TopTurniere Top Top Topalov... 3146 Elo-Performance bei Halbzeit der WM Svidler 2 Punkte zurück, Anand und Leko bereits 3 Punkte hinten dran.
05.10.2005 - Vier Weißsiege heute, die Weltmeisterschaft der FIDE in San Luis scheint gelaufen zu sein, nachdem Topalov gegen Kasimdzhanov wieder gewinnt und Anand mit der Caro Kann Verteidigung gegen Morozevich trotz zwischenzeitlichem Qualitätsgewinn sang- und klanglos untergeht. Vishy Anand hat gegen seine "guten Kunden" Kasimdzhanov und Morozevich zu viel riskiert und wurde dafür bitter gestraft - man kann das Glück einfach nicht zwingen. Chess960 Weltmeister Peter Svidler ist nun der ärgste Verfolger von Topalov, dahinter kommt dann das Team der 50-Prozenter Anand und Leko. Kasimdzhanov, Morozevich, Adams und Polgar wie erwartet.
Die Meldung des Vortages war wieder einmal: "Alle Partien mit normalem Ergebnis, nur Topalov spielt zum vierten Mal mit Schwarz und gewinnt wieder" - diesmal aber nicht mit dem scharfen Najdorf Sizilianer gegen Vollblut-Taktikerin Judit Polger, sondern mit dem "staubtrockenen" Spanier Berliner Machart. Beeindruckend wie zum Mut, Glück, Können noch die richtige Eröffnungswahl zum richtigen Zeitpunkt gegen den richtigen Gegner sich paart - grandios wie das Topalov zur großen Freude seines Teams um Manager Danilov und Sekundant Cheparinov herum macht.
Vishy Anand dagegen kann trotz Neuerung und konzentriertem Vortrag des Ganzen den Widerstand seines Klubkameraden beim OSC Baden-Baden, Peter Svidler in der Spanischen Verteidigung, Marshall Gambit, nicht brechen. Kasimdzhanov gegen Leko und Adams gegen Morozevich sind hart ausgefochtene Remisen.Tabellenstand: alles beim Alten nur Top Top Topalov vergrößert seinen Punktevorsprung an der Spitze auf sage und schreibe zwei volle Punkte nach nur 6 gespielten Runden.
Am letzten Tag der Vorrunde riskierte Vishy Anand wieder einmal zu viel, spielte zudem unkonzentriert und muss seine zweite Niederlage gegen Morozevich mit der Caro Kann Verteidigung quittieren. Zuvor hatte der Engländer Mickey Adams in einer Russischen Partie gegen den wieder stark in Form kommenden Peter Leko nicht den Hauch einer Chance und musste im 39.Zug den König umlegen. Peter Svidler spielte gegen Judit Polgar's Najdorf Sizilianer eine Partie aus einem Guss und gewann logischerweise nach 59 Zügen.
Die Krönung des Tages, beziehungsweise der Vorrunde, leistete sich wieder einmal Veselin Topalov mit seiner ungestümen Spielart gegen die Spanische Verteidigung von Rustam Kasimdzhanov. In einem schier unglaublich stringent vorgetragenen Endspiel mit Turm und Doppelbauern zauberte er aus einem remisverdächtigen Endspiel nach 73 Zügen doch noch einen saubern Sieg. Hut ab vor diesem Kämpfer ohne Furcht und Tadel. Es müßte schon im argentinischen San Luis mit dem Teufel zugehen, wenn hier noch etwas passieren würde. Dazu müßten Leko, Anand und Svidler in der Rückrunde Topalov schlagen und auch dann hätte er immer noch genug Vorsprung, um Weltmeister zu werden.
Fide-WM Zwischenbilanz und Kurz-Fazit nach der Vorrunde in San Luis
Veselin Topalov, Bulgarien +6 / =1 / - 0 Dem Bulgaren gelang einfach alles. Die kritisch stehenden Partien gegen Leko und Svidler riss er aus dem Feuer und machte noch volle Punkte. Alle Partien mit Schwarz gewonnen - einfach phänomenal
Peter Svidler, Russland +3 / =3 / - 1 Der Sankt Petersburger Chess960-Weltmeister spielt auch überragend, leider sind seine +2 im Schatten von Topalovs +6 krass abfallend, schade bei einer Performance von Elo 2843!
Viswanathan Anand, Indien +2 / =3 / - 2 Der als Favorit ins Rennen gegangene Inder konnte nach anfänglichen 2,5/3 nicht mehr dem Tempo des gut und glücklicher spielenden Topalov folgen und verlor gegen die zwei Elo-Schlusslichter Kasimdzhanov und Morozevich mit Schwarz.
Peter Leko, Ungarn +2 / =3 / - 2 Einen absoluten Fehlstart legte der Ungar nach gut gespielten Partien mit 0,5/3 hin. Danach kämpfte er sich mit Siegen gegen seine Landsmännin Judit Polgar und den Engländer Michael Adams wieder zurück.
Rustam Kasimdzhanov, Uzbekistan +1 / =4 / - 2 Der Elo-schwächste Teilnehmer im Feld - gleichzeitig Titelverteidiger der WM in Libyen 2003 - schlägt sich phantastisch und sorgte mit dem Sieg gegen Anand für einen Paukenschlag.
Alexander Morozevich, Russland +1 / =4 / - 2 Der Spieler mit dem ungewöhnlichen Spielstil hält sich in Argentinien mit allzu großen schachlichen Expierimenten zurück und zeigt eher solides Schach. Auch ihm gelingt der Paukenschlag gegen den Turnierfavoriten Anand.
Judit Polgar, Ungarn +1 / =2 / - 4 Die spielstärkste Frau auf dem Globus wurde am Anfang von Anand und Leko kalt erwischt und fand nie zu ihrem taktisch brillantem Schach. Der First Lady des Weltschachs wurden sogar vor dem Start Aussenseiterchancen zugerechnet, jetzt ziert sie das Ende der Tabelle.
Michael Adams, England +0 / =4 / - 3 Der englische Gentleman spielt völlig ausser Form und findet sich mit Judit Polgar am Ende des Feldes wieder. Bemerkenswert, dass ihm kein einziger Sieg bisher gelang. Aber der coole Londoner, Tricky Mickey, wird sicher in der zweiten Hälfte wenigstens einen Treffer landen, da sind sich die Experten sicher.
Topalov
Svidler
Anand
Leko
Morozevich
Kasimdzhanov
Polgar
Adams
Wie sieht die Tabelle nach sieben aufregenden Runden aus?
Die
aktuelle Tabelle nach Runde 7:
Rang
Name
Elo-Performance
Punkte
1
Topalov
3146
6,5
2
Svidler
2843
4,5
3-4
Anand
2731
3,5
3-4
Leko
2735
3,5
5-6
Kasimdzhanov
2697
3,0
5-6
Morozevich
2692
3,0
7-8
Polgar
2578
2,0
7-8
Adams
2580
2,0
Der
Spielplan und alle bisherigen Ergebnisse auf einen Blick