23.01.2006 - Am heutigen Sonntag, 22.1.2006 berichten wir etwas kürzer und knackiger vom Corus Chess Tournament, und das hat natürlich auch einen besonderen Grund. Nicht nur Vishy, Topalov & Co müssen spielen, mitunter steht auch der eine oder andere Mannschaftskampf bei uns Amateuren an und da ich mit meinem Verein dem SC Frankfurt-West immerhin das Projekt "Aufstieg in die Hessenliga" zu verwirklichen suche, bin ich sicher, dass jeder unserer werten Leser Verständnis dafür hat, dass es heute mal nur Fakten und weniger Prosa gibt. Sie wollen wissen, ob es sich wenigstens gelohnt hat? Hat es! Mit 4.5 : 3.5 und der nötigen Unterstützung von Caissa und Fortuna haben wir einen direkten Aufstiegskonkurrenten niedergerungen und die Tabellenführung verteidigt. Sie dürfen gerne die Daumen drücken für den Rest der Saison!
Unser Tiger Vishy will es wissen! Okay, um den 16. Zug herum köderte er
den mit den weißen Steinen spielenden Franzosen Etienne Bacrot im
Dameninder mit einer Zugwiederholung, doch angesichts der
Tabellensituation konnte dieser fast gar nicht anders, als in optisch
durchaus ansprechender Position, die stille Offerte des Inders
abzulehnen. Was danach folgte, konnte mir auf die Schnelle nur mein
Fritz andeuten, und der wechselte in regelmäßiger Folge seine
Bewertungen. Fakt ist, dass Vishy ein zunächst leicht nachteiliges
Endspiel in eine leicht vorteilhafte Version verwandelte und plötzlich
sah sich Bacrot mit unlösbaren Problemen konfrontiert, welche ihn im 62.
Zug sicherlich sehr enttäuscht aufgeben ließen. Für seinen Kampfgeist
nicht belohnt, bleibt ihm nur der Trost, dass er noch jung ist und bei
seinem Potential sicher noch viele Turniere dieser Kategorie wird
spielen dürfen in den kommenden Jahren. Hier und jetzt scheint er sein
Lehrgeld zu bezahlen und dürfte in den nächsten Tagen um
Schadensbegrenzung bemüht sein.
Mit dem vollen Punkt zieht Anand in der Tabelle wieder mit Veselin
Topalov gleich, denn dieser kam gegen Boris Gelfand nicht über ein Remis
hinaus. Sergey Karjakin teilte mit den schwarzen Steinen ebenfalls den
Punkt gegen Sergey Tiviakov und belegt nun alleine den hervorragenden
dritten Rang in der Zwischenabrechnung. Neben Gelfand sind ihm Michael
Adams - nach Remis gegen Peter Leko - und sein Landsmann Vassily
Ivanchuk - Remis gegen Loek van Wely - auf den Fersen. Auch Ivan Sokolov
und Gata Kamsky trennten sich friedlich. Nur Levon Aronian wollte sich
nicht in den Remisreigen einfügen und beanspruchte gegen Shakhriyar
Mamedyarov den ganzen Punkt, den er letztlich auch erhielt.
Am Montag haben die Spieler ihren zweiten Ruhetag und können neue Kraft
und Ideen für die nächsten Partien schöpfen.