TopTurniere Tata Steel 2011 - Nakamura siegt und führt, Carlsen schlägt Kramnik Hochspannung in B-Gruppe Vocaturo so gut wie durch in C-Gruppe
28.01.2011 - Von einem Sieg bei einem absoluten Top Turnier träumt Hikaru Nakamura garantiert schon lange, und so nah dran wie heuer in der A-Gruppe des Tata Steel Chess Tournaments war er diesem Ziel noch nie. Nach 11 von 13 Runden hat der Amerikaner wieder die alleinige Führung inne und damit die besten Chancen, am Sonntag zum König von Wijk gekrönt zu werden. Zu verdanken hat er das seinem heutigen Sieg gegen Ian Nepomniachtchi, während Viswanathan Anand gegen Maxime Vachier-Lagrave lediglich einen halben Punkt ergatterte. Gewinnen wird Magnus Carlsen das Turnier zwar (wahrscheinlich) nicht mehr, aber über seinen heutigen Schwarzsieg gegen Vladimir Kramnik wird er sich dennoch mächtig gefreut haben. Mit einer sehr starken Endspielleistung schickte er den 14. Weltmeister gekonnt auf die Bretter. Eine waschechte Seeschlange produzierten Wang Hao und Jan Smeets in der längsten Partie des Tages. Im Damenendspiel mit Mehrbauer quälte der Chinese seinen Gegner bis zum 108. Zug, bevor er ihn mit einem Remis in den Feierabend entließ.
In der B-Gruppe ist nur Eines klar, nämlich, dass gar nichts klar ist. Zwei Runden vor dem Ende führen gleich vier Spieler die Tabelle an, weshalb es schon jetzt Sinn macht, mal auf die Regeln für Punktgleichheit am Ende einzugehen. Die besagen, dass zunächst der direkte Vergleich entscheidet, dann die Sonneborn-Berger-Wertung, dann die Anzahl der Schwarzpartien und zu guter Letzt die Zahl der Siege. Es führen Zahar Efimenko, Wesley So, David Navara und Luke McShane, doch schon im morgigen Spitzenduell zwischen McShane und So könnte mindestens einer aus der Gruppe ausscheiden.
So gut wie entschieden ist in Sachen Turniersieg dagegen die C-Gruppe. Zu deutlich dominiert Daniele Vocaturo, der sich heute an seiner ärgsten Verfolgerin Kateryna Lahno schadlos hielt und nun wieder 1,5 Punkte Vorsprung - jetzt auf Illya Nyzhnyk - hat. In der letzten Runde werden beide übrigens aufeinander treffen. Eine Achterbahn der Gefühle dürfte Sebastian Siebrecht durchmachen. Nachdem er in der 10. Runde noch über Murtas Kazhgaleyev hergefallen war, schenkte ihm heute Jan Willem de Jong nicht minder kräftig ein und schlug den einzigen deutschen Profi in Wijk aan Zee.
Am Samstag ist wie gewohnt Klaus Bischoff live aus dem Chess Tigers Training Center mit Ihnen dabei, wenn sich die Weltelite um Ruhm, Ehre, ELO-Punkte und natürlich die Preisgelder streitet. Verfolgen können Sie die Kommentare des Großmeisters exklusiv auf dem Fritzserver von ChessBase. Und wenn Sie dort sogar Premium-Mitglied sind, sind Sie gratis mit dabei.
Impressionen der 11. Runde aus Wijk aan Zee von Chess Tiger on Tour Eric van Reem
Presserummel vor dem Start der 11. Runde
Bald beginnt die Live-Übertragung in Deutschland!
Jetzt ist es nur noch eine Frage der Nerven für Hikaru Nakamura
Erst kam nach der Partie die Analyse mit dem Gegner...
...dann die für die Journalie
Maxime Vachier-Lagrave wandelte in der Eröffnung auf Bobby Fischers Spuren, was immerhin zu einem Remis gegen den heutigen Weltmeister reichte
Dieser bekam vom New In Chess Yearbook die Auszeichnung für die Neuerung des Jahres 2010, 10.Sa3, in der vierten Partie im WM-Match gegen Veselin Topalov
Vladimir Kramnik unterlag in einem packenden Duell Magnus Carlsen
Entsprechend gelöst war der Norweger im Anschluss im Interview bei Peter Doggers und Dirk Poldauf
Mit knapper Not entkam Ruslan Ponomariov gegen Levon Aronian ins Remis
Ian Nepomniachtchi wird sich noch lange an seinen Sieg gegen Magnus Carlsen erinnern, aber die heutige Niederlage gegen Hikaru Nakamura würde er bestimmt sehr gerne aus seinem Gedächtnis streichen
Anish Giri behauptet sich ausgezeichnet im Zirkus der absoluten Weltklasse
Nach ELO ist Erwin l'Ami klarer Underdog, doch das verdirbt ihm nicht die gute Laune
Nach Wang Yue Chinas Exportschlager in Sachen Schach - Wang Hao
Wesley So führt in der B-Gruppe...
...doch David Navara ist gleichauf
Er präsentierte seine Gewinnpartie gegen Vladislav Tkachiev
Starke Vorstellung von Tania Sachdev in der C-Gruppe
Niederlande gegen Deutschland ist nicht nur im Fußball ein Kracher
Leider bekam Sebastian Siebrecht von Jan Willem de Jong die Hütte voll
In der Analyse herrschte dennoch auf beiden Seiten Hochstimmung
Der beliebte Blick durch die komplette Halle
Während man auf Monitoren das Geschehen in der Halle verfolgen kann, werden auf der Bühne des Kommentatorenzelts die Spitzenpaarungen erklärt
Allgemeine Informationen
Das Tata Steel Chess Tournament besteht neben zahlreichen Rahmenveranstaltungen aus drei Hauptturnieren - der A-, B- und C-Gruppe. In jeder Gruppe nehmen 14 Spieler teil, die im Rundensystem gegen einander spielen. Rundenstart ist jeweils um 13:30 Uhr, lediglich die letzte Runde am 30. Januar beginnt bereits um 12:00 Uhr. Ruhetage werden am 19., 24. und 27. Januar eingelegt. Die Bedenkzeit in allen drei Turnieren ist 100 Minuten für 40 Züge, 50 Minuten für weitere 20 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie. Zusätzlich gibt es ab dem ersten Zug 30 Sekunden Bonus pro ausgeführten Zug.
Ab ca. 14:00 Uhr wird GM Klaus Bischoff für alle deutschen Schachfans aus dem Chess Tigers Training Center wieder auf dem Fritzserver von ChessBase das Geschehen in Wijk aan Zee live kommentieren.