TopTurniere London CC - Ein Mal Weiß und drei Mal Schwarz Kein Remis in Runde 5
06.12.2012 - Für alle jene, die glauben, Magnus Carlsen sei DIE Inkarnation des Schachs schlechthin war die heutige Partie des Norwegers gegen Michael Adams mal wieder Wasser auf den Mühlen. Nicht zum ersten Mal bei der laufenden 4. London Chess Classic stand die Nummer 1 der Weltrangliste mindestens verdächtig wenn nicht gar klar schlechter nach der Eröffnung, doch Zug um Zug drehte dieser Tausendsassa das Geschehen zu seinen Gunsten und erzielte den dritten Sieg in der vierten Partie. Klar, dass er weiterhin führt, doch die Konkurrenz gibt sich noch nicht geschlagen! Allen voran Vladimir Kramnik, der heute Luke McShane besiegte. Aber auch der Weltmeister persönlich zeigte mal wieder, dass er ein Taktiktiger ist. Eindrucksvoll fiel Viswanathan Anand über einen überforderten Gawain Jones her und zerfleischte den Britischen Meister regelrecht. Da war auch Co-Kommentator Levon Aronian bei der Live-Übertragung begeistert. Den blutigen Schlusspunkt des Tages setzte Hikaru Nakamura gegen eine völlig außer Form agierende Judit Polgar. Am Freitag um 15 Uhr steht Runde 6 an. Dann wird Naka seine launigen Kommentare zu den Partien seiner Kollegen abgeben.
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Allgemeine Informationen
Die vierte Auflage der London Chess Classic findet vom 01. bis 10. Dezember im Olympia Conference Centre statt. Gespielt wird ein Rundenturnier mit neun Spielern. In jeder Runde hat ein Teilnehmer "frei" und wird als Co-Kommentator fungieren. Mit einem ELO-Schnitt von 2751 (basierend auf den ELO-Zahlen November 2012) wird die Turnierkategorie 21 erreicht.
Rundenstart ist täglich um 15 Uhr unserer Zeit, lediglich in der vierten (17 Uhr) und neunten Runde (13 Uhr) ändert sich die Startzeit. Der einzige Ruhetag wird am 05. Dezember eingelegt.
Die Bedenkzeit beträgt 2 Stunden für 40 Züge, 1 Stunde für 20 Züge und 15 Minuten + 30 Sekunden pro Zug für den Rest der Partie.
Der Preisfonds beläuft sich auf 130.000 EUR, die sich wie folgt verteilen: Sieger: 50.000 EUR, Zweiter: 25.000 EUR, Dritter: 20.000 EUR, Vierter: 15.000 EUR, Fünfter: 10.000 EUR, Sechster:10.000 EUR
Weiterhin werden insgesamt 30.000 EUR an Sonderpreisen für die beste Partie einer Runde (je 1.000 EUR) und Prämien für jede gewonnene Partie gezahlt. Sollten beispielsweise 21 Partien entschieden werden, ist jeder Sieg 1.000 EUR wert.
Pro Sieg gibt es drei Punkte und pro Remis einen Punkt. Sollten am Ende zwei oder mehr Spieler die gleiche Punktzahl aufweisen, entscheiden in der Reihenfolge die folgenden Kriterien: 1. Zahl der gewonnenen Partien, 2. Zahl der mit Schwarz gewonnenen Partien, 3. Direkter Vergleich
Sollte dies keinen Sieger hervorbringen, wird eine Armageddon-Partie gespielt, in welcher Weiß 6 Minuten und Schwarz 5 Minuten erhält. Zusätzlich gibt es 2 Sekunden Bonus pro Zug. Weiß muss gewinnen, Schwarz genügt ein Remis.
Apropos Remis: Es ist den Spielern nicht gestattet, ohne Zustimmung des Schiedsrichters Remis zu vereinbaren. Dieser wird nur bei einer dreimaligen Zugwiederholung, der 50 Züge-Regel oder einer offensichtlichen Remisstellung zustimmen. Im Zweifel hat Veranstalter und Turnierdirektor IM Malcolm Pein das letzte Wort.
Exklusive Impressionen der fünften Runde von Chess Tiger on Tour Eric van Reem
Die fünfte Runde auf einen Blick
Gegen Gawain Jones ließ der Weltmeister die Puppen tanzen und siegte souverän
Schwarz siegte gegen Weiß
Erneut verwandelte Magnus Carlsen eine schlechtere Stellung in einen Sieg! An dieser Stelle muss Ihr Autor unbedingt eine gewagte These loswerden: Irgendwann werden die Spitzenspieler diesen derzeit höllischen Respekt gegenüber dem 22-Jährigen ablegen und anfangen, Carlsen als das zu sehen, was er ist - nämlich schlagbar. Und dann werden sie ihn auch schlagen, wenn sich die Gelegenheit bietet, statt in Ehrfurcht zu erstarren und aus einem handfesten Vorteil eine Verluststellung zu fabrizieren!
Vladimir Kramnik rächte sich an Luke McShane für die beim Tal Memorial 2012 erlittene Niederlage
Albert Vasse von DGT startete die Uhr zwischen Judit Polgar und Hikaru Nakamura. Na klar, der Niederländer weiß natürlich am besten, wie das geht!
Würde ich in London leben, wäre dies sofort meine Lieblings-Bar