weniger, damit wenigstens der Nikotinspiegel gehalten werden kann. Aber ich bin so erschöpft durch die langen Tageszeiten, dass ich am Brett einschlafen könnte".

Als es am späten Nachmittag wieder losging Richtung Heimat, kam ich zu der Erkenntnis, das Norwegen mit Sicherheit eine Reise wert ist, aber Massenveranstaltungen eventuell doch nicht Polarkreis-kompatibel sind.


Gibt's doch gar nicht: Co-Sieg am Schlosspark

Gegen 16 Uhr, nach seinem frühen Großmeister-Remis in der Schlussrunde, verließ der Sieger des letzten Wiesbadener Opens für einige Stunden das Turnierareal, da für ihn der Kampf um die Tabellenspitze verloren schien.

Ein Deja-vu schien sich anzubahnen, trafen doch die beiden einzigen ernsthaften Anwärter auf den Turniersieg schon wenige Wochen zuvor in Frankfurt-Höchst zum Titelkampf an; und GM Igor Khenkin hatte dort im Verlaufe der Schlussrunde das Nachsehen.

Der Sieger am Schlosspark des Jahres 2011, IM Hagen Poetsch, lieferte sich derweil noch mit dem Turnierdritten, IM Jonathan Carlstedt, im letzten Gefecht einen kurzen Schlagabtausch, ließ dann aber auch nichts mehr anbrennen, also Remis. Nun belauerte er die Tabellen auf den großen Anzeigemonitoren und sah, wie sich mit fast jedem dort aufblitzenden Ergebnis die Drittwertung noch zu Gunsten des Großmeisters verschob, um aber letztlich wieder zurück zu pendeln und auf dem Gleichstand abrupt stehenzubleiben.

Damit waren beide, IM Hagen Poetsch und GM Igor Khenkin, absolut in allen Wertungen gleich. Selbst ein Betrachten des jeweils gegnerischen Niveaus brachte eine nur unwesentliche, aber für die Tabellensituation ohnehin unerhebliche Unterscheidung. Das 26. Schlosspark-Open hat daher zwei gleichwohl verdiente Sieger, Khenkin und Poetsch.

Remis im Spitzenduell zwischen IM Hagen Poetsch und GM Igor Khenkin

Während die drei an der Spitze, Carlstedt eingeschlossen, noch vor wenigen Jahren das erfolgreiche Gerüst der Bundesliga-Mannschaft des Gastgebers bildeten, sind diese aus unterschiedlichsten Gründen wieder bei anderen Vereinen auf Punktejagd.

Ein Preis aber, der bisher in jedem Jahr, auch wegen der fetten Bundesligajahre, beim WSV hängenblieb, war der in der Mannschaftswertung. Ein Neuankömmling, FM Daniel Malek, schaffte wie die absolute Spitze auch 6 Punkte, und sein mitunter kompromissloser Stil gibt sich ungerne mit einem Unentschieden zu Frieden, sodass auch eine Niederlage im frühen Turnierverlauf zu Buche steht. Mit Samuel Minor, Bernhard Nagel und Eli Serbu setzte sich trotzdem wieder eine Wiesbadener 4er Mannschaft diesmal knapp vor dem Kasseler SK durch, der selbst lange führte.

WFM Gulsana Barpiyeva vom Brett vorm Kopp Frankfurt setzte sich mit gleich mit ihrer ersten Teilnahme am SPO in der Frauenwertung durch, während der aktuelle Deutsche Seniorenmeister IM Yuri Boidman hier in seiner Kategorie standesgemäß erwartet wurde. Bei der Jugend setzte sich mit Tim Niklas Bingert ein Spieler aus der erfolgreichen Jugendarbeit des SK Langen durch, der aber nun für den SV Hofheim an die Bretter geht.

Veaceslav Cofman (Karlsruhe), Eduard Schwarz (Idstein), Florian Stuhlmann (Lindenholzhausen) und Alexander Meier (Taunusstein) sind die Sieger in den vier Ratingklassen im Jeanne-Schütz-Haus.

Die wenigen Minuten, die das Turnier laut dem offiziellen Plan zu spät anfing, wurden auch nur in gleichem Maße gebraucht, um nach der letzten Partie die Siegerehrung beginnen zu lassen, was sicher sehr im Interesse der Teilnehmer an einem Sonntagabend ist.

Mit 187 Aktiven war das Schlosspark-Open zum dritten Mal nacheinander ausverkauft, und mehr als 93 Tische passen, um ein optimales Platzangebot für alle Spieler zu gewährleisten, nicht in das Schmuckkästchen des Biebricher Traditionsklubs. Ein Anhänger der Last-Minute-Strategie musste daher unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Doch nicht nur Klimaanlage, Indoor- Imbiss und Outdoor- Biergarten, bequeme Stühle und Ellbogenfreiheit gehören zum Zufriedenheitsangebot für die Teilnehmer, auch dem Informationsangebot während des Turniers wird breiter Raum gewährt. Alle eingehenden Partieergebnisse werden möglichst unmittelbar, zusammen mit einem aktuellen Punktestand, auf großflächigen Monitoren präsentiert. Mit nur wenig Verzögerung erscheint dann das gleiche Angebot im Internet, wobei dort auch Scorecards und überraschende Ergebnisse hervorgehoben werden. Und schließlich werden noch im Laufe der jeweiligen Runde einige der eingehenden Partien erfasst und so zumindest die ersten 30 Bretter nachspielbar veröffentlicht.

Im kommenden Jahr feiert der WSV von 1885 sein 130-jähriges Bestehen, und natürlich wird es dann auch das 27.Schlosspark-Open geben.

Fotos und einen weiteren Bericht zum Turnier, neben all den Zahlen und Daten aktueller und früherer Turniere, gibt es hier unter:

Turnierseite Schlosspark-Open


SC Heusenstamm verteidigt Titel im 4er-Pokal

Seit einigen Jahren hat sich ein Verein konsequent an die hessische Spitze weiter entwickelt, und mit einem sehr erfolgreichen MVS Open vor einigen Jahren und nunmehr dem Heusenstammer Schloss-Open setzt man Duftmarken über das Rhein-Main-Gebiet und Hessen hinaus.

Der Schachclub Heusenstamm wurde 2013 Hessischer Mannschaftsmeister, und scheiterte 2014 noch in der Oberliga am Aufstieg in die 2.Liga.

Mit der Titelverteidigung im Hessischen 4er-Pokal gelang es dem MVS-Club vor den Toren Frankfurts sich erneut für ein weiteres Mannschaftsturnier auf nationaler Ebene zu qualifizieren.

Mit 3,5-0,5 siegte man nun in diesem Jahr im Finale gegen den zugegeben ersatzgeschwächten SK 1858 Gießen. In der noch jungen Geschichte dieses Wettbewerbs gelang es erst vier Klubs (Schöneck 2003 und 2004, Fulda 1998 und 1999, der FTG gar von 1989-1991 sowie Hofheim 1984 und 1985) diesen Titel zu verteidigen.

Eine wesentliche Rolle kam dabei jeweils FM Igor Zuyev zu, der in beiden Finals jeweils einen wichtigen Schwarzsieg an Brett 1 beisteuerte, und zwar gegen die jungen Internationalen Meister Poetsch und jetzt auch gegen Donchenko.

IM Stefan Solonar, FM Gleb Voropaev und Arvid von Rahden komplettierten damit eine durchaus erfolgreiche Saison für den SC Heusenstamm im letzten Wettbewerb der Spielzeit 2013/14.

Ergebnisse und Partien aus dem Finale zum Nachspielen gibt es hier:

Hessischer 4er-Pokal bei schach-chroniken.net


GM Roland Schmaltz zum Vierten in Bensheim

Bei seinen zweiten Sieg beim Bensheimer Schnellschach-Open, jagte er selbst noch die Großmeister vor sich her, um dann am Ende eben doch zu triumphieren. Doch das war in einem anderen Jahrtausend.

Nun, bei seinem zweiten Sieg als GM dürfte er sich für sich gefreut haben, dass er der einzige Top-Titelträger im Feld war, doch der weitere zahlenmäßige Schwund dürfte ihn überrascht haben.

Neben Großmeister Roland Schmaltz kamen nur 86 weitere Teilnehmer in das südhessische Bensheim, darunter 6 Internationale und 5 FIDE Meister. Und darunter wiederum die Turniersieger von 2010 und 2013, Chernov und Donchenko jr. Unter den ersten Zehn waren schlussendlich nur Titelträger zu finden.

Doch der erfahrene GM ließ seinen Turniermotor gar nicht erst Heißlaufen, ließ sich gar in den Runden 3 und 4 mit zwei seiner insgesamt 3 Remis etwas zurückfallen, um sich dann nach Art eines mehrgängigen Menüs die restliche Turnierspitze servieren zu lassen. Mit einem Remis zum Abschluss sicherte er den Turniersieg ab. Schach ist doch so leicht...

Trotz ausgeweiteter Werbemaßnahmen blieb die Teilnehmerzahl deutlich hinter den Erwartungen zurück, doch damit waren die Bergsträßer nicht allein.

Turnierseite 21. Bensheimer Active-Chess-Open


IM Matthias Dann gewinnt in Geisenheim

Zum erfolgreichsten Spieler des Geisenheimer Schnellschach-Opens avancierte IM Matthias Dann von den Berliner Schachfreunden, der bereits zum dritten Male das Turnier im Rheingau gewinnen konnte.

Er setzte sich gegen den Deutschen Seniorenmeister IM Yuri Boidman durch, den er in der Tabelle um einen ganzen Punkt distanzierte. Dann unterstrich seine souveräne Turnierleistung damit, dass er ungeschlagen blieb und nach 9 Runden lediglich 2 Remis abgab. Beide Spieler dominierten mit ihrer jeweiligen Wertungszahl die Startrangliste, doch Arvid von Rahden vom SC Heusenstamm konnte als Dritter genauso gut punkten wie Boidman, und musste diesen lediglich wegen der Zweitwertung vorbeiziehen lassen.

Zwei Jugendturniere fanden parallel statt, und die U16-Gruppe wurde von Constantin Ackermann vom SV Hofheim gewonnen, der alle neu Spiele gewann.

Das ABC- Turnier, ein Turniergruppe für U14-Jugendliche, wurde zahlenmäßig eindeutig vom FC Wiesbaden-Bierstadt dominiert, aber der Sieg ging an einen Einheimischen: Johannes von Ameln gewann alle sieben Runden.

Wie schon weiter im Süden tat dem Geisenheimer Turnier die Zusammenballung mehrerer Events an einem Tage bzw. Wochenende nicht gut. Statt insgesamt 130 Teilnehmern kamen nur noch 96, und vor allem die breitere Spitze kam nicht an diesen Abschnitt des Rheins. Schade!


GM Vitali Kunin im Eschborner Sprint vorne

Der Spieltermin Anfang September scheint ein guter zu sein, denn seit der SC Eschborn seit 2013 sein Open erstmals auf diesen Zeitraum verlegte, stiegen die Teilnehmerzahlen über die der Vorjahre.

Ein fünfrundiges Open wie das in Eschborn ist so etwas wie die Kurzstrecke im Schach mit normaler Bedenkzeit, und birgt latent die Gefahr, dass bei erhöhter Teilnehmerzahl im Schweizer System nicht wirklich im direkten Vergleich um den Turniersieg gekämpft werden kann.

Bei 5 Runden liegt das Risiko bereits dann vor, wenn mehr als 32 Teilnehmer an den Start gehen, und am vergangenen Freitag kamen immerhin mehr als dreimal soviel, nämlich 99 (Vorjahr 111). Eigentlich ein Wunder, wenn nicht mehrere mit 100% durch das Ziel gehen.

Doch wie bei einem Hürdensprint kann ein Straucheln an einem Hindernis im Laufe der Distanz nicht mehr kompensiert werden, da die Zweitwertungen dies in der Regel hart bestrafen.

Vorjahressieger und Großmeister Vitaly Kunin von Freibauer Mörlenbach ließ sich jedenfalls von den Unwägbarkeiten nicht abschrecken, nahm seine Favoritenrolle ernst und am Ende somit auch den Siegerumschlag in Empfang. Aber es war knapp, denn er gab im Vergleich zum Vorjahr immerhin ein Remis ab, und landete mit zwei weiteren Spielern auf einem zunächst geteilten ersten Platz!

Unvermeidlich ist aber auf Basis der eingangs geschilderten Situation, dass die Spitze kaum gegeneinander spielt. Und die Bucholtzwertung machte es möglich, dass sich der Jugendliche Denis Mager vom TuS Makkabi Frankfurt auf Rang zwei vorspielte, und das noch vor GM Viesturs Meijers von Nickelhütte Aue. Nichtsdestoweniger eine tolle Leistung!

Endstand Eschborn Open


Gesucht: Beste/r bis Alterstufe U14 im Rhein-Main-Gebiet

Nur noch wenige Tage und dann werden die ersten Begegnungen für das 1. Youth Classic ermittelt sein, und wie bei den ganz großen werden keine Paarungen nach dem Schweizer System ermittelt, sondern hier geht es Jede/r gegen Jede/n.

In 4 Vorgruppen zu je 8 Jugendlichen, den Challengers, werden die zwei Erstplatzierten ermittelt, die dann in einer finalen Achtergruppe Ende Oktober um die großen Youth Classic Pokale spielen. Diese 4 Vorgruppen haben in etwa die gleiche Leistungsdichte, doch nicht immer gewinnen die mit der besten Wertungszahl!

Herausforderer, und damit Teilnehmer am Youth Masters wird nur, wer sich konzentriert durch die 7 Runden spielt.

Alle diejenigen, die nach dem 1.1.2000 geboren sind, können mitmachen, müssen aber bereits eine DWZ haben, denn nur maximal zwei je Vorgruppe ohne DWZ können an den Start gehen.

Im Chess Tigers Training Center in Bad Soden, unweit einer S-Bahn-Haltestelle gelegen und nur wenige Minuten von der A66 und dem Main-Taunus-Einkaufszentrum entfernt, gibt es ideale Spielbedingungen für solch ein Jugendturnier.

Doch aufgemerkt: nur 4 Plätze sind noch frei! Und irgendwann ist man 15, und dann war's das mit U14! :-)

Ausschreibung 1. Youth Classic


GM Kunin gewinnt Nieder Schnellschach

Schade, nur 44 Teilnehmer fanden den Weg in den Frankfurter Westen zum SC König Nied und dem Willi-Ellenberger-Gedenkturnier, dem 14. Schnellschach-Open dieses Klubs.

Erfreulich dagegen, dass die Qualität zahlreich vertreten war, denn 20% der Teilnehmer waren Titelträger.

Und wenn dann noch FM Zuyev zur Anmeldung schreitet, muss man als Teilnehmer schon mal gedanklich den ersten Preis abhaken. Doch die ebenfalls eingeschriebenen GMs Kunin und Milov wollen sich natürlich nicht kampflos vom Heusenstammer Schnellschach- Spezialisten die Butter vom Brot nehmen lassen. Spannung ist also angesagt, zumindest unter diesen Dreien! Doch da waren ja auch noch die Internationalen Meister Donchenko & Donchenko, sowie Klundt, und nicht zu vergessen der aktuelle Hessische Schnellschachmeister, FM Michael Stockmann.

Großmeister Kunin setzte sich im Spitzentrio durch, konnte sich aber nur im Fotofinish, einem halben Punkt in der Buchholtz- Zweitwertung, vor FM Zuyev durchsetzen.

Die Medaillenränge (von links nach rechts):
Leonid Milov (3.), Vitaly Kunin (1.) und Igor Zuyev (2.)

Beide siegten je sechsmal, gaben drei Remis ab, blieben aber ansonsten ungeschlagen. Einmal friedfertiger war GM Milov, der somit einen halben Zähler zurückblieb, und Dritter wurde.

Auf der Vereins-Webseite gibt es noch ein paar mehr Zahlen, alle Preisträger und einen ausführlichen Bericht.

Homepage SC 1961 König Nied


WFM Gulsana Barpiyeva ist neue Hessische Frauenmeisterin

Nur 8 Spielerinnen zog es zur Hessischen Frauenmeisterschaft, davon die Hälfte vom gastgebenden SK Turm Bad Hersfeld, nach Osthessen.

Nur zwei hatten die reelle Chance auf den Titelgewinn: die mehrfache Hessenmeisterin Jutta Ries aus Babenhausen, sowie die FIDE Meisterin Gulsana Barpiyeva vom SC Brett vorm Kopp Frankfurt.

Die Titelträgerin wurde denn auch ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann die 5 Runden zu 100 Prozent, während Jutta Ries zu vier Siegen kam.

Alle Hessischen Einzelmeister bei schach-chroniken.net


Hessische Teams erfolgreich in Liga 2 gestartet

2. BUNDESLIGA WEST
Ein sensationeller Sieg von Schöneck gegen den Godesberger SK und ein Unentschieden von Wiesbaden in Emsdetten eröffnete die neue Zweitliga- Version für die Hälfte der daran teilnehmenden hessischen Klubs.

Besonders hervorzuheben dabei der Schwarzsieg von GM- Anwärter Hagen Poetsch, der die Schachlegende Dr.Robert Hübner schlagen konnte.

2. Bundesliga West


2. BUNDESLIGA SÜD
Für Hofheim und Griesheim verlief die erste Runde in der Südgruppe durchaus nach Plan, mit zwei Siegen kann man schon mal den Blick weiter nach vorne richten.

Einen schlechten Start erwischte dagegen Freibauer Mörlenbach, die es allerdings auch insgesamt in der Staffel schwer haben werden. Der Oberligasieger der letzten Saison kam gegen die BG buchen mit 1,5-6,5 unter die Räder.

2. Bundesliga Süd


Oberliga: Neuberg wieder an der Tabellenspitze

Nur drei Siege mit 4,5 und ebensoviele mit 5 Punkten sorgen, von den Mannschaftspunkten abgesehen, für eine kuschelige Lage in der von Hessen nicht mehr ganz so dominierten Staffel B der Oberliga.

Neuberg führt zusammen mit Sangershausen und Weimar die Tabelle an, Heusenstamm kam bereits am ersten Spieltag zu einem wichtigen 4,5 Erfolg gegen die hoch gehandelten Aufstiegskandidaten aus Oberursel und schaffte sich eine gute Ausgangsposition für den weiteren Saisonverlauf.

Und hätte man die neue Hessenmeisterin beim SC Brett vorm Kopp ans Brett gebracht, hätte, hätte, Fahradkette, man vielleicht mehr als die rote Laterne aus dem ersten Spieltag geholt.

Oberliga Ost Staffel B


Hessische Ligen vor dem Saisonstart

Recht spät geht es am kommenden Sonntag für die Spielstaffeln von Hessenliga, Verbandsligen und Landesklassen sowie den meisten der Bezirksligen in die erste Runde. Gelnhausen geht dabei zwar als DWZ Favorit in die Hessenliga-Saison, weist aber auch die größte Varianz in der einzelnen Spielstärke der Teamplayer auf. Für Griesheim 2 ist natürlich die eigene Erste der größte Gegner im Aufstiegskampf, da der eine oder andere als Ersatz abwandern wird. So könnte es eine Chance für Offenbach zum Wiederaufstieg geben, oder Bad Homburg, oder Bad Nauheim realisieren mal ihre Möglichkeiten. Sind ja nur 9 Runden, im nächsten April wissen wir mehr! Schöneck zwei führt knapp die DWZ-Liste der Verbandsliga Nord an, und hat auch eine DWZ-homogene Mannschaft aufzuweisen. Wenn da nicht der Zusatz 2 beim Teamnamen wäre, und damit ebenfalls die Ersatzabstellung droht. Eppstein und Niederbrechen ist dies sicher recht.

Hofheim in der Verbandlisga Süd, tja ja, auch mit dem Zweierlos behaftet, könnte ebendaran scheitern. Und hier freuen sich Gernsheim und Sfr. Frankfurt über diese Bürde.

Vellmar ist leichter Favorit in der Landesklasse Nord, Biebertal und die Schachjugend Herborn bilden eine Doppelfavoritenspitze in der Weststaffel.

Statistisch gesehen ist der Meister in der Landesklasse Ost schon vorbestimmt, da Matt im Park mit gleichmäßiger Spielstärke an allen Brettern glänzt und auch deutlich den besten Durchschnitt bietet. Noch deutlicher führt Frankfurt West in der Südstaffel, so dass es nach zwei mageren Jahren wieder etwas fetter werden könnte.

Aber wie auch immer, auf die Mannschaftsführer wird wieder eine Menge Arbeit zukommen, wenn man die Topaufstellungen auch an die Bretter bringen will. Viel Erfolg dabei!

Terminübersicht der Mannschaftskämpfe


Gruß

Euer
Hans D. Post


Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.

Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.

Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie die neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.

Homepage "Schach in Hessen"

Interview mit Hans-Dieter Post vom 20.01.2011



Hans-Dieter Post

Published by Mike Rosa

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