TopTurniere Dortmund 2011 - Kramnik gibt den Takt vor... ...und schlägt Ponomariov - Restliche Partien remis
21.07.2011 - Während sich zwei der drei Erstrundenpartien des diesjährigen Sparkassen Chess-Meetings von Beginn an langsam bis schwerblütig entwickelten, legten Georg Meier und Liem Quang Le auf der Bühne des Schauspielhauses eine flinke Sohle aufs Parkett. Offensichtlich kannten sich beide in der Grünfeld-Variante perfekt aus und hatten rasch ein totremises Turmendspiel auf dem Brett. Tapfer quälten sie sich noch ein paar Züge lang, doch dann hatten sie genug und schaukelten sich nach knapp 2 Stunden per dreimaliger Stellungswiederholung ins gerechte Remis. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die anderen Partien noch im Eröffnungsstadium! Den längsten Arbeitstag hatten Anish Giri und Hikaru Nakamura. Auf Umwegen wurde eine Stellung der Abtauschvariante des Damengambits erreicht, in welcher der Amerikaner überraschend viel Zeit benötigte. Alsbald verpasste ihm sein junger Gegner die schlechtere Bauernstruktur, doch Nakamura kreierte ausreichend Gegenspiel. Zum Ende fabrizierten beide eine nette Dauerschachkombination zur Punktteilung. Zwischen Vladimir Kramnik und Ruslan Ponomariov stand die Königsindische Verteidigung zur Diskussion, in welcher bald neue Pfade beschritten wurden. Mit einem starken Qualitätsopfer riss Kramnik in der Folge die Initiative an sich, eroberte alsbald das investierte Material plus Mehrbauer zurück und hatte mit der Verwertung der Stellung keine weiteren Probleme.
Die Teilnehmer am Sparkassen Chess-Meeting 2011 Georg Meier (2656), Liem Quang Le (2715), Vladimir Kramnik (2781), Ruslan Ponomariov (2764), Anish Giri (2701) & Hikaru Nakamura (2770)
Allgemeine Informationen
Das Sparkassen Chess-Meeting findet vom 21. bis 31. Juli im Dortmunder Schauspielhaus statt. Sechs Großmeister der Weltklasse spielen doppelrundig gegeneinander. "Titelverteidiger" ist Ruslan Ponomariov, doch Rekordsieger mit bisher 9 Titeln ist Vladimir Kramnik.
Die Bedenkzeit in Dortmund beträgt 100 Minuten/40 Züge + 50 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem ersten Zug. Da dem Chess-Meeting in der Vergangenheit oft seine "Remislastigkeit" vorgeworfen wurde, hat man seitens der Veranstalter reagiert. Bei der diesjährigen Auflage dürfen die Großmeister während der Partie kein Remisangebot abgeben. Die Partie wird als Remis gewertet, wenn aus dem Spiel heraus kein Gewinn mehr möglich oder eine dreimalige Zugwiederholung unvermeidlich ist.
Mit einem ELO-Schnitt von 2731 wird die Turnierkategorie 20 erreicht. Rundenstart ist täglich um 15:00 Uhr, lediglich die letzte Runde beginnt bereits um 13:00 Uhr. Wie schon in den Vorjahren werden die Partien mit einer Verzögerung von 15 Minuten ins Internet übertragen. Ein Ruhetag wird eingelegt - nämlich am 26. Juli.
Neben dem Großmeisterturnier gibt es traditionell noch zwei weitere Wettbewerbe. Das Helmut-Kohls-Turnier ist ein geschlossenes Turnier mit zehn geladenen Spielern, wobei die erstem beiden Bretter die Ehre haben, zeitgleich mit den Supergroßmeistern auf der Bühne des Schauspielhauses zu spielen. Und dann gibt es natürlich noch das bekannte Sparkassen Open vom 23. bis 31. Juli. Alle weiteren Informationen rund um das Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting entnehmen Sie der offiziellen Turnierseite.
Zum Auftakt des Sparkassen Chess-Meeting überließ Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe dem Hauptsponsor in Person von Uwe Samulewicz (Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Dortmund) das Mikrophon
Und auch der DSB Präsident Herbert Bastian durfte die Zuschauer begrüßen
Den ersten Zug des Turniers führte Dortmunds Bürgermeisterin Birgit Jörder unter den Augen von Uwe Samulewicz, Herbert Bastian und Turnierdirektor Stefan Koth bei Vladimir Kramnik und Ruslan Ponomariov aus
Danach mussten die Kontrahenten alleine zurechtkommen
Vladimir Kramnik will den 10. Triumph!
Ruslan Ponomariovs Mission "Titelverteidigung" erlitt gleich zum Auftakt einen schweren Rückschlag
Georg Meier remisierte bei seiner Dortmunder Premiere...