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Olympia 2010 R8 - Ukraine verteidigt Führung
Deutsche Männer chancenlos gegen England +++ Deutsche Frauen chancenlos gegen Ukraine +++ Ilyumzhinov bleibt Präsident der FIDE +++ Danailov neuer Präsident der ECU
29.09.2010 - Mit einem gerechten 2:2 gegen Russland 1 hat Tabellenführer Ukraine bei der 39. Schacholympia die Spitzenposition verteidigt. Doch dadurch hat sich natürlich die Gruppe der direkten Verfolger vergrößert. Insgesamt sechs Teams liegen nur einen Mannschaftspunkt zurück und drei Runden vor dem Ende sieht es so aus, als würde unter diesen Teams letztlich auch die Medaillen verteilt. So gut wie gelutscht ist der Drops bei den Frauen. Russland 1 führt nunmehr mit drei Punkten vor den nächsten Verfolgern und müsste das Schachspielen von heute auf morgen verlernen, um das ersehnte Gold noch zu verlieren. "Nur" um eine gute Platzierung geht es bei den deutschen Teams. Die Männer bekamen heute jedoch von den Engländern eine schmerzhafte 0,5 zu 3,5-Lektion und die Frauen hatten beim 1:3 gegen die Ukraine auch nicht mehr Glück. Zu den oben angekündigten Wahlen erhalten Sie im weiteren Text mehr Informationen.

Offizielle Turnierseite
Ergebnisdienst bei Chess-Results.com
Live-Übertragung im CTTC



Karjakins russischer Fahneneid

Sergey Karjakin

Zwei Spieler haben nach der achten Runde mit jeweils 6,5 aus 7 eine Performance von über 3000 vorzuweisen. Vassily Ivanchuk konnte seinen bisherigen Siegeszug nicht fortsetzen, aber sein heutiger Gegner hieß Vladimir Kramnik und dieser hatte auch noch Weiß. Unter diesen Umständen wird auch Chucky mit dem halben Punkt und einer bisherigen Leistung von 3033 mehr als zufrieden sein. Um exakt sieben Punkte höher ist die Performance von Sergey Karjakin. Der gebürtige Ukrainer steuerte auch heute für seine neue Heimat Russland den entscheidenden Sieg bei und scheint auf dem allerbesten Weg zu sein, die Richtigkeit seines Verbandswechsels nachzuweisen.

Außer dem 2:2 im Spitzenduell gab es natürlich noch weitere spannende Ergebnisse. So trennten sich beispielsweise die Ungarn ebenfalls 2:2 von Aserbaidschan, wobei Teimour Radjabov für letztere und Csaba Balogh für erstere siegten. Für die stark aufspielenden Polen war heute gegen Armenien Schluss, man verlor knapp mit 1,5 zu 2,5. Den entscheidenden Sieg erzielte Gabriel Sargissian gegen Bartlomiej Macieja. Im Duell der Großmächte trennten sich die USA und China mit 2:2. Hikaru Nakamura unterlag am Spitzenbrett Wang Hao, was am vierten Brett von Yuri Shulman ausgeglichen wurde. Keine Sensation aber eine kleine Überraschung gelang den Franzosen mit ihrem 2,5 zu 1,5 gegen Russland 2. Bei drei Unentschieden konnte Sebastien Feller am vierten Brett gegen Artyom Timofeev gewinnen.

Die Spitzenpaarungen für die neunte Runde lauten:

Aserbaidschan (13) – Ukraine (14)
Armenien (13) - Russland 1 (13)
Georgien (13) – Frankreich (13)
Israel (12) – Ungarn (13)
Kuba (12) – China (12)
Bulgarien (11) – USA (12)


Wer in der achten Runde die Spitzenpaarung mit 3,5 zu 0,5 für sich entscheidet, kann nur Gold gewinnen! Die russischen Frauen sind nicht zu stoppen, was sie gegen Indien eindrucksvoll unter Beweis stellten. Hinter ihnen findet ein enges Ringen um Silber und Bronze statt, wobei Serbien und Russland 2 die besten Chancen haben.

In der neunten Runde wird es bei den Frauen zu den folgenden Spitzenpaarungen kommen:

Russland 1 (16) – Serbien (13)
Georgien (12) – Russland 2 (13)
Ungarn (12) – China (12)
Ukraine (12) – Kroatien (12)
Kuba (12) – Indien (12)
Bulgarien (12) - Rumänien (11)


Harte Landung für deutsche Teams

Natürlich war in der achten Runde weder von den Männern noch von den Frauen viel zu erwarten, aber letztlich fielen die Niederlagen gegen England beziehungsweise Ukraine doch etwas höher aus, als es nötig gewesen wäre. So hatte Sebastian Bogner an Brett 2 gegen Luke McShane eine sehr verheißungsvolle Stellung, doch heute sollte keinem deutschen Spieler ein Sieg gelingen. 3,5 zu 0,5 gegen England, da bleibt nur der Trost, dass es auch noch Fußball gibt. Das deutsche Team plumpste so vom 25. auf den 42. Rang zurück und trifft in der neunten Runde mit Russland 5 auf eine durchaus lösbare Aufgabe.

Zum ersten Mal im gesamten Turnier mussten die deutschen Frauen die Bitternis der Niederlage kosten. Die Ukraine war mindestens eine Klasse besser, kein Wunder, galten sie doch zu Beginn als klare Favoritinnen auf Edelmetall. Ein Mal kräftig schütteln und morgen am besten gegen Weißrussland gewinnen, dann schaut die schwarz-rot-goldene Schachwelt gleich wieder freundlicher aus!


„Armes“ Schach!

Kirsan Ilyumzhinov ist der alte und neue Präsident der FIDE. Mit eindeutigen 95 zu 55 Stimmen schlug er Herausforderer Anatoly Karpov. Ich hatte lange erwogen, einen ausführlichen Absatz zu der heutigen FIDE-Wahl und die schier unglaublichen Vorgänge vor Ort zu schreiben. Berichte über Unstimmigkeiten, Betrug(sversuche) und Einschüchterungen, aus denen man einen knackigen Beitrag hätte basteln können, gibt es bereits jede Menge im Web, aber ich mag nicht mehr! Was auch immer ich schreiben würde, ich müsste mit meiner wahren Meinung hinter dem Berg halten, denn ich schreibe hier nicht für einen privaten Blog sondern für die Chess Tigers, und in deren Interesse muss ich ab und an Zurückhaltung üben.

Das einzig Gute ist, nun wissen wir, was uns auch die nächsten vier Jahre erwartet. Bei Karpov wäre die Ungewissheit gewesen, ob er wirklich ein guter Präsident geworden wäre, bei Ilyumzhinov gibt es diesbezüglich keine Zweifel. Doch ich schwöre Ihnen, schon bald werden wieder die Funktionäre, Journalisten und Spieler, die heute noch für Karpov waren, Ilyumzhinov ins Gesicht grinsen, dessen Hand schütteln und dem Kalmücken Treue schwören.

Na ja, das Schachspiel ist so alt, was machen vier weitere Jahres des Missbrauchs da schon aus? Und wen interessiert es überhaupt? Sie, der am kommenden und noch ein paar weiteren Sonntagen für seinen Verein in der Liga antritt und maximal zwei oder drei Open im Jahr mit Elo-Auswertung spielt? Was erwarten wir da irgendein „öffentliches“ Interesse für eine FIDE-Wahl? Man ist völlig zufrieden, wenn man ein Mal die Woche die Klötzchen schieben kann. Mehr braucht es nicht, und da ist es völlig egal, wer der Präsident des Weltschachverbandes ist und welchen Dreck er am Stecken hat.

Parallel zur FIDE-Wahl wurde Silvio Danailov zum neuen Präsidenten der European Chess Union (ECU) gewählt. Damit löste der Manager von Veselin Topalov Amtsinhaber Boris Kutin ab und ließ auch den Präsidenten des Deutschen Schachbundes Robert von Weizsäcker in der Abstimmung hinter sich. Angeblich soll von Weizsäcker kurz vor dem Beginn der Wahl einen Schwächeanfall gehabt haben, aber nach kurzer Erholung auf eine Verlegung verzichtet haben. Er schied bereits im ersten Wahlgang aus. Im zweiten Umlauf setzte sich Danailov dann gegen den Türken Ali Nihat mit 30 zu 24 Stimmen durch.

Wäre ich nicht ein leidenschaftlicher Schachspieler, ich würde sofort aus allen Verbänden austreten, aber dann dürfte ich ja nichtmal an einem offenen Turnier teilnehmen und hätte mit einem Schlag keine Gegner mehr in meiner Spielstärke. Also lieber weitere vier Jahre diese Gens una sumus-Lüge als gar kein Schach. Traurig!

Nun habe ich doch ein paar Emotionen herausgelassen. Sollten Sie mit irgendeiner meiner Aussagen nicht einverstanden sein, dann bitte ich Sie, mich persönlich über die folgende Email-Adresse zu behelligen und nicht die führenden Köpfe der Chess Tigers. Vielen Dank!

Böse oder liebe Emails bitte an Mike.Rosa@chesstigers.de.

Wahlkampfseite Karpov

Wahlkampfseite Ilyumzhinov

"Live"-Bericht auf Chessvibes.com


Live-Übertragung im CTTC

Wenn Sie die weiteren Ereignisse bei Olympia live verfolgen möchten, dann gibt es dafür viele Möglichkeiten, doch den deutschen Live-Kommentar aus meisterlichem Munde erhalten Sie nur von den Chess Tigers in Zusammenarbeit mit der Firma ChessBase. Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Sofia sitzt unser GM Klaus Bischoff täglich ab 11:30 Uhr am Mikrophon im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus und kommentiert für Sie die Toppartien aus Khanty-Mansiysk, wobei er natürlich stets auch das Geschick des deutschen Teams verfolgt. Hören können Sie ihn, wenn Sie über einen Zugang zu dem Fritzserver von ChessBase verfügen, aber sehen und anfassen – na ja, letzteres natürlich nur in Maßen – können Sie Bischoff nur, wenn Sie persönlich bei uns in der Brunnenstraße 9 vorbeischauen. Beachten Sie dabei bitte, dass am 02. Oktober nicht gespielt wird!

Sowohl im Internet als auch live im CTTC kann
man den Kommentaren von Klaus Bischoff folgen

In Khanty-Mansiysk werden sowohl im Open als auch bei den Frauen elf Runden Schweizer System gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Theoretisch wird die geistige Fehlkonstruktion namens „Null Toleranz-Regel“ angewendet, man hat sie jedoch merklich entschärft. So beginnt die Runde nicht mehr zu einer bestimmten Uhrzeit sondern dann, wenn der Hauptschiedsrichter das Zeichen gibt. Das erlaubt ihm, auf unvorgesehene Verzögerungen zu reagieren. Sollten Spieler bereits vor dem Beginn der Runde am Brett gewesen sein, dieses aber aus nachvollziehbaren Gründen nochmals verlassen müssen, kann dies der jeweils für das entsprechende Match zuständige Schiedsrichter gestatten. Aus "Null Toleranz" wurde also wenigstens "Etwas Toleranz".

Partien Open zum Nachspielen und Downloaden (Runde 1 bis 7)

Partien Frauen zum Nachspielen und Downloaden (Runde 1 bis 7)

Offizielle Turnierseite

Ergebnisdienst bei Chess-Results.com

Live-Übertragung im CTTC


Weitere Links rund um Olympia:

www.europe-echecs.com u. a. Videos aus Khanty-Mansiysk

Deutscher Schachbund Berichte zu den Nationalmannschaften plus Bilder

www.jan-gustafsson.de Olympia-Blog des Kapitäns der Dänen


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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