TopTurniere Tagebuch aus Wijk aan Zee: Entscheiden Jungstars den Sieg in der Gruppe B?
21.01.2006 - Während sich die Super-Großmeister beim Corus-Turnier in Wijk aan Zee gegenseitig die Punkte abnehmen bzw. Geschenke verteilen, scheint die Entscheidung in der Gruppe B gefallen zu sein. Hier kam es zum Duell des lange führenden Punktbesten, Arkadij Naiditsch und dem häufig als Wunderkind apostrophierten jungen Norweger Magnus Carlsen. Deren Aufeinandertreffen in Runde 6 kürten die Chess Tigers zur Partie des Tages.
Arkadij Naiditsch
Der 21jährige Dortmunder und gebürtiger Lette,
Arkadij Naiditsch, katapultierte sich spätestens seit seinem Gewinn des
Dortmund Sparkassen 2005 Turniers in das Scheinwerferlicht des
Publikumsinteresse.
In Dortmund siegte er doch vor namhaften
Top-Spielern wie Loek van Wely, Weltmeister Veselin Topalov, dem
Chess960-Weltmeister Peter Svidler oder Wladimir Kramnik.
Seine jüngsten Erfolge resultierten auch in
einem Angebot, künftig in der ambitionierten Mannschaft von TSV Bindlach
Aktionär, die derzeit in der zweiten Bundesliga Ost mit drei Punkten die
Tabelle anführt und sich gute Chancen für den Aufstieg in die erste
Bundesliga ausrechnet.
Diese sensationelle Leistung verschaffte ihm
Platz 46 in der FIDE-Weltrangliste, knapp hinter einem anderen
ambitionierten Jungstar, David Navara aus Tschechien auf Platz 44.
Magnus Carlsen
Über das norwegische Wunderkind Magnus Carlsen
ist fast alles geschrieben, was es in den jungen Jahren des Talents aus
Lommedalen in Norwegen zu berichten gibt - nur ist die Berichterstattung
ein offenes Buch. Denn mit jeder Turnierteilnahme kommen neue, fast
zwangsläufig sensationelle Ergebnisse hinzu.
Zuletzt beeindruckte Carlsen die Weltelite beim
World Chess Cup im sibirischen Khanty-Masiysk, das gleichzeitig als
Qualifikationsturnier für die Weltmeister-Kandidaten-Wettkämpfe galt. Am
Ende rangierte er auf Platz 10 der Tabelle.
Nachdem sich Carlsen als Sieger der
Corus-Gruppe-C im Vorjahr für die Gruppe B qualifizierte, kam es jetzt
zum Zweikampf der Jungstars Naiditsch und Carlsen.