TopTurniere 2. London Chess Classic vor dem Start Alle Paarungen auf einen Blick - Rundenstart täglich 15 Uhr Live-Übertragung mit GM Klaus Bischoff
07.12.2010 - Mit Spannung hat die gesamte Schachwelt auf das letzte Top Turnier des bald beendeten Jahres gewartet, und nun ist es soweit. Die Paarungen der 2. London Chess Classic wurden heute im Olympic Congress Center auf der ersten offiziellen Pressekonferenz ausgelost, und so wird es morgen mit der ersten von insgesamt sieben Runden losgehen. Neben der Aufteilung des stattlichen Preisfonds wird sich in London auch die Frage klären, wer in der Januar-Weltrangliste die Nase vorn hat. Aktuell führt Viswanathan Anand vor Magnus Carlsen, aber dieser hat wiederum in der Live Top List die Nase knapp vorn. Zum direkten Duell zwischen den beiden wird es in der dritten Runde am Freitag kommen, wobei der Weltmeister die weißen Steine führen wird. Dieses und natürlich weitere Highlights wird GM Klaus Bischoff aus dem Chess Tigers Training Center live auf dem Fritzserver von ChessBase kommentieren.
Der Modus in London ist 120 Minuten/40 Züge + 60 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug, und es wird nach den so genannten Sofia-Regeln gespielt. Rundenstart ist täglich 15:00 Uhr unserer Zeit. In London geht es um 14:00 los, aber dort ist man durch die Zeitverschiebung auch eine Stunde hinter uns her. Die zweite Runde beginnt erst um 17:00 Uhr und die letzte Runde bereits zwei Stunden früher als sonst - also bei uns um 13:00 Uhr. Einen Ruhetag wird es geben - und zwar am kommenden Montag (13. Dezember). Von den drei erklärten Favoriten Anand, Carlsen und Kramnik hat ersterer viermal Weiß und dreimal Schwarz, während die beiden anderen dreimal Weiß und viermal Schwarz haben. Was nach einem Vorteil für den Weltmeister klingt, könnte sich bei einem Gleichstand am Ende jedoch negativ auswirken, denn das erste Kriterium wäre in diesem Fall die Anzahl der Schwarzpartien. Erst als fünftes Kriterium ist ein Tiebreak bis zum Armageddon vorgesehen.
Sehr speziell ist auch die Aufteilung des 145.000,- Euro schweren Preisfonds. Die sechs Hauptpreise sind 1. 50.000,-, 2. 25.000,-, 3. 15.000,-, 4. 10.000,-, 5. 10.000,-, 6. 8000,- (Summe: 118.000 €). Darüber hinaus wird nach jeder Runde vom Publikum die Partie des Tages mit 1.000,- Euro belohnt. Und zu guter Letzt gibt es noch einen Pool mit 20.000,- Euro, welcher am Ende durch die Zahl aller entschiedenen Partie dividiert wird und dann eine zusätzliche Prämie pro Sieg für jeden Spieler ergibt. Sollten beispielsweise 20 Partien entschieden werden, gibt es pro Sieg 1.000,- Euro extra.
Garry Kasparov & Klaus Bischoff
Zur letzten Runde hat sich noch ein hochkarätiger Gast in London angekündigt. Der 13. Weltmeister Garry Kasparov wird sich die Ehre geben und soll die Schlussrunde live kommentieren. Ob dies auch ins Internet übertragen wird, ist unklar, dafür steht jedoch fest, dass Sie mit uns keinen Zug verpassen werden - sofern die Übertragung aus London wieder stabil ist. GM Klaus Bischoff begleitet Sie bereits seit geraumer Zeit durch diverse Top Turniere, und natürlich lässt er sich auch die London Chess Classic nicht entgehen. Lediglich die vierte und fünfte Runde muss Bischoff aufgrund seines Einsatzes in der Schachbundesliga auslassen, doch - laut ChessBase - ist zumindest in der fünften Runde Jan Gustafsson als Ersatzmann vorgesehen. Erst am vergangenen Samstag hat sich Gusti übrigens von Blitzmeister Bischoff bei der Deutschen Blitzmeisterschaft in Gladbeck den Titel geschnappt - zum zweiten Mal nach 2002. Wir gratulieren quasi en passant.
Wen das ganze Geschreibe über Schach nur hungrig aufs Selberspielen macht, der kann parallel zu den Meistern an einer der zahlreichen Rahmenveranstaltungen in London teilnehmen. Da wäre beispielsweise das neunrundige FIDE Open Standard, welches über die gesamte Event-Dauer geht. Wer weniger Zeit aber den gleichen Schachhunger hat, für den ist das FIDE Open Busy die richtige Wahl. Allerdings müssen Sie dann auch bereit sein, drei Runden am Tag und mit wechselnder Bedenkzeit zu spielen. Und wem auch dies zu lang ist, nimmt einfach am Weekend Classic teil und "knüppelt" fünf Partien in zwei Tagen 'runter. Für die Freunde des schnellen Schachs ist am 12. Dezember das sechsrundige Classic Rapidplay (Bedenkzeit 30+0) interessant, während Blitzfreunde an jedem der sieben Abende am Classic Blitz. ihren Spaß haben werden. Für umgerechnet rund 48,- Euro kann man sich quasi die Blitz-Flatrate buchen und an allen Turnieren teilnehmen. Wer dann noch nicht genug hat, auf den wartet Viktor der Schreckliche. Am 09. und am 14. Dezember wird die lebende Schachlegende Viktor Korchnoi gegen jeweils 30 Gegner simultan spielen. Mit rund 48,- Euro sind auch Sie dabei.