TopTurniere Durchmarsch in Biel für Morozevich? Verfolger lassen Federn
30.07.2006 - Man kann den Mitfavoriten auf den Turniersieg beim Grossmeisterturnier im Rahmen des 39. Internationalen Schachfestivals, Teimour Radjabov und Magnus Carlsen, nicht vorwerfen, sie hätten es nicht versucht, doch ihre Gegner hatten heute nichts für den Gedanken übrig, als Punktelieferanten herzuhalten und trotzten ihnen jeweils einen halben Punkt ab. Das kam dem ohnehin schon führenden Alexander Morozevich gerade recht, der Lazaro Bruzon sehenswert in die Knie zwang und so seinen Vorsprung ausbauen konnte.
Die Zähne hat er sich heute ausgebissen der Norweger Magnus Carlsen.
Nicht an einer schwer zu kauenden Speise, sondern an dem Schweizer
Yannick Pelletier. Wie schon das ganze Turnier über vermied dieser
alles, was zu aktiv aussehen konnte und nutzte jede Gelegenheit, etwas
zu tauschen. Dagegen fand der junge Superstar kein Mittel und nachdem
Pelletier immer wieder deutlich zeigte, dass er nicht an einem aktiven
Zug interessiert war, gab Norwegens Exportschlager klein bei und stimmte
- bestimmt mit den Zähnen knirschend - dem Remis nach 38 Zügen zu.
Andrei Volokitin - Teimour Radjabov 1/2
Ein handfester Sveshnikov-Sizi stand heute in dem Duell zwischen
Teimour Radjabov und Andrei Volokitin zur Diskussion und den hatte der
Ukrainer bestens im Griff. Mehr als ein Remis war für Radjabov heute
schlicht nicht zu holen, obwohl er es durchaus versuchte und sogar einen
Bauer spendierte. Volokitin nutze die Gunst der Stunde, um mit dem
Mehrmaterial eine Zugwiederholung anzustreben, auf die Radjabov dann
auch einging. Remis nach 29 Zügen.
Alexander Morozevich - Lazaro Bruzon 1-0
Das Schlimmste, was den Verfolgern von Alexander Morozevich nun
passieren konnte, war dass dieser gegen den Kubaner Lazaro Bruzon
gewinnt. Doch genau das tat der Russe mit dem erfrischend
kampfeslustigen Spielstil. Die ganze Partie über verfügte Moro über
einen kleinen aber feinen Vorteil, so dass Bruzon temporär einen Bauern
gab, den er sich dann im 31. Zug zu voreilig zurückholen wollte. Dafür
strafte ihn sein Gegner mit einer herrlichen Kombination, an deren Ende
es nichts mehr zu retten gab für Bruzon. Damit beträgt Morozevichs
Vorsprung bereits einen ganzen Zähler. Wollen Radjabov und Carlsen noch
mal ernsthaft den Kampf um den Gesamtsieg aufnehmen, müssen sie rasch
wieder das Siegen beginnen. Für Carlsen bietet sich morgen schon eine
blendende Gelegenheit, wenn er dem Führenden nochmals schlagen würde,
wie es ihm in der zweiten Runde schon gelungen ist.