TopTurniere Corus Chess 2007 Rd. 7 - Topalov pirscht sich an
20.01.2007 - Heute musste sich Teimour Radjabov gegen Vishy das erste Mal wirklich ernsthaft seiner Haut erwehren, und es gelang ihm. Doch dieses Remis gab den Verfolgern die Chance, mit einem Sieg näher heran zu kommen und das nutzte Veselin Topalov vorbildlich indem er Ruslan Ponomariov schlug. Peter Svidler gewann ebenfalls eine feine Partie gegen Magnus Carlsen und zu guter Letzt reihte sich noch David Navara gegen Loek van Wely in die Liste der heutigen Sieger ein.
Sergei
Tiviakov und Namensvetter Sergey Karjakin waren sich heute wohl gesonnen
und beendeten ihre Partie nach nur 21 Zügen. Letzterer liegt mit nun
vier Punkten ausgezeichnet im Rennen und kann momentan auf dem Weg zur
2700 Boden gutmachen. Deutlich mehr Spannung versprach die Begegnung
Levon Aronian und Vladimir Kramnik, denn im momentan sehr populären
Slawen erspielt sich der Armenier eine durchaus ansprechende Position,
doch dann zog er es vor, den Weltmeister nicht weiter zu ärgern und nahm
dessen Remisangebot nach 28 Zügen an. Seinen freien Fall stoppen konnte
Alexei Shirov. Gegen Alexander Motylev sah es mitunter sogar so aus, als
sei mehr möglich, doch dazu fehlte dem Letten nach dem bisherigen
Desaster noch die Kraft und so einigte man sich nach 41 Zügen auf das
Remis.
Es sah gut aus,
aber knacken konnte er Radjabovs Sveshnikov auch heute nicht - Vishy Anand
Was bot sich in der Partie Vishy Anand gegen Teimour
Radjabov mehr an, als eine zünftige Diskussion im Sveshnikov? Spätestens
seit dem legendären GrenkeLeasing-Match der Chess Classic Mainz 2006
haben die zwei noch eine Rechnung offen in dieser beliebten Variante der
Sizilianischen Verteidigung. In Mainz gelang es Radjabov, Anand vor
echte Probleme zu stellen, und so freuten sich auch die Kiebitze auf
eine neuerliche Sveshnikov-Debatte. Bis zum 16. Zug folgten sie der
ersten Partie ihres Matches, dann wich Radjabov mit 16...Tb8 aus und der
Kampf konnte quasi offiziell beginnen. In der Folge erspielte sich Anand
einen dauerhaften Vorteil, doch der Aserbaidschaner spielte mit der
notwendigen Aufmerksamkeit und erreichte nach 42 Zügen erleichtert den
Remishafen. Neben der Tatsache, dass Radjabov morgen mit Aronian den
nächsten schweren Brocken zu überwinden hat, wird das weitere Highlight
der achten Runde die Begegnung Topalov gegen Anand sein.
Eigentlich stand Ruslan
Ponomariov nach dem Benoni von Veselin Topalov nicht schlecht,
doch
dann kassierte der Bulgare Bauer um Bauer ein, ohne auf nennenswerten
Widerstand des Ukrainers zu stoßen. Der Rest war für die
aktuelle Nr. 1 der Weltrangliste im Duell der einstigen FIDE-Weltmeister
mehr ein Schaulaufen, das er routiniert zum vollen Punkt führte. Würde
einem bei dem Namen Topalov nicht beständig der bittere Beigeschmack der
WM auf der Zunge liegen, man würde sich bestimmt mehr mit ihm
für seine prima Leistung in Wijk aan Zee freuen.
Auf dem Brett
noch immer einer der Besten der Welt - Veselin Topalov
Eine besonders feine Klinge wusste heute auch Peter Svidler mit Schwarz gegen
Magnus Carlsen zu fechten. Er erbeutete zwar "nur" ein Bäuerlein und
erreichte damit "nur" ein Damenendspiel, doch das spielte er so
exzellent, dass der junge Norweger alsbald die Waffen streckte.
Bisher hatte David Navara wenn dann nur schlechtere Turmendspiele zu
verteidigen, doch heute durfte er die Seite mal wechseln und gegen Loek
van Wely einen Mehrbauer mitnehmen. Es sollte die längste Partie des
Tages werden und sich letzten Endes für den Tschechen lohnen. Der
Niederländer beging in der Folge kleine aber feine Ungenauigkeiten und
Navara nutzte sie ohne Erbarmen. Nach 67 Zügen hatte er sich den vollen
Punkt redlich verdient und ist nun wie auch Svidler wieder mit im
erweiterten Kreis der Siegaspiranten.