TopTurniere Adams rettet den Tag Heute nur 3x Remis in Dortmund...
02.08.2006 - Viel hätte nicht gefehlt, und wir hätten den dritten Tag mit einer Remisquote von 100% beim Sparkassen Chess-Meeting gehabt. Doch Boris Gelfand und im Besonderen Michael Adams versüßten das momentan etwas bittere Turnier mit einer Kampfpartie vom Allerfeinsten. 117 Züge lang schenkten sich die beide Kampfhähne nichts. Während Gelfand früh nur noch Remishoffnungen in sich trug, gab Adams alles, um endlich den ersten Sieg auf der Habenseite verbuchen zu können. Am Ende wurde er durch eine letzte Unaufmerksamkeit seines Gegners belohnt und wird - bescheiden wie er ist - zuerst Gelfands starke Verteidigungsleistung würdigen. Wir jedoch sagen: Danke für diese historische Partie, Michael Adams!
Das war knapp! Wieder geriet Arkadij Naiditsch in eine schwierige
Position. Levon Aronian lockte ihn in ein bekanntes System, mit dem
Naiditsch in Wijk aan Zee Erwin l'Ami besiegt hatte, doch der listige
Armenier hatte auch die Analysen dazu gesehen, was Arkadij irgendwie
entgangen sein muss. Jedenfalls stand er plötzlich sehr bedenklich mit
seinem eingesperrten Läufer auf h3. Doch mit viel Kreativität und noch
mehr Kampfgeist forderte er von Aronian perfektes Spiel, dass dieser
nicht bieten konnte. Daher ist das Remis nach 45 Zügen Hochspannung
absolut gerecht, doch die Variante sollte Naiditsch nochmals analysieren
oder vielleicht lieber gleich wechseln.
Peter Svidler - Vladimir Kramnik 1/2
Im Duell der beiden russischen Teilnehmer stand - wie soll es anders
sein - die Russische Verteidigung zur Diskussion. Da sowohl Peter
Svidler als auch Vladimir Kramnik zu den größten Experten dieser
Eröffnung gehören, durfte man gespannt sein, wie das Ganze ausgehen
würde. Das wahrscheinlichste Ergebnis war jedoch - sie ahnen es - ein
Remis. Und so kam es nach ausgekämpften 39 Zügen auch.
Michael Adams - Boris Gelfand 1-0
Beinahe macht es den Eindruck, als wollte besonders Michael Adams die
Fans für die maue Kost der ersten drei Runden entschädigen. Unglaubliche
117 Züge bearbeitete er Boris Gelfand, bis sich dieser bitter enttäuscht
in die Niederlage fügte. Diese Partie für sich ist beinahe interessanter
gewesen, als alle bisherigen Meisterwerke der Weltspitze. Der Brite
spielte inspiriert und inspirierend, wie man sich das als Fan nur
wünschen kann. Beachten Sie allein die interessanten Turmmanöver von
Mickey Adams, die Gelfand an den Rand der Verzweiflung getrieben haben
müssen! Aber ich möchte den namenhaften Analysten, die sich garantiert
ausführlich mit dieser Mammutpartie beschäftigen werden, unqualifiziert
vorweggreifen. So viel noch: Boris Gelfand hat sich die ganze Partie
über wie ein Weltklassespieler verteidigt und wenn man ihm mitgeteilt
hat, dass er mit 113...Ta8! das Remis hätte erwirken können, wird er den
Ruhetag besonders nötig haben. Heute haben sich zwei große Spieler einen
großen Kampf geliefert, über den die Schachwelt noch zu sprechen haben
wird.
Baadur Jobava - Peter Leko 1/2
Der beste Verteidiger der Welt bringt es einfach nicht über sich,
unklare oder ausgeglichene Stellungen auszuspielen, um dem Gegner auch
mal etwas abzuverlangen. Zudem heute eine realistische Chance bestanden
hätte, die alleinige Führung zu übernehmen. Aber nach nur 22 Zügen hatte
der Ungar die Freude an der Position schon verloren und erfreute Baadur
Jobava mit einer Zugwiederholung. Bereits der zweite Gegner aus den Top
10 der Welt, der dem Georgier quasi kampflos einen halben Punkt
überlässt.