TopTurniere Wang Hao gewinnt in Biel Carlsen kämpft bis zur letzten Patrone, scheitert aber an Bacrot
02.08.2012 - Auch zum Abschluss des 45. Internationalen Schachfestivals Biel wurde wieder prächtig gekämpft. Nur Wang Hao und Anish Giri konnten den Turniersieg von Magnus Carlsen gefährden, und genau so sollte es kommen. Wang konnte gegen den niederländischen Meister aus der Eröffnung heraus Vorteile erzielen und diese zum Sieg nach 32 Zügen verdichten. Somit war Carlsen gegen Etienne Bacrot zum Siegen verdammt, und es sah einige Zeit auch recht gut aus für den Norweger. Doch der Franzose verteidigte sich nicht nur sehr gut, er stellte seinerseits die Nummer 1 der Weltrangliste vor schwierige Entscheidungen und erreichte letztlich das Remis, welches Wang zum Turniersieger machte. Nicht um den Turniersieg, aber dafür um Ruhm, Ehre und ELOs ging es zwischen Hikaru Nakamura und Viktor Bologan. Der Moldawier griff unbeirrt erneut zum Wolga-Gambit und blieb den Nachweis schuldig, dass Schwarz den geopferten Bauern irgendwann wiederbekommt. Nakamura verteidigte seinen Mehrbesitz bis ins Endspiel und siegte letztlich verdient. Unter dem Strich steht ein hochgradig spannendes und kämpferisches Turnier, welches nur vom Ausstieg von Alexander Morozevich nach zwei Runden überschattet wurde. Leider konnte ihn Bologan nicht adäquat ersetzen, aber das können ohnehin nicht viele Spieler auf der Welt. Sehr erfreulich ist dagegen die mit 33 Prozent beeindruckend niedrige Remisquote.
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Allgemeine Informationen
Das 45. Internationale Schachfestival Biel fand vom 21. Juli bis 03. August statt.
Leider musste Morozevich nach zwei Runden aus gesundheitlichen Gründen das Turnier verlassen. Seinen Platz nahm Viktor Bologan ein.
Gespielt wurde ein doppelrundiges Rundenturnier, in welchem es für einen Sieg 3 und für ein Remis 1 Punkt gab. Die Bedenkzeit betrug 100 Minuten/40 Züge + 50 Minuten/20 Züge + 15 Minuten/Rest und 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten Zug. Remisangebote vor dem 30. Zug waren nicht erlaubt.
Zum Abschluss alle Spieler nochmals auf einen Blick
Bei einem Sieg gegen Etienne Bacrot würde Magnus Carlsen das Turnier gewinnen
Bacrot ging couragiert zur Sache gegen den Norweger
Ab hier wusste Carlsen (am Zug), dass er gewinnen musste
Und hier war GM Klaus Bischoff (mit Weiß am Zug) bereits sehr zufrieden mit der schwarzen Stellung
Und Und wirklich, alsbald stand der Franzose beileibe nicht (mehr) schlechter
Achtung, Etienne!
Remis!!
In der Analyse wollte Kommentator Klaus Bischoff nett sein und die Spieler entlassen, aber Carlsen wollte unbedingt noch das Ende der Partie analysieren!
Der erste neue Zug zwischen Wang Hao und Anish Giri war 19...Dd8-c7
Hier versank Giri (mit Recht) in langes, langes Grübeln
Und hier gab der Niederländer auf!
Hier hätte Schwarz laut Wang besser 22...Sd7 statt 22...Lh6 spielen sollen
Viktor Bologan versuchte sich auch gegen Hikaru Nakamura an seinem geliebten Wolga-Gambit
Doch mehr als dieses Endspiel mit Minusbauer (mit Weiß am Zug) konnte der Moldawier nicht erreichen
Alsbald war der Sieg für den Amerikaner greifbar...
...und sodann in trockenen Tüchern
Laut Nakamura war hier 34...Sb8? ein Fehler, während 34...Sc5 Chancen auf das Remis geboten hätte