10.12.2010 - Die dritte Runde der 2. London Chess Classic bot erneut extrem spannungsgeladene Partien, obwohl letztlich nur eine einen Sieger fand. Viswanathan Anand opferte gegen Magnus Carlsen früh einen Bauern, aber es schien, als hätte der Norweger danach gute Chancen, Vorteil zu erlangen. Doch er fand in komplizierter Lage nicht die beste Verteidigung gegen die indische Initiative und geriet alsbald auf die Verliererstraße. Doch wie es das Schicksal wollte, der Weltmeister verpasste ein ums andere Mal den klaren Gewinnweg und musste seinen Gegner in einer vorteilhaften Stellung ziemlich lange kneten, bis sich dieser endlich streckte. Zuvor hatten sich Michael Adams und Nigel Short in einer alten Caro Kann-Variante nach einigen Komplikationen friedlich getrennt, und auch Hikaru Nakamura konnte seine offensichtlich vorteilhafte Stellung gegen David Howell nicht gewinnen. Die längste Partie der dritten Runde zelebrierten Luke McShane und Vladimir Kramnik. Zu guter Letzt quälte die russische Nummer 1 seinen britischen Gegenüber im Seeschlangen-Endspiel Turm und Läufer gegen Turm bis zum 139 Zug, bevor er dem Remis zustimmte. Somit führt weiterhin McShane vor den jetzt punktgleichen Nakamura und Anand, wobei der Amerikaner aufgrund seines Schwarzsieges aus der zweiten Runde gegen Kramnik weiterhin Zweiter ist.
Der Modus in London ist 120 Minuten/40 Züge + 60 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug, und es wird nach den so genannten Sofia-Regeln gespielt. Rundenstart ist täglich 15:00 Uhr unserer Zeit. In London geht es um 14:00 los, aber dort ist man durch die Zeitverschiebung auch eine Stunde hinter uns her. Die letzte Runde beginnt bereits zwei Stunden früher als sonst - also bei uns um 13:00 Uhr. Einen Ruhetag wird es geben - und zwar am kommenden Montag (13. Dezember). Für den Fall eines Gleichstandes am Ende ist das erste Kriterium die Anzahl der Schwarzpartien. Danach werden die Schwarzsiege gezählt, dann die Siege mit beiden Farben und dann soll der direkte Vergleich entscheiden. Erst als fünftes Kriterium ist ein Tiebreak bis zum Armageddon vorgesehen.
Sehr speziell ist die Aufteilung des 145.000,- Euro schweren Preisfonds. Die sechs Hauptpreise sind 1. 50.000,-, 2. 25.000,-, 3. 15.000,-, 4. 10.000,-, 5. 10.000,-, 6. 8000,- (Summe: 118.000 €). Darüber hinaus wird nach jeder Runde vom Publikum die Partie des Tages mit 1.000,- Euro belohnt. Und zu guter Letzt gibt es noch einen Pool mit 20.000,- Euro, welcher am Ende durch die Zahl aller entschiedenen Partie dividiert wird und dann eine zusätzliche Prämie pro Sieg für jeden Spieler ergibt. Sollten beispielsweise 20 Partien entschieden werden, gibt es pro Sieg 1.000,- Euro extra.