TopTurniere London Chess Classic - Carlsen im Glück Kramnik verpasst Sprung an die Tabellenspitze Fünf Spieler können das Turnier noch gewinnen!
14.12.2010 - Eine Runde vor dem Ende hat Vladimir Kramnik bei der London Chess Classic 2010 gegen Magnus Carlsen die goldene Gelegenheit vergeben, die alleinige Führung zu übernehmen. Die ungewöhnliche Eröffnungswahl des Norwegers konnte den 14. Weltmeister nicht beeindrucken, und so erspielte er sich einen beachtlichen Vorteil. Der Sieg war nur noch technischer Natur, doch genau daran scheiterte Kramnik erstaunlicherweise. Er erlaubte Carlsen, der wirklich heroisch kämpfte, einen lehrreichen Remistrick. Parallel konnten Viswanathan Anand gegen seinen Baden-Badener Bundesligakollegen Michael Adams und Luke McShane gegen Hikaru Nakamura auch nicht mehr als einen halben Punkt erzielen und so ändert sich natürlich nichts an der Spitze der Tabelle. Im Kellerduell trennten sich Nigel Short und David Howell in einem wilden Königsgambit ebenfalls friedlich. Somit können gleich noch fünf Spieler das Turnier gewinnen. Es ist also für absolute Hochspannung gesorgt im Finale der Londoner Chess Classic, und natürlich lässt sich auch unser GM Klaus Bischoff dieses Ereignis nicht entgehen. Bereits um 13:00 Uhr startet die letzte Runde, und der beliebte Kommentator wird aus dem Chess Tigers Training Center wieder zum Mikro greifen, damit die Zuschauer vor Ort und auf dem Fritzserver von ChessBase keinen Höhepunkt verpassen.
Der Modus in London ist 120 Minuten/40 Züge + 60 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug, und es wird nach den so genannten Sofia-Regeln gespielt. Rundenstart ist täglich 15:00 Uhr unserer Zeit. In London geht es um 14:00 los, aber dort ist man durch die Zeitverschiebung auch eine Stunde hinter uns her. Die letzte Runde beginnt bereits zwei Stunden früher als sonst - also bei uns um 13:00 Uhr. Für den Fall eines Gleichstandes am Ende ist das erste Kriterium die Anzahl der Schwarzpartien. Danach werden die Schwarzsiege gezählt, dann die Siege mit beiden Farben und dann soll der direkte Vergleich entscheiden. Erst als fünftes Kriterium ist ein Tiebreak bis zum Armageddon vorgesehen.
Sehr speziell ist die Aufteilung des 145.000,- Euro schweren Preisfonds. Die sechs Hauptpreise sind 1. 50.000,-, 2. 25.000,-, 3. 15.000,-, 4. 10.000,-, 5. 10.000,-, 6. 8000,- (Summe: 118.000 €). Darüber hinaus wird nach jeder Runde vom Publikum die Partie des Tages mit 1.000,- Euro belohnt. Und zu guter Letzt gibt es noch einen Pool mit 20.000,- Euro, welcher am Ende durch die Zahl aller entschiedenen Partie dividiert wird und dann eine zusätzliche Prämie pro Sieg für jeden Spieler ergibt. Sollten beispielsweise 20 Partien entschieden werden, gibt es pro Sieg 1.000,- Euro extra.
Vladimir Kramnik verpasste gegen Magnus Carlsen die Führung
Die britischen Kommentatoren GM Daniel King und GM Chris Ward zeigten sich sehr erstaunt über Carlsens Tschigorin-Verteidigung...
...und erlebten, wie sich Kramnik Zug um Zug Vorteil erspielte
Doch plötzlich war trotz Mehrfigur der Gewinn futsch
Zwischen Michael Adams und Viswanathan Anand stand der Najdorf-Sizi zur Diskussion, doch keiner konnte entscheidende Vorteile erzielen
Bei der anschließenden Pressekonferenz herrschte nicht nur bei Organisator Malcolm Pein und Vishy Anand Hochstimmung...
...auch Mickey Adams und Chris Ward amüsierten sich königlich
Freundliche Begrüßung zwischen Hikaru Nakamura und Luke McShane
Wirklich überrascht hatte Nigel Short seinen jungen Gegenüber David Howell nicht mit der Wahl des Königsgambit
Mit den jungen Hüpfern in der Weltspitze kann es Viktor Korchnoi nicht mehr aufnehmen, aber ein Simultan mit ihm ist noch immer für jeden Amateur ein besonderes Ereignis