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Chess960

Für Computer sind alle Stellungen unbekannt
Interview mit Stefan Meyer-Kahlen / Neunfacher Weltmeister nimmt an erster Chess960-WM in Mainz teil

27.07.2005 - Neunmal Weltmeister, sein „Kind“ Shredder führt alle bedeutenden Ranglisten für Schachprogramme an - Stefan Meyer-Kahlen ist ein Tausendsassa in der Programmierung. Nun tritt der Düsseldorfer Computerschach-Guru bei den Chess Classic Mainz an, um sich auch die Krone bei der ersten Chess960-WM zu schnappen. Die Programme des 37-Jährigen kombinieren extrem hohe Spielstärke mit intuitiver Bedienbarkeit. Meyer-Kahlen hat seiner Engine nicht nur die Rochaderegeln beigebracht, sondern passte auch seine Benutzeroberfläche Chess960 an. Schachprogrammierer, die eine UCI-Chess960-Engine entwickelt haben, können nun auch die beliebte Shredder-Oberfläche nutzen. Mit dem neunfachen Weltmeister Meyer-Kahlen unterhielt sich Eric van Reem.

Herr Meyer-Kahlen, könnten Sie uns noch einmal erklären, wie Sie auf den schönen Namen Shredder gekommen sind? Viele Schachspieler wundern sich über den abenteuerlichen Namen der Schachprogramme, die in Mainz am Start sein werden.

Stefan Meyer-Kahlen (SMK): Wie ich schon oft erzählt habe, ist der eigentliche Grund, warum Shredder so heißt, gar nicht der, dass er seine Gegner zertrümmern oder zershreddern soll. Damals, bei der Namensgebung, war ich in jeder freien Minute Windsurfen - und beim Windsurfen in den Wellen zershreddert man die Welle mit seiner Finne. Das ist der wahre Grund, warum Shredder so heißt. Im Laufe der Zeit hat sich dann aber auch die zweite Bedeutung, nämlich dass er die Gegner zershreddert, mehr und mehr durchgesetzt.

Letztes Jahr verloren Sie in Abu Dhabi ein Match gegen Hydra. Das Programm deklassierte nun Ende Juni in London den Weltklasse-Großmeister Michael Adams mit 5,5:0,5. Ist Hydra im Moment so stark?

SMK: Ich war überrascht, dass Hydra so hoch gewann. Das Programm spielte auf überragender Hardware, außerdem ist das Team um Hydra natürlich hochkarätig besetzt, beispielsweise mit Großmeister Christopher Lutz als Buchautor. Aber es ist auch klar, dass Hydra nicht unschlagbar ist. Im PAL/CSS Turnier, das kürzlich online ausgetragen wurde, verlor Hydra einige Partien und schied schon früh aus dem Turnier aus. Somit wurde deutlich, dass Hydra bestimmt nicht übermenschlich oder „übercomputerlich“ ist und durchaus besiegt werden kann. Hydra hat in dem Match gegen Adams sicher sehr gut gespielt. Ob Adams schwach war oder nicht, kann ich allerdings nicht recht beurteilen. Ich hatte das Gefühl, dass Adams die Stärke von Hydra unterschätzt hatte.

In Mainz stehen zwei Duelle „Mensch kontra Computer“ der etwas anderen Art auf dem Programm. Shredder960 trifft auf den Weltranglisten-88. Zoltan Almasi. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

SMK: Das ist schwer zu prognostizieren. Theoretisch sollte es für den Computer besser sein, da der Mensch hier seinen Vorteil, den der vielen bekannten Muster, nicht ausspielen kann. Für den Menschen sind die Chess960-Stellungen sehr ungewohnt und unbekannt. Überspitzt kann man sagen, dass für den Computer alle Stellungen unbekannt sind. Ein Vorteil für Shredder ist gewiss, dass Schnellschach gespielt wird.

SMK

Stefan Meyer-Kahlen, Autor von Shredder

Im Match gegen den Ungarn verzichtet Shredder auf Tablebases. Wird das Programm dadurch schwächer? Bekommt Almasi vielleicht bessere Chancen, eine Partie zu gewinnen?

SMK: Die Tablebases sind das psychologisch größte Problem der Menschen, sind in Wahrheit aber ihr kleinstes Problem. Ich habe noch keine wichtige Partie gespielt, in der die Tablebases einen entscheidenden Einfluss nahmen. Wenn die Partie so weit ist, dass die Tablebase-Zugriffe einsetzten, ist fast immer alles schon entschieden. Es kommen dann zwar öfter mal die ominösen Mattansagen wie Matt in 69, dann ist die Partie aber auch immer schon leicht ohne Tablebases zu gewinnen. Ein Verzicht auf die Tablebases ist also keine signifikante Schwächung für Shredder.

Nach dem Match spielen Sie die Chess960-WM und treffen dort auf einige beachtliche Amateur-Engines. Haben die Amateure durch die fehlende Eröffnungsbibliothek größere Chancen gegen Profis wie Shredder als im „Normalschach“?

SMK: Sehr schwer zu sagen. Richard Pijl hat mir eine Version seiner Engine geschickt, die ich hauptsächlich benutzte, um die Chess960-Fähigkeit meiner Engine zu testen. Shredder hat dabei ziemlich viele Partien gewonnen. In Mainz sind natürlich einige gute Engines dabei, die einfach gut „stehen“. Übrigens sollte man nicht vergessen, dass nur sieben Runden gespielt werden und es dadurch nicht einfach wird, das Turnier alleine zu gewinnen.

Arbeiten Sie schon lange an der Chess960-Engine?

SMK: Die Arbeit an der Engine ist nicht so aufwändig, aber ich habe auch noch meine Benutzeroberfläche an Chess960 angepasst. So steckte schon Einiges an Arbeit drin: Die Stellungs- und Zugeingabe mussten bearbeitet werden. Natürlich musste man zudem aufpassen, dass die erweiterten Rochaderegeln korrekt eingebaut werden. Übrigens werde ich die erweiterte Oberfläche auch auf meiner Webseite www.shredderchess.de und www.shredderchess.com anbieten. Viele Teilnehmer der WM werden unter der Shredder-Oberfläche spielen, ich erhielt schon mehrere Anfragen von Kollegen.

Sie haben außerdem noch das UCI-Protokoll erweitert. Können Sie uns darüber noch etwas erzählen?

SMK: Ich habe UCI klar, sauber, einfach und kompatibel zum bisherigen UCI-Standard erweitert. Es gibt für Chess960 nun eine professionelle GUI, eine professionelle Engine und eine sehr gute offene Schnittstelle zwischen den beiden. Was Besseres konnte Chess960 nicht passieren. Bisher habe ich überwiegend positive Rückmeldungen von Programmieren zu meiner UCI-Erweiterung erhalten. Es ist sehr viel Arbeit und zeitintensiv, eine Spezifikation zu entwerfen, zu pflegen, zu erweitern, Ideen zu sammeln und alles noch mit anderen Programmierern zu diskutieren.

Verraten Sie uns Ihre ersten Eindrücke von Shredder960? Sie haben bestimmt schon einige Testpartien gespielt.

SMK: Ich habe ein gutes Gefühl. Es entwickelt sich „normales“ Schach, wobei ich den Eindruck habe, dass mehr geschlossene Stellungen auf das Brett kommen als sonst.

Sie sind sehr vielseitig: Sie haben Pocket Fritz entwickelt, arbeiten an der eigenen Webseite, verbessern ständig ihre eigene Benutzeroberfläche, kreierten die stärkste PC-Engine der Welt, bieten demnächst eine Mac-Version ihres Programms an und implantierten jetzt Chess960. Wie schaffen Sie das überhaupt zeitlich? Und was ist noch alles geplant?

SMK: Stimmt, ich habe viel zu tun und auch noch sehr viele Pläne. Im Moment bin ich dabei, meine Webseite www.shredderchess.de und www.shredderchess.com umzustellen und direkt nach der Chess960-WM in Mainz spiele ich die allgemeine Computer-WM in Reykjavik, die bereits einen Tag nach dem Turnier in Mainz eröffnet wird. Im September kommt wahrscheinlich die Mac-Shredder-Version raus. Die Engine ist bis auf die Oberfläche fertig. Danach werde ich mich auf Shredder 10 konzentrieren. Außerdem bastele ich im Moment an einer Shredder-Version für Handys. Ich werde auch oft gefragt, ob ein Pocket Fritz 3 geplant ist. Shredder ist mein Beruf, so dass ich meine ganze Arbeitszeit damit verbringe. Meine Familie, mit meinen zwei kleinen Töchtern Maria und Emilia, nimmt mich auch sehr in Anspruch, so dass ich mich über zu viel Freizeit sicher nicht beklagen kann. Trotzdem geht es mir aber sehr gut. Ich mache etwas, was mir großen Spaß macht und habe das Glück, dass ich mein Büro zu Hause habe, so dass ich jederzeit, wenn ich will und kann, eine noch schönere Abwechslung zur Arbeit habe: nämlich Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Von Shredder Classic (nun mit Chess960-Unterstützung) gibt es eine Testversion, die man 30 Tage lang unverbindlich ausprobieren kann. Im Downloadbereich können Sie das Programm (ca. 6 MB) herunterladen. Shredder Classic läuft auf allen Windows PCs mit mindestens Windows 98.

Auf der Website von Stefan Meyer-Kahlen, www.shredderchess.de und www.shredderchess.com können Sie neue Versionen von Deep Shredder 9 UCI, Shredder 9 UCI und Shredder Classic, nun als Version 1.3 downloaden. Alle Versionen beherrschen nun auch Chess960.

Eric van Reem

Published by Mark Vogelgesang

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