TopTurniere Corus Chess 2007 - Radjabov baut Führung aus Nur Topalov kann folgen
16.01.2007 - Teimour Radjabov ist nach vier Runden mit einer Performance von sagenhaften 3015! in Wijk aan Zee der Mann der Stunde. Nach seinem heutigen Sieg gegen Sergei Tiviakov hat er nun satte 3.5 Punkte, denen vor dem morgigen Ruhetag nur Veselin Topalov mit einem halben Zähler Rückstand folgen kann. Der Bulgare ließ Alexei Shirov heute keine Chance und setzte sich so zwischen den Führenden und das Feld. Alle weiteren Begegnungen endeten mal mehr und mal weniger aufregend mit einem Remis.
Beim OSC
Baden-Baden in der Bundesliga sind sie Kollegen und auch in ihrer
heutigen Begegnung ging es sehr kollegial zu. Nach nur 20 Zügen einigten
sich Magnus Carlsen und Vishy Anand auf einen verlängerten
Ruhetag und teilten den Punkt gerecht. Nicht
viel länger hielten Alexander Motylev und Levon Aronian durch, bevor
auch sie von der aktiven Teilnahme in die
Kiebitzposition wechselten - Remis nach 22 Zügen.
Vishy Anand bei der Nachbetrachtung - Erkennen Sie den
äußerst interessierten Kiebitz?
An den
anderen Brettern ging es dagegen etwas kämpferischer zu. Veselin Topalov
wollte mit den weißen Steinen unbedingt den vollen Punkt gegen Alexei
Shirov und dieser fand kein brauchbares Mittel gegen die bulgarische
Attacke. Nach 41 Zügen gab der Lette auf und setzte sich damit ans
Tabellenende. Zwischen Peter Svidler und Ruslan Ponomariov kam zwar
durchaus einige Spannung auf, denn sie schickten sich an, einen
typischen Sizilianer mit beiderseitigem Königsangriff auszuführen, doch
im 30. Zug einigte man sich darauf, dass die Chancen im Remissinne
verteilt seien und rauchte die Pfeife des Friedens.
Neben dem feinen Sieg von
Topalov waren die Paarungen Vladimir Kramnik - David Navara und Teimour
Radjabov - Sergei Tiviakov die Highlights der vierten Runde. Während der
Weltmeister den Logik-Studenten an der
Karls-Universität Prag in einem vorteilhaften Turmendspiel testete,
versuchte Radjabov, die vor Schwächen strotzende schwarze Position
seines Gegners zu knacken. Navara gelang es, den halben
Punkt zu sichern, doch Tiviakov musste erst einen Bauer und dann nach 75
Zügen auch den ganzen Punkt hergeben.
Auch eine steife Meeresbrise wirft einen
Chess Tiger nicht um - Hans-Walter Schmitt und Sven Noppes beim Spaziergang am Strand von Beverwijk