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Nanjing 2010 - Carlsen verpasst Vorentscheidung
Topalov gewinnt erste Partie
27.10.2010 - In der heutigen siebten Runde des Nanjing Pearl Spring Chess Tournament kam es zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und Magnus Carlsen. Es hätte die entscheidende Partie des Turniers werden können, wenn der mit Weiß spielende Norweger eine positionelle Glanzleistung zum Sieg hätte führen können. Doch an mehreren Stellen offenbarte Carlsen völlig ungewohnte Schwächen in der taktischen Verwertung und urplötzlich sprangen sämtliche Engines von -4 auf 0.00. Da ließ sich auch Anand nicht lange bitten und schnappte sich den geschenkten halben Punkt. Besonders bitter für Carlsen ist, dass er mit einem Erfolg so gut wie sicher der Turniersieger gewesen wäre, da die unmittelbare Konkurrenz zeitgleich strauchelte. Eigentlich war für Etienne Bacrot als Schwarzer gegen Veselin Topalov die Welt nach der Eröffnung völlig in Ordnung gewesen, aber im Mittelspiel übersah der Franzose eine petite combinaison und musste zusehen, wie der Gegner zwei Figuren für einen Turm erhaschte. In der offenen Stellung war an Rettung nicht mehr zu denken, und so durfte sich Topalov über den ersten und dringend benötigten Sieg im laufenden Wettbewerb freuen. Völlig von Caissa verlassen muss sich in diesen Tagen Wang Yue vorkommen. Möglich, dass der Druck vor heimischer Kulisse sein Übriges beiträgt, jedenfalls scheint dem Chinesen das Pech förmlich an den Händen zu kleben. Heute gelang es ihm gegen Vugar Gashimov als Schwarzspieler, einen klaren Vorteil zu erzielen, aber diesen stellte er sang- und klanglos auch wieder ein und musste gar noch um das Remis bangen. Doch wenigstens dies gelang ihm nach 67 Zügen. Morgen hat Wang Yue Weiß gegen Carlsen, wie auch Anand gegen Topalov und Bacrot gegen Gashimov.

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3. Nanjing Pearl Spring Chess Tournament 2010

In Nanjing wird ein doppelrundiges Turnier gespielt (also 10 Runden) mit der Bedenkzeit 120 Minuten/40 Züge + 60 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug. Mit einem Elo-Schnitt von 2766 wird die Kategorie 21 erreicht. Man treibt seitens der Organisation wie im vergangenen Jahr die so genannte Sofia-Regel auf die Spitze, indem man Remisangebote nur in theoretischen Remisstellungen – als eigentlich gar nicht – erlaubt. Doch wirklich eingehalten wird diese Regelung in der Praxis offenkundig nicht.

Durch die enorme Zeitverschiebung ist es bei uns noch ziemlich früh am Tag, wenn sich die Spieler ans Brett setzen. Um 8:30 Uhr unserer Zeit werden die Runden beginnen, und die letzte Runde wird gar schon um 4:00 Uhr in der Früh beginnen.

Insgesamt beträgt der Preisfonds satte 250.000,- Euro, die sich wie folgt auf die Platzierten verteilen werden: 80.000,-, 55.000,-, 40.000,-, 30.000,-, 25.000,- und 20.000,-

Bei etwaiger Punktgleichheit wird es zu der folgenden Tiebreak-Regelung kommen: 2 Partien á 10 Minuten + 3 Sekunden/Zug - Falls notwendig, dann 2 Partien 5'+3'' und falls danach immer noch kein Sieger feststeht eine Armageddon-Partie mit 6 Minuten gegen 4 Minuten, wobei der Weißspieler gewinnen muss.


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Partien zum Nachspielen und Downloaden

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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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