Nachrichten 23. Wiesbadener Schloßpark-Open vom 25. bis 28. August Eine Tradition erlebt ihre Renaissance Ein Preistopf von über 4.500,- Euro erwartet Sie!
03.08.2011 - Schach und Hessen, das passt zur Zeit sehr gut zusammen. Bei der diesjährigen Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft in Oberhof errang der hessische Nachwuchs im Medaillenspiegel den ersten Platz und die meisten offenen Turniere - abgesehen von den schlecht besuchten Verbandsturnieren - erfreuen sich stetig wachsender Teilnehmerzahlen. Als Aushängeschilder dienen beispielsweise das Rhein-Main-Open in Bad Homburg, das Karl-Mala-Gedenkturnier in Frankfurt am Main und natürlich die Frankfurter Stadtmeisterschaft, bei welcher in diesem Jahr mit Igor Khenkin zum ersten Mal ein Großmeister und amtierender Deutscher Meister teilnahm und siegte. Doch ein Turnier ist im Laufe des vergangenen Jahrzehnts beinahe in Vergessenheit geraten - das Wiesbadener Schloßpark-Open. Eigentlich ist es das hessische Turnier mit der längsten Geschichte, aber in den vergangenen Jahren war man aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage, es zu veranstalten. Doch damit soll und wird ab sofort Schluss sein - es wird wieder Schach gespielt in der Landeshauptstadt Hessens, und Sie sind herzlichst eingeladen, dabei zu sein!
Vom 25. bis 28. August wird das Schloßpark-Open in neuem Gewand und unter professioneller Leitung endlich wieder stattfinden. Dafür hat sich der veranstaltende Wiesbadener Schachverein 1885 e. V. die Dienste von Hans-Dieter Post gesichert, den viele Schachfreunde beispielsweise als langjährigen Turnierleiter der Chess Classic Mainz kennen. Der Chess Tiger weiß und hat es x-fach bewiesen, dass die Leitung eines Turniers mehr ist, als ein paar Knöpfe zu drücken, Listen auszudrucken und diese an die Wand zu pappen.
Neben dem Turnierleiter stellen die Chess Tigers auch ihr hochwertiges Holz-Spielmaterial nebst digitalen Uhren aus dem Hause DGT zur Verfügung, was den Veranstaltern erlaubt, mit der modernen Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten für den Rest der Partie sowie 30 Sekunden Bonus pro Zug ab Partiebeginn zu spielen. Des Weiteren übernehmen wir die Dokumentation (Fotos) und Berichterstattung (Internet und Rochade Europa). Und der eine oder andere Tiger wird sich auch im Teilnehmerfeld tummeln - allen voran unser Obertiger Hans-Walter Schmitt.
Der Wiesbadener Schachverein 1885 selbst hat in den vergangenen Jahren ebenfalls einen bemerkenswerten Wandel vollzogen, der zuletzt mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gipfelte. Dafür hat man keinen Geringeren als den bereits erwähnten GM Igor Khenkin als Spieler und Trainer engagiert. Den vereinsinternen Aufschwung möchte man nun auch mit der Außenwelt teilen und so lag nichts näher, als das Schloßpark-Open zurück ins Leben zu rufen. Vor dem Neustart steht jedoch die Vergangenheitsbewältigung, welche Hans-Dieter Post in der Folge persönlich vornimmt. Der danach folgenden Ausschreibung entnehmen Sie alle weiteren Informationen und dann, denke ich, sieht man sich Ende August in Wiesbaden!
Hans-Dieter Post
Wiesbaden, vor 30 Jahren...
...sah im Penta Hotel ein Großmeister-Turnier, und als Rahmenprogramm ein Open mit gut 50 Teilnehmern. Während GM Predrag Ostojic als Nachrücker für das Meisterturnier dort nicht zum Zuge kam und plante, das Open zu gewinnen, machte ihm der Bensheimer Ulrich Falk einen Strich durch die Rechnung: Er schlug den GM in einer sehenswerten Partie und schnappte ihm auch den Turniersieg weg.
Das Meisterturnier verging, aber das Open wurde fortan als Schloßpark-Open jährlich durchgeführt und verdoppelte im Folgejahr bereits die Teilnehmerzahl.
In den folgenden 5 Jahren schaffte man es, mehr und mehr Titelträger und Teilnehmer an den Schloßpark zu lotsen, und im Jahr 1987 schließlich gewann GM Ostojic dieses Turnier vor 175 Spielern; eine unerreichte Zahl bis heute!
Zwei Jahre später gewann GM Lev Gutman erstmals das Turnier und er sollte diesen Erfolg noch zweimal wiederholen (1997, 1999). Er dürfte der Führende einer ewigen Rangliste dieses Turniers sein.
1991, die Schleusen nach der Wende für den Zustrom von Meisterspielern aus Osteuropa waren weit geöffnet, gewann der junge Internationale Meister Sergey Galdunts, damals noch für die UdSSR am Start, im zehnten Jahr der Veranstaltung. Es waren 4 Großmeister und 6 Internationale Meister am Start, und die Teilnehmerzahl stimmte nach eher stagnierenden Jahren auch wieder (161).
Danach setzte sich ein Abwärtstrend bis 2001 fort, der nur durch das Klassefeld aus dem Jahre 1996 unterbrochen wurde. Der georgische IM Giorgi Kacheishvili schaffte es, sich gegen 17 Titelträger (Rekord!) durchzusetzen, darunter 6 Großmeister und weitere 6 Internationale Meister. Die 162 Teilnehmer waren die zweitbeste Anzahl von Spielern, die dieses Turnier produziert hat.
Nach 2001, der indische IM Chanda Sandipan gewann vor nur 95 Teilnehmern, insgesamt 12 Titelträgern, das vorerst letze Schloßpark Open für viele Jahre.
Erst 2009 wagte man den Neuanfang, indem man die Turnierdurchfühung an vereinsfremde Hände vergab. Eine Zweiteilung in ein reguläres Open und ein Seniorenturnier brachten nur etwas über 60 Teilnehmer zusammen.
Eine Neubesinnung nach über einem Jahr, in 2010 wurde lediglich ein eintägiges Schnellschach- Open als Jubiläumsturnier veranstaltet, brachte wieder den Wunsch nach einem regulären Open hervor. Und zur angestammten Zeit Ende August ist es wieder da. Das 23. Schloßpark-Open wird am 25. August beginnen und es ist der feste Wille des Wiesbadener Schachvereins von 1885, es erneut zu einem festen Bestandteil im Turnierkalender werden zu lassen.
Der ehemalige Deutsche Meister GM Thomas Luther hat aktuell die Spitze der Setz-Rangliste übernommen, aber es könnte sein, das da noch ein größerer Brocken den Weg zu diesem Traditionsturnier findet.
Jede Menge Archivmaterial runden die aktuellen Zahlen ab. Alles, auch das Anmeldeformular, findet sich auf der offiziellen Turnierseite.