TopTurniere Corus Chess 2007 - Aronian, Topalov und Radjabov mit Fotofinish
29.01.2007 - Während sich alle Aufmerksamkeit auf das Duell der letzten Runde zwischen Teimour Radjabov und Veselin Topalov konzentrierte, plante noch jemand den Griff nach dem sprichwörtlichen Gold. Levon Aronian besiegte Sergei Tiviakov und nach dem nicht unerwarteten Remis im Spitzenduell, hatte das A-Turnier des Corus Chess 2007 drei Gesamtsieger zu vermelden. Herzlichen Glückwunsch, Levon Aronian, Veselin Topalov und Teimour Radjabov!
Etwas schade ist es schon,
dass weder Veselin Topalov noch Teimour Radjabov in ihrer Partie
ernsthaft versuchten, den alleinigen Sieg zu schaffen, doch um so
erfreulicher ist es für den in Berlin lebenden Armenier Levon Aronian,
dass er noch in die Phalanx der Sieger vorstoßen konnte. Traditionell
wird in Wijk aan Zee kein weiteres Bewertungskriterium herangezogen,
um Punktgleiche von einander zu trennen. Lieber teilt man die
Lorbeeren, was ja auch einen gewissen Charme hat.
Wäre nach Wertung sogar alleiniger Sieger -
Levon Aronian
Hinter dem Trio lief Vladimir Kramnik ein, der in der letzten Runde Loek van
Wely besiegen konnte. Der Weltmeister war zwar nie ernsthaft in der
Lage, um den Platz an der Sonne zu spielen, dennoch ist die erbrachte
Leistung seines Titels würdig. Ähnliches sollte auch für Vishy Anand
gelten, doch wer den Inder kennt, weiß auch, dass er selbst sich mit
anderem Maß misst und in jedem Turnier stets das Maximum anstrebt.
Peter Svidler wird vermutlich mit gemischten Gefühlen die Heimreise
antreten, denn neben einigen Glanzpunkten wie gegen Topalov leistete er
sich auch haarsträubende Schnitzer, die ihm ein besseres Ergebnis
verdarben. Unter dem Strich steht ein leichtes ELO-Plus, aber da wäre
auch noch mehr möglich gewesen!
Ja, manchmal
mochte man gar nicht hinsehen - Magnus Carlsen
Die Plätze 7 - 12 wurden mehr oder weniger den eigenen Ansprüchen bei
diesem Megaevent gerecht. Die 50% von David Navara und Sergey Karjakin
sind aller Ehren wert, während Ruslan Ponomariov, Alexander Motylev,
Sergei Tiviakov und Loek van Wely mit leichten ELO-Verlusten sicherlich
auch leben können. Wirklich unzufrieden sind bestimmt nur Magnus Carlsen
und Alexei Shirov. Carlsen ist bekanntlich noch ein Teenager, so dass
bei ihm noch der Lernwert eines solchen Turniers im Vordergrund steht,
doch Alexei Shirov ist ein gestandener Weltklassespieler, was er jedoch
nur allzu selten zeigen konnte. Die Taktik ist seine beste Waffe, doch
in Wijk aan Zee scheiterte er an ihr. Als er das bemerkte, stellte er
sein Spiel um, doch da war es bereits zu spät.
Im B-Turnier siegte alleine mit 9 Punkten der Ukrainer Pavel Eljanov und
wird damit 2008 zum 70. Jubiläum im A-Turnier spielen dürfen. Das
C-Turnier entschied der Pole russischer Herkunft Michal Krasenkow mit
bärenstarken 10,5 Punkten für sich und wird besonders auch die
Glückwünsche seiner Mannschaftskollegen beim Bundesligisten OSC
Baden-Baden genießen.