Nachrichten Play it again, Igor! GM Igor Khenkin erneut Frankfurter Stadtmeister
21.06.2012 - Vom 30. April bis 18. Juni fand in 7 Runden Schweizer System die offene Frankfurter Stadtmeisterschaft 2012 statt. 157 Schachfreunde spielten in einem A- und B-Turnier im Sport- und Freizeitzentrum im Frankfurter Stadtteil Kalbach um die zahlreichen Preise und DWZ-Punkte. Wer jedoch Stadtmeister werden wollte, wusste vorher, dass er auf eine schier unüberwindbare Hürde treffen würde. Großmeister Igor Khenkin trat nämlich an, seinen im Vorjahr errungenen Titel zu verteidigen und er tat dies mit 6,5 Punkten erwartet souverän. Mit einem halben Zähler weniger musste IM Sven Telljohann mit dem zweiten Rang Vorlieb nehmen, wobei er der einzige Spieler war, der dem amtierenden deutschen Vize-Meister einen halben Zähler rauben konnte. Dritter wurde FM Oliver Uwira, obwohl er nur sechs der sieben Runden mitspielen konnte. Es folgt ein ausführlicher Bericht mit Partien und zahlreichen Bildern.
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Runde 1 - Wenig Überraschendes
Sehr erfreulich und eine echte Würdigung war zum Auftakt der Stadtmeisterschaft das Erscheinen von Stadtrat Claus Möbius von Die Grünen, welcher zur Eröffnung das Wort an die Teilnehmer richtete und dabei einigen S(ch)achverstand bewies. Anschließend führte er für den einzigen Großmeister im Feld den ersten Zug aus und schaute noch eine ganze Weile sehr interessiert den Spielenden zu. Größere Überraschungen blieben zum Auftakt nahezu aus. Als einziger Titelträger musste sich FM Bernd Röschlau mit einem Remis begnügen, nachdem er gegen das Lettische Gambit von Gegner Andreas Weber sogar in ernste Verlustgefahr geraten war.
Zur Partie der ersten Runde wurde die Begegnung FM Michael Stockmann (2235) - Eduard Kraus (1764) gewählt bzw. gelost, in welcher der Weiße einen schönen Angriffssieg einfuhr. Immerhin, beide Seiten erhielten dafür einen Verzehrgutschein in Höhe von 10,- Euro.
Weiß am Zug
17.f3! Die Vorbereitung zum Sturm auf die schwarze Königsstellung. 17...Dh5 18.e4 Sc7 19.g4 Dh6 20.Lg3! Mit jedem Zug schafft Weiß neue Drohungen. 20...Ld8 21.f4+–
Natürlich fällt es schwer, solange man nicht weniger hat, aber hier hätte Schwarz ruhigen Gewissens die Uhr anhalten und sich das Folgende ersparen können. 21...g5 22.Tf1! gxf4 23.Lxf4 Dg7 24.Dh3! Lh6 nebst Dh4 lautet nun die Hauptdrohung.
24...h5 25.gxh5 Dh7 26.Lg5 Sxh5 27.Txf7 Schwarz gab auf.
Impressionen der 1. Runde
Schlangestehen für die Registrierung
Das Ehepaar Post ist seit Jahren ein eingespieltes Duo
Er führt die Liste im PC, sie checkt, wer noch bezahlen muss
In diesem Jahr half auch noch die Tochter mit. Die Frankfurter Stadtmeisterschaft ist halt ein Familienunternehmen!
Auf einem Monitor wurden die Teilnehmer ausführlich instruiert
Das Turnier-Plakat
Warten auf den Start der 1. Runde bei herrlichem Sommerwetter
Hans-Walter Schmitt konnte dieses Mal nicht mitspielen, er half seinem Freund Viswanathan Anand in Moskau dabei, dem WM-Titel zu verteidigen
Gegen wen spiele ich?
Wo bin ich???
Fast pünktlich rauschte der Turnierleiter zur offiziellen Begrüßung heran
Neben Hans-Dieter Post begrüßten Thorsten Ostermeier (Vorsitzender des Bezirks), Hans-Walter Schmitt (verdeckt), Arthur Fischer (Sozialforscher & Autor der bekannten Shell-Studie), GM Igor Khenkin und Stadtrat Claus Möbius die Anwesenden
Nach ein paar einleitenden Worten...
...richtete auch der Frankfurter Stadtrat Claus Möbius das Wort...
...an die Spieler
Volle Konzentration!
Manch einer studierte noch die ausliegenden Flyer
Dann rauchten im Hauptfeld die Köpfe...
...während GM Igor Khenkin am Spitzenbrett seinen Gegner Luis Kuhn begrüßte
Claus Möbius führte für Khenkin den ersten Zug aus
"Bitte lass' ihn 1.d4 ziehen!"
"Juhuuu!"
Und nochmals bitte recht freundlich für den Fotografen!
Blick auf die Spitzenbretter
FM Michael Stockmann
Runde 2 - Favoriten weiter ohne Makel
Auch die zweite Runde brachte keine echten Sensationen hervor. Okay, zwei Ergebnisse an den vorderen Brettern verdienen eine besondere Erwähnung: An Brett 5 remisiert Denis Mager gegen FM Harry Gohil, aber Denis gehört zu den jungen Talenten in Hessen und so langsam werden solche Ergebnisse schlicht von ihm erwartet. Andreas Göbel jedoch ist ein alter, aber bekanntlich auch zäher Hase und knöpft FM Dmitri Goreacinic überraschend, aber auch nicht wirklich sensationell einen Halben ab. Derweil punkteten die Titel-Favoriten souverän.
Zur Partie der zweiten Runde wurde die Begegnung Adnan Kulenovic (1949) - IM Erik Zude (2340) gewählt bzw. gelost, in welcher der Schwarze seinen Gegner mit einer schönen Kombination erlegte.
Schwarz am Zug Wie gewann er umgehend?
44...Dh7! Danach wird Weiß forciert matt! Es folgte noch 45.Lc1 Dh5+, bevor Weiß aufgab.
Impressionen der 2. Runde
Blick auf die Spitzenbretter der 2. Runde
An Brett 1 musste/durfte Gerhard Kuhn gegen den Großmeister spielen
Der verdiente Snack nach getaner Arbeit
Das Hauptfeld
Während Papa Andreas Weber (linka) im A-Turnier kämpfte...
...mischte Sohnemann Samuel das B-Turnier kräftig auf
Andreas Göbel (links) ärgerte FM Dmitri Goreacinic
FSM bei Nacht
Runde 3 - Business as usual...
Die dritte Runde sah weiterhin recht ungefährdet aufspielende Titelaspiranten. Zwar wurden die Gegner jetzt merklich stärker, aber nach wie vor setzte sich die höhere Spielstärke - teils nach heftigem Kampf - durch. Erneut ärgerte Denis Mager einen Fidemeister mit einem Remis - dieses Mal Bernd Röschlau.
Zur Partie der dritten Runde wurde die Begegnung Tobias Richter (1992) - FM Oliver Uwira (2172) gewählt bzw. gelost, wenngleich man kritisch bemerken muss, dass sich der Weiße einfach selber umbrachte und an dieser Stelle mal gesagt werden muss, dass es schade ist, dass fast nur Partien von Titelträgern beziehungsweise immer von den gleichen Spielern zur Wahl standen. Daher zeige ich die Partie aus Protest an dieser Stelle nicht.
Impressionen der 3. Runde
Warten auf den Gegner...
Daniel Prenzler ließ sich gegen Igor Khenkin auf ein Theorieduell im Wolga-Gambit ein und erhielt eine lehrreiche Trainingseinheit
Einige Spieler hoffen auf Unterstützung durch Glücksbringer
Die beiden Tiger von Samuel Weber
Roy Genis gegen Ralf Seickel oder Glückslöwe gegen vier Informatoren
Mancher suchte Schutz unter seine Mütze...
...und hoffte, dass der Gegner nicht sieht, wo man als nächstes zuschlagen will
Das machte das Porträtieren natürlich nicht einfacher
Runde 4 - Wo ist Igor?
Als sich in der vierten Runde die Spitzenspieler ans Brett begaben, stellten sich viele aufmerksame Beobachter die berechtigte Frage: "Wo ist Igor?" Tja, der Großmeister war anderweitig verpflichtet und musste daher seine Partie gegen IM Sven Telljohann nachspielen. Das tat er wenig später im Training Center der Chess Tigers in Bad Soden und gab dort - weit weg von den sonst zahlreichen Kiebitzen - den einzigen halben Punkt ab. Dennoch wurde am vierten Spieltag in Kalbach auch ohne Khenkin interessantes Schach geboten. So versuchte am Spitzenbrett IM Erik Zude als Schwarzer gegen FM Oliver Uwira das berühmte Damenopfer Bronsteins in der Sämisch-Variante des Königsinders und ... verlor nach spannendem Verlauf. Für viele war dies die Partie der Runde, doch das Los sollte letztlich eine andere bestimmen.
Zur Partie der vierten Runde wurde die Begegnung Juri Holvason (2125) - FM Harry Gohil (2298) gewählt bzw. gelost, in welcher sich der Nachziehende einem unwiderstehlichen Angriff auf der 7. Reihe ausgesetzt sah und letztlich die Zeit überschritt.
Weiß am Zug nach zuletzt 20...Le4-f5??
Schwarz hat einen Bauern mehr, er hat das gut postierte Läuferpaar und knabbert bereits an den nächsten Bauern. Dennoch, er steht schlecht! Erstens steht sein König sehr unsicher, es liegt schon Tc7 in der Luft und sein zweiter Turm schläft tief und fest. 21.Kh1!+– Das Ausrufezeichen steht nicht dafür, dass dieser Zug stark bzw. sogar der beste ist, sondern für die Tatsache, dass Schwarz nun schlichtweg verloren ist! In der Folge wird Weiß erbarmungslos über seinen starken Gegner herfallen. 21...Txd6 Man möchte diesen Zug nur zu gerne tadeln und würde recht daran tun, aber Fakt ist, dass Schwarz schon geplatzt ist und daher lieber noch etwas einsammelt und hofft, dass Weiß ein Mal ungenau oder gar falsch fortsetzt und sich dann der Mehrbesitz doch noch durchsetzt. 22.Sxf5 Natürlich! 22...gxf5 23.Te7 Jetzt geht alles ganz schnell.
23...Tc6 24.Tb1 Df2 25.Tg7+ Kf8 26.Txh7+ Ke8 27.Tbxb7+– Hier überschritt Schwarz die Zeit und kam so der fälligen Aufgabe zuvor.
Impressionen der 4. Runde
Kein Khenkin am Spitzenbrett, sondern IM Erik Zude und FM Oliver Uwira
Schwupps, da war die Dame weg
Da staunten auch die Kiebitze
Der dreifache Stadtmeister IM Stefan Reschke (rechts) rang FM Michael Stockmann nieder
Die erste Reihe
Andreas Göbel schlug Kai-Christian Meyer
Nils Penzel (links) punktete voll gegen Samuel Minor
Mein sehr netter Gegner Lukas Partzsch ließ mich ins Remis entwischen
Intensive Fights auch im Hauptfeld
Viel cooler geht's nicht mehr!
Runde 5 - Vorentscheidungen
In der fünften Runde entschied sich für viele Teilnehmer, ob die diesjährige Stadtmeisterschaft erfolgreich verlaufen würde oder eben nicht. Wer bisher gut gepunktet hatte und nicht verlor, hatte mindestens ein Plus in Sachen DWZ sicher, was heuer ja nicht weniger wichtig ist, als das Erreichen der Preisränge. FM Oliver Uwira heimste am Spitzenbrett gegen Stefan Reschke seinen nächsten IM-Skalp ein und überraschte danach mit der Ankündigung, dass er trotz 5/5 die sechste Runde nicht würde mitspielen können. Er hatte vorweg schon seinen Urlaub im kroatischen Pula nebst Teilnahme am dortigen Open geplant (und natürlich beim Turnierleiter angekündigt!). Damit verpasste er das Spitzenduell mit FM Ryhor Isserman, der seinerseits Juri Holvason besiegte und damit ebenfalls bei 5/5 notierte. Pech für den Senior, dass er stattdessen gegen GM Igor Khenkin gepaart wurde und nicht kampflos gegen Uwira gewann.
Zur Partie der fünften Runde wurde die Begegnung IM Erik Zude (2340) - Nils Penzel (2007) gewählt bzw. gelost, in welcher der internationale Meister durchaus schwer zu kämpfen hatte und sein Gegner - wie wir gleich sehen werden - an einer Stelle eine sehr starke Möglichkeit ausließ.
Weiß am Zug
Kein Zweifel, Weiß steht prächtig, aber ein Selbstläufer ist die Stellung eben auch noch nicht. Doch nach 24.Tg4! sollte der Sieg eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein, oder? 24...Dxf2?!
24...Df6 25.Txe4+ Kd7±/+– wäre deutlich besser gewesen.
25.Txe4+ Kd8 26.a3? Zu kleinlich gespielt, da dieser Springer keine echte Gefahr darstellt. Zudem gibt dies Schwarz die Chance, einen Strohhalm zu ergreifen.
Zwingender war 26.Tf1 Dxf1+ 27.Lxf1 Txf1+ 28.Kd2+–
26...Sa6? Schade!
Sehr stark wäre dagegen 26...Sg5!! gewesen, wonach Weiß zu 27.Tf1 gezwungen wäre. Doch nach 27...Dxf1+ 28.Lxf1 Txf1+ 29.Kd2 Sxe4+ 30.Sxe4 Te7 31.Dg5 Sa6± hätte sich die berechtigte Frage gestellt, wie hoch Weiß hier gewinnen kann. Vielleicht gar nicht...
Analysediagramm
27.Lxh5!?+– Der Meister wählt den Spatz bzw. Bauern in der Hand. Den technischen Part bewältigt Weiß souverän.
27.Tf1 Dxf1+ 28.Lxf1 Txf1+ 29.Kd2+– kennen wir bereits.
Family Business - Die Tochter des Turnierleiters zieht die Partie der vierten Runde
Es wurde gegrillt...
Wer weniger Röstaromen bevorzugte wurde hier fündig
Was soll das?
Aaah, es geht um den "QR-Code" auf der Mütze des Turnierleiters, mit welchem man sofort auf dessen Webseite gelangen kann!
FM Oliver Uwira schlug IM Stefan Reschke
IM Erik Zude hatte es nicht leicht gegen den Underdog
IM Sven Telljohann gab gegen...
...Ludger Brüggemann ein Remis (zu viel) ab
GM Igor Khenkin brachte sich hingegen (wieder) auf Titelkurs
Da war auch Zeit für ein Schwätzchen mit Hans-Walter Schmitt
Runde 6 - Khenkin wieder top
Um "Mr. 100 Prozent" Ryhor Isserman zu stoppen bedurfte es schon den Einsatz von "Boss" Igor Khenkin persönlich. Der deutsche Nationalspieler hatte Schwarz und musste gegen den Senior durchaus schwer um den Sieg kämpfen, wie er bei einem seiner Kurzbesuche an der frischen Luft unumwunden zugab. Doch am Ende siegte die Klasse über Kampfgeist, und der Favorit übernahm vor der Schlussrunde wieder die alleinige Führung in der Tabelle. Für die Fehleinschätzung der sechsten Runde sorgte Daniel Prenzler im Duell gegen IM Erik Zude. Zwar eroberte der Hessenliga-Spieler aus der Eröffnung heraus eine Qualität, überschätzte dabei aber gründlich seine Siegchancen. Martialisch kündigte er beim Luftschnappen an, seinem irdischen Dasein ein Ende zu setzen, sollte er noch verlieren. Sein Glück, dass ihn niemand an sein Versprechen erinnerte, als ihn der Meister im 40. Zug zur Aufgabe zwang.
Für die größte Überraschung der Runde sorgte an Brett 13 Manfred Fußnecker (1876), indem er einen insgesamt desolat aufspielenden FM Bernd Röschlau (2129) auskombinierte und damit den Gutschein für die Partie der Runde gewann. Wir machen es kurz und schmerzhaft:
Weiß am Zug nach zuletzt 30...Dc7-c6??
31.Se7+– Aus die Maus! Ohne Gnade fallen die Springer über die schwarze Dame und damit auch den König her. 31...Db7
31...Dxd6 32.Df3+ Kb8 33.Sc6+ Kc7 34.Sxa5+–
32.Sc5 Db6 33.Df3+ Kb8 34.Sc6+ Kc8 35.Df5+ Schwarz gab auf.
Impressionen der 6. Runde
Public EM-Viewing vor dem Start der 6. Runde...
...während FM Michael Stockmann noch etwas am Laptop zu erledigen hatte...
Ob das mit seiner Partie gegen Thomas Reschke zu tun hatte?
Endlich habe ich es mal geschafft: Die Gebrüder Reschke auf einem Bild!
Shakehands zwischen GM Igor Khenkin und FM Ryhor Isserman
Daniel Prenzler verlor, aber überlebte gegen IM Erik Zude
Die Spitzenbretter
Und nochmals aus einer anderen Perspektive
Ihr Autor unterlag in einer Herzschlagpartie in buchstäblich letzter Sekunde FM Harry Gohil
Blick über die Galerie und das Hauptfeld
Toller Service des Turnierleiters: Jeder Teilnehmer erhielt ein Porträt-Foto
Runde 7 - Es kann nur einen geben!
Um den Stadtmeistertitel erfolgreich verteidigen zu können, musste GM Igor Khenkin siegen, doch mit IM Stefan Reschke stellte sich nun wahrlich kein Leichtgewicht in den Weg. Es entbrannte ein spannendes Königsindisch-Duell, in welchem der Großmeister letztlich eine Qualität für Initiative opferte und diese tatsächlich in einen vollen Punkt konvertierte. Da nutzte es IM Sven Telljohann auch nichts, dass er an Brett 2 FM Michael Stockmann besiegte, für ihn blieb nur der glorreiche zweite Rang hinter dem Titelverteidiger. IM Erik Zude tat an Brett 3 sein Bestes, FM Ryhor Isserman über die Klinge springen zu lassen, doch schließlich musste er mit einen halben Punkt Vorlieb nehmen. Kroatien-Urlauber FM Oliver Uwira kam braun gebrannt und im Ballack-Trikot an Brett 4 gegen Ludger Brüggemann trotz Mehrbauer ebenfalls nicht über ein Remis hinaus, aber immerhin reichte es in der Endabrechnung noch für den dritten Rang.
Der weibliche Schach-Nachwuchs zog die Partie der 6. Runde
Noch rasch ein Mettbrötchen, dann machte GM Igor Khenkin ernst gegen IM Stefan Reschke
FM Michael Stockmann - IM Sven Telljohann 0-1
IM Erik Zude - FM Ryhor Isserman ½-½
FM Oliver Uwira - Ludger Brüggemann ½-½
FM Harry Gohil - Nils Penzel 1-0
Lukas Partzsch - FM Dmitri Goreacinic 0-1
Michael...??
Nö, Oliver!
Daniel Prenzler in perfekter Pose
Hans-Walter Schmitt und Oliver Uwira sahen, wie er Markus Koch zerlegte
Während noch die letzten Partien liefen...
...frönten viele Teilnehmer bereits dem Public & Silent Viewing
Hinten Schach, vorne Fußball
Die allerletzte Partie der FSM 2012 zwischen Manfred Neumann (links) und Martin Zerhusen endete in einem wilden Blitzfinale...
...und leider auch mit einem lautstarken Protest. Und das kam so:
In dieser Stellung war Zerhusen am Zug und griff zum König, um den letzten Bauern zum Remis vom Brett zu putzen. Da sah Neumann, dass die gegnerische Zeit gefallen war und reklamierte. Mitten in der Bewegung hielt Zerhusen natürlich nicht inne und schlug den Bauern. Was nun? Der herbeigerufene Turnierleiter Hans-Dieter Post entschied auf Remis mit der Begründung: Wer nicht am Zug ist, kann nicht reklamieren. Das löste allenthalben Diskussionen aus, ob es diese Regel wirklich gibt und führte zu emotionalen Reaktionen bei Neumann, der sich um einen halben Zähler gebracht fühlte. Allerdings erst, als er das Ergebnis dreifach(!) unterzeichnet hatte. Frage: Hatte Post überhaupt eine andere Alternative, als so zu entscheiden? Tja, viel Spaß beim Diskutieren und Fachsimpeln! Aus Befangenheit (Hans-Dieter Post ist mein Freund und Manfred Neumann ein Vereinskollege) befehle ich mir an dieser Stelle, meine eigene Meinung nicht kund zu tun.
Siegerehrung
Bitte vergeben Sie mir in der Folge, dass ich nicht alle (ich glaube rund 60!) Preisträger namentlich und die entsprechenden Kategorien benennen kann! Dennoch möchte ich Ihnen sämtliche Sieger (sofern sie bei der Siegerehrung anwesend waren) ein Mal im Bild zeigen.
Zudem habe ich außer den in diesem Bericht verwendeten Bildern noch viele mehr gemacht, welche Sie auf der offiziellen Turnierseite neben den Aufnahmen und Videos von Hans-Dieter Post unter dem folgenden Link finden können: Fotos & Videos
Der reich gedeckte Gabentisch leerte sich unter der Leitung...
...von Hans-Dieter Post rasch
Offene und ehrliche Freude beim Champion!
Lassen Sie sich nicht täuschen! Hier übergibt Hans-Dieter Post den Wanderpokal nicht, er nimmt ihn dem Champ wieder weg! Erstens fehlt noch die Gravur und zweitens ist der von Weltmeister Viswanathan Anand signierte "Pott" ein Wanderpokal und steht vermutlich beim Turnierleiter auf dem heimischen Schreibtisch und wird täglich poliert!
"Schick' mir eine Karte aus Istanbul, Igor!" Der Titel dieses Artikels trifft mitten ins Schwarze, denn ich glaube, dass Khenkin 2013 wieder zur Titelverteidigung antreten wird.
Die Top 5 der FSM 2012 von links nach rechts: IM Erik Zude (5.), GM Igor Khenkin (1.), IM Sven Telljohann (2.), FM Oliver Uwira (3.) & FM Ryhor Issermann (4.)
Die Plätze 6-10: IM Stefan Reschke (10.), Daniel Prenzler (9.), FM Dmitri FM Goreacinic (7.), FM Harry Gohil (8.) & Ludger Brüggemann (6.)
Die Team-Kapitäne der besten vier Teams - es gewann übrigens der SC König Nied mit Oliver Uwira (5,5), Daniel Prenzler (5,0), Mike Rosa /4,5) und Walter Gräbner (4,0)
So, ab jetzt verzichte ich der Gleichberechtigung wegen auf die Angabe von Namen!