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XVII. Karl-Mala-Gedenkturnier vom 31. Juli bis 3. August
Veranstalter bleiben Linie treu
01.07.2014 - Pünktlich zum Beginn der Sommerferien wartet Frankfurt am Main auch in diesem Jahr mit seinem größten Open auf. Am 31. Juli öffnet im Frankfurter Stadtteil Griesheim das XVII. Karl-Mala-Gedenkturnier (KMG) seine Pforten für alle großen und kleinen Schachspieler. Im vergangenen Jahr strömten exakt 295 (189 A-Turnier / 106 B-Turnier) in die klimatisierte Spielstätte - dieses Jahr könnte erstmals die 300er-Marke fallen. Das moderne System mit zwei Turnieren wurde 2013 begeistert angenommen, bietet es doch besonders dem jüngsten Nachwuchs die Gelegenheit, erste wichtige Erfahrungen zu sammeln. Bis DWZ (nicht ELO!) 1699 darf man im B-Turnier antreten, darüber bleibt nur der mutige Sprung in die Untiefen des A-Turniers. Dort setzen die Hauptverantwortlichen Ralph Blum und Michael Schimmer weiter auf ein nahezu einmaliges Konzept. Titelträger erhalten keine pauschale Bevorzugung wie beispielsweise eine Befreiung vom Startgeld! So sah man im Vorjahr beispielsweise einen GM Daniel Fridman (damals Deutscher Meister!) wie alle Normalsterblichen und ohne Klagen vor Ort sein Startgeld entrichten. Was sich die Verantwortlichen der veranstaltenden Schachgesellschaft Griesheim von 2001 e. V. dabei denken, verrät Ihnen das 2013 geführte Chess Tigers-Interview mit Blum, welches wir Ihnen in der Folge nach der Ausschreibung nochmals als Lektüre empfehlen. Die Chess Tigers unterstützen auch in diesem Jahr das KMG mit ihrem hochwertigen Spielmaterial bestehend aus Holzfiguren und -brettern sowie den digitalen Uhren aus dem Hause DGT.

Offizielle Turnierseite

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Veranstalter: Schachgesellschaft Griesheim von 2001 e. V.
Spiellokal: Bürgerhaus Griesheim, Schwarzerlenweg 57,
65933 Frankfurt am Main
Turnierleitung: Ralph Blum, Taläckerstr. 5a, 65933 Frankfurt am Main
E-Mail: ralph.blum@t-online.de
Festnetz: (069) 38987644, Mobil: 0171 6890305
Schiedsrichter: FSR Thomas Rondio NSR Wolfgang Hettler
Modus: 7 Runden Schweizer System, Buchholzwertung
40 Züge in 90 Minuten + 30 Minuten Rest
+ 30 Sekunden Bonus ab dem 1. Zug
Wartezeit: Gemäß FIDE-Regel 6.6 a) gilt, dass der Spieler, der mehr als 60 Minuten nach dem
angesetzten Rundenbeginn am Brett erscheint, die Partie verliert
Auswertung: DWZ und ELO
Rundenplan 31. Juli 2014 1. Runde 17.00 Uhr;
für beide 1. August 2014 2. Runde 09.30 Uhr; 3. Runde 15.30 Uhr;
Turniergruppen: 2. August 2014 4. Runde 09.30 Uhr; 5. Runde 15.30 Uhr;
  3. August 2014 6. Runde 09.00 Uhr; 7. Runde 15.00 Uhr.
Anmeldung: Bis 25. Juli 2014 durch Überweisung des Startgeldes auf das Konto der Schachgesellschaft Griesheim,
IBAN DE60 5019 0400 0004 7533 05 Volksbank Griesheim, BIC GENODE51FGH unter Angabe von Name, Vorname, FIDE-ID und Turnier.
Nachmeldungen: Bis 31. Juli um 16.00 Uhr
Keine Beschränkung der Teilnehmerzahl!
Wichtige Vorangemeldete Spieler werden ausgelost, sofern sie nicht bis 16.30 Uhr am Spieltag absagen! Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ohne Angabe der FIDE-ID eine Teilnahme nicht möglich ist.
Informationen für Hauptpreisvergabe nach Hort-System (½ geteilt, ½ nach Wertung)
Durch die Anwendung des Hort – Systems verändert sich nicht die Zahl der Preisträger.
beide Turniere: Mehrfachpreise sind nicht möglich. Es wird der höhere Preis ausgezahlt; bei gleichem Betrag gilt der Preis mit der kleineren Ordnungsnummer als der höhere. Anspruch auf einen Preis setzt Anwesenheit bei der Siegerehrung voraus, nicht in Anspruch genommene Preise verfallen zugunsten des Veranstalters.
A-Turnier
-Spielstärke
Ab DWZ 1500 – es gilt ausdrücklich die DWZ für die Einstufung, nur bei Spielern ohne DWZ
wird ersatzweise die ELO-Zahl herangezogen – maßgebend ist die DWZ laut der am 25. Juli 2014 gültigen DSB-Liste.
A-Turnier
-Startgeld
Jugendliche € 35 + € 5 Zuschlag nach dem 25. Juli 2014
Erwachsene € 55 + € 10 Zuschlag nach dem 25. Juli 2014
A-Turnier
-Hauptpreise
1. Platz € 1.500  2. Platz € 1.200
3. Platz € 1.000  4. Platz € 800
5. Platz € 600
6. Platz € 400
7. Platz € 300  8. Platz € 200
9. Platz € 150  10. Platz € 100
A-Turnier
-Sonderpreise
je € 120 / € 80 / € 60 für DWZ < 2100 / DWZ < 1900 Damen   Senioren (Stichtag 31. Juli 1954 und älter) U 18 (Stichtag 31. Juli 1996 und jünger)
B-Turnier
-Spielstärke
Bis DWZ 1699 – es gilt ausdrücklich die DWZ für die Einstufung, nur bei Spielern ohne DWZ
wird ersatzweise die ELO-Zahl herangezogen – maßgebend ist die DWZ laut der am 25. Juli 2014 gültigen DSB-Liste.
B-Turnier
-Startgeld
Jugendliche € 20 + € 5 Zuschlag nach dem 25. Juli 2014
Erwachsene € 35 + € 5 Zuschlag nach dem 25. Juli 2014
B-Turnier
-Hauptpreise
1. Platz € 200  2. Platz € 150
3. Platz € 100
B-Turnier
-Sonderpreise
je € 60 / € 40 fürDWZ < 1500 / DWZ < 1300 / DWZ 1 – 999 Damen   Senioren (Stichtag 31. Juli 1954 und älter) U 18 (Stichtag 31. Juli 1996 und jünger) U 14 (Stichtag 31. Juli 2000 und jünger)
Übernachtung: Gut und preiswert, cirka 12 min. zu Fuß (900m) ist das Hotel Anna, Lärchenstr. 95, 65933 Frankfurt am Main, Telefon (069) 380140,
Homepage: Hotel Anna
Ansonsten empfehlen wir folgende Internetadresse:
Hotelsuche.

Offizielle Turnierseite.


Interview mit Organisator Ralph Blum von 2013

Mike Rosa: Herr Blum, zum sechzehnten Mal veranstalten Sie in diesem Jahr mit dem Karl-Mala-Gedenkturnier (KMG) das größte Schach-Open in Frankfurt am Main. Erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Historie des Turniers. Wer ist dieser Karl Mala?

Ralph Blum: Herr Rosa, zunächst: Das größte Open in Frankfurt ist ja wohl doch schon lange und unangefochten die Stadtmeisterschaft! Das Karl-Mala-Gedenkturnier hingegen ist überregional, und da stehen wir in einer Reihe mit den großen hessischen, oder auch bundesweiten Turnieren. Ich betone das deswegen, weil ich Hans-Dieter Post, den Organisator und die gute Seele der Stadtmeisterschaft, sehr lange kenne und eine große Hochachtung vor seiner Arbeit empfinde. Was er hier im Laufe der Jahre aufgebaut hat, nötigt Respekt ab.

Die Historie unseres Turnieres ist nicht halb so interessant, wie die der Stadtmeisterschaft. Der Namensgeber unseres Turniers, der Karl Mala, war einer der drei Gründer unseres Schachvereines, und hat ihn, als es Anfang der achtziger Jahre bis zu seinem Tode 1995 kaum noch Mitglieder gab, durch unglaubliches Engagement am Leben erhalten. Ich bin froh, ihn kennen gelernt zu haben, seine Hartnäckigkeit, wenn es um „seinen“ Verein ging, hat mir immer sehr imponiert, und ist in gewisser Weise auch Vorbild. Die Idee, das Turnier nach ihm zu benennen, zeugt von dem Respekt, den er bei allen, die ihn noch gekannt haben, gehabt hat.

Der Spielort: Bürgerhaus Griesheim, Schwarzerlenweg 57, 65933 Frankfurt am Main

MR: 2001 gründeten Sie extra für das KMG die Schachgesellschaft Griesheim von 2001. Wieso war das nötig?

RB: Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen. Ryszard Dyga hat mit dem Griesheimer Schachverein 1997 das Open ins Leben gerufen. Zu der Zeit war ich schachmäßig „unterwegs in Hessen“, nachdem ich so um 1993 Griesheim als Spieler verlassen hatte. Ich habe das Turnier mitgespielt, obwohl ich zuerst skeptisch war, ob dieser kleine Verein, schachlich damals in den unteren Ligen des Unterverbandes angesiedelt, so eine Veranstaltung überhaupt stemmen konnte. Er konnte es, und wie! Das imponierte mir, und so wuchs ich dann, engagiert und angeleitet von Ryszard, langsam aber sicher immer mehr in die Organisation hinein, und als Dyga dann umzugsbedingt Richtung Hofheim entschwand, war klar, dass er sich allmählich vom Turnier zurückziehen würde, wenn er die Ausrichtung desselben gesichert wüsste.

Nun wollte der Griesheimer Verein das Turnier aber eigentlich nicht mehr veranstalten, es war die Meinung, dass das Karl-Mala-Gedenkturnier im Vergleich zum betriebenen Aufwand nichts bringen würde. Weder kämen neue Spieler, noch hätte man irgendeinen finanziellen Vorteil davon. Das stimmte beides, aber sollte deswegen das Turnier, nach furioser Entwicklung, einfach so eingehen? Um es weiterzuführen gründeten einige aktuelle und ehemalige Vereinsmitglieder dann die Schachgesellschaft, die fortan als Ausrichterin fungierte. Man braucht nämlich einen Sportverein, wenn man im Bürgerhaus verbilligt Räume mieten will, ohne die es nicht geht. Außerdem geschah die Gründung auch mit dem Hintergedanken, den eigentlichen Griesheimer Schachverein von allen Haftungsfragen zu befreien. In der Wirtschaft nennt man sowas, glaube ich, „Zweckgesellschaft“... (lacht)

MR: Warum erfreut sich Ihr Turnier so großer Beliebtheit?

RB: Den Angler fragen, warum der Wurm dem Fisch so gut schmeckt. Es sind einige Faktoren, angefangen bei der im Hochsommer wirklich hervorragend klimatisierten Halle, die das Schachspielen in dieser Jahreszeit überhaupt erst erträglich macht. Die erstklassige Verkehrsanbindung, die direkte Nachbarschaft zur S-Bahn, man ist nach vier Minuten Fahrzeit im Hauptbahnhof. Und außerdem gibt es neben diesen harten Fakten noch einen anderen Aspekt, den man nicht so leicht in Worte fassen kann. Jedes Turnier hat irgendwie sein eigenes Flair, etwas, das es einzigartig macht, so eine Art Alleinstellungsmerkmal. Fragen Sie mal einen Spieler, warum er dieses Open spielt, und jenes nicht. Stets werden Sie irgendwann subjektive Gründe zu hören bekommen. Jeder spielt ja im Grunde sein eigenes Turnier, an das er sich mehr oder weniger gerne erinnert. Das fängt schon damit an, dass man vielleicht als Jugendspieler hier schachlich sozialisiert worden ist, wieder andere freuen sich, alte Bekannte wieder zu sehen, manchem gefällt einfach nur das Ambiente der gesamten Veranstaltung, das eben nicht so perfekte, darum aber umso menschlichere. Wie auch immer, man assoziiert gerne.

Das sind so Sachen, und als Turnierveranstalter tut man deswegen gut daran, Änderungen so sachte wie möglich umzusetzen, um den Charakter eines Turniers nicht zu zerstören. Als beispielsweise im Sommer 2007 der Boden der Halle im Bürgerhaus renoviert wurde, bot uns die Saalbau an, das Turnier ausnahmsweise um Weihnachten herum stattfinden zu lassen. Das war wirklich sehr nett gemeint, wir haben es aber dennoch lieber ausfallen lassen, denn das hätte einen Bruch bedeutet. Kann sich jemand das Karl-Mala-Open vorstellen, und draußen liegen zehn Zentimeter Schnee bei minus sieben Grad? Also ich nicht. Zum Karl Mala gehört doch viel eher ein zünftiges Hitzegewitter!

Der Spielsaal vor Rundenbeginn

Der Spielsaal nach Rundenbeginn

MR: Erstmals wird es in diesem Jahr ein B-Open geben, was mittlerweile auch bei anderen Turnieren Schule macht…

RB: Wie gesagt, man sollte mit Änderungen immer vorsichtig sein, und deswegen hätten wir auch niemals von uns selber aus das Turnier in mehrere Gruppen aufgespaltet. Aber: Wir müssen mit der Zeit gehen, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Diese Turnierform hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt, und es haben sich die Anfragen im vergangenen Jahr während des Turniers diesbezüglich gehäuft. Da dachten wir uns, wenn die Leute, für die wir dieses Turnier ja schließlich jedes Jahr machen, das so vehement fordern, reagieren wir, bevor die Abstimmung mit den Füßen entschieden wird.

Und in der Tat spricht einiges für diesen Modus, gerade bei größeren Turnieren, auch wenn es mit mehr Aufwand verbunden ist. Der Spielstärkeunterschied bei den Paarungen ist nicht mehr so groß, und das reduziert jenen Pingpong-Effekt, dass man gegen einen übermächtigen Gegner verliert, kommende Runde gegen einen viel schwächeren gewinnt, und dann wieder gegen einen Riesen untergeht, nur um erneut gegen einen Anfänger zu gewinnen, was auf Dauer niemandem Spaß macht.

MR: Beim Blick auf die aktuelle Ausschreibung vermisst das geübte Auge einen Zusatz wie "GM und IM sind vom Startgeld befreit" und stellt zugleich fest, dass sich der Preistopf zum Vorjahr nochmals deutlich erhöht hat. Und das ganz ohne Sponsoren?

RB: Das haben Sie richtig gelesen. Nach langen internen Diskussionen um das Für und Wider haben wir uns dazu entschlossen, Titelträgern nicht mehr per se Startgeldfreiheit zu gewähren. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu unschönen Vorkommnissen mit einigen Meistern gekommen, wo wir uns im Nachhinein gefragt haben, ob das wirklich so ein Gewinn war, solche Leute auch noch kostenlos teilnehmen zu lassen. Ich darf in diesem Zusammenhang an Turnierabbrüche nach Partieverlusten, oder verschobene Letztrundenpartien erinnern, und hierbei meine ich nicht das in diesen Kreisen übliche Remisieren in der letzten Runde, sondern das absichtliche Verlieren und anschließende Preisgeldteilen mit dem Gewinner.

Solche Fälle haben bei einigen Augenzeugen für ziemlichen Frust gesorgt, und so etwas können wir uns als Turnierveranstalter nicht leisten. Apropos: Ein Schachmeister, der wie ein Schachprofi behandelt werden will, sollte sich auch wie ein Profi benehmen, und da hat es bei einigen - natürlich nicht bei allen - doch sehr gehapert. Für uns gehört zum Beispiel dazu, dass man als Profi mit Amateuren respektvoll umgeht, denn die stellen die zahlende Masse dar, ohne die ein Schachmeister kein Auskommen finden kann. Profi sein bedeutet unter anderem auch, dass man sich nicht wegen jeder Lappalie, zum Beispiel einer klickenden Kamera, lautstark beim Turnierleiter beschwert und dass man nicht vier Tage lang in ein- und demselben verschwitzten T-Shirt herumrennt...

Der Preistopf ist im Vergleich zum letzten Jahr nochmals dicker geworden, aber unser Kassierer Michael Schimmer hat hier ziemlich gute Arbeit bei der Ausgestaltung des Topfes geleistet, und zudem hat sich das Startgeld auch etwas erhöht. Sätze wie „Preisfonds garantiert bei mindestens so und so viel zahlenden Teilnehmern“ werden Sie bei uns nicht finden!

Natürlich geht es ohne Sponsoring! Trotzdem wäre es uns aus naheliegenden Gründen ganz lieb, wenn wir Sponsoren hätten, nur muss man sich auch drum kümmern, und da sind wir ganz klar in der Pflicht, das müssen wir viel besser machen.

Allerdings geht es nicht ohne Freunde und Förderer, und da stehen Hans-Walter Schmitt und seine Chess Tigers unangefochten in der ersten Reihe. Das erstklassige Spielmaterial, das wir jedes Jahr zur Verfügung haben, die schöne Berichterstattung auf der Chess Tigers-Homepage, all dies trägt zum Gelingen einer solchen Veranstaltung bei, und sollte auch gewürdigt werden.

Ralph Blum (links) und Michael Schimmer ziehen beim KMG die Strippen

MR: Den einen oder anderen Meister möchte der Amateur ja schon ganz gerne sehen. Verraten Sie uns, wen Sie eingeladen haben?

RB: Intern haben wir eine Liste erstellt, welche Titelträger wir einladen werden und die selbstverständlich vom Startgeld befreit sind. Zugesagt haben von diesen bereits GM Ikonnikov und IM Boidman. Einladen werden wir unter anderem beide IM Donchenko, IM Hagen Poetsch, IM Dimo Werner, IM Klaus Klundt, GM Vitaly Kunin, FM Oliver Uwira. Ich habe sicherlich noch einige vergessen, aber ich glaube nicht, dass wir heuer ein schwächeres Turnier sehen werden, als sonst.

MR: Am schwierigen Thema "Cheating" kommt man als Organisator leider nicht vorbei. Wollen bzw. können Sie dem bei Ihrer Veranstaltung etwas entgegensetzen?

RB: Oh, jetzt haben Sie mich erwischt. Bisher haben wir uns gar keine großen Gedanken um dieses Thema gemacht. Man hofft ja immer, dass sowas nicht gerade auf dem eigenen Turnier vorkommt, aber man kann nie wissen. Eingangskontrollen werden wir sicherlich nicht machen und gehen zunächst einmal davon aus, dass alle Teilnehmer „unplugged“ sind. Aber falls nicht - da fällt mir die aktuelle „KARL“-Ausgabe ein, die sich auch mit der juristischen Relevanz des Betruges im Schachsport befasst. So möchte ich die Gelegenheit nutzen, jedem Schachspieler diese Zeitschrift im Allgemeinen und dieses Heft im Besonderen ans Herz legen.

MR: Die meiste Zeit im Jahr sind Sie nicht Turnierorganisator, sondern...?

RB: ...dem Schach auch auf andere Weise noch sehr verbunden. Zwar spiele ich nur noch Mannschaftskämpfe, und auch das nur, weil mein Verein jeden Punkt gebrauchen kann. Aber als Vorsitzender des Griesheimer Schachvereins bin ich sowieso jeden Tag mit irgendetwas schachlichem beschäftigt. Meine außerschachlichen Interessen leiden schon ein wenig darunter.

"Wenn man Äpfel ohne Würmer und faule Stellen haben will,
holt man sie sich nicht im Laden, sondern direkt vom Baum!"

MR: Wer Sie etwas kennt, weiß, dass Ihnen das Jugendschach ein besonderes Anliegen ist. Warum opfert man seine Freizeit für etwas, was in vielen Vereinen sträflich vernachlässigt wird?

RB: Das hat viele Gründe. Der erste, sicherlich wichtigste war, dass die von Christa Kaulfuss in der hiesigen Eichendorff-Schule geleitete, erfolgreiche Schach-AG nach der Pensionierung dieser großartigen Frau weitergeführt werden musste. Immerhin gab es diese AG schon sehr lange, und als wir dann endlich damit anfingen, Kinder aus dieser AG für unseren Klub zu begeistern, hatten wir plötzlich eine große Jugendgruppe und erkannten das Potential, das hier die ganze Zeit brachgelegen hat.

Der nächste Grund war, dass AGs während der Schulzeit stattfinden, und ein Arbeitnehmer, der bis halb fünf arbeiten muss, gar keine Zeit dafür haben kann, ich aber schon. Und schließlich muss man auch akzeptieren, dass manchem Schachfreund der Verein doch nicht sooo wichtig ist, als dass er hierfür eine derart zeitintensive Sache betreiben wollte. Such stellt der Umgang mit Kindern manchmal eine ganz schöne Herausforderung dar, und als Hobbypädagoge stößt man schnell an seine Grenzen.

Mittlerweile macht mir die Jugendarbeit, sei es in den AGs oder im Verein, großen Spaß, und ich habe dabei sehr viel gelernt und tue es noch. Schlussendlich: Wenn man Äpfel ohne Würmer und faule Stellen haben will, holt man sie sich nicht im Laden, sondern direkt vom Baum!

MR: Worauf kommt es beim Training mit Kindern an? Würden Sie sich selbst als einen strengen Lehrer bezeichnen?

RB: Zuallererst kommt es darauf an, dass man selber Spaß am Training hat, das überträgt sich eins zu eins auf die Kinder. Sodann: Man kann mit Kindern auch recht streng verfahren, das ist manchmal vonnöten, aber Kinder sind Gerechtigkeitsfanatiker und hassen ungerechte Behandlung oder eine Ungleichbehandlung, die man ihnen nicht plausibel erklären kann. Man sollte Kinder nicht wegen jeder Kleinigkeit loben oder kritisieren, so etwas nutzt sich rasch ab - wenn man aber ein Kind lobt, dann geschieht dies grundsätzlich vor der Gruppe, und Kritik gibt es in der Regel nur unter vier Augen.

Abwechslung zwischen Stillsitzphasen und körperlicher Bewegung muss es ebenfalls geben. Ich würde mich nicht gerade als einen strengen Lehrer bezeichnen, aber Regeln müssen sein. Ich bin ziemlich unnachgiebig bei Sachen wie „Bitte“, „Danke“, „Guten Tag“, „Auf Wiedersehen“, und wenn etwas herunterfällt, wird es sofort aufgehoben, egal wer es hat fallenlassen. So genannte „Basics“ eben, die allerdings heutzutage nicht mehr allgemein üblich sind, auf die lege ich Wert, und wenn ich dann sehe, dass meine Schützlinge auf einem Turnier unaufgefordert anfangen, das Material mit aufzubauen, macht mich das auch ein wenig stolz, denn genau das meine ich mit Äpfeln ohne faule Stellen!

MR: Jüngst hat es in der Führung des Hessischen Schachverbandes einige gravierende Änderungen gegeben. Wie stehen Sie dazu? Werden die neuen Besen gut kehren?

RB: Ich freue mich über den Wechsel und bin gespannt, wie der neue Vorstand sich positioniert. Den Thorsten Ostermeier kenne ich persönlich zwar kaum, aber das Interview, das er bei den Chess Tigers gegeben hat, war doch schon mal eine Ansage, die mir sehr gefallen hat. Ich habe ihm die Daumen gedrückt, dass er es schafft. Ein weiterer Aktivposten dieses Vorstandes ist für mich zweifelsohne Frank Staiger, den ich als ruhigen und sachlichen Funktionär in unserem Unterverband sehr zu schätzen gelernt habe. Wie es scheint, legt dieses Kabinett den Schwerpunkt nicht aufs Repräsentieren, und ich erhoffe mir vom HSV einen frischen Wind für unser aller Sache!

MR: Jeder Schachspieler hat mindesten einen Meister, den er besonders bewundert. Wer ist es bei Ihnen?

RB: Es gibt einige, die mir gefallen, aber nicht unbedingt wegen ihrer Partien, sondern wegen ihrer Bücher, von denen ich sehr profitiert habe, beispielsweise Euwe, Koblenz, Kotow, Bobby Fischer, Vidmar, Tarrasch und, nicht zu vergessen, Simon Webb, Autor von „Schach für Tiger“. Fragen Sie mich doch lieber nach einer Meisterin, die ich bewundere, ich könnte Ihnen schon welche nennen... (lacht)

Vielen Dank für das Gespräch!



Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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