TopTurniere Biel 2012 - Bologan schlägt Wang Giri - Carlsen remis; Bacrot stellt Turm ein gegen Nakamura
01.08.2012 - Nach der vorletzten Runde des 45. Internationalen Schachfestivals Biel hat einmal mehr Magnus Carlsen die besten Chancen, das Turnier zu gewinnen. Während der Norweger als Schwarzer gegen Anish Giri remisierte, musste sich Co-Leader Wang Hao dem Siegeswillen von Viktor Bologan beugen. Somit führt nun Carlsen mit 17 Punkten vor Wang und Giri mit jeweils 16, was aber auch bedeutet, dass die Nummer 1 der Weltrangliste zum Abschluss keineswegs ein Remis zum Triumph reichen muss, denn in Biel gibt es ja 3 Punkte für einen Sieg! Allerdings hat Carlsen morgen Weiß gegen Etienne Bacrot, welcher spätestens nach der heutigen Niederlage gegen Hikaru Nakamura böse angeschlagen ist. In einer zumindest etwas besseren Stellung patzte der Franzose aus heiterem Himmel einzügig einen glatten Turm ein. Dennoch, die morgige Begegnung zwischen Giri und Wang könnte, falls Carlsen nicht siegt zum Bieler Finale werden. Sollte diese Partie remis ausgehen und Carlsen gar verlieren, dann hätten wir am Ende gleich drei Punktgleiche an der Tabellenspitze! Mittlerweile stehen übrigens auch die Regeln für den Fall eines Gleichstandes nach zehn Runden fest. Dann wird am Freitag ein Tiebreak gespielt. Wie dieser genau aussieht, haben wir unter den "allgemeinen Informationen" ausführlich beschrieben.
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Allgemeine Informationen
Das 45. Internationale Schachfestival Biel findet vom 21. Juli bis 03. August statt. Neben diversen Rahmenveranstaltungen ist natürlich das GM-Turnier wieder die Hauptattraktion - zumal relativ kurzfristig Magnus Carlsen zugesagt hatte, seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen und so den eigentlich eingeladenen Leinier Dominguez ersetzte. Bis jetzt ist völlig unbekannt, warum Dominguez nicht spielen kann/will/darf. So viel ist klar: Durch die Teilnahme der Nummer 1 der Weltrangliste springt der ELO-Schnitt des Turniers auf 2756, was die Turnierkategorie 21 bedeutet und Schweizer Rekord ist. Somit ist Carlsen Favorit auf den Turniersieg, doch der Bieler Rekordsieger Alexander Morozevich sowie Hikaru Nakamura, Anish Giri, Wang Hao und Etienne Bacrot werden ihm das Leben hoffentlich schwer machen.
Leider musste Morozevich nach zwei Runden aus gesundheitlichen Gründen das Turnier verlassen. Seinen Platz nahm Viktor Bologan ein.
Gespielt wird ein doppelrundiges Rundenturnier, in welchem es für einen Sieg 3 und für ein Remis 1 Punkt gibt. Die Bedenkzeit beträgt 100 Minuten/40 Züge + 50 Minuten/20 Züge + 15 Minuten/Rest und 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten Zug. Remisangebote vor dem 30. Zug sind nicht erlaubt. Gespielt wird täglich um 14:00 Uhr.
Sollten nach der letzten Runde zwei Spieler punktgleich sein, wird ein Tiebreak gespielt, der sich wie folgt gestaltet: Es werden zwei Schnellpartien mit 15 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug gespielt. Bei Gleichstand gibt es zwei Blitzpartien mit 5 Minuten plus 2 Sekunden. Falls nötig wird dann noch eine Armageddon-Partie mit 5 Minuten für Weiß und 4 Minuten für Schwarz gespielt, in welcher dem Nachziehenden ein Remis zum Sieg genügt.
Sollten drei Spieler punktgleich sein, kommt der Spieler mit der besten Sonneborn-Berger-Wertung automatisch ins "Finale", während die beiden anderen zwei Blitz-Partien mit 5 Minuten plus 2 Sekunden pro Zug und ggf. einer Armageddon-Partie austragen.
Natürlich werden die Partien live ins Internet übertragen und von Chess Tiger GM Klaus Bischoff aus Biel auf dem Fritzserver von ChessBase fachkundig kommentiert.
Hier war mit Weiß am Zug Genauigkeit gefragt - diese ließ Giri mit 18.bxc3 walten und steuerte den Remishafen an
In der Analyse kam noch diese witzige Variante aufs Brett, in welcher Schwarz nach 20...Txc8 21.Dxc3! geplatzt wäre
Hier war Kommentator Klaus Bischoff bei der Partie Viktor Bologan - Wang Hao nicht begeistert von der schwarzen Stellung
Und es wurde (zunächst) nicht besser
Neben einigen Zügen, war hier auch das von Bischoff vorgeschlagene 35.Txf5!? ein Kandidat
Die weißen Bauern sehen bedrohlich aus, doch würden sie sich tatsächlich in etwas Zählbares ummünzen lassen?
"25.g4 oder nicht?" Bologan meinte, er hätte es spielen sollen.
"25.g4 oder nicht?" Bologan meinte, er hätte es spielen sollen.
Die entscheidende Stellung nach 42.Ld4, wonach Bologan brillant gewann
Zwischen Etienne Bacrot und Hikaru Nakamura entstand diese unklare Stellung, in welcher Schwarz nun mit 20...Dh4+ die kurze Rochade zu verhindern suchte
Oh je, hier hatte Weiß tatsächlich zuletzt 30.Te1?? gespielt und fiel nach 30...Dxe1+ -+ fast vom Stuhl
Einen Zug zuvor sah Nakamura seinen Gegner trotz Zeitnot in Vorteil, z. B. mit 30.De3