TopTurniere Corus Chess 2007 Rd. 11 - Svidler sorgt wieder für Spannung Topalov verliert die erste Partie
26.01.2007 - Schier unschlagbar schien Veselin Topalov bei seinem bisherigen Auftritt in Wijk aan Zee bis zur heutigen Runde. Und auch hier sah es zunächst glänzend aus für den Bulgaren, doch dann drehte Peter Svidler den Spielverlauf auf den Kopf und jagte Topalov den vollen Punkt ab. Damit sind Weltmeister Vladimir Kramnik und Chess960-Weltmeister Levon Aronian die beiden einzigen Ungeschlagenen im A-Turnier und besonders wenn es nach Kramnik gehen sollte, wird sich das auch nach der morgigen Partie nicht ändern. Dann nämlich werden er und Topalov zum ersten Mal nach der WM in Elista die Klingen kreuzen. Bestimmt werden bereits die ersten Wetten abgeschlossen, ob sich die beiden vor der Partie die Hand reichen werden. Den anderen vollen Punkt des Tages erzielte Levon Aronian gegen Sergey Karjakin, alle anderen Partien endeten mit der Teilung des Punktes.
Die erste beendete Partie des heutigen Tages war
die zwischen Vishy Anand und Alexei Shirov. Nach 30 Zügen stellte Anand
seine Gewinnbemühungen gegen den Letten ein. Letzterer bräuchte, um sein
miserables Ergebnis zu korrigieren, zwar noch den einen oder anderen
Sieg, doch gegen den Inder traute er sich nicht und griff gegen Anands
1.e4 zur solidesten Lösung, der Russischen Verteidigung. Vishy kassierte
zwar einen Bauer, doch mehr ließ der in Spanien lebende Hexer von Riga
nicht zu. Wenig später reichten sich Ruslan Ponomariov und Sergei
Tiviakov die Hände und Vladimir Kramnik dürfte nach dem Remis in
Radjabovs Königsinder auch froh gewesen sein, denn mit etwas mehr
Courage hätte der Aserbaidschaner gegen den Weltmeister durchaus auch
auf Gewinn spielen können. Ebenfalls friedlich trennten sich David
Navara und Alexander Motylev nach 42 Zügen. Länger als alle anderen hielten
Magnus Carlsen und Loek van Wely durch, bevor sie nach 109 Zügen das
Unentschieden unterschrieben. Theoretisch hätte man getrost schon gute 40 Züge
früher Frieden schließen können, aber van Wely hatte offenbar Spaß daran,
den Norweger im Endspiel Turm & Läufer gegen Turm zu
testen, bevor er das Remis "erlaubte".
Seine dritte Niederlage hintereinander kassierte heute ein weiterer
Youngster. Sergey Karjakin
hatte Levon Aronian, der einen feinen Königsangriff demonstrierte,
nichts entgegenzusetzen und gab nach 47 Zügen auf. Damit
wahrt sich der Armenier sogar noch eine wage Chance auf den Gesamtsieg,
während das einst ansehnliche Plus des jungen Ukrainers auf nur noch 2
Elopunkte zusammengeschrumpft ist.
Ein Wechselbad der Gefühle machten die Zuschauer der Partie Peter
Svidler gegen Veselin Topalov durch. Erst sah es so aus, als könnte
Topalov den Russen bezwingen, doch nach einem bösen Schnitzer verlor der
Bulgare nicht nur seinen Vorteil, er musste auch mit ansehen, wie
Svidler nun seinerseits auf Gewinn spielte. Die gesamte Partie über
tauschten beide Spieler kleinere aber eben auch größere Fehler aus, doch
der vorletzte Fehler gewinnt bekanntlich und den beging Svidler.
Möglich, dass das Turmendspiel für Topalov kaum zu halten war, doch er
half kräftig mit, es seinem russischen Gegner nicht allzu schwer zu
machen. Nach 48 Zügen streckte der Tabellenführer zum ersten Mal in
diesem Turnier die Waffen. Zwei Runden vor Schluss kann es nun
tatsächlich noch spannend werden in der Gesamtwertung. Noch führt
Topalov, doch seine Verfolger sind nun wieder in Schlagdistanz! Morgen
wird es zum Showdown mit Vladimir Kramnik kommen. Wird der Weltmeister
dem Führenden der Weltrangliste gar wieder einen großen Titel
wegschnappen?