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Halbzeit bei der DEM 2006
08.02.2006 - Nach fünf von neun zu spielenden Runden bei der Deutschen Einzelmeisterschaft in Osterburg dürften die Meinungen einiger Spieler aber auch die der vielen interessierten Kiebitze zu dieser Veranstaltung zwiespältig sein. Dass manche Akteure mit sich und dem Turnier hadern, liegt natürlich an ihnen selbst. Einige der erklärten Favoriten auf den Titel mussten in den vergangenen Runden schmerzhafte Niederlagen hinnehmen und ihre Ambitionen für das weitere Turnier entsprechend herunterfahren. Zu den prominentesten Opfern zählen der Chef-Trainer der Chess Tigers Artur Jussupow, die deutsche Nachwuchshoffnung David Baramidze und der erfahrene Nationalspieler Alexander Graf. Doch wo nach einer Partie enttäuschte Gesichter sind, ist meist auch das Lächeln des Siegers nicht weit und gleicht die Szenerie wieder aus. Warum aber sollte das Publikum dann unzufrieden sein dürfen? Vielleicht, weil es nur mit grösster Mühe und mitunter viel Glück etwas mitbekommt von dieser nationalen Meisterschaft?

zur DEM 2006 in Osterburg

Findet er den Anschluß an die Spitze? - Artur Jussupow

Sicher, ein Schachturnier zu organisieren und dafür zu sorgen, dass alle involvierten und interessierten Personen rundum glücklich sind, ist sehr schwer bzw. wohl unmöglich. Doch muss man mit Recht fragen dürfen, wie der Veranstalter einer Deutschen Meisterschaft mit überschaubaren 46 Teilnehmern damit überlastet sein kann, seinem Publikum zumindest die Spitzenbretter mit aktueller Bedenkzeit und korrekter Stellung anzubieten. Jedes internationale Turnier von Bedeutung kann mittlerweile von dem geneigten User am heimischen PC verfolgt werden und auch unabhängige, nationale Veranstalter haben bereits vorgemacht, wie es geht. Doch sobald sich das Land der Schacholympia 2008 selbst beweihräuchern könnte, indem es eine fehlerfrei übertragene und somit ansprechende Deutsche Meisterschaft präsentiert, verzichtet man auf bewährte Technik und stößt den Fan damit vor den Kopf.

Von diesen kleinen Unwägbarkeiten werden die Spieler selbst allenfalls am Rande etwas mitbekommen, wenn sie sich täglich ab 14 Uhr das Hirn zermartern, welcher Zug denn jetzt der beste sei und dem Gegner maximalen Schaden zufügt. Besonders gut gelungen ist das bisher Igor Khenkin und Leonid Kritz und somit führen sie das Turnier an.

Dem IM-Titel zum Greifen nahe - Alexander Markgraf

Doch die Meute ist ihnen eng auf den Fersen. Bekannte Größen wie der "Schach"-Redakteur Raj Tischbierek, Nationalspieler Jan Gustafsson und der Erfurter Thomas "TL" Luther liegen mit einem halben Punkt hinter dem Duo und lauern auf ihre Chance. Und auch die Herren mit einem ganzen Punkt Abstand dürfen noch hoffen, letzten Endes ganz oben zu stehen. In dieser Gruppe befindet sich auch Artur Jussupow, der zwar sicherlich nicht zufrieden sein dürfte, aber längst noch nicht alle Hoffnungen begraben haben wird. Heute wird der Trainer der Chess Tigers Universität auf den gebürtigen Südharzer Alexander Markgraf treffen. Der angehende IM wird wie jeder andere gegen den gefürchteten ELO-Favoriten sicherlich besonders konzentriert zu Werke gehen und es bleibt abzuwarten, was sich Jussupow mit den schwarzen Steinen ausdenken wird, um dem jungen Mann Einhalt zu gebieten. Und auch David Baramidze und Alexander Graf werden in ihren heutigen Partien mit Sicherheit den vollen Punkt anstreben, wenn Sie das Turnier für sich noch retten wollen.

Tabelle nach der 5. Runde

Rang

Name

Punkte

1. Khenkin, Igor 4,0
2. Kritz, Leonid 4,0
3. Henrichs, Thomas 3,5
4. Tischbierek, Raj 3,5
5. Köpke, Christian 3,5
6. Gustafsson, Jan 3,5
7. Luther, Thomas 3,5
8. Prusikin, Michael 3,5
9. Naumann, Alexander 3,5
10. Sprenger, Jan Michael 3,5
11. Kunin, Vitaly 3,0
12. Markgraf, Alexander 3,0
13. Meister, Jakov 3,0
14. Graf, Alexander 3,0
15. Becker, Michael 3,0
16. Jussupow, Artur 3,0
17. Meins Gerlef 3,0
18. Dr. Heinig, Wolfram 2,5
19. Muranyi, Karl-Jasmin 2,5
20. Heinemann, Thies 2,5
21. Meier, Georg 2,5
22. Baramidze, David 2,5
23. Schunk, Thomas 2,5
24. Degtiarev, Jewgeni 2,5
25. Dr. Höpfl, Thomas 2,5
26. Bastian, Herbert 2,5
27. Schunk, Eduard 2,5
28. Huschenbeth, Niclas 2,0
29. Reipsch, Jens 2,0
30. Brener, Ilja 2,0
31. Michalczak, Thomas 2,0
32. Schöne, Ralf 2,0
33. Knuth, Hannes 2,0
34. Stolz, Mike 2,0
35. Reuß, Andreas 2,0
36. Rother, Christoph 2,0
37. Holzschuh, Stefan 2,0
38. Dr. Kaeser, Udo 2,0
39. Espig, Lutz 2,0
40. Bischoff, Dieter 1,5
41. Gikas, Andreas Basilius 1,5
42. Namyslo, Holger 1,5
43. Schuster, Martin 1,5
44. Zuse, Klaus-Peter 1,5
45. Schütze, Norman 1,0
46. Rathje, Christian 0,5

Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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