20.10.2010 - Im Vorjahr hat Magnus Carlsen in Nanjing zum ersten Mal die Schallmauer von 2800 Elo-Punkten überschritten und in diesem Jahr setzt er beim 3. Nanjing Pearl Spring Chess Tournament dort fort, wo er aufgehört hat - er siegt. Gleich zum Auftakt überrannte er Etienne Bacrot, welcher allerdings sehr verschwenderisch mit seiner Bedenkzeit umging. In schwieriger Lage fand der Franzose nicht die beste Verteidigung und verlor letztlich die Dame. Weniger aufregend verlief das Duell zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und Lokalmatador Wang Yue. Nach 32 Zügen einigte man sich auf die Punktteilung. Auf 55 Züge brachten es Veselin Topalov und Vugar Gashimov, doch das Ergebnis was das gleiche. Der bulgarische Vize-Weltmeister erreichte zwar ein etwas besseres Endspiel, doch Gashimov verteidigte sich ausgezeichnet. Morgen kommt es nach Bilbao erneut zum Duell zwischen Anand und Carlsen, in welchem es nicht nur um einen Punkt sondern auch um die Führung in der Weltrangliste gehen wird. Topalov trifft mit Schwarz auf den heutigen Verlierer Bacrot, und Wang Yue hat Weiß gegen Gashimov.
In Nanjing wird ein doppelrundiges Turnier gespielt (also 10 Runden) mit der Bedenkzeit 120 Minuten/40 Züge + 60 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug. Mit einem Elo-Schnitt von 2766 wird die Kategorie 21 erreicht. Man treibt seitens der Organisation wie im vergangenen Jahr die so genannte Sofia-Regel auf die Spitze, indem man Remisangebote nur in theoretischen Remisstellungen – als eigentlich gar nicht – erlaubt. Doch wirklich eingehalten wird diese Regelung in der Praxis offenkundig nicht.
Durch die enorme Zeitverschiebung ist es bei uns noch ziemlich früh am Tag, wenn sich die Spieler ans Brett setzen. Um 8:30 Uhr unserer Zeit werden die Runden beginnen, und die letzte Runde wird gar schon um 4:00 Uhr in der Früh beginnen. Der einzige Ruhetag wird am 25.10. eingelegt.
Insgesamt beträgt der Preisfonds satte 250.000,- Euro, die sich wie folgt auf die Platzierten verteilen werden: 80.000,-, 55.000,-, 40.000,-, 30.000,-, 25.000,- und 20.000,-
Bei etwaiger Punktgleichheit wird es zu der folgenden Tiebreak-Regelung kommen: 2 Partien á 10 Minuten + 3 Sekunden/Zug - Falls notwendig, dann 2 Partien 5'+3'' und falls danach immer noch kein Sieger feststeht eine Armageddon-Partie mit 6 Minuten gegen 4 Minuten, wobei der Weißspieler gewinnen muss.