Nachrichten GM Epishin gewinnt 12. Nieder Schnellschach-Open Hitzeschlacht im Haus Nied
23.08.2012 - Am vergangenen Sonntag ging es beim Frankfurter Traditionsverein SC 1961 König Nied heiß her. Dies lag mit aber nicht nur an den tropischen Temperaturen in und außerhalb des von der Saalbau betriebenen Haus Nied, sondern auch an dem 12. Nieder Schnellschach-Open (zum Gedenken an Willi Ellenberger). Gespielt wurden 9 Runden Schweizer System mit der Bedenkzeit 15 Minuten pro Spieler und Partie. Mit 150,- Euro war der Umschlag für den Sieger zwar nicht unbedingt prall gefüllt, doch es genügte, um zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers einen namenhaften Großmeister anzulocken. GM Vladimir Epishin kam, sah und siegte letztlich souverän. Es berichtet in der Folge das Nieder Urgestein Walter Gräbner.
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Ausgerechnet den 19. August, den heißesten Tag des Jahres, hat sich der SC 1961 König Nied für sein diesjähriges Willi-Ellenberger-Gedenkturnier (12. Nieder Schnellschach-Open) ausgesucht. Angesichts der Wettervorhersage hatten die Veranstalter zunächst ein Fiasko befürchtet. Erfreulicherweise fanden dann doch 51 Spieler nicht den Weg ins Schwimmbad oder zum Baggersee, sondern ins Bürgerhaus Saalbau Nied, wo sie sich bei geradezu tropischen Temperaturen (in Frankfurt am Main wurden 36,4 Grad Celsius gemessen!) ein Stelldichein auf den 64 Feldern gaben.
Anmeldung bei FM Oliver Uwira
Aber nicht nur quantitativ, sondern mehr noch qualitativ war das Turnier gut besetzt. Neben 3 Internationalen und 5 FIDE-Meistern nahm zum ersten Mal in der Geschichte des Nieder Opens auch ein Großmeister teil, und zwar kein Geringerer als der russische GM Vladimir Epishin (ELO 2572, DWZ 2565). Dazu eine stattliche Reihe von Spielern mit über 2000 DWZ-Punkten. Einige scheuten weder Kosten noch Mühen, nicht nur aus Hessen, sondern auch aus angrenzenden Bundesländern und sogar aus Frankreich anzureisen. Das Turnierleitergespann Michael Schimmer und Ralph Blum vom SV 1934 Ffm.-Griesheim hatte keine Probleme, das Turnier reibungslos und ohne Proteste gewohnt souverän über die Bühne zu bringen.
Gleich zum Auftakt bekam Ihr Autor die Rechenkraft des Favoriten zu spüren
Vladimir Epishin, der in den 90er-Jahren eine ELO-Zahl von 2713 und Platz 12 der Weltrangliste erreichte, wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Außer einem Patzer in der zweiten Runde (gegen Patrick Chandler), als er (hitzebedingt?) einen Turm einstellte, ließ er keinem seiner Gegner eine echte Chance und gewann das Turnier überlegen mit 8:1 Punkten.
Epishin gewann auch das Spitzenduell gegen Constantin Göbel
An den weiteren Brettern gab es die eine oder andere Überraschung. Insgesamt zeigte sich die Jugend auf dem Vormarsch und brachte einige Favoriten unabhängig von den Celsius-Graden zusätzlich gehörig ins Schwitzen. So landeten zwei Jugendliche direkt auf den Verfolgerplätzen 2 und 3 nämlich Alexander Donchenko (FM, SK 1858 Gießen) und Constantin Göbel (TSV Schott Mainz) mit je 7 Punkten, gefolgt von IM Hagen Pötsch (Wiesbadener SV 1885) und Dr. Alexander Fischer (SV 23 Böckingen). Auf den weiteren Plätzen landeten als 6. Patrick Chandler (Sfr. Schöneck), 7. Vincent Riff (Philidor Mulhouse/Frankreich), 8. Anatoly Donchenko (SK 1858 Gießen) und 9. Daniel Prenzler (SV Bad Essen) mit je 6 Punkten. Die Lokalmatadore des ausrichtenden Heimvereins König Nied konnten diesmal nicht in der Spitze mithalten und reihten sich auf den Plätzen 10 – 12 ein, und zwar FM Oliver Uwira, Christof Goll und Hendrik Zimmermann (je 5,5 Punkte).
Gegen Kai Grienitz-Dechau musste FM Alexander Donchenko unter dem Blick der Mutter noch einen halben Zähler abgeben, wurde aber letztlich verdient Zweiter
Hauchdünn wurde FM Oliver Uwira bester Spieler des SC König Nied - dabei half ihm auch das Remis gegen IM Hagen Poetsch (seines Zeichens amtierender Deutscher Meister im Schnellschach)
Der Nieder Spitzenspieler Hendrik Zimmermann (links) holte ebenfalls 5,5 Punkte
Gerd Graf (ebenfalls Nied) und Behrang Sadeghi trennten sich friedlich
4,5 Punkte für den Nieder Richard Günzler
Franziska Prüfert (auch Nied) wurde ihrem Ruf, eine starke Schnell- und Blitzspielerin zu sein, mit 4 Punkten gerecht
In der Schlussrunde machte Epishin seinen Triumph per Sieg gegen IM Anatoly Donchenko komplett
Die Ratingklassen-Besten waren Dr. Alexander Fischer (1750-1999, 6,5 Punkte), Marin Mrvicin (1500-1749, 4,5 Punkte) und Victor Lopez-Fuertes (1-1499, 3,5 Punkte). Beste Dame war Astrid Fröhlich-Dill (4,5 Punkte), bester Senior Anatoly Donchenko (6 Punkte), der Jugendpreis ging an Robert Baskin (5,5 Punkte).
Bericht: Walter Gräbner (SC 1961 König Nied e.V.)
Bilder: Ralph Blum & Helmut Raquet